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Greg Lake

From the Beginning - The Greg Lake Retrospective

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; ArtPop; Folk; HardRock; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream
Label: Rhino
Durchschnittswertung: 6/15 (1 Rezension)

Besetzung

Greg Lake vocals (all), bass (1, 3-6, 8-10, 24-32), acoustic guitars (3-6, 8-10, 11-32), electric guitars (3-6, 8-10, 15-32)
Robert Fripp guitars (1, 2), Mellotron (1, 2), devices (1, 2)
Michael Giles drums (1, 2, 26, 27), percussion (1, 2, 26, 27), vocals (1, 2)
Ian McDonald reeds (1), woodwinds (1), vibes (1), Mellotron (1), keys (1), vocals (1)
Mel Collins sax (2), flute (2)
Keith Tippett piano (2)
Peter Giles bass (2)
Keith Emerson keys (3-6, 8-10, 24, 25, 28-32)
Carl Palmer drums (3-6, 8-10, 28-32), percussion (3-6, 8-10, 28-32)
Pete Sinfield vocals (7), synthesizer (7)
Phil Jump piano (7), organ (7)
Richard Brunton guitar (7)
Steve Dolan bass (7)
Min drums (7), percussion (7)
Gary Moore lead guitars (15-23), vocals (15-23)
Tommy Eyre keys (15-21), vocals (15-21)
Tristram Margetts bass (15-18)
Ted McKenna drums (15-23)
Steve Lukather guitar (18-23)
Dean Parks guitar (19)
Snuffy Walden guitar (21-23)
Bill Cuomo keys (22-23)
Jeff Porcaro drums (19-23)
David Hungate bass (19-23)
Clarence Clemmons sax (17)
Cozy Powell drums (24, 25), percussion (24, 25)
Geoff Downes keys (26, 27), programming (26, 27), vocals (26, 27)
The London Symphony Orchestra, Tony Harris: conductor (11-14)

Tracklist

Disc 1
1. The Court of the Crimson King

1. The Court of the Crimson King
2. The Return of the Fire Witch
3. The Dance of the Puppets

  (King Crimson)
2. Cat Food   (King Crimson)
3. Knife-Edge   (ELP)
4. Lucky Man   (ELP)
5. From the Beginning   (ELP)
6. Take a Pebble   (from "Mar y Sol" Festival 1972, previously unreleased, ELP)
7. Still   (Pete Sinfield)
8. Still...You Turn Me On   (ELP)
9. Jerusalem   (ELP)
10. Karn Evil 9: 1st Impression-Part 2   (ELP)
11. I Believe in Father Christmas   (Greg lake)
12. C'est la Vie   (ELP)
13. Closer to Believing   (ELP)
14. Watching Over You   (ELP)
15. 21st Century Schizoid Man   (live, previously unreleased, Greg Lake Band)
Disc 2
1. Nuclear Attack   (Greg Lake)
2. Love You Too Much   (Greg Lake)
3. It Hurts   (Greg Lake)
4. Retribution Drive   (Greg Lake)
5. The Lie   (Greg Lake)
6. Let Me Love You Once   (Greg Lake)
7. Manoeuvres   (Greg Lake)
8. I Don't Know Why I Still Love You   (Greg Lake)
9. Touch and Go   (Emerson, Lake & Powell)
10. Lay Down Your Guns   (Emerson, Lake & Powell)
11. Love Under Fire   (prvieously unreleased, Ride the Tiger Sessions)
12. Money Talks   (prvieously unreleased, Ride the Tiger Sessions)
13. Black Moon   (ELP)
14. Paper Blood   (ELP)
15. Affairs of the Heart   (ELP)
16. Daddy   (ELP)
17. Heart on Ice   (ELP)


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Greg Lakes Probleme gehören zu den am schlechtesten gehüteten Geheimnissen im Progressive Rock - und dennoch weiß kaum jemand, worin sie eigentlich bestehen.

Dieses Album ist eines der retrospektiven Doppelalben, die E, L und P seit den Neunzigern veröffentlicht haben. Es ist das schwächste der drei, und es dokumentiert sehr genau, worin Lakes Schwierigkeit eigentlich besteht: Er steht seiner eigenen Karriere mit völliger Verständnislosigkeit gegenüber. Wie ich das meine? Nun, da ist ein Mann, der das allererste Album, an dem er beteiligt war, bis auf den heutigen Tag für sein bestes hält - keine gute Voraussetzung für die musikalische Gesundheit. Dazu kommt, dass er ganz offensichtlich praktisch seine ganze Karriere lang in der falschen Band war, sieht er sich doch anscheinend als eine Art Gilbert O'Sullivan - jedenfalls ist das der Eindruck, den diese Retrospektive ebenso vermittelt wie seine Äußerungen über ELP.

Dazu kommt auch, dass ein Album, das sich "Retrospektive" nennt, zwar immer auch ein Best-of-Album ist, weshalb die großen Hits - besser: der große Hit - hier keinesfalls fehlen dürfen, dass es aber mehr als nur das sein muss, denn es besteht sehr wohl ein Unterschied zwischen einem Best-of und einer Retrospektive. Deshalb müssten auf einer solchen auch diejenigen Meilensteine einer Musikerkarriere vertreten sein, die dem breiten Publikum nicht so bekannt sind. Sind sie aber nicht...

Lake präsentiert sich auf "From the Beginning" zunächst einmal ausschließlich als Sänger. Seine Karriere als Bassist oder als Gitarrist scheint er völlig auszublenden. Seltsam, war sein Name doch in den Siebzigern immer in den Bassist-des-Jahres-Polls ganz oben (zu unrecht zwar, doch gibt es immerhin eine Handvoll Stücke, die seinen Ruhm als Bassist doch rechtfertigen könnten. Darunter vor allem "Tank" vom ersten ELP-Album, seine wohl einfallsreichste Basslinie, die so phrygisch und lydisch daherdonnert, wie man es von ihm später nie wieder gehört hat). Gut, Lake verlor im Verlauf der 70er das Interesse am Basspiel ebenso wie das an ELP und beschränkte sich darauf, Emersons linke Hand zu kopieren, später engagierte er für seine Soloalben sogar Bassisten, dennoch - mit "Tank" fehlt hier ein Meilenstein seiner Bassistenkarriere. Genausowenig ist sein teilweise herausragendes Gitarrenspiel dokumentiert. So fehlt "The Sage", sein Akustik-Beitrag zu ELPs Pictures-Album, der so wunderbar englische Lautenstücke der Renaissance aufgreift.

Dass auch Lakes Sängerkarriere hier denkbar schlecht dokumentiert ist, muss den Lake-Fan allerdings am meisten wundern. Es fehlen Meilensteine seiner sängerischen Entwicklung, darunter King Crimsons "21st Century schizoid Man" (das ist nur in einer schwachen Live-Version der Greg Lake-Band vertreten), "Bitches Crystal", mit seinem sich ins Aggressive steigernden Gesang, dann, ganz wichtig, "The Endless Enigma" vom "Trilogy"-Album ELPs, das einen Qualitätssprung in Lakes sängerischer Performance markierte, und vor allem "Pirates", das man ohnehin mit guten Argumenten für eines der besten ELP-Stücke halten kann: niemals in seiner gesamten Karriere hat Lake brillanter, facettenreicher, druckvoller und sanfter gesungen als hier.

Stattdessen finden wir hier die üblichen Verdächtigen: Balladen über Balladen. Doch auch hier überrascht die Auswahl: So sind etwa von "Works Vol. 1" "C'Est La Vie" und sein vielleicht tiefgründigster Song "Closer To Believing" vertreten, das großartige "Hallowed Be Thy Name", Lakes mit Abstand bester Song auf diesem Album, fehlt jedoch. Man vermisst es umso mehr, als dieser Song mit seinen phantasievollen Wortspielen Lakes beste textliche Leistung darstellt.

Bleiben wir beim Text - was bekommen wir stattdessen geboten? Unsägliche Zeilen wie "You may never come back from a nuclear attack" ("Nuclear attack") und "every time I see you my heart starts beating boom boom boom" ("I don't know why I still love you"), Texte, die den Radiergummi nicht wert sind, mit dem man sie hätte verschwinden lassen sollen.

Damit wären wir bei den acht Songs seiner beiden Solo-Alben "Greg Lake" und "Manoeuvres", die angesichts ihrer Qualität hier deutlich überrepräsentiert sind, umso mehr, als mit "Someone" und "It's you, you've gotta believe" erneut die stärksten Songs fehlen. Die hier vertretenen Stücke sind allenfalls wegen der stellenweise herausragenden Gitarrenarbeit Gary Moores hörbar. Es macht nichts, dass Lakes letztes Solalbum "Manoeuvres" bereits vor 25 Jahren veröffentlicht wurde.

Von ELPowell sind mit "Touch and go" und "Lay down your Guns" immerhin die Single (keine schlechte, "Touch and go" adaptiert geschickt eine Passage aus dem englischen Folksong "Lovely Joan") und eine etwas zu bombastisch geratene, aber starke Antikriegshymne vertreten. Es folgen zwei Stücke der "Ride the Tiger"-Sessions (1989/1990) mit Geoffrey Downes, die später auf Alben von Asia ("Love under Fire") und ELP ("Money Talks" als "Paper Blood") landeten. Erneut zeigt sich Lakes Mangel an ästhetischem Urteilsvermögen, verkündet er doch jedem, der es hören will, dass er "Money Talks" für weit besser hält als das emersonsche (und da liegt wohl der Hund begraben) Neuarrangement "Paper Blood", was schlicht falsch ist. Dazu kommt, dass man sich fragen muss, warum das "Ride the Tiger"-Projekt hier - und nur hier (bzw. auf Lake-Releases) - plötzlich "Greg Lake's Ride the Tiger" heißen muss, war doch Downes gleichermaßen an der Entstehung der Songs beteiligt.

Es plätschern noch einige Stücke von den schwachen ELP-Alben "Black Moon" und "In the hot Seat" nach, darunter "Affairs of the Heart", das ebenfalls während der "Ride the Tiger"-Sessions entstanden war, und "Heart on Ice", das der unsägliche Keith Olsen ebenso verständnislos kaputtproduziert hat wie das gesamte "In the hot Seat"-Album - das auf der anderen Seite wohl auch von einem besseren Produzenten nicht mehr zu retten gewesen wäre.

Im Ganzen ist "From the Beginning" ein Album, das den Hörer, der mit Lakes Werk vertraut ist, zwar befremdet zurücklässt, ihm aber immerhin klar macht, warum Vieles in seiner Karriere so gelaufen ist wie es gelaufen ist. Man kann nur zum Kauf der Originalalben raten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.12.2007
Letzte Änderung: 27.6.2008
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Greg Lake

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1981 Greg Lake 6.50 2
1983 Manoeuvres 5.00 2
1995 In Concert 5.00 2
1998 From The Underground...The Official Bootleg 7.00 1
2003 From The Underground Vol. 2 - Deeper Into The Mine 5.00 1
2013 Songs of a Lifetime - 1

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