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Anyone's Daughter

Piktors Verwandlungen

(Siehe auch: Leitfaden "Konzeptalben")
(Archiv-Tipp 1/2009)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1981 (Remaster 2008)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Klassischer Prog
Label: Tempus Fugit/InsideOut
Durchschnittswertung: 13/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Harald Bareth Sprache, Bass, Gesang
Uwe Karpa Gitarre
Kono Konopik Schlagzeug
Matthias Ulmer Keyboards, Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Piktor 2:14
2. Erstes Vorspiel 0:38
3. Erster Teil der Erzählung 2:22
4. Purpur 2:55
5. Zweites Vorspiel 0:55
6. Zweiter Teil der Erzählung 2:19
7. Der Baum 7:14
8. Dritter Teil der Erzählung 2:37
9. Sehnsucht 5:26
10. Vierter Teil der Erzählung 4:29
11. Piktoria, Viktoria 0:26
12. Fünfter Teil der Erzählung 0:42
13. Der Doppelstern 3:05
14. Piktors Verwandlungen (Demo 1977/78)   (Bonus Track der 2008 Reissue) 26:43
Gesamtlaufzeit62:05


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 3)


Mit dem Album "Piktors Verwandlungen" aus dem Jahr 1981 liegt die dritte Veröffentlichung von Anyone´s Daughter vor. Es handelt sich hierbei um eine ambitionierte Vertonung eines 1925 erstmalig veröffentlichten Märchens von Hermann Hesse. Im Prinzip besteht das Album lediglich nur aus einem einzigen Stück, das in 13 verschiedene Abschnitte unterteilt ist. Das Album wurde am 18.01.1981 während eines Konzertes im schwäbischen Heidenheim live aufgenommen. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme existierte "Piktors Verwandlungen" bereits vier Jahre, also seit der Gründungszeit der Band und war jeweils so etwas wie das Herzstück eines jeden Auftrittes von Anyone´s Daughter.

Der auf den beiden Vorgängeralben ureigene Stil der Band ist im Großen und Ganzen auch auf dem hier vorliegenden Album vorhanden. Die Neigung zu romantischen musikalischen Themen wird angesichts des märchenhaften Themas von "Piktors Verwandlungen" noch verstärkt. Während man beispielsweise besonders auf dem Debüt "Adonis" noch die klassischen Elemente des Progressive Rocks der 70er Jahre vorfindet und auch eine Inspiration durch Genesis nicht verleugnet werden kann, ist die Vertonung des Märchens von Hermann Hesse stilistisch absolut eigenständig. Gefühvoll gespielte Instrumentalpassagen wechseln sich mit von Bassist und Sänger Harald Bareth vorgetragenen Auszügen des Originaltextes von Hermann Hesse ab.

Neben diesen romantischen und symphonischen Elementen weisen jedoch insbesondere Parts wie "Der Baum" überaus dynamische Instrumentalpassagen auf. Hier versprühen Anyone´s Daughter ein wahres Feuerwerk an musikalischen Ideen. Stellenweise werden sogar von den Keyboards und der Gitarre leicht jazzige Akzente gesetzt. Kurz darauf kommt es dann aber wieder zu einem effektvollen Stilbruch in Form der Vorlesung.

Auf alle Fälle liegt hier eine einzigartige Verschmelzung von Musik und Literatur vor. Während der instrumentale Teil von dem gewohnt guten Gitarrenspiel von Uwe Karpa und den Keyboards von Matthias Ulmer bestimmt wird, liegt in den fünf Abschnitten der Erzählung verständlicherweise nur eine sehr sparsame Instrumentierung vor. Dabei besteht ein wunderschöner Kontrast zwischen der emotionalen Symphonik der Instrumentalteile und der Poesie des Textes von Hermann Hesse.

Somit liegt hier ein sehr romantisches Album vor, das man unbedingt an einem Stück hören muss, also als ein Ganzes auf sich wirken lassen muss. Erstaunlich ist auch die Tatsache, dass es sich hier um eine der wenigen mir bekannten Liveaufnahmen handelt, auf der man so gut wie überhaupt keine Geräusche vom Publikum hört. Es kann sein, dass sie beim Abmischen verbannt wurden. Möglich ist aber auch, dass man von der Schönheit des Gebotenen so in den Bann gezogen wurde und daher absolute Stille im Publikum herrschte. Nach dem auf dem letzten Titel Harald Bareth auch zum einzigen Mal auf dem Album singt, bricht nach dem Ende dieses Titels "Der Doppelstern" ein selten gehörter frenetischer Jubel des Publikums aus.

Anspieltipp(s): das gesamte Album
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.5.2002
Letzte Änderung: 12.5.2002
Wertung: 13/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 3)


Zu dem bereits Geschriebenen bleibt nicht mehr viel hinzuzufügen. Im Gegensatz zu den anderen AD-Scheiben, wurde "Piktor's Verwandlungen" anläßlich des Hesse-Jahres 2002 neu aufgelegt, so daß sie zu einem vernünftigen Preis erhältlich sein sollte (man schaue sich nur einmal die amazon.de-Seite zu Neue Sterne an, wo 189 Euro von einem Händler verlangt werden).

Übrigens steht in meinem Booklet, daß "nachträglich weder etwas korrigiert, noch hinzugefügt wurde - diese CD ist absolut live!". Dementsprechend wurde also auch kein Publikum weggemischt!

Fazit: Für mich die absolut beste AD-Platte. Ein Klassiker!

Anspieltipp(s): komplett anhören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.6.2004
Letzte Änderung: 28.6.2004
Wertung: 14/15

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Von: Wolfram Ehrhardt (Rezension 3 von 3)


Erfreulicherweise hat das deutsche Record-Label "Tempus Fugit" über den Vertrieb von "InsideOut/SPV" eine der besseren Krautprog Erscheinungen wieder zum Leben erweckt.

Nachdem die musikalische Konzertinszenierung Anyone's Daughters "Piktors Verwandlungen" vom 18.01.1981 zum letzten Mal im Jahre 2002 zum 125 jährigen Hesse-Jubiläum von "Deshima Musik" veröffentlicht wurde, kommt das Werk nun remastered in bester Klangqualität erneut auf den Markt. Umso erfreulicher, da die inzwischen vergriffene 2002-Veröffentlichung auf dem freien Markt mit Wucherpreisen gehandelt wird.

Zur musikalischen Qualität dieser außergewöhnlichen Vertonung möchte ich auf die Rezension von Horst Straske verweisen, da ich ihr inhaltlich nichts hinzufügen kann und somit komplett zustimme.

Lohnenswert ist die upgegradete 2008-Veröffentlichung allerdings nicht nur bezüglich der erheblich verbesserten Klangqualität (für HiFi-Fans lohnt sich der Kauf schon alleine deswegen), sondern auch wegen der 27-minütigen Demo-Einspielung aus den Jahren 1977/1978. Die Fassung klingt noch rau und ungeschliffen, ist vom Tempo schneller gespielt sowie schneller gesprochen und bietet trotzdem eine ähnlich ordentliche Klangqualität wie die bisherigen Originalveröffentlichungen. Für meine Ohren offenbart sich eine interessante Hörreise, zumal man die Entwicklung eines Songs zur Vollkommenheit direkt vergleichen kann.

Schließlich gibt es in einer limitierten Auflage von 2000 Pressungen neben einem Pappschuber auch noch ein originelles Gimmick in Form eines gefalteten Originalplakats vom Konzert 1981 im schwäbischen Heidenheim. Ich kann allen Proginteressierten der deutschen Rock Szene diese Wiederveröffentlichung nur wärmstens ans Herz legen, bevor die Pressungen wieder ausgelaufen sind.

Anspieltipp(s): Bitte durchhören!
Vergleichbar mit: Deutsche Genesis/Yes interpretieren deutsche Literatur
Veröffentlicht am: 13.11.2008
Letzte Änderung: 11.3.2014
Wertung: 12/15
Feinster Krautprog

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anyone's Daughter

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Adonis 11.00 3
1980 Anyone's Daughter 10.00 4
1982 In Blau 12.00 3
1983 Neue Sterne 8.00 3
1984 Live 10.00 1
1986 Last tracks 5.00 1
2001 Requested Document / Live 1980 - 1983 10.00 3
2001 Danger World 10.00 2
2003 Requested Document Live 1980-1983 Vol. 2 10.33 3
2004 Wrong 10.00 2
2006 Trio Tour 10.50 2
2011 Calw Live 10.50 2

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