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Nemo

Si Partie I

(Siehe auch: Leitfaden "Retroprog")
(Tipp des Monats 4/2006)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; Progmetal; RetroProg; sonstiges
Label: Quadrifonic
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

JP Louveton Guitare, Voix
G Fontaine Claviers, Voix
JB Itier Batterie, Voix
LB Guichard Basse, Voix

Gastmusiker

Nicolas Boinon Violoncelle sur "Si"

Tracklist

Disc 1
1. Douce mort

1. Vivant
2. Douce mort

16:28
2. Ici, maintenant 6:28
3. Miroirs 6:40
4. Si 8:03
5. Apprentis sorciers

1. Apprentis
2. L'éternel hiver
3. Danse de la pluie (Nowea Fridjies)
4. Pantins
5. Sorciers

20:05
Gesamtlaufzeit57:44


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Nachdem die Franzosen Nemo ja so meine persönliche Entdeckung in 2005 waren, habe ich mir gleich das Paket aus dem Live-Album "Immersion Publique" und Vorbestellung des neuen Albums gegönnt. Aber, kleines Drama: "Si" kam und kam nicht... Nach kurzem Mailverkehr versicherte mir Jean-Pierre Louveton zwar, dass er das Album abgeschickt hätte, aber gekommen ist... nichts. Freundlicherweise hat Louveton schließlich aber ein zweites Exemplar auf den Weg gebracht und so dreht sich das neue Album von Nemo nun auch in meinem Player. Danke!

Sind Nemo sind die Zukunft des NeoProg? Nein, oder nur, wenn die Zukunft heißt: Der NeoProg ist tot! Nemo entfernen sich mit diesem Album soweit von ihren NeoProg-Wurzeln, dass man diese kaum mehr wahrnehmen kann. Eigentlich sind nur noch ein paar (ganz wenige) Keyboard-Sounds von Guillaume Fontaine übriggeblieben. Ich finde ja noch nicht mal, dass Nemo besonders viele Retro-Elemente aufweisen. Ja, es werden "klassische" Tasteninstrumente benutzt, aber die Klangstrukturen und die Kompositionen erinnern nun so gar nicht an die 70er. Vielleicht sind Nemo dann ein Weg in die Zukunft des Prog? Wie auch immer…

Nemo machen mitreißende, moderne, verspielte, symphonische Rockmusik mit HardRock- bis ProgMetal-Anteilen. Dafür sorgt schon Gitarrist und Bandchef Louveton, der die Saiten ab und an ordentlich krachen lässt. Aber er lotet auch viele andere Stimmungen aus und bewegt sich von Folkartigem zu Blues und wieder zurück zum Sympho-Rock. Dazu kommt der fette, bollernde, rumpelnde Bass und das souveräne Schlagzeugspiel. Genauso finden sich aber dann wieder verträumte, balladeske, chansonhafte Momente und das nicht selten im selben Song, wie zum Beispiel gerade im abschließenden Longtrack perfekt zusammengemixt. Und wenn Gastmusiker Boinon immer mal wieder sein wehmütiges Cello erklingen lässt, dann ist die Gänsehaut garantiert.

Dazu kommt, dass JP Louveton auch gesanglich zugelegt hat und nun in bester Manier theatralisch-expressiv die Songs zelebrieren kann.

Nemo haben mit ihrem vierten Studioalbum endgültig ihren eigenen musikalischen Ausdruck gefunden. Wenn schon, dann erinnern mich Nemo ein bisschen an ihre Landsleute von Nil, aber mehr so im Sinne einer Geistesverwandtschaft, musikalisch sind sie inzwischen wirklich eigenständig. Eine knappe Stunde beeindruckender, komplexer und doch melodisch-emotionaler Musik geht vorbei wie im Flug. Nemo sind durchaus symphonisch, aber eben nicht bombastisch, durchaus theatralisch, aber nicht kitschig. Sanft vertrackte Arrangements sorgen für langanhaltende und immer wiederkehrende Unterhaltung. Gänsehautattacken, feuchte Augen, verträumte Momente, Nackenbrecher, jazzrockige Läufe... hier gibt's nicht viel, was es nicht gibt und deswegen kann ich nur bekräftigen: Dicke Empfehlung!

P.S.: Ein bisschen bin auch stolz mal namentlich im Booklet eines Albums erwähnt zu sein, so sagt Nemo "Danke" zu den 101 Vorbestellern des Albums.

P.P.S.: "Partie 1"? Ja, genau, das heißt die Fortsetzung ist schon geplant, allerdings gibt es noch keinen Termin...

Anspieltipp(s): das macht nun wirklich keinen Sinn...
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.3.2006
Letzte Änderung: 5.7.2011
Wertung: 13/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 3)


Mein fleißiger Vorredner hat ja dankenswerterweise schon viel über die Musik dieses Albums geschrieben, dass ich mich nun voll und ganz einigen philosophischen Gedanken zu der außergewöhnlichen Musik von Nemo hingeben kann.

Bei denen, die mich etwas besser kennen, bin ich ja hinlänglich bekannt und berüchtigt als hemmungsloser Schrott-Hörer, den nicht mal der enttäuschendste Neoprog wirklich enttäuschen kann. Ich bin so schlimm, dass es mich nicht wundern würde, wenn ich eines Tages die Lizenz zum Rezensieren solch toller Bands wie Nemo entzogen bekäme und zur Strafe nur noch Like Wendy hören dürfte. Diese meine Neigung zum unaussprechlich Miesen (zu den Bohlens des Prog) hat neulich zu einer interessanten Unterhaltung zwischen mir und meiner Freundin, der Philosophin, geführt.

Sie meinte (und sie irrt sich in solchen Meinungen über mich nie), dass ich schwacher Musik beim Hören immer etwas hinzugebe, etwas aus meinen eigenen Assoziationen und Erinnerungen von früher, als ich den Prog kennen gelernt habe. Und dieses Etwas, sagte sie, wertet die Musik in meinem Bewusstsein auf. Wenn ich dann trotz aller Unzulänglichkeiten der Musik etwas daran gut finde, dann ist es das, was von mir selbst kommt, aber ich rechne es der jeweiligen Musik positiv an, die das gar nicht verdient hat. Mich wird also weiterhin jeder Schrott anziehen, wenn er nur etwas enthält, was in mir positive Assoziationen auslöst.

Daher tut es mir zur Abwechslung auch mal gut, Nemo zu hören, denn denen ist mit solchen Assoziationen einfach nicht beizukommen – sie stehen für sich selbst, sie denken gar nicht daran, nostalgischen Erwartungen entgegen zu kommen. Wenn ich das in die Inhalte meines früheren Musikunterrichts in der Schule einordne, dann machen Nemo keine Programmmusik (passen ihre Musik also keinen assoziativen Vorstellungen aus anderen Richtungen an), sondern absolute Musik, Musik, die einfach nur Musik ist und - wie gesagt - für sich selbst steht oder fällt. Wer sich ihrem Genuss hingibt, wird in keine Fantasy-Welt entführt, sondern genießt einfach nur - Musik, ohne was dahinter. Oder er lässt es bleiben, wenn sie ihn nicht anspricht. In dieser Hinsicht erinnern mich Nemo an King Crimson: als ich die kennen lernte, kapierte ich auch sehr schnell, dass sie sich meinem Ohr nicht anpassen werden - es musste schon umgekehrt laufen oder gar nicht.

Nun halte ich es für fast unmöglich, von Nemos Musik nicht mitgerissen und fasziniert zu werden: wie oben schon geschrieben wurde - hier jazzt es, hier proggt es, hier rifft es, hier ist alles drin, aber nicht, um einen Plan zu erfüllen, sondern weil die musikalischen Phantasien dieser Band das alles beinhalten. Dabei kommt der Sound so handgemacht und produktionstechnisch transparent rüber, dass der Reiz darin liegt, die Feinarbeit auch im Gröberen zu entdecken. Eine ähnlich gute Leistung in letzter Zeit habe ich auch von Cryptic Vision gehört, aber Nemo sind sogar noch besser, weil sie noch eigenständiger sind und sich noch weniger an Vorbildern orientieren. Wenn, dann tun sie's auf die witzige Art: so ist im Opener nach genau zehn Minuten eine sehr kurze Tonfolge zu hören, die genau die "Firebird"-Melodie zitiert, von der sich Yes bei Konzerten immer einleiten lassen: wer's merkt, amüsiert sich mit Nemo, wer's überhört, kann auf Anderes achten - jede Minute lohnt sich.

Ich persönlich finde dieses Album sogar noch gelungener als seinen Vorgänger "Prelude a la ruine", der für meinen Geschmack etwas zu verworren-verschwurbelt und Gesangs-dominiert war - was ich aber auch nur ganz subjektiv so empfinde, denn Nemo bekennen sich zweifellos deutlich dazu, berufen sich im Anfang von "Douce mort" sogar hörbar darauf, weil sie mit den gleichen Signaltönen starten, die auf dem vorherigen Album zum Schluss zu hören waren. Jedenfalls gibt sich dieses Kartenspiel-Epos in meinen Ohren noch geschlossener (schon durch die Longtracks) und noch mehr in sich gereift. Wie gesagt, das macht es noch lange nicht objektiv besser, aber wer mit Nemo bisher vielleicht nicht warm geworden ist, hat hier noch eine ganz neue Chance, sich an diese Ausnahmeband zu gewöhnen.

Ich mag zwar keine Kaufempfehlungen, aber nach Strangefish spreche ich nun bereits die zweite dieses Jahres aus: dieses Nemo-Album muss man gehört haben, denn es zeigt erneut einen Weg in die Zukunft des Prog auf. Und es verwundert mich nicht, dass dieser Weg aus den Randbezirken der Vertriebswege kommt: Traut euch ran, ihr Proggies (oder bleibt bei InsideOut, wenn ihr nicht überrascht werden wollt)?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Wie Spock's Beard, aber ganz ohne den immer länger gewordenen Bart, dafür mit frischer Sturmfrisur
Veröffentlicht am: 26.3.2006
Letzte Änderung: 20.3.2013
Wertung: 13/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 3)


Das Alter macht mir schwer zu schaffen. Nein, nicht meine eigenen 34 Lenze meine ich, sondern eher die Tatsache, dass bestimmte Momente von Musik einfach an mir vorbeirauschen, weil ich das Gefühl habe, es gab sie eben schon früher.

So vermisse ich bei SI Partie I ebenso jene Modernität wie auch die geistreichen Einfälle im Arrangement, die mir dieses Album bis zur Unendlichkeit im Hirn einprägen werden (bzw sollen).

Vielmehr tu ich mich enorm schwer mit diesem Album. Ob es am französischen Gesang liegt oder an der Ungeübtheit, diesem zu lauschen? Ob es die übermäßig strapazierten "Längen" in den Titeln sind (stehe ich doch vermehrt auf kurz prägnante und griffige Titel)? Oder ist man mit 34 doch einfach schon aus diesem Alter raus, wo einem gepflegter Neoprog begeistern kann?

Sei es drum. Nemo ist mit diesem Album sicher nicht der große Wurf gelungen, den mir meine Vorrezensenten hier weiß machen wollten. Der Griff ins Klo bleibt glücklicherweise aber auch aus. Ein ganz passables Werk ist Si Partie 1 geworden, bei dem hin und wieder mal Modernität und Genialität durchblitzt. Insgesamt ist mir das aber zu wenig um nachhaltig Eindruck zu machen und so befürchte ich, dieses Album wird einmal im Regal einsortiert, selten das Tageslicht erblicken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.7.2006
Letzte Änderung: 10.7.2006
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Nemo

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2002 Les nouveaux mondes 9.00 2
2003 Présages 11.00 1
2004 Prélude à la Ruine 13.00 1
2004 Eve Et Le Génie Du Mal (Single) 10.00 1
2005 Immersion Publique - Live 10.00 1
2007 Si Partie II - L'Homme Idéal 8.67 3
2007 Les Enfants Rois (Single) 10.00 1
2009 Barbares 11.00 2
2010 La Machine à Remonter les Temps 11.50 2
2011 R€volu$ion 10.50 2
2013 Le ver dans le fruit 12.00 2
2015 Coma 13.50 2

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