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Cerebus Effect

Acts Of Deception

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Progmetal; RetroProg
Label: Cerebus Effect
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Joe Walker Electric Guitar, Syth Solo on 11
Mike Galway Bass
Patrick Gaffney Drums, Electronics
Dan Britton Keyboards, Vocals, Acoustic Guitar, Some Electric Guitar on 5, 6 and 10

Tracklist

Disc 1
1. Y 7:19
2. Identity Crisis 5:09
3. Dark at the End of the Tunnel 1:25
4. Illusions 3:34
5. Of Mortal Constraints 2:58
6. Operation Midnight Climax 11:22
7. Nin Against Ten 6:38
8. Neutrino Flux 2:50
9. Fine Lines Between Science and Art 3:02
10. Unconsoled 3:04
11. W 6:10
Gesamtlaufzeit53:31


Rezensionen


Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 1 von 3)


"Over-underproduced by Cerebus Effect" steht auf dem Longplayer-Debüt der US-amerikanischen Formation Cerebus Effect. Und in der Tat: Der Sound und die Produktion des Quartetts aus Baltimore klingen noch ein bisschen ungeschliffen und unausgereift. Ihre Mischung aus klassischen Progressive-Rock-Elementen, Jazz und modernen Metal-lastigen Ansätzen lässt allerdings aufhorchen. Im Zentrum des musikalischen Konzepts stehen treibende Soloduelle zwischen variantenreichen, aufgekratzten E-Gitarrenläufen und abgehackten E-Piano-Parts. Es ist genau dieses E-Piano und generell die Verwendung von Keyboards als Tasten- und nicht als Effektinstrumente, die Cerebus Effects Musik aufregend anders klingen lässt. Die (meist) nervöse Grundsubstanz der Kompositionen wird durch gelegentlichen, kratzigen Gesang noch unterstrichen. Doch Gemach! Bevor es richtig schräg und ungewöhnlich wird, verwirrt das retroproggige 'Y' mit gemäßigten Tönen, die ebenso gut von Frogg Café stammen könnten. Erst im Laufe des Albums wird es schräg und laut, dazwischen gibt es eh immer wieder ruhige Momente und Klangcollagen der seltsamen Art. Also Obacht! Dies ist wirklich kein Album für Freunde des fingerverknotenden Gefrickels oder gar für romantisch veranlagte Jester mit Einhorn-Ambitionen: Diese Musik birgt zu viel Jazz in sich, um dem Otto Normalproggie nicht ein wenig ratlos zu hinterlassen. Hier ist vieles roh und unfertig und das "over-underproduced" gehört in gewisser Weise zum Konzept. Cerebus Effect stehen in geistiger Artverwandtschaft zu avantgardistischen Bands wie Magma, Guapo oder den Szenen-Lieblingen Sleepytime Gorilla Museum (in der Tat wirken sie auf mich wie "SGM, ma non troppo"), diametral entgegengesetzt sind da die musikalischen Konzepte der Mainstream-Prog-Acts wie Dream Theater, Spock's Beard oder The Flower Kings.

Wer mit Abstrichen beim Sound leben kann, der sollte dieser intelligent aufspielenden, äußerst modern klingenden Band unbedingt eine Chance geben.

Anspieltipp(s): Operation Midnight Climax
Vergleichbar mit: Sleelytime Gorilla Museum, ma non troppo
Veröffentlicht am: 20.2.2006
Letzte Änderung: 20.2.2006
Wertung: 10/15
Eigentlich müsste ich einen Punkt für den Sound abziehen... aber ach...

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 3)


Cerebus Effect kommen aus dem Großraum Baltimore und legen mit "Acts of deception" ihre mittlerweile dritte Veröffentlichung vor. Das meist instrumental agierende Quartett in traditioneller Besetzung (Gitarre, Schlagzeug, Bass, Keyboards) nahm sich fast das komplette Jahr 2004 Zeit, um alte Kompositionen zu verfeinern und natürlich auch neues Material einzuspielen. Der Aufwand hat sich hörbar gelohnt, denn "Acts of deception" schaffte es in kürzester Zeit in die Heavy Rotation auf der heimischen Anlage.

Eines gleich vorweg: Cerebus Effect gehören nicht unbedingt zu den Vertretern von eingängigen Ideen oder schöngeistigen Melodien, bei ihnen geht es teils sehr verquer und mitunter recht komplex zu Sache, auch wenn sich die Band bei Bedarf mitunter sehr zurücknehmen kann. Die allgemeine Faszination beruht vor allem darauf, dass es den Amerikanern gelingt einen faszinierenden Stilmix auf die Beine zu stellen, der auf den ersten Eindruck recht willkürlich Elemente aus Jazz Rock, Prog, metallischen Riffs und magmaesken Zeuhl-Einflüssen vereint. Fast jedes der 11 Stücke auf diesem Album wartet mit neuen überraschenden Wendungen auf, ein weites Kaleidoskop an Sound- und Stilmöglichkeiten wird gespannt.

So beginnt der Opener "Y" eher elegisch progressiv, wandelt sich aber im weiteren Verlauf immer mehr hin zu federndem Jazz Rock in der Tradition vom Mahavishnu Orchestra bzw. der Mid-70er Jazz Rock Phase von Santana. Beim folgenden "Identiy crisis" bestimmen auf einmal stampfende Zeuhl Rhythmen und fast unverständlicher Grummelgesang das Terrain. Mit dem nötigen Maß an progressiver Schrägheit und aggressiven Stakkatoattacken ist hier nichts mehr, wie beim Opener. "Dark at the end of the tunnel" ist lediglich eine Soundcollage, die als Übergang zum kurzen, aber kernigen "Illusions" dient. Was in diesem Stück in knapp 3½ Minuten an Wechseln gepackt wurde, dazu benötigen andere Bands epische Longtracks. Um die Hektik wieder rauszunehmen, folgt das wunderbar schwebende, recht verträumte und an Happy The Man erinnernde "Of mortal constraint".

Doch trotz aller Wechsel wirkt "Acts of deception" in sich logisch aufgebaut, hinterlässt dieses Album keineswegs den Eindruck eines willkürlichen Flickenteppichs. Bei jedem Titel scheint so etwas wie der typische Cerebus Effect Stil durch. Mal mehr, mal weniger, dennoch im Gesamteindruck stimmig. Einzig die Produktion und auch die soundtechnische Bandbreite hätte mitunter etwas mehr Druck vertragen, doch sind bei einer Privatpressung und gerade in dieser Musiksparte auch immer finanzielle Grenzen gesetzt. Doch wenn die Band dann wieder zu ihren virtuosen Par-Force Ritten, wie z.B. beim Album abschließenden "W" aufbricht, sind diese kleinen Makel schnell wieder weggewischt.

In anderen Kritiken wurden Cerebus Effect u.a. als "Allan Holdsworth mit einigen aggressiven Zappa Einflüssen" beschrieben, doch sind diese Vergleiche letztendlich unzureichend, machen aber einmal mehr deutlich, dass sich diese Band nur sehr schwer kategorisieren lässt. Doch alles Schubladendenken mal bei Seite, bieten Cerebus Effect eine abenteuerliche musikalische Reise, die zu begeistern weiß.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.3.2008
Letzte Änderung: 2.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 3 von 3)


Die "Dan Britton-Connection" (vgl. hier) hat mich auf Cerebus Effect aufmerksam werden lassen. Und richtig, das Quasi-Debüt "Acts of Deception" kann sämtliche Vorschuss-Lorbeeren locker bestätigen. Das Cerebus Effect es noch wilder als auf diesem Album können, kann man mittlerweile auch nachhören, aber das ist eine andere Rezension.

Auf "Acts of Deception" verstärkt Dan Britton das ursprüngliche Musiker-Trio, was Bandcheffe Joseph Walker die Chance gibt, sich ganz auf die Gitarre zu konzentrieren, ohne das der Hörer auf Keyboards verzichten muss. Und so präsentieren uns Cerebus Effect wilde Tänze der Rhythmus-Fraktion, Blubber-Bass, Stakkato-Tastenklänge, feistes Gitarrenriffing und wilde Soli. Ein aufregender Musikcocktail aus Prog, Punk, Hard Rock und Jazz Rock wird dem Hörer, der nur vom Zuhören schon ganz außer Atem gerät, serviert. Kurze Improvs gehören ebenso zum Bandrepertroire, wie gelegentliche kleine Ausflüge in sinfonischen RetroProg, die im fast avantgardistischen Klanggewitter sehr exotisch wirken.

Dan Britton hat sich gleich eine wichtige Position im Bandgefüge erobert, so stammen etwa die Hälfte der Songs aus seiner Feder. Die andere Hälfte steuert Gitarrist Walker bei, beziehungsweise es sind die besagten Bandimprovisationen. Britton steuert auch wieder seinen seltsamen Gesang bei, der hier noch kurioser in seiner Krümelmonster-Attitüde daherkommt. Zu verstehen ist bei dem Gemurmel auf jeden Fall nichts und ich bin mehr den je überzeugt davon, dass das nur ein exotischer Effekt sein soll.

"Acts of Deception" ist eine unbedingt lohnenswerte Entdeckung, auf der Cerebus Effect ziemlich eigenständige ebenso moderne, wie gelegentlich wohlig retroige Musik präsentieren. Die von Sal angesprochenen kleinen Klangschwächen sollten wirklich niemand davon abhalten, sich mit diesem Album zu beschäftigen. Angesichts der mitreißenden Musik fallen die wirklich nicht ins Gewicht. Tolles Album!

Anspieltipp(s): Y, Illusions, Nine Against Ten... man kann eigentlich nix falsch machen :-)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.4.2008
Letzte Änderung: 21.8.2013
Wertung: 12/15
...wie gesagt, Soundfetischisten müssen vielleicht abstriche machen, aber was ist das schon in einem Zeitalter, wo alles erstmal in mp3s (o.ä.) verwandelt wird...

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Cerebus Effect

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Returning To The Beginning 11.00 1

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