Freedom is frightening
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Island |
| Durchschnittswertung: |
10.5/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Stomu Yamash'ta |
Drums, Percussion |
| Hisako Yamash'ta |
Violin |
| Gary Boyle |
Guitars |
|
| Brian Gascoigne |
Keyboards |
| Hugh Hopper |
Bass |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Freedom is frightening
|
8:48
|
| 2. |
Rolling nuns
|
7:06
|
| 3. |
Pine on the horizon
|
11:44
|
| 4. |
Wind words
|
6:43
|
| Gesamtlaufzeit | 34:21 |
|
|
Rezensionen

East Wind nannte Stomu Yamash'ta eine kurzlebige Formation, mit der er 1973 und 1974 in England zwei LPs eingespielt hat. Der schlagzeugende Japaner ist wohl vor allem für sein Go-Projekt bekannt, eine Fusion-Pop-Elektro-Supergroup, der zeitweise Musiker wie Steve Winwood, Klaus Schulze, Michael Shrieve und Al Di Meola angehörten und die in der zweiten Hälfte der 70er drei Alben veröffentlicht hat. Vor Go kam aber East Wind, eine Band die vor allem aufgrund ihrer Verbindung zur Canterbury-Szene interessant ist und mit der Yamasht'ha noch in wirklich progressiven Gefilden unterwegs war. Das lag vermutlich auch am Einfluss der Mitmusiker. "Freedom is frightening", das Debütalbum der Gruppe, haben nämlich - neben Stomu und seiner Frau Hisako - Hugh Hopper (Ex-Soft Machine) und Gary Boyle (siehe Isotope) mit eingespielt (später gehörten auch die Schlagzeuger Nigel Morris und Mike Travis - siehe Isotope bzw. Gilgamesh - zeitweilig zur Band). Dazu kam der Keyboarder Brian Gascoigne (der heutzutage u.a. für Scott Walker tätig ist).
Vier lange Stücke gibt es auf "Freedom is frightening" zu hören. Man könnte die Musik knapp als progressiv-symphonischen Jazzrock mit Canterbury-Einschlag bezeichnen. Das Titelstück, "Rolling nuns" und "Pine on the horizon" bieten ein ausgedehntes und komplexes Gemenge aus allerlei Tastenklängen (meist Orgel und Synthesizer), dem grollenden, brummenden und dröhenden Bass Hoppers und dem vielseitigen Schlagzeug, über dem die verstärkte Violine und vor allem Boyles Gitarre solieren. Einige ätherische Abschnitte, versehen mit elegischem Soprangesang (von Hisako?) und "exotischer" Perkussion (Vibraphon, Glockenspiel und andere Metallophone) lockern das Ganze auf. An das Mahavishnu Orchestra erinnert das ein wenig (und sei es nur wegen der elektrifizierten Violinenklänge), ebenso an Boyles spätere Band Isotope, bildet aber alles in allem eine sehr eigenständige Version des britisch geprägten Jazzrocks. Gegen Ende von "Pine on the horizon" sind auch ein paar Blechbläser zu vernehmen. Wer dafür zuständig ist, ist der Plattenhülle allerdings nicht zu entnehmen. Das abschliessende "Wind Words" bietet etwas andere Musik. Lyrisch-verträumt erklingen hier Vibraphon, Akustikgitarre, ein weicher Bass und die elegisch solierende Violine. Dazu kommen seltsame, hallende, schleifende und glockige Perkussionklänge und etwas Synthesizergefiepe. Schön!
Leider gibt es von beiden East-Wind-Scheiben meines Wissens bis dato kein CD-Reissue (höchstens vielleicht in Japan), was schade ist, da diese Mischung aus Jazz, Rock und Symphonisch-Progressivem versehen mit einer Prise japanischer Exotik ausgesprochen gut gemacht ist (und diejenigen überraschen wird, die nur Yamash'tas Go-Scheiben kennen). Beide Alben von East Wind würden übrigens bequem auf einen Twofer passen.
Nachtrag November 2008: Inzwischen gibt es das Album von Esoteric Recordings auch auf CD!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
30.10.2006 |
| Letzte Änderung: |
19.11.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Esoteric Records haben Achims Bitte erhört und beide East Wind-Scheiben neu aufgelegt. Neben den originalen Liner Notes wurde noch weiteres Hintergrundmaterial dazugepackt, jedoch konnten scheinbar keine Bonustracks ausgegraben werden, um die recht kurze (aber für das Album eigentlich ausreichende) Spielzeit aufzuwerten.
Freedom is frightening beginnt mit wabernden Orgelklängen á la frühe Tangerine Dream, um die herum sich nach und nach ätherische Frauenstimmen, Bassgegrummel, Gitarre und schließlich Schlagzeug ranken. Der Song entwickelt sich zu einem Mid-Tempo-Groover mit schöner Soloarbeit an Gitarre und Orgel in bester Canterbury-Manier. Um einiges flotter geht es mit Rolling nuns weiter, das einen furios aufspielenden Gary Boyle an der Gitarre bietet. Überraschend klingt der Song dann fernöstlich aus. Pine on the horizon bewegt sich dann weg von der Canterbury-Ecke hin zu richtigem Jazzrock. Das abschließende Wind words lässt das Album lyrisch, leicht kitschig und absolut jazzfrei ausklingen. Außer ein wenig Percussion gibt es hier kein Schlagzeug zu hören. Stattdessen ist der Song auf das Geigenspiel von Stomu Yamash'tas Ehefrau Hisako zugeschnitten.
Das Album kann vor allem mit seinen flockig groovenden Canterbury-Einlagen und der Spielfreude der Musiker überzeugen. Die kurzen, eingestreuten Fernost-Schnipsel wirken zwar etwas befremdlich, sorgen aber für den "Exoten-Touch", der vom Rest des Albums nicht ausgeht, da er fest in westlichen Traditionen verwurzelt ist. Und so sollte das Album allen Canterbury-Interessierten Freude bereiten.
| Anspieltipp(s): |
Rolling nuns |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
29.11.2008 |
| Letzte Änderung: |
30.11.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Stomu Yamashta
Zum Seitenanfang
|