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Bruford

Feels Good To Me

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: instrumental; Canterbury; Jazzrock / Fusion
Label:
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bill Bruford drums and percussion
Dave Stewart keyboards
Allan Holdsworth guitar
Jeff Berlin bass

Gastmusiker

Annette Peacock vocals
Kenny Wheeler flugelhorn
John Goodsall guitar

Tracklist

Disc 1
1. Beelzebub 3:22
2. Back To The Beginning 7:25
3. Seems Like A Lifetime Ago (Part One) 2:31
4. Seems Like A Lifetime Ago (Part Two) 4:29
5. Sample And Hold 5:12
6. Feels Good To Me 3:35
7. Either End Of August 5:24
8. If You Can't Stand The Heat... 3:26
9. Springtime In Siberia 2:44
10. Adios A La Pasada (Goodbye To The Past) 8:41
Gesamtlaufzeit46:49


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


Nach der Auflösung von King Crimson und kurzen Session-Jobs bei Genesis, Gong und National Health und kleineren Gastauftritten auf Alben anderer Künstler gründete der Schlagzeuger Bill Bruford 1977 seine eigene Band, die nach ihm benannt wurde: "Bruford". Mit von der Partie illustre Namen: Dave Stewart, Canterbury-Keyboarder extra ordinaire (Egg, Hatfield and the North, National Health), Gitarrenvirtuose Allan Holdsworth (Gong, Soft Machine, Lifetime) und der junge Bassist Jeff Berlin.

Das erste Album ("Feels Good To Me") besteht ausschließlich aus Kompositionen Brufords, mit leichter Unterstützung durch Stewart. Dies ist relativ erstaunlich, da Bruford in keiner seiner vorigen Bands, also weder Yes noch King Crimson als Komponist besonders aufgefallen ist. Die 10 Songs schwanken zwischem schlankem Jazzrock mit vertrackten Linien und Canterbury-infiziertem (siehe z.B. das Titelstück) fließenden Prog mit einem sehr hellen Grundsound. Es gibt weder besonders rockige (das liegt wohl im wesentlichen daran, daß die Gitarre fast nur als Melodieinstrument benutzt wird) noch herausragend bombastische - obwohl "Adios A La Pasada" ein durchaus hymnisches Ende hat - noch sehr schräge Passagen, obschon die ein oder andere Melodielinie nicht unbedingt als besonders eingängig bezeichnet werden kann und einige sehr spannende Akkordfolgen aufgebaut werden, die dann meist in einem Gitarrensolo münden. Es gibt natürlich viele krumme und vertrackte Rhythmen, aber auch straightere Stellen und meist werden bewegtere, herktische Songs mit nachfolgenden ruhigeren, balladesken Stücken kontrastiert.

Überhaupt fällt auf, daß das Album kein bißchen nach einem Drummer-Solo-Album klingt; z.B. gibt es kein einziges Schlagzeugsolo... Bruford Spiel ist immer schlank und kompositionsdienlich und lebt vor allem von der differenzierten Beckenarbeit und seinem schon legendären hellen Snare-Sound. Weiterhin leben vor allem die bewegteren Stücke mit oft hektischen, zerrissenen Melodielinien von Brufords Arbeit an Vibraphon und Xylophon, die die Linien zusammen mit Keyboards oder Gitarre doppeln. Stewart bedient hauptsächlich E-Piano und Polymoog-Synthie, dazu ein bißchen Klavier und Orgel, aber lange nicht so viel wie in seinen früheren Projekten. Holdsworth ist praktisch nur für Melodielinien und rasend schnelle, vertracke jazzige Frickel-Soli zuständig. Auf die Dauer klingen diese etwas gleich, aber es ist schon toll, wie fließend und sauber sein Sound ist. Die Akkord-Arbeit liegt im wesentlichen in Stewarts Händen; an den wenigen Stellen, an denen ein bißchen Rhythmusgitarre vorkommt, übernimmt diese John Goodsall, bekannt von Phil Collins' Jazzrock-Projekt "Brand X". Jeff Berlins Baßarbeit ist durchgängig hervorragend und ein Quell der Freude. Ein irgendwie elastischer Sound, dazu flinke Finger, trotzdem genug Fundament: Erinnerungen an Jaco Pastorius werden wach, und das will ja schon was heißen.

Zwei weitere Gastmusiker fehlen in der Liste oben noch: Kenny Wheeler am Flügelhorn sorgt in ein zwei balladeskeren Stücken für jazzige Bläsertupfer. Dazu noch die 'Sängerin' Annette Peacock, die "Back To The Beginning", Seems Like A Lifetime Ago" und "Adios A La Pasada" fast versaut. Ich weiß nicht genau, was Bruford an der Frau fand, aber mich nervt ihr schleifender, mehr deklamierender als melodischer, unsauberer Sprechgesang ungemein, der dazu noch - hauptsächlich in "Back To The Beginning" - unglaublich in den Vordergrund gemixt ist.

Insgesamt ist "Feels Good To Me" ein durchaus erfreuliches, unerwartet jazziges Debut-Album, das jedem Freund von fließendem, proggigem Jazzrock uneingeschränkt zu empfehlen wäre, wenn nicht Annette Peacocks Gesang wäre. Aber wer sich mit den drei Stücken arrangieren kann, auf denen sie erscheint, ist gut bedient.

Anspieltipp(s): Beelzebub, If You Can't Stand The Heat...
Vergleichbar mit: UK
Veröffentlicht am: 11.4.2002
Letzte Änderung: 11.4.2002
Wertung: 10/15
ohne Gesang 11-12

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Bruford

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 One Of A Kind 11.00 1
1979 The Bruford Tapes 11.00 1
1980 Gradually Going Tornado 8.00 1
2006 Rock Goes To College (DVD) 11.00 1

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