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24086 Rezensionen zu 16461 Alben von 6399 Bands.
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Nemo

Si Partie II - L'Homme Idéal

(Siehe auch: Leitfaden "Retroprog")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; HardRock; Neoprog; RetroProg
Label: Quadrifonic
Durchschnittswertung: 8.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

JP Louveton guitar, vocals
JB Itier drums, backing vocals
Guillaume Fontaine keyboards, vocals
Lionel B. Guichard bass, vocals

Gastmusiker

Sylvie Krauss vocals on "Reflets"

Tracklist

Disc 1
1. Introduction à la difference 5:35
2. Les enfants rois 2:44
3. Meme peau, meme destin 9:02
4. L'homme idéal (1) 4:36
5. Reflets 10:39
6. Decadanse 2:01
7. Un question de prix 6:34
8. Un question de temps 5:15
9. L'homme idéal (2) 4:20
10. Les visages du monde 5:42
Gesamtlaufzeit56:28


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


JP Louveton stand vor der sicherlich nicht leichten Aufgabe, nach einem Meisterwerk einen würdigen Nachfolger zu kreieren, der dazu noch der zweite Teil eines Konzepts sein sollte... dafür ging das mit "Si Partie II" sogar noch erstaunlich schnell. Und JP Louveton tritt sozusagen die Flucht nach vorne an. Nachdem Nemo vor allem auf den letzten beiden Studioalben mit den Prog-Klischees nur so gespielt hatten und diese auf respektlose Weise zu einem neuen Sound verwurstet hatten, gehen sie diesmal geradezu konventionell vor... aber siehe da: Es funktioniert erneut! Bei den letzten beiden Outputs der Franzosen – und das gilt insbesondere für "Si Partie I" – stand NeoProg nun wirklich nicht mehr im Zentrum des musikalischen Universums... das muss man angesichts von "Si Partie II" fast wieder in Richtung "stand" korrigieren. Louveton (und Keyboarder Fontaine, der zumindest an der Geschichte mitgewirkt hat und auch den einen oder anderen Song mitkomponiert hat) kreiert eine nicht ganz einstündige Suite, deren Einzelsongs so elegant ineinander übergehen, dass man sie gar nicht wahr nimmt. Dennoch können die längeren Titel und natürlich auch das fetzige "Les enfants rois" (welches ja vorab als Single veröffentlicht wurde bzw. werden sollte, siehe meine Rezi ebenda) auch einzeln bestehen und sind auch einzeln anwählbar, wenn man mal nicht das ganze Album hören will. Es ist aber empfehlenswert, sich immer für das gesamte Werk Zeit zu nehmen, denn so wirkt es halt einfach besser.

Nachdem sanft von "Si Partie I" übergeblendet wird (man hört die verklingenden Gitarren vom Ende des Albums, damit erklärt sich auch das etwas abrupte Ende von Teil 1), beginnt nach einer Barszene mit "Les enfants rois" der zweite Teil. Die 'Königskinder' - ein typischer Nemo-Fetzer - könnten so allerdings auch im ersten Teil beheimatet sein... ein floydiger Beginn von "Meme peau, meme destin" leitet in den wirklichen zweiten Part über, der sehr viel ruhiger, atmospärischer, symphonischer, chansonhafter (im Sinne von erzählerischer) daherkommt. Vielleicht sind sie damit so nah an Louvetons Vorbild Ange dran, wie noch nie. Louveton bedient sich nicht selten bluesigen Gitarrenthemen und schwelgt darüberhinaus in seiner Vorliebe für 70er Jahre HardRock (Ritchie Blackmore ist ein großes Vorbild von ihm). Daher gibt es auch kaum noch metallisches Geriffe, sehr wohl aber den einen oder anderen heftigen Gitarrenpart. Keyboarder Fontaine weiß den so gewonnenen Raum geschmackvoll zu nutzen und setzt geschickt seine Akzente mit überwiegend 'echt' klingenden Tasteninstrumenten, wenig Dudidu-Plastik-Klänge hier. Die Herren Itier und Guichard legen wie immer einen soliden Rhythmusteppich, auf dem sich die Musik entwickeln kann. Kleine jazzige Ausflüge, gerade von Fontaine mit seinen Keys, und Gimmicks wie flamencoartige Einlagen sorgen für die notwendige Auflockerung, damit aus Emotionalität und Atmosphäre nicht plötzlich Kitsch und Langeweile wird.

Ein neues Meisterwerk ist es vielleicht nicht, aber ein Album von ganz eigenem Charme, welches Nemo hier vorlegen. Damit dürfte sich die Geschichte dieser außergewöhnlichen Band fortsetzen (wenn das mit dem kommerziellen Erfolg auch klappt, die Anzahl der Vorbesteller (in Nemo-Tradition wieder alle im Booklet verewigt) war eher überschaubar...) und man darf gespannt sein, wie. Bis dahin genießen wir noch ein paar Mal dieses gelungene Sequel.

Anspieltipp(s): ich finde, nur durchhören bringts
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.1.2007
Letzte Änderung: 20.3.2013
Wertung: 11/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 3)


Als ich diese CD mit nervösen Händen auspackte, fiel mir nebenbei auf, wie lange ich schon keine CD mehr mit nervösen Händen ausgepackt hatte: zu selten kam es in den letzten Jahren vor, dass ich so richtig gespannt auf was Neues war. Schön, dass wenigstens Nemo mal wieder meiner alten Prog-Sucht-Neigung entgegenkommen (dabei kennen die mich gar nicht ;-)).

Schon beim ersten Hördurchgang kam mir der Gedanke, dass sich der zweite Track wunderbar als Single eignen würde; da wusste ich noch nicht, dass er bereits als Single erschienen war ... Tja, das ist noch mein Ohr der alten Zeiten; damals in den 70ern und 80ern waren Single-Titel auch oft an zweiter Album-Position gewesen (und hatten sich auch immer auffallend zugänglich angehört). Aber ich bin schon erstaunt, dass mein flüchtiger Gedanke hier sogar zutrifft – Longtrack-Husaren wie Nemo hätte ich Singles kaum zugetraut...

Das Album insgesamt beginnt natürlich mit der Einleitung dessen, was auf dem Vorgänger-Album ausgeblendet worden ist, aber die klangliche Fortsetzung wird ihrerseits auch bald wieder ausgeblendet: mit einem Geplauder-Übergang geht's in das neue Konzept. Und dann hört man Nemo, wie man sich Nemo mittlerweile vorstellt. Und an der Stelle liegt für mich denn auch schon das Problem – ein kleines fürwahr, aber trotzdem:

Dieses Album ist gut, das ist gar keine Frage. Angesichts der Qualitäts-Höhe, die diese Band erreicht hat, traue ich ihr auch kein schwaches Album mehr zu. Aber dennoch bleibt es m.E. hinter seinem Vorgänger etwas zurück: der Sound und seine Strukturen sind inzwischen doch recht vorhersehbar geworden, wie ich bei allem Respekt doch mal vorsichtig anmerken möchte. Außerdem finde ich, dass Nemos Musik schon immer hart an der Grenze des wenig Einprägsamen gewesen ist: so toll das immer war, wenn man es hörte – hinterher war es (zumindest bei mir) immer auch schnell wieder weg. Das typische Nemo-Syndrom bei mir sieht so aus: ich sehe eins ihrer Alben in meiner Sammlung und denke: "Ach so das, ja, das war doch so gut!", aber ich weiß schon nicht mehr, wie gut es eigentlich im Detail war. Dann lege ich es ein und erinnere mich sofort ... "Klar, das war wirklich gut". Die "SI Partie I" war in dieser Richtung einen Schritt weiter gekommen, das ist bisher das einzige Nemo-Album, das sich so richtig in meine Gehörgänge eingeprägt hat. Und eben das kann ich vom neuen, zweiten Teil nicht behaupten (von dem Single-Song natürlich mal abgesehen...;-)): ich horche beim Hören zwar immer wieder auf – auch exakt an den Stellen, die meine Vorrezensenten erwähnt haben –, aber ich ahne schon, dass diese Aufhorcher vielleicht keinen lange bleibenden Eindruck hinterlassen werden.

Andererseits: Leute, wir reden hier über Nemo! Das heißt, wir reden über eine der besten Neoprogbands unserer Zeit – da sind kleinliche Meckereien natürlich nicht allzu ernst zu nehmen. Da können wir denken, was wir wollen: spätestens im vierten Track, wenn's jazzig wird, haben sie uns ja doch wieder. Und deshalb sei diese Rezi auch nur so zu verstehen, dass derjenige, der nach der ersten Runde der "SI Partie" dachte, er hätte genug von dem Spiel-Stil, beim zweiten Teil ruhig aus der Kartenrunde aussteigen kann. Wer natürlich Glücksspiele dieser Art mag (wie ich), wird seinen Einsatz nicht bereuen.

Anspieltipp(s): Ich entdecke zurzeit noch bei fast jedem Durchlauf einen neuen vorübergehenden Favoriten; gerade ist es der siebte Track, der wirkt auf mich wie eine leicht dissonante Parodie auf französische Chansons...
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.1.2007
Letzte Änderung: 20.3.2013
Wertung: 10/15
Ich bleibe bewusst einen Punkt hinter meinen Vor-Rezensenten, weil meine eitle Sucht nach später (wenn auch frühkindlicher) Prog-Prägung von diesem Album nicht ganz befriedigt wird.

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 3 von 3)


Soll ich einmal kurz erwähnen, was ich am Prog so liebe? Lange, instrumental-ausschweifende Teile. Keyboards-Synthesizer-Moogs-Mellotrons in all ihren Klangfarben. Epische Kompositionen mit langen Melodiebögen und schrägen Einbrüchen. Krumme Drum-Takte. Hymnisch-symphonisch-bombastische Werke. Was davon auf dem vorliegenden Album ist? Gar nix!

NEMO ist eine französische Prog-Band, die hier immerhin schon ihr fünftes Album vorlegt. Der Vorgänger "Si Partie I" erschien 2006. Der zweite Teil ihres Werkes über genetische Manipulationen beginnt mitten im Song, um nach 'ner knappen halben Minute erstmal in Gesprächsfetzen zu münden, wie man sie als Hintergrundgeräusche in Bars kennt. Ich habe mir sagen lassen, Album "Si Partie I" wird abrupt ausgeblendet und darum geht es hier genauso abrupt am Anfang weiter, um den Faden der Geschichte wieder aufzunehmen. Nette Idee für Fans.

So abrupt, schroff und unelegant begegnet mir aber das ganze Album. Zum Beispiel dienen meine geliebten Keyboardklänge zumeist nur als Übergang ins nächste Stück (das ganze Album geht nahtlos ineinander über). Und wenn Tastenmann Guillaume Fontaine dann doch mal in den Vordergrund darf, dann nur mit dem Piano. Dafür gibt's Gitarre, Gitarre, Gitarre. JP Louveton darf sich hier austoben, darf funken, rocken, hardrocken, nervig solieren und ist mir überhaupt viel zu oft und viel zu sehr vorne im Klangbild zu vernehmen. Seine verwendeten Sounds sind mir nämlich alles andere als angenehm, weder bei den Riffs, geschweige bei seinen Soli.

Es hat durchaus gute Stellen auf dem Werk, doch dreifach soviele hochnervende Anteile. Ich würde es sogar kaum als Prog ansehen, eher als verspielten Hardrock mit melancholischen Einschüben. Derartige Klänge überwiegen hier eindeutig. Dazu kommt die eher weinerlich-hohe Stimme des Sängers, dessen Klangfärbung mir ebenfalls nicht taugt. Nun, da bleibt nicht viel mehr übrig. Die Info zum Album meint übrigens, dies wäre das powervollste, melodischste, forschendste und in seiner Produktion klarste Album der Band. Na danke, sag ich nur.

Ich will das hier nicht wirklich gänzlich in Grund und Boden stampfen, aber "Si Partie II – L'homme idéal" ist für mich trotz seiner oberflächlich abwechselnden Gestaltung zwischen Laut und Leise ein Vorbeiläufer. Dreimal gehört und nix Gutes hängengeblieben. Vorbeiplätscher-Prog ohne Hooks, mit enervierenden Tendenzen. Dazu, für mich passend, das lächerliche als Computergrafik erstellte Cover, das wie aus einem Billig-PC-Spiel entnommen wirkt. Auch das erinnert mich in seiner "subtilen Tiefe" eher an ähnlich geschmackvolle Kunstwerke diverser Hard & Heavy Bands.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.3.2007
Letzte Änderung: 20.3.2013
Wertung: 5/15

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