The Sum of no Evil
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Inside/Out |
| Durchschnittswertung: |
9.4/15 (5 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Roine Stolt |
vocal, electric & acoustic guitars, additional keyboards |
| Hasse Fröberg |
vocal, guitar |
| Tomas Bodin |
hammond, minimoog, grand piano, rhodes, wurlitzer, synth, mellotron |
| Jonas Reingold |
bass |
|
| Zoltan Csörsz |
drums |
| Hasse Bruniusson |
marimba, glockenspiel, percussion |
| Ulf Wallander |
soprano sax |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
One More Time
|
13:04
|
| 2. |
Love is the Only Answer
|
24:28
|
| 3. |
Trading My Soul
|
6:25
|
| 4. |
The Sum of No Reason
|
13:25
|
| 5. |
Flight 999 Brimstone Air
|
5:00
|
| 6. |
Life in Motion
|
12:33
|
| Gesamtlaufzeit | 74:55 |
|
| Disc 2 |
| 1. |
The River
|
5:40
|
| 2. |
Turn The Stone
|
5:05
|
| 3. |
Regal Divers
|
6:02
|
| 4. |
Love Is The Only Answer
|
10:47
|
| 5. |
Bonusviews
|
10:12
|
| Gesamtlaufzeit | 37:46 |
|
Rezensionen

Von einer Band ständige Innovation zu verlangen, ist oft eine fadenscheinige Forderung. Jeder will schließlich irgendwann mal Bewährtes genießen. Nur frisch zubereitet sollte die musikalische Lieblingsspeise sein - wo sich die Maden und Würmer tummeln, macht auch das beste Rezept keinen Spaß mehr.
Bei den Flower Kings und ihrem Chef Roine Stolt war in den letzten Jahren ziemlich häufig der Wurm drin. Und so richtig frisch ist auch die neue CD "The sum of no evil" nicht. Stolt versucht mal wieder alle Register des klassischen Progs zu ziehen, aber das funktioniert nur eingeschränkt: Die ca. 13 Minuten lange Eröffnungsnummer "One more time" ist zwar ganz ansprechend geworden und kreist dabei auch einigermaßen dicht um ihren musikalischen Kern. Aber schon das folgende 25-Minuten-Stück "Love ist the only answer" enthält außer ein paar hübschen Instrumentalpassagen wenig Interessantes. Stolt bremst die Musik mit seinen pathetischen, meist langsamen und oft zähen Gesangsmelodien ständig wieder aus. Und warum ausgerechnet dieses und nicht irgendein anderes Stück auf der CD 25 Minuten dauert, bleibt unerfindlich. An der kompositorischen Logik liegt es jedenfalls nicht.
Stück Nummer 3 ist eine Belanglosigkeit, dicht gefolgt von dem eigentlichen und einzigen echten Highlight des Albums - "The sum of no reason". Auch den kann man schlecht als "neuartig" bezeichnen. Aber einigermaßen frisch wirkt er, und zwar deshalb, weil endlich mal richtig was los ist. Simple Bratzakkorde paaren sich dabei mit allerlei leicht angeschrägten Klängen und Rhythmuswechseln, der Gesang wird kurzzeitig geradezu flott (und zudem sogar etwas zappaisch), die Musik wirkt insgesamt packender als zuvor - und siehe da: Schon lässt einen die Frage, wie überholt Retroprog denn eigentlich ist, wieder völlig kalt. Spaß stimmt eben nicht bedenklich.
Etwas von diesem Spaß nimmt man noch in den unmittelbar folgenden Instrumentaltrack mit, auf dem sich insbesondere das Schlagzeug richtig austoben kann, was es auch mit Bravour tut. Aber der abschließende Track Nummer 6 klingt mit seiner abgedroschenen Melodik wieder wie aus faden Resten zusammengerührt, die wenig zur pathetischen Pose des Kochs passen. Weshalb sich zum Schluss auch eher wieder Magengrummeln breit macht.
Fazit: Dies ist eine der besseren Flowerkingsplatten aus jüngerer Zeit. Aber nur etwa eine halbe Stunde der insgesamt 75 Minuten Spielzeit kann überzeugen. Womit das Hauptübel des Retroprogs im allgemeinen und der Flower Kings im besonderen erneut benannt ist: die Überproduktion.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
17.9.2007 |
| Letzte Änderung: |
10.9.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Ich dachte ja nicht, dass ich nochmal eine Flowerkingsplatte rezensieren würde. Doch wie es oft so ist, fällt einem dann doch wieder eine in die Hände und was dazu ein, und dann nimmt man eben wieder Tastatur und Bildschirm zur Hand.
Ralf schreibt, die Flower Kings machen das, was sie immer machen. Richtig. Bzw. - nicht ganz. Es gibt ein Flowerkings-Album, das zwar nicht als Ganzes aus dem Rahmen fällt, aber dennoch Stücke enthält, die es tun, klar, die Rede ist von "Unfold the Future". Und für mich definiert sich mittlerweile die Qualität eines Flower Kings-Albums über den Abstand zu "Unfold" - weil weiterentwickeln sich die Band eh nie wird. Dass ich damit nicht alleine bin, zeigen mittlerweile mehrere online-Polls, in denen dieses Album immer wieder zum Lieblingsalbum dieser Band gewählt wird.
Die Frage ist also: Klingt "The Sum of no Evil" (ist das eigentlich grammatisch korrekt?) wie "Unfold" oder wie der Rest? Nun: mit einer Ausnahme, Letzteres. Wenn man das Album durchhört, fallen einem zunächst die Ähnlichkeiten mit dem "Rest" ins Ohr - und wie sollte es auch anders sein. Da ist Stolts Talent zu im Ansatz guten Melodien, gepaart mit seiner Unfähigkeit, ihnen einen Zug in die Folgerichtigkeit zu geben (etwas, das im direkten Vergleich mit Neal Morse bei Transatlantic besonders negativ auffiel, siehe die Demoveröffentlichungen dieser Band). Da ist die ständige Frage (schon gleich beim Einsteiger "One more Time"), warum es musikalisch gerade so und nicht anders weitergeht - Ralf hat das in seinem zweiten Absatz schon angesprochen und von "zusammengerührt" gesprochen. (Die große Ausnahme von dieser Flower-Kings-Regel, "The Truth will set you free", war aus demselben Grund gut wie Yes' "Awaken": Wie jenes auf drei basiert dieses auf sieben Tönen, die immer wieder variiert werden, und das gibt dem Stück eine Form, eine Klarheit und eine Einheitlichkeit, die Flower-Kings-Stücke normalerweise vermissen lassen.) Was mir bei den gleichgebliebenen Elementen dann allerdings gut gefällt, sind die zahlreichen Anspielungen auf frühere Alben, wie etwa der Textschnipsel "the Truth will set you free", den man, ich weiß nicht, wo genau, zwischendurch aufschnappt, oder das musikalische Zitat aus "There is more to this World" in "The Sum of no Reason". Ähnliche Zitatfreude zeigten die Kings schon auf "Stardust", in dessen Texten ständig Yes-Titel zitiert wurden. Das hat mir damals schon Spaß gemacht. Außerdem setzen die Kings ihre Schwefel-Mythologie mit schönen "Flight 999 Brimstone Air", das ich für einen Höhepunkt des Albums halte, fort. Der Song ist, obwohl "Fortsetzung", der oben bereits angesprochene Link zu "Unfold", deshalb gefällt er mir. Abwechslungsreich, frei, teilweise gar schräg, und vom unbändigen Gedrumme eines Zoltan Csörsz (ohne Zweifel der beste Flower-Kings-Schlagzeuger) vorangetrieben.
Neu? Nein, neu ist hier nichts. Und ich denke, das ist es, was vielleicht das Interesse an Bands wie den Flower Kings nach ein paar Jahren abflauen lässt. Keine Ahnung, ob ich richtig liege, aber ich lese Werbezettelsätze wie "Auf "The Sum of no Evil" besinnen sich die Flower Kings deutlich auf ihre Stärken und geben sich weniger experimentierfreudig" immer auch als "Leute, keine Angst, das Album enhält keinen experimentellen kram und keinen Jazz, also kauft bitte mehr Exemplare als beim letzten Mal". Das haben Flower-Kings-Alben allerdings nie, weshalb der Werbespruch auch totaler Käse ist. Dahinter steckt wohl die angebliche Angst des Progfans vor dem Jazz. Und ich habe keine Ahnung, ob es die tatsächlich gibt. Jedenfalls sagt offenbar irgendwer den Kings, dass sie immer dasselbe machen müssen, damit es immer schön Retro, schön nach den 70er-Bands klingt. Aber was ist denn eigentlich das Tolle an den klassischen Bands der Siebziger? Ist es nicht auch das, dass ihre Bandgeschichte immer eine Geschichte war? Mit Musikerwechseln, die immer auch einen Stilwechsel bedeuteten? Mit echten Veränderungen von Album zu Album? Das war doch spannend! Was das für ein Aufruhr, als Wakeman, Gabriel oder Wyatt gingen! Nun versuche man mal, eine Bandgeschichte der Flower-Kings zu schreiben. Oder eine Stilgeschichte... Schade, oder?
| Anspieltipp(s): |
"Flight 999 Brimstone Air" (Spaß!), "Love is the Only Answer" (eher für "Garden of Dreams"-Fans) |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
11.10.2007 |
| Letzte Änderung: |
16.11.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Das überraschendste und vielversprechendste des neuen FlowerKings-Werkes gleich vorneweg: Zoltan Csörsz ist wieder mit an Bord. Überraschend deshalb, weil man vor zwei Jahren offenbar der Meinung war, er sei trotz seiner Fähigkeiten nicht der richtige Mann für die "komplexe" Musik der FlowerKings.
"Zoltan Csorsz is no longer drumming for FlowerKings. After months of discussions, anguish and hard thinking the band have decided that Zoltan is, despite his obvious skills and virtuosity, not the drummer the Flowerkings complex music require. Zoltan is in many ways a master or even monster of grooves and improvisation and a man who lives in the present with a strong passion and presentation in what is happening "now", musically speaking. His chops are top notch and anyone who have seen the man in action knows he's one of the most expressive and passionate drummers around, we will all miss that part. However, the direction that the FK music goes does not 100% fit Zoltans ways of musical expression and the drummerposition is very, very critical for such a large scale project. This may all sound VERY strange or even impossible to believe for some of you, but trust me, things will improve and just trust the power of the music itself."
Hört sich wirklich strange an. Ich habe sowohl Zoltan als auch Marcus live spielen sehen und sage, ohne Marcus zu nahe treten zu wollen, "das ist ein Klassenunterschied". Egal. Es war wie es war und es ist wie es ist.
Vielversprechend deshalb, weil das bisher grösste Album der FlowerKings Unfold the Future mit Csörsz eingespielt wurde. Ich hoffe sehr, dass er weiterhin dabei bleibt und zusammen mit Jonas der Musik seinen Stempel aufdrückt. Wenn dann Roine noch auf die Polls Rücksicht nimmt, dass Unfold das beliebteste Album ist, dann dürfte einem grösseren Wurf nach Jahren des Wartens eigentlich nichts mehr im Wege stehen.
Ich hätte es nicht treffender formulieren können als Nik. Mir geht es genauso: jedes neue FlowerKings Album definiert sich über den Abstand zum Monolithen des Jahres 2002.
Zu The Sum Of No Evil kann ich eigentlich nicht viel mehr erzählen, als ich schon zu Paradox Hotel geschrieben habe. Die Band musiziert auf hohem Niveau, die Kompositionen sind mal besser, mal weniger prickelnd, aber alles in allem gut und unterm Strich geht die Rechnung für mich wieder auf und das Album wird einige Zeit in meinem Player rotieren dürfen.
Einzige Kritikpunkte: Hasses Gekreische geht mir gelegentlich und immer öfter auf den Senkel. Und lahme Nummern wie "Trading My Soul" könnten sich die Blumenkönige wirklich langsam schenken. Wer will die wirklich hören?
Also: kaufen und darauf warten, dass sich 2008 die "Zukunft entfaltet".
| Anspieltipp(s): |
One More Time |
| Vergleichbar mit: |
vielem der Flower Kings |
|
| Veröffentlicht am: |
11.10.2007 |
| Letzte Änderung: |
13.10.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Zehn Jahre nach "Stardust We Are" sind die Blumenkönige wieder mit einem Album am Start, welches, wenn es direkt nach "Stardust..." erschienen wäre, ein weiteres hochgelobtes Meisterwerk hätte sein können. Nun gab es inzwischen Werke wie "Space Revolver" und vor allem "Unfold The Future", die die wahre Leistungsfähigkeit der Flower Kings gezeigt haben und daran muss sich halt ein Album wie "The Sum Of No Evil" messen lassen. Und hier ist immerhin die komplette "Unfold"-Mannschaft (minus Gildenlöw, okay) vertreten.
Um die aktuelle Musik der Flower Kings verstehen zu können, muss man vermutlich Roine Stolt verstehen können. Leider scheint Stolt einen ziemlichen Minderwertigkeitskomplex zu pflegen. "Love" hätte das Album heißen sollen und nur weil eine britische Band, die schon lange Geschichte ist, bald ein Jahr vorher ein Retortenalbum gleichen Namens veröffentlicht, macht Roine Stolt einen Rückzieher und sucht einen neuen Namen. "The Sum Of No Evil" heißt ja im Prinzip das Gleiche, und ist in seiner Aussage noch stärker, lautet die peinliche Selbsttäuschung. Wer so denkt und handelt, zeigt sich deutlich risikoavers (und "Unfold..." war sicherlich ein Risiko) und so steuert Roine Stolt die Flower Kings konsequent vorwärts zurück. Da tangieren ihn anscheinend auch irgendwelche Umfragen nicht... Er hält den sinfonischen, melodischen, ausladenden Progressive Rock alter Prägung für den Weisheit letzten Schluss und die Domäne der Flower Kings. Gut, zumindest die euphorischen Reaktionen auf der Flower Kings-Mailingliste geben ihm wohl letztlich recht (Es sei allerdings nicht verschwiegen, dass die Reaktionen auf "Paradox Hotel" ganz ähnlich waren).
Auf "The Sum Of No Evil" schwelgen die Flower Kings also in ausladenden Melodiebögen, klassischen Vintage-Retro-Tastenklängen, typischen Stoltschen Gitarrensoli, hie und da mit einem leichten Bluestouch, und dem Wechsel zwischen Fröbergs Poser-Gesang und den eher lakonischen Beiträgen Stolts. Es gibt die typischen Wechsel zwischen vertrackten, dynamischen Instrumentalpasasagen und hymnischem Gesang, gerade im Longtrack "Love Is The Only Answer". Das ist Qualität wie immer, da gibt es mitreißende Instrumentalpassagen wie immer und es gibt auch belanglose Ausfälle wie immer. In diesem Fall übernimmt das poppige, langweilige "Trading My Soul" die Rolle des Ausfalls des Albums. Das alles ist also Flower Kings-Fanfutter vom Feinsten, wie immer, und wer das nicht mehr hören kann oder mag, der wird dem Album nicht glücklich werden. Ich finde es insgesamt eine Spur besser als "Paradox Hotel", weil ich die sinfonisch-bombastische Seite der Blumenkönige schon immer geliebt habe und wenn in "Life In Motion" gegen Ende zum Bombast-Finale mit Anklängen an "Stardust We Are" ausgeholt wird, dann sorgt das immer noch für wohlige Rückenschauer. Dazwischen geben die Flower Kings in "The Sum Of No Reason", als Einzelsong ein echter Kings-Klassiker, und im leicht schrägen Instrumental "Flight 999 Brimstone" sogar richtig Gas und drehen nett am Rad. Vor allem Gast-Marimba-Spieler Bruniusson hält sich nicht so ganz an die Stoltschen Vorgaben und bringt einige zappaeske, 'subversive' Percussioneinlagen dar.
Da unser "Verpackungs"-Rezensent Nik diesmal diesen Aspekt nicht gewürdigt hat, noch ein paar Worte zur 'Limited Edition'. Die kommt mit dem gleichen liebevollen Artwork, die Fisch-Bully ist einfach sympathisch, als zweifach aufklappbares Digipak. Da gibt es noch mehr Artwork und ein dickes Booklet. Und neben dem Album noch eine Bonusdisk (also wieder zwei Untersetzer, wenn man schon sonst nichts damit anfangen will). Auf der Bonusdisk finden sich mit "The River" und "Regal Divers" zwei nette Flower Kings-Sinfo-Rocker und mit "Turn The Scene" ein flotter Abgeh-Rocker, der statt "Trading My Soul" aufs Album gehört hätte. In zwei Videos kann man die Blumenkönige bei der Studioarbeit beobachten und die üblichen Lob-Kommentare zum neuen Album hören. Sicherlich ein netter Bonus für Fans.
Ein weiterer Aktivposten auf "The Sum Of No Evil" ist das kraftvolle, verspielte, groovende Drumming von Rückkehrer Zoltan Csörsz. Zu diesem Material passt er schon viel besser als Marcus Liliequist, was sich unter anderem im zweiten Bonusvideo der Bonusdisk bestaunen läßt, wenn wir bei einem Take von "Turn The Stone" nur die Drumsequenzen sehen und hören. Zoltan geht ab wie ein Zäpfchen. Für alle Csörsz-Fans sei aber gesagt: Das Gastspiel ist schon wieder Geschichte. Auf der kommenden Tour schwingt allerdings kein geringerer als Pat Mastelotto die Stöcke bei den Flower Kings. Das könnte sicherlich auch richtig spannend werden.
Fazit: Mit "The Sum Of No Evil" legen die Flower Kings ein weiteres gutklassiges Album vor. Bleiben aber leider unter den vor allem Aufgrund von "Unfold The Future" vermuteten Qualitäten. Das ist irgendwie gut und doch auch Schade zugleich. Große Begeisterungsstürme bleiben also aus (obwohl wer weiß, welche Rezis hier noch kommen), aber Zufriedenheit stellt sich doch ein.
| Anspieltipp(s): |
The Sum Of No Reason |
| Vergleichbar mit: |
"Retropolis", "Stardust We Are" |
|
| Veröffentlicht am: |
13.10.2007 |
| Letzte Änderung: |
22.4.2013 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

The Sum of No Evil ist - gemessen am Retroproggehalt - eins der besseren Flower Kings-Alben. An allen Ecken und Enden riecht es nach Yes und Genesis und Selbstzitaten. Die Stimmung des Albums ist dabei durch den Titel gut markiert und damit ähnlich wie immer - Love & Peace - nur diesmal nicht so mainstreamig ausgeführt wie bei Paradox Hotel etwa. Aber auch nicht so witzig wie bei Adam & Eve. Und vergleicht man The Sum of No Evil etwa mit einem späten Klassiker der Band wie Space Revolver, lässt sich feststellen, dass die Schweden deutlich professioneller geworden sind.
Spannend ist das, was Roine Stolt und Mannen bieten, dabei nicht unbedingt, aber es geht dem Retroproggie gut ein, v.a. in den Instrumentalpassagen. Hier wird auch schon mal beiläufig etwas Jazzrock eingebaut (Love is the only answer), aber nicht so plakativ wie bei Unfold the Future. Ansonsten sind musikalische Überraschungen eher rar gesät. Bei den ausladenden Kompositionen wird der Flower Kings-Fan dafür mit bewährter Kost versorgt. Wobei mit Flight 999 Brimstone Air immerhin eine kleine musikalische Überraschung dabei ist. Zentraler Schwachpunkt wie so oft sind die langwierigen Gesangsmelodien, die zwar vor FlowerPower-Happiness nur so triefen, aber doch keine memorablen Melodien bieten.
Weil The Sum of No Evil insgesamt keine Weiterentwicklung darstellt, könnte man nun die gelbe Karte ziehen (oder doch schon die Rote?). Insgesamt ist The Sum of No Evil aber für sich genommen ein schönes, reifes, enttäuschungsfestes Album für den Retroproggie geworden, der gerne alle Jahre wieder den gewohnten Stoff seiner Flower Kings braucht. Nicht mehr und nicht weniger.
| Anspieltipp(s): |
The Sum of No Reason |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
16.10.2007 |
| Letzte Änderung: |
6.3.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Flower Kings
Zum Seitenanfang
|