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The Who

Quadrophenia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Roger Daltrey Gesang
Pete Townshend Gitarre, Keyboards, Gesang
John Entwistle Bass, Waldhorn, Gesang
Keith Moon Schlagzeug, Gesang

Tracklist

Disc 1
1. I am the sea 2:08
2. The real me 3:20
3. Quadrophenia 6:13
4. Cut my hair 3:44
5. The Punk and the Godfather 5:10
6. I'm one 2:37
7. The dirty jobs 4:29
8. Helpless dancer 2:33
9. Is it in my head? 3:43
10. I've had enough 6:14
Gesamtlaufzeit40:11
Disc 2
1. 5:15 4:59
2. Sea and Sand 5:01
3. Drowned 5:27
4. Bell boy 4:54
5. Doctor Jimmy 8:36
6. The Rock 6:37
7. Love, reign o'er me 5:48
Gesamtlaufzeit41:22


Rezensionen


Von: Piotre Walter @


"Quadrophenia" ist nach "Tommy" die zweite Rockoper von "The Who" und wurde 1973 veröffentlicht. Den gradlinigen Anfangstagen entwachsen, perfektionieren "The Who" auf "Quadrophenia" ihren symphonischen und komplexen Rock 'n Roll oder sollte man sagen Rock 'n Blues. Das Experimentieren mit multimedialen Konzepten, Konzeptalben, Rockopern tat der Entwicklung der Band sehr gut. Musikalisch homogener und stilistisch sicherer als 1969 ("Tommy") befinden sich "The Who" auf dem Höhepunkt ihres kreativen Schaffens - kurz "Quadrophenia" ist ihr Meisterwerk.

Das Konzeptalbum erzählt wiederum die Geschichte eines jungen Mannes in der Selbstfindungsphase der eigenen Identität. Hatte "Tommy" doch einen gewissen Flower-Power-Charakter der End-Sechziger, extrem herausgearbeitet in der "orgiastischen" Verfilmung von Ken Russell, ist "Quadrophenia" in den frühen Siebzigern, doch eher eine sozialkritische Beschreibung des Englands der frühen sechziger Jahre. Auf keinem Album sind die Bandmitglieder solistisch in besserer Form. Das Bassspiel von Entwistle ist dynamisch und abwechslungsreich; Moon druckvoll und komplex, Roger Daltreys Gesang nie intensiver und Townshend und Kopf der Sache sowieso genial. Alle Songs wurden von ihm geschrieben. Erstaunlich wie "The Who" symphonische Elemente in ihren Rock 'n Roll einweben und erneut nach "Tommy" eine weitere Rock-Oper schaffen.

Das Konzept gefühlvoller Balladen, einzigartig durch Daltreys Stimme, kombiniert mit kraftvoll erdigem Rock, symphonischen Bombast und einer emotionalen Geschichte geht voll auf. Es gipfelt im letzten Track "Love, Reign o'er Me" dem eindrucksvollen Finale und auch dem besten Song. Aber es gibt viele herrausragende Songs wie: 5:15, Doctor Jimmy, I've had enough, Quadrophenia, Drowned und und und.

Ein weiteres was dieses Album auszeichnet, ist die emotionale Ausstrahlung der Musik und der erzählten Geschichte. Höhen und Tiefen des menschlichen Daseins die jeder leicht nachvollziehen kann, gerade auch weil sie sehr authentisch vorgetragen werden.

Zeitlich angesiedelt in der Jugendzeit der Bandmitglieder, könnte die Hauptfigur der Oper, Jimmy, durchaus biographische Züge der Bandmitglieder haben.

Zitat aus Wikipedia: "In den Anmerkungen zur neu abgemischten CD "Odds And Sods" ist zu lesen, dass Pete Townshend "Quadrophenia" aus einer Idee entwickelte, die um das Konzept einer Autobiografie der Band und ihrer Mitglieder angesiedelt war. Von dieser Grundidee blieb allerdings nur die symbolische Repräsentierung der Gruppenmitglieder als die vier Facetten der Persönlichkeit der Hauptfigur der Geschichte, widergespiegelt in den Titeln "Helpless Dancer" (Roger's Theme), "Bell Boy" (Keith's Theme), "Is It Me?" (John's Theme) und "Love Reign O'er Me" (Pete's Theme)." Zitatende.

Im England der frühen Sechziger beschreibt die Geschichte die Probleme des pubertierenden Jimmy bei der Selbstfindung aus der Ich-Perspektive. Klassische Themenkomplexe wie Perspektivlosigkeit im Beruf, Probleme im Elternhaus, Sexualität und erste Freundin, Selbstkrise und pubertäre Identitätsfindung, Drogen und Gewalt spiegeln sich in der Geschichte wieder. Halt und Solidarität sucht die Hauptfigur sich in der Jugendbewegung der Mod-Kultur. Diese Jugendbewegung rivalisiert mit einer anderen Jugendbewegung den Rockern. Wenn auch in Optik und Selbstinszenierung sehr verschieden, haben beide Bewegungen eigentlich die gleichen Altagsprobleme, Arbeitslosigkeit oder ödes Berufsleben sowie die Trostlosigkeit englischer Arbeiterviertel. Der Konflikt der beiden Gruppen aus der Arbeiterschicht eskaliert in der Geschichte ebenso wie die Konflikt der Jugendlichen mit der eingreifenden Ordnungsmacht des Staates. Diese Jugendbewegung, unter anderem auch wegen verschiedener verwickelter Beziehungsgeflechte und Konflikte, kann Jimmy aber keinen wirklichen Lebensinhalt verschaffen. So finden wir den Protagonisten der Geschichte zu Beginn und auch am Ende der Story grüblerisch am Strand vor, während die Meereskulisse die trüben Gedanken der Hauptfigur über die "Gezeiten des Lebens" untermalt.

1979 wurde die Rockoper unter gleichem Namen im Englischen Seebad Brighton unter anderem mit Sting verfilmt. Auch diese Verfilmung kann, wenn auch weniger spektakulär als "Tommy", als gelungen bezeichnet werden.

Die Musik der Who ist im klassischen Sinne nicht ganz in der Progressive-Schublade unterzubringen, aber sicher prog-verwandt. Prädikat besonders wertvoll - sollte man gehört haben!

Anspieltipp(s): Love Reign o'er Me, 5:15, Doctor Jimmy, I've had enough, Quadrophenia, Drowned
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.6.2012
Letzte Änderung: 3.6.2012
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Who

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Tommy 11.50 2

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