SUCHE
Erweiterte Suche
NEUER LESESTOFF
Close to the Edge. How Yes's Masterpiece defined Prog Rock (20.11.2017)
ARCHIV
NEUE REZENSIONEN
21.11.2017
French TV - Operation: Mockingbird
Peter Hammill - From the Trees
Orpheus Nine - Transcendental Circus
20.11.2017
Jeffrey Biegel - Manhattan Intermezzo
Badger - One live Badger
Various Artists - AMIGA Electronics
19.11.2017
Taylor's Universe - Almost Perfected
Hans-Hasso Stamer - Digital Life
French TV - Ambassadors of Good Health and Clean Living
Cluster - Cluster & Farnbauer Live in Vienna
18.11.2017
Babils - The Joint Between
Reinhard Lakomy & Rainer Oleak - Zeiten
Deluge Grander - Oceanarium
Virgil & Steve Howe - Nexus
Sons of Apollo - Psychotic Symphony
Yurt - III - Molluskkepokk
17.11.2017
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
ARCHIV
STATISTIK
24099 Rezensionen zu 16468 Alben von 6403 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Gentle Giant

The Power And The Glory

(Siehe auch: Leitfaden "Britischer symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Klassischer Prog
Label: Vertigo
Durchschnittswertung: 12.5/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Gary Green Guitars
Kerry Minnear keyboards, cello, vocals
Derek Shulman vocals, saxes
Ray Shulman bass, violin, vocals
John Weathers drums, percussion, vocals

Tracklist

Disc 1
1. Proclamation 6:48
2. So Sincere 3:52
3. Aspirations 4:41
4. Playing the Game 6:46
5. Cogs in Cogs 3:08
6. No God's a Man 4:28
7. The Face 4:12
8. Valedictory 3:21
Gesamtlaufzeit37:16


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


"The Power And The Glory" ist wohl ein Konzept-Album über Macht und Korruption. Vielleicht liegt es am Konzept, dass auf diesem Album der Sound der Band eine spürbaren Wendung hin zum Harscheren, Schärferen machte, nicht im Sinne irgendwelchen Hardrocks, sondern in Sachen Instrumentierung, aber auch Interpretation. Überwiegend elektrische Instrumente kommen zum Einsatz. Zwar gibt es immer noch gelegentliche Ausflüge auf Saxes, Violinen, Xylophon, aber der Grundsound wird beherrscht von schneidener E-Gitarre, rockig-aggressiven Drums, Orgel und sehr viel E-Piano in allen Variationen, das auf den vorhergehenden "Gentle Giant"-Alben kaum eine so wichtige Rolle spielte. Aber die vielleicht weniger spektakuläre Instrumentation wird hier abgelöst von einem wahnsinnig dichten Ensemblesound. Die einzelnen Instrumente verschmelzen sehr gut miteinander, ohne dabei Matsch zu produzieren. Daher muß man oft genau hinhören, um die Feinheiten des Zusammenspiels, des Hin- und Herwerfens von Rhythmen und Riffs mitzubekommen.

Die Platte beginnt dem Konzept angemessen mit Geräuschen einer Massenveranstaltung und einer "Proclamation": 'I think everyone not as my nation for / you are my people and there must be no change. / It can change, it can stay the same / I can say, I can make my claim. /Hail ... Hail ... Hail. / Hail to Power and to Glory's way.' Musikalisch beginnt das Stück mit einem leicht zerissenen, typisch "Gentle Giant"-E-Piano-Riff, darüber Gesang, schließlich Baß und Schlagzeug, an den Textstellen 'Hail' immer wieder Jubel der Massen, so daß sich ein polyphones Geflecht aufbaut, das schnell abgelöst wird von treibenden Instrumentalstellen, über die am Ende ein immer drängenderes virtuoses Piano-Arpeggio gelegt wird. Die Intensität wird hochgeschraubt und löst sich auf in den dissonanten, gezogenen, bombastischen, kraftvollen Chorstellen "Hail to Power and to Glory's way", bis schließlich beginnend mit einem grummelnden E-Piano-Baß der Rhythmus vom Anfang aus kleinsten Bestandteilen in verschiedenen Instrumenten rekonstruiert und zusammengesetzt wird, bis alles im anonymen Massenjubel untergeht. Ein großartiger Anfang!

Das nachfolgende "So Sincere" ist vielleicht das seltsamste Stück der Platte: wieder zerissene, synkopisierte Riffs in Saxes und Violinen, darüber seltsame, verschlungene Gesangslinien, kontrastiert mit einem elektrischen Refrain, auch seltsam und abgedreht, aber mit klirrendem Baß und harscher Gitarre und Orgel-/Synthie-Sounds, danach ein maulendes Gitarrensolo mit fast atonalem, aber durchkomponiertem Klavier-Geplinge.

"Aspirations" dient nach dem anstrengenden Anfang als Erholungspunkt, ein fliessender, sehr melodischer, melancholischer Song, der wieder hauptsächlich auf dem E-Piano aufbaut, aber auch etwas akustische Gitarre bringt. Das ganze erinnert ein bisschen an "Think Of Me With Kindness" von "Octopus". "Playing The Game" ist wieder eine etwas ruhigere Nummer, die mit einem Xylophon-Rhythmus beginnt und in Baß, Xylophon, Begleitung und Gesang wieder ein typisches Geflecht aufbaut, später mit coolem dissonantem Orgel-Solo. Überhaupt zeigen sich auf dem ganzen Album "Gentle Giant" als Meister des Webens von Rhythmen und Klängen aus vielen kleinen Bestandteilen. Siehe "Cogs In Cogs", das mit einer in-your-face polyphonen Attacke à la "In A Glass House" beginnt und diesen Stil mit agressivem Gesang durchführt. Zu jedem Zeitpunkt passiert soviel, daß man mit dem Hören kaum nachkommt.

"No God's A Man" ist wieder etwas ruhiger und fließender mit McCartney-mäßigem Baß und mal nicht als Funk-Instrument eingesetztem Clavinet, dazu eng verwobener, polyphoner dreistimmiger Gesang und ein unerwarteter kurzer Blues-Ausflug. "The Face" bietet wieder ein aus vielen kleinen Bestandteilen zusammengesetzten, treibendes Hauptriff mit rockigem Rhythmus, jetzt typisch eingesetztes Clavinet, vor allem im fast jazzrockigen Violinen-Solo.

Die Platte endet mit einer düsteren, leicht uminstrumentierten Reprise von "Proclamation": "Valedictory" mit befehlenden, gekreischten Vocals "Things must stay, / there must be no change, / anyway, time to rearrange. / hail ..." und grandiosem Schluß in den dissonanten Chorvocals.

"The Power And The Glory" ist eine tolle, zwar düstere, harsche Platte, die dennoch viel Abwechslung bietet und vielleicht nicht so unmittelbar zugänglich ist wie "Octopus" oder "In A Glass House", aber wenn man intensiver reinhört sehr lohnenswert ist.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.5.2002
Letzte Änderung: 6.5.2002
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Zu diesem Album hat Piotre mal bemerkt:

"The Power and the Glory", für mich das beste GG-Album, einfach weil hier alles stimmt. Ein Konzeptalbum aus einem Guß. Die Thematik (Die Abründe der Macht) ist stimmig und stimmungsvoll umgesetzt. Vom Sound her absolut modern, auch heute noch, und seiner Zeit voraus. Auch hier brillieren GG wieder mit ihrem Konzept, alle Eskapaden zu gunsten der Geschlossenheit und Authentizität eines Gesamtkunstwerks unterzuordnen. Sehr gut tut auch der giantschen Soundweberei der kräftige, aggressive Schuß Rock der auf keiner anderen GG-Platte diese Härte erreicht.

Die Band schaft spielend den Spagat zwischen brilliantem Pop "Aspirations" bis hin zu dissonanten faszinierenden Prog "So sincere" und grast diese großzügig und weit angelegte Weide genüßlich ab. "Valedictory" kräftiger treibender Bombastrock ,"No god's a man" Pop mit Jazz- und Klassikeinflüssen sowie beeindruckenden mehrstimmigen Vocals, "Cogs in Cogs" absoluter Höhepunkt, schräg wie "So sincere" aber trotzdem ein klasse Rocksong, "The Face" mit wundervoller Geigenarbeit; überhaupt sind auf dieser Platte so viele kleine feine Perlen verborgen, daß sie nie langweilig wird und man sie immer wieder neu entdecken kann. Viele kleine, aber feine Soli auf verschiedensten Instrumenten, die einander umspielen - nicht umsonst wurden GG auch "das kleinste Kammerorchester der Welt" genannt.

GG haben das Zusammenspiel verschiedenster musikalischer Einflüsse (Klassik, Rock, Pop, Chorgesang, Jazz, Blues) in einer spielerischen und souveränen Weise kultiviert wie nur wenige andere Bands im Prog. Komplexität des Rythmus und Zusammenspiels sind einfach atembeaubend, aber nie übertrieben. Für mich gehören die Jungs in die oberste Reihe des Prog-Olymps. "Power and the Glory" gehört auf jeden Fall zu den Progmeilensteinen."

Dem kann ich mich nur anschließen.

Anspieltipp(s): Proclamation, Cogs in Cogs
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.3.2003
Letzte Änderung: 20.1.2005
Wertung: 14/15

Zum Seitenanfang

Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Anders als bei der soeben erschienenen „Three Piece Suite“, einer Sammlung von Songs der ersten 3 Alben die von Steven Wilson remastered wurden, hat der Kopf der (ehemaligen) Porcupine Tree hier 2014 die Gelegenheit gehabt ein komplettes Album als Masterband zu benutzen. Was bedeutet, dass bereits die Originalaufnahmen identisch klangen. Dieses Remaster verleiht dem Album jetzt einen wesentlich lebendigeren und vitaleren Klang. Im Gegensatz zu „TPS“, das bewusst immer noch nach den 70'ern klingt, hat er den Sand komplett weggefegt und die Aufnahme erstrahlt in einem völlig neuen Glanz. Klar ist die Art und Weise der benutzten Stilmittel immer noch in dieser Zeit ansässig, klanglich aber könnte die Scheibe heute morgen aufgenommen worden sein.

Wer Gentle Giant kennt der weiß, dass die Band unzählige Instrumente in ihrer Musik benutzte. Diese werden erstmals so wiedergegeben, dass der Hörer wirklich jede einzelne Note mitkriegt, teilweise sogar neue Entdeckungen wie z. Bsp. ein Triangel (?) im Hintergrund bei THE FACE. Die Musik erklingt rund und voll und die Transparenz ist wirklich beeindruckend.

Für Fans die Wert auf den besten Sound legen ein Muss.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.11.2017
Letzte Änderung: 9.11.2017
Wertung: keine Remaster, deshalb keine Bewertung (aber sicher eines der besseren Alben der Riesen)

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Gentle Giant

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Gentle Giant 10.20 5
1971 Acquiring The Taste 12.00 3
1972 Octopus 12.67 3
1972 Three Friends 11.50 4
1973 In A Glass House 13.00 1
1975 Free Hand 12.00 2
1976 Interview 9.50 2
1977 Live - Playing The Fool 14.33 3
1977 The Missing Piece 7.33 3
1978 Giant for a day 3.67 3
1980 Civilian 7.25 4
1994 In Concert 9.00 1
1996 Edge Of Twilight - 1
1996 The Last Steps 9.00 1
1997 Under Construction 11.00 1
1998 Live on the King Biscuit Flower Hour 13.00 1
1998 Out of the fire - The BBC Concerts 10.00 1
2000 Totally out of the woods-The BBC Sessions 12.00 1
2000 Live Rome 1974 11.00 1
2001 In'terview in concert - 1
2002 Endless Life 9.00 1
2002 artistically cryme 8.00 1
2003 Way of life - 1
2004 Scraping the Barrel - 1
2004 Giant on the Box (DVD) 12.50 4
2006 GG at the GG (DVD) 10.00 1
2009 King Alfred's College Winchester 1971 10.00 1
2009 Live in Stockholm '75 11.00 1
2014 Live at the Bicentennial 12.00 1
2017 Three Piece Suite - 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum