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Poor Genetic Material

Spring Tidings

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Melodic Rock / AOR; Neoprog
Label: QuiXote Music
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Phil Griffiths vocals
Stefan Glomb guitar
Philipp Jaehne keyboards
Dennis Sturm bass
Dominik Steinbacher drums

Tracklist

Disc 1
1. three steps back... 2:23
2. blow-up 4:04
3. april 6:56
4. watercolours 9:31
5. tidings 6:26
6. la ville qui n'existait pas 10:30
7. lotus-eaters 6:57
8. ...or right ahead 3:50
Gesamtlaufzeit50:37


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


"Frühlingsbotschaften" lässt man sich in dieser Zeit, als der schon überwunden geglaubte Winter nochmal ein Comeback feiert, gerne übermitteln. So kommt der vierte Teil des Jahreszeitenzyklus von Poor Genetic Material also gerade recht.

Und passend zur Jahreszeit bieten Poor Genetic Material verspielte, leichtfüßige Musik, die wirklich sonnig und luftig klingt. So lässt sich es wunderbar von kommenden wärmeren Tagen träumen.

Poor Genetic Material haben ihren Stil inzwischen perfektioniert. Es sei nochmals betont: Die Band sitzt "zwischen allen Stühlen", so unvergleichlich ist ihre Musik schon immer und immer noch. Intelligente Rockmusik, die modern klingt. Deren Verspieltheit, Melodienseligkeit und Tasten-Überschwang eine gewisse Nähe zum NeoProg aufweist, ohne jedoch dessen Klischees wiederzukäuen. Die sanfte, meist elegische Gitarrenarbeit unterstreicht diesen Eindruck noch. Und über allem schwebt der voluminöse, fast schon opernhafte Gesang (für ein Rockumfeld) des Alias Eye-Frontmanns Phil Griffith. Musikalische Momente, die gut arrangiert und ausgearbeitet sind, und der Gesang halten sich diesmal sehr gut die Waage, so dass Liebhaber beider Komponenten zu ihrem Recht kommen.

Als kleine Neuerung im Klangbild weisen Poor Genetic Material diesmal eine gewisse Nähe zu sehr melodischem Rock auf. Dies liegt sicherlich auch am Neuen an den Drums. Dominik Steinbacher, wohl ein Kumpel von Bassist Dennis Sturm, ersetzt Ludwig Benedek, dem die Dreifach-Belastung PGM, Alias Eye und grössere Familie (er wurde inzwischen Vater) ein bisschen zuviel wurde. Steinbachers abwechslungsreicherer und vor allem druckvollerer Stil, zusammen mit dem präsenten Bass von Dennis Sturm, gibt den elegischen Kompositionen ein Stück mehr Drive, der ihnen sehr gut tut. Aber überhaupt gibt es diesmal mit dem fast schon rockigen "blow-up" und dem relativ stark an Saga erinnernden "april" schon zwei Songs, die sich für PGM-Verhältnisse ziemlich weit in rockige Gefilde vorwagen. Dazu kommen noch ähnliche Parts in "watercolours" und im Longtrack "la ville qui n'existait pas". Hier finden sich auch immer wieder Ausschnitte, die mich etwas an Saga denken lassen (nur so vom Klanggefühl her, direkt zitiert wird hier natürlich nichts) und in denen witzigerweise sogar die Stimme von Phil Griffiths ein bisschen an Michael Sadler erinnert.

Und auch wenn sich Poor Genetic Material immer so ein bisschen gegen die Vereinahmung als "progressive Rock" sträuben, wie anders soll man einen Song wie "la ville qui n'existait pas" einstufen, der geschickt mit flotten Up-Tempo-Parts und getragenen Ambientteilen spielt und dabei immer wieder gelungen musikalische Spannungen aufbaut? Eben....

Philipp Jaehne hat im Übrigen seine Klangpalette noch ein Stückchen erweitert und spielt sich neben fast schon klassischen "alten" Keyboard-Sounds (bis hin zur angedeuteten 'röhrenden' Orgel und E-Piano-Läufen) auch mit ziemlich modernen Klängen (vor allem im Titelsong "tidings"), was der Musik durchweg gut zu Gesicht steht.

Das Artwork, wiederum wie schon bei "Winter's Edge" von Künstler Oliver Schollenberger erstellt, spiegelt zwar die luftige, sonnige Frische des Frühlings wieder, wirkt aber für mich nicht ganz so gelungen, wie die Winterlandschaften von besagtem Vorgängeralbum. Vielleicht sind mir die Farbklecksereien einfach etwas zu abstrakt...

Drei Schritte zurück? Mitnichten... Intelligente Rockmusik aus dem Südwesten Deutschlands, Poor Genetic Material gehen geradeaus voran!

Das Album ist offiziell ab 20. März erhältlich, aber Teilnehmer der Vorbestellaktion über die [progrock-dt]- und eclipsed-Mailingliste sind bereits in den Genuß der ersten Exemplare gekommen und die Band nimmt sicherlich demnächst weitere Vorbestellungen über die Homepage entgegen...

Anspieltipp(s): blow-up, april, lotus-eaters
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.3.2006
Letzte Änderung: 2.3.2006
Wertung: 11/15
...hier könnte auch noch ein Punkt mehr stehen...

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Abstrakt ist sicher schon mal ein richtiges Wort für das phantastische Artwork, das nach Winter's Edge wiederum von Oliver Schollenberger stammt. Während Schollenberger auf dem Vorgängeralbum noch mit flächigen Abstraktionen aus blau, weiß und schwarz begeisterte, unterstützt die schwungvolle Kurve aus bunten Farbklecksen vor hellweißem Untergrund auf dem Cover sowie die in ähnlichem Stil gehaltenen Variationen im Innenteil kongenial das frühlingshaft Beschwingte der Spring Tidings. Wenn mehr Bands soviel Wert auf die Gestaltung ihrer Booklets legen würden wie Poor Genetic Material, wäre jeder CD-Brenner schnell als Kunstbanause enttarnt...

Was die musikalische Seite des Albums betrifft, muss ich Thomas zustimmen. Hervorheben möchte ich nur die große Homogenität des Sounds, die dem Album eine ganz eigene, in sich stimmige Atmosphäre verleiht. Man muss dadurch aber schon genau hinhören und dem Album Zeit geben, um die nicht immer sogleich auffälligen Schönheiten der Kompositionen zu erfassen und auf sich wirken zu lassen.

Phil Griffith singt wieder einmal sehr engagiert und voluminös und seine Texte scheinen bildhafter und dabei zugleich tiefgründiger denn je. Und dabei sind sie einfach auch schöne Lyrik, z.B. "You are every colour that is, you are the colour of distance, you are the colour of the present that we live in. You are the colour of the air, that we're breathing, you are the colour of empty space, that we all revolve in." (Watercolours)

Insgesamt wird auf Spring Tidings eine Menge frischer, leichtfüßiger Druck erzeugt. Als besonders gelungen erscheinen mir die Stücke April und Tidings. April hat diesen frisch swingenden Beat und wird im Mittelteil von einer Melodie belebt, die ebenso simpel wie mysteriös erscheint. Immer wieder blitzen auch seltsam düstere Anklänge auf. Aber irgendwie catchy das Ganze. Tidings wird von so einem Elekronik-Gewaber eingeleitet, das umstandslos in den Gesangsteil mit seiner elegisch-romantischen Melodie wechselt. Griffith nimmt in den Strophen auch den Druck aus seiner Stimme passenderweise zurück. Das gesamte Arrangement erinnert mich hier an die alten Genesis. Ganz eigen steht jedoch der stark ambientige Instrumentalteil dar. Aber auch die übrigen Stücke, gerade natürlich die Longplayer Watercolours und v.a. La Ville qui n'existait pas befriedigen durch ihre Vielschichtigkeit und stimmig aufgebauten Instrumentalpassagen. Und ganz am Ende rollt geradezu hymnisch das instrumental gehaltene Finale über den Hörer hinweg.

Mit Spring Tidings ist Poor Genetic Material ein künstlerisch überzeugender Abschluss ihrer -Vier Jahreszeiten gelungen. So sophisticated, traditionsbewusst und modern zugleich, kann und sollte ruhig auch Prog heutzutage klingen.

Anspieltipp(s): April, Tidings
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.6.2006
Letzte Änderung: 13.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Andreas Kiefer @ (Rezension 3 von 3)


Da ist er also, der vierte und somit letzte Teil, über eine musikalische Reise durch die Jahreszeiten. Den Anfang machte 2001 die CD - "Summerland", 2002 war mit "Leap into Fall" der Herbst an der Reihe, 2003 wurde mit "Winter's Edge" die dunkelste Jahreszeit abgedeckt, und nun soll "Spring Tidings" den Frühling einläuten.

Schon dass allein klingt ja äußerst spannend und interessant, oder handelt sich dabei doch nur um eine geschickte Vermarktungs-Taktik?

Sei es wie es ist, PGM haben die Erwartungen jedes mal locker erfüllt, und konnten sich darüber hinaus von Veröffentlichung zu Veröffentlichung immer noch etwas steigern. Was mir hier auf "Spring Tidings" wiederum besser gefällt, ist der kraftvollere Gesamtsound sowie die gleichwertigeren Kompositionen. Der mehrschichtige Mix aus Melodic Rock, Art Rock, Neo Prog ist sehr fein und entspannend ausgearbeitet. Die Songs sind schmackhaft, ruhig und atmosphärisch gehalten, besitzen allerdings immer einige Ecken und Kanten, an denen man sich aber nie stoßen oder reiben kann, und im Zentrum steht dann noch der markante Sologesang von Phil Griffiths (Alias Eye).

Zudem bereichern sich die fünf Musiker nur noch sehr selten an älteren Rezepten von z.B. Saga oder Camel, was die Aufmerksamkeit stetig hoch hält. Mit noch etwas mehr Wagemut in diese Richtung, hätten PGM in Ihrem Entwicklungsprozess diesmal sogar gleich zwei Stufen auf einmal nehmen können, aber diese Qualität werden wir wohl auf Ihrem nächsten Album zu hören bekommen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.5.2008
Letzte Änderung: 2.5.2008
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Poor Genetic Material

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Free to random Vol. 1 10.50 2
2000 Free to random Vol. 2: Modern Myths 10.00 1
2001 Summerland 9.75 4
2002 Leap into Fall 10.00 2
2003 Winter's Edge 11.67 3
2005 Free To Random 10.00 1
2007 Paradise Out Of Time 10.50 2
2011 Island Noises 13.00 1
2013 A Day In June 12.00 1
2016 Absence 12.50 2

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