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versus X

Primordial Ocean

(Tipp des Monats 3/2008)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Musea
Durchschnittswertung: 11.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Arne Schäfer Vocals, electric and acoustic Guitars
Ekkehard Nahm Piano, Organ, Synthesizers and Bass Pedals
Uwe Völlmar Drums and Percussion
Thomas Keller Bass Guitar

Tracklist

Disc 1
1. The Pulse of Earth 15:45
2. From a Distance 1:50
3. Essentially Human 16:16
4. Fingerprints 15:22
5. Into the vast Unknown 23:41
Gesamtlaufzeit72:54


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 4)


Als ich im April vergangenen Jahres Versus X in Gießen live erleben durfte, spielten sie damals das komplette neue Album. Im Gepäck hatten sie eine Vorabmischung auf CD. Geplant war damals noch, das Endprodukt in etwa einem Monat auf den Markt zu bringen. Es hat dann doch etwas länger gedauert, aber jetzt, im Januar 2008, ist es soweit: die neue Versus X-Scheibe ist da!

Fast acht Jahre hat es gedauert, viel länger, als die Band sich das wohl selbst gewünscht hätte. In dieser Zeit musste mal wieder die komplette Rhythmusfraktion ausgewechselt werden. 2003 verließ Bassist Jörg Fischer die Band, schlug aber gleichzeitig seinen Nachfolger Thomas Keller vor. Und Ende 2006 musste der Schlagzeuger Uwe Völlmar die Band aus beruflichen Gründen verlassen. Aber auch auf diesem Posten konnte mit dem "Schlagwerker" Thomas Reiner schnell ein adäquater Ersatz gefunden werden.

Die vier langen Songs (wenn man mal das kurze Piano-Interludium From a distance weglässt, das auf meiner Vorabmischung noch nicht dabei war) entstanden in diesem Zeitraum und wurden in den Jahren 2005-2007 aufgenommen. Am längsten zurück datieren Fingerprints und Into the vast Unknown, in die Jörg Fischer noch ein paar seiner Ideen einfließen ließ. Auch Uwe Völlmar ist auf dem Album noch zu hören, sein Nachfolger Thomas Reiner wird jedoch nicht als Mitmusikant angegeben, ihm wird nur gedankt. Das macht mich jetzt doch etwas unsicher, ich hätte schwören können, dass der Neue ein paar der Songs bereits seinen Stempel aufdrückt. Zumindest live waren deutliche Unterschiede im Stil auszumachen: da, wo Uwe Völlmar deutlich verspielter zu Werke geht und gerne alles das einsetzt, was "pling" macht, bevorzugt Thomas Reiner einen geradlinigeren, schnörkelloseren, rockigeren Stil und bearbeitet hauptsächlich die Felle.

Da so viel Zeit seit dem letzten Studioalbum vergangen ist, hat sich in der Zwischenzeit viel Material angesammelt. Statt wie bislang die Spielzeit auf eine knappe Stunde zu beschränken, haben sie diesmal noch einen Longtrack mehr draufgepackt. Sind neue Versus X-Scheiben normalerweise schon eine Herausforderung für den Hörer, so stellt das neue Album einen ganz dicken Brocken dar. Es bedarf schon einiger (vieler?) Durchgänge, bis man die Musik in ihrer Gänze erfasst hat. Aber genau das liebe ich an ihr: es dauert lange, bis man sich satt gehört hat, denn immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken.

Dabei sind die langen Kompositionen perfekt durchkomponiert und -arrangiert. Nachdem am Anfang eines jeden Songs die Themen vorgestellt sind, geht es auf eine große musikalische Reise. Es werden verschiedene Stimmungen durchschritten, dabei immer wieder Rythmus, Takt, Tonart und Dynamik gewechselt. Das alles wird in epischer Breite ausgewalzt, wobei die Band nie den roten Faden verliert und letztlich immer wieder dort ankommt, wo sie von Anfang an hin wollte.

Zentrale Personen in diesem Spiel sind die beiden Hauptkomponisten Arne Schäfer und Ekkehard Nahm. Nahm legt mit seinen E-Piano- und Orgel-Arpeggios das unverwechselbare Fundament, worüber er selbst mit Moog und Mellotron oder Arne Schäfer mit der elektrischen Gitarre im Wechselspiel solieren, wobei sie keinesfalls selbstverliebt agieren, sondern sich selbst immer dem Song unterordnen.

Passend zur Komplexität der Musik hat Arne Schäfer auch bei den Songtexten wieder schwere Geschütze aufgefahren. Es geht um das Wesen des Menschseins, um das Wesen der Gemeinschaft und den Aufbruch ins Unbekannte. Zumindest habe ich das so verstanden.

Mit ihrem neuen Album haben Versus X einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie mit zur Speerspitze des deutschen Progs gehören. Leider gilt der Prophet im eigenen Land wenig. Dies mag der Komplexität der Musik geschuldet sein, die es neuen Hörern schwer macht, sich in ihr zurecht zu finden. Dennoch lohnt sich der Einstieg besonders für jene, die sich für die großen Epen der Yes, Genesis, King Crimson oder Van der Graaf Generator begeistern konnten.

Anspieltipp(s): Fingerprints bietet für den Einstieg etwas leichtere Kost
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.1.2008
Letzte Änderung: 20.2.2008
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 4)


Okay, ich bin Fan von versus X, seitdem ich die Jungs live auf der Freakshow in Würzburg vor ein paar Jahren gesehen und vor allem gehört habe. Inzwischen hatte ich viel Zeit mir die bisherige Diskografie zu Gemüte zu führen, so dass ein neues Album nach langer, langer Zeit gerade recht kommt.

Meiner Erinnerung nach haben versus X damals in Würzburg schon eine Version von „Into the Vast Unknown“ live präsentiert und schon damals war das Stück ein Höhepunkt in einem starken Set. versus X haben ja von jeher eine Neigung zu Longtracks, aber dies wird auf dem vorliegenden „Primordial Ocean“ auf die Spitze getrieben. Vier lange Kompositionen beherrschen das Album, unter einer Viertelstunde wird es hier nicht gemacht. Das kurze Pianostück „From a Distance“ ist mehr eine Einleitung von „Essentially Human“, denn ein eigenes Stück.

Aber versus X spielen nicht einfach lange Lieder, nein die Stücke wirken von vorne bis hinten auskomponiert. Mag sein, dass sich hier die Ausbildung von Keyboarder Ekkehard Nahm widerspiegelt. Starke Melodie- und Spannungsbögen beherrschen die Werke und es gibt eigentlich keine Länge, keine Füllsel, keine künstlich wirkenden Verlängerungen. Die Tracks entwickeln sich organisch, wie gewachsen, natürlich, spannend, unterhaltsam, mitreißend und keine Minute langweilig. Und dabei begehen versus X noch nicht mal den Fehler, dass alles mit allzu großem Pathos zu präsentieren, nein, im Gegenteil die Musik wirkt bei aller Vertracktheit und Komplexität erstaunlich leichtfüßig und – ja – groovig. Das ist es sicherlich, was dieses Album im besonderen von den anderen Werken der Band abhebt. Die instrumentalen Leistungen sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Charakteristisch ist auch der Gesang von Arne Schäfer, der manchmal schräg wirkt, aber das ist eigentlich nur Ausdruck der eigenwilligen Melodielinien, denen der Gitarrist folgt.

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster: Wenn versus X schon in den 70ern existiert hätten und dieses Album zwischen 1972 und 1975 erschienen wäre, wir würden heute von einem Allzeit-Klassiker sprechen. Näher kann man heute dem klassischen Prog kaum mehr kommen, ohne ins Plagiat abzugleiten. versus X, sprich die beiden Hauptkomponisten Gitarrist und Sänger Schäfer und Keyboarder Nahm, entwickeln ihre eigenen Ideen ganz in der Tradition und im Geiste der klassischen symphonischen Progbands der 70er. Hochfliegende Gitarrensoli und die warmen Keyboard-Sounds von Piano über Orgel bis hin zu Moog-Anflügen tun ihr übriges zur gelungenen Atmosphäre des Albums. Und die Rhythmusfraktion, insbesondere Schlagzeuger Völlmar, sorgt für kreative Unruhe im Untergrund. In ihren besten instrumentalen Momenten ziehen versus X gar mit den legendären Änglagård gleich und höhere Weihen kann eine RetroProg-Band nicht einheimsen.

„Primordial Ocean“ ist ein Höhepunkt des RetroProg-Genres an sich, ein Album zum genießen und darin versinken.

Anspieltipp(s): Essentially Human
Vergleichbar mit: den klassischen symphonischen Progbands der Hochzeit des Progs
Veröffentlicht am: 19.2.2008
Letzte Änderung: 19.2.2008
Wertung: 12/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 4)


Mit Primordial Ocean ist Versus X so etwas wie das Retroprog-Album par exellance gelungen. Die Musik, die hier gespielt wird, ist frei von allem, was vor den 70ern in der Rockmusik gelaufen ist (Rock'n'Roll, Beat, Psychedelic) und erst recht von dem, was danach kam (Wave, Indie, Metal, Postrock etc.). Wir erleben eine Band - und da hat Kollege Thomas vollkommen recht -, deren Album ebensogut auch zur Blütezeit des Prog 1972/73 hätte entstanden sein können.

Versus X spielen quasi klassischen Progressive Rock mit etwas Anleihen Richtung Klassik und Jazzrock, eine Mixtur aus Genesis, Camel und vielleicht Van der Graaf Generator. Auch von der Instrumentierung her ist alles wie in den 70ern. Allein der Gesang und die Gesangsmelodien trüben das Bild. Die Melodien geben nicht viel her und der Gesang ist leider zu dünn, Arne Schäfer ist kein Peter Hammill und auch kein Peter Gabriel. Da aber recht wenig gesungen wird, fällt dieses Manko nicht so sehr ins Gewicht.

Davon ab ist Primordial Ocean ein Album von klassischer Schönheit!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.10.2008
Letzte Änderung: 13.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 4 von 4)


Versus X setzen die Linie des von verschachtelt-symphonischen Arrangements geprägten Progressive Rocks auf ihrem Album "Primordial Ocean" unbeirrt fort und bieten im Segment des Retroprogs anspruchsvolle Kost, ohne in Richtung der gängigen Klischees zu tendieren. Bereits der Eröffnungstitel "The Pulse Of Earth" wartet mit einem von komplexen Taktfolgen dominierten und schwelgerischen Bombast auf. Aus einem von sparsamen Pianoeinlagen sowie von zurückhaltender Rhythmik geprägten Songansatz verstehen die Mannen um Gitarrist und Sänger Arne Schäfer einen zum rechten Zeitpunkt schwelgerisch-opulenten Symphonic Rock zu kreieren, der dennoch zu keinem Zeitpunkt konstruiert oder wie so oft bei einem großen Vorbild stilistisch abgekupfert wirkt.

Die komplexen Harmonien entfachen in einer meist dennoch geschmeidigen Melodieführung ein symphonisch-entrücktes Eigenleben. Versus X präsentieren hier einmal mehr ihren ureigenen Stil, der sich in weit ausladenden Klangbildern ganz behutsam und wohl durchdacht zum pathetischen Breitwandsound entwickelt. Sämtliche Titel sind von einer Ernsthaftigkeit und beinahe schon durchdringenden Leidenschaft erfüllt, wirken mitunter bisweilen aber eine Prise zu kopflastig vorgetragen, was sich insbesondere in den doch etwas gestreckten Gesangspassagen herauskristallisiert, wobei die dünnbrüstig vorgetragene gesangliche Theatralik wiederum schon fast schon zu einem Trademark mit Wiedererkennungswert im Sound der Band avanciert.

Anspieltipp(s): The Pulse Of Earth
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.10.2011
Letzte Änderung: 13.10.2011
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von versus X

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 versus X 9.00 2
1997 Disturbance 12.00 3
2000 The Turbulent Zone 11.50 2
2002 Live at the Spirit 11.00 3
2010 Live at Maximal (DVD) 11.00 1

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