Stone to Flesh
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Medium Productions |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Steve Jansen |
Vocals, Drums, Percussion, Keyboards, Guitar, Keyboard Bass, Sampling, Computer Programming |
|
| Richard Barbieri |
Keyboards, Synthesizer, Programming |
|
Gastmusiker
| Steve Wilson |
Guitars |
| Mark Feltham |
Harmonica |
|
| Colin Edwin |
Bass |
| David Torn |
Loops |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Mother London
|
8:48
|
| 2. |
Sleeper Awake
|
9:14
|
| 3. |
Ringing The Bell Backwards
1. Part 1 - Siren 2. Part 2 - Drift
|
9:42
|
| 4. |
Swim There
|
8:06
|
| 5. |
Closer Than ´i´
|
7:13
|
| 6. |
Everything Ends In Darkness
|
7:17
|
| Gesamtlaufzeit | 50:20 |
|
|
Rezensionen

Eingespielt haben Steve Jansen und Richard Barbieri "Stone To Flesh" im Winter 1994/95. Das Entstehen in der kalten Jahreszeit merkt man der Musik auch durchaus an. Melancholisch, getragen und eher ruhig geht es hier zu.
Die beiden ehemaligen Japan-Musiker machen auf "Stone to Flesh" fast alles selbst, meist an allerlei Tasteninstrumenten und diverser Perkussion. Dazu kommen in einigen Stücken Gäste an E-Gitarre (Steven Wilson), Mundharmonika (der grandiose Mark Feltham), Bass (Colin Edwin) und Elektronik (David Torn). Für den spärlichen Gesang sorgt Steve Jansen, dessen Organ an das seines ehemaligen Japankollegen und nebenbei auch Bruders David Sylvian (eigentlich heissen die beiden Batt mit Nachnamen) erinnert. Dessen Musik ist wohl auch der erste Vergleichpunkt, den man heranziehen kann, wenn man die Musik auf "Stone to Flesh" beschreiben will. Dazu kommen noch die späten Talk Talk, O.Rang und vielleicht Bark Psychosis. Einen sehr klangvollen, stellenweise durchaus komplexen, dabei fast zerbrechlichen Artpop spielen Jansen und Barbieri hier, den man aber auch dem Postrock zuordnen kann, der britischen Spielart des damals gerade neu erfundenen Genres (siehe "HEX").
Die Basis der Musik sind die vielschichtigen und farbenreichen Tastenlinien Richard Barbieris, die sich abwechslungsreich durch die langen Kompositionen ziehen. Dazu kommt Jansens Perkussion (Schlagzeug, Handperkussion, Glocken etc. - echt und aus der Dose), warme Bassklänge (meist auch vom Keyboard), allerlei Sounds vom Sampler, verschiedenes Elektronisches und ab und an Wilsons eher zurückhaltende, leicht spacig-floydige E-Gitarre. In zwei Nummern (dem ersten und dem letzten Stück) lässt Mark Feltham zudem seine Mundharmonika aufheulen. Wer für die schöne knarzige Violineneinlage im zweiten Teil von "Ringing The Bell Backwards" verantwortlich ist, wird in den Credits allerdings nicht verraten.
Das Ergebnis sind 6 lange, atmosphärische und meist gemächlich aus den Boxen fliessende Stücke, die zwischen eher songorientierten Artpopabschnitten (meist dann, wenn auch gesungen wird) und ausladenderen, progressiv-elektronischen, oft aber sehr rhythmischen Tongemälden abwechseln. Dabei hängt dem Album oft eine eigenartige, weiche Melancholie an, eine zerbrechliche Entrücktheit, die der Musik einen seltsam nächtlichen, grauschwarzen Charakter verleiht. Ab und zu nimmt das Ganze aber auch deutlich Fahrt auf, vor allem in "Sleepers Awake", wenn echte und elektronische Perkussion und allerlei wabernde, dröhnende und hupende Tastensounds umeinander tanzen.
Wer die weiter oben erwähnten Musiker und Bands schätzt, insbesondere David Sylvian, Talk Talk und Bark Psychosis, der sollte sich "Stone to Flesh" dringend zulegen!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
5.3.2008 |
| Letzte Änderung: |
18.11.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Von: Gün Schote @ (Rezension 2 von 2)

Man schnalle sich an: angekündigt wurde "Stone to Flesh" als das Progressive Rock-Album der Herren Jansen und Barbieri. Da saß ich nun als Progrocker und Japanexperte und bekam freilich feuchte Hände. Selbstverständlich meinte man mit Progressive Rock nicht wirklich, was der gemeine TFK-Fan darunter versteht, vielmehr schielten und zielten die beiden wohl in die Kerbe die Sylvian mit Werken wie Gone to Earth geschlagen hatte.
"Mother London" eröffnet das Album jedoch schwach. Für meine Ohren klingt das Stück ausgesprochen krampfhaft nach Sylvian und Jansens (ich muss es hier leider sagen) öder Gesang sorgt für das große Gähnen zu Beginn der Fleischwerdung. Neulinge und interessierte Außenstehende nutzen bei den ersten Durchläufen am geschicktesten die Skip-Funktion ihres CD-Players. Doch dann, "Sleepers Awake"! War da Selbstironie bei der Betitelung am Werke? Stück Nr. 2 kommt glücklicherweise instrumental und überzeugt den Hörer ebenso wie das sylvianesque "Ringing the Bell Backwards". "Sleepers" ist flott, fast ungewöhnlich flott für JB (es erinnert mich stark an so manchen Solostoff von Herrn Nic Potter), "Ringing" hingegen gewinnt sicher einen Preis in dem imaginären Wettbewerb "How To Write & Record A Sylvian-Song". Aber, was erzähle ich da? Genau das suche ich doch auf diesem Album...
Nach einem bedächtigen Intro wird es nun atmosphärisch und rhythmisch zugleich auf "Swim There". Barbieris Keyboard-Bass versucht immer wieder das verwaschene Spiel von Mick Karn zu imitieren und wirkt damit unbeholfen niedlich. Gut, wer da verzeihen kann. Wie auch "Mother London" und "Ringing the Ball Backwards" klingen die Gesangspassagen aus "Closer Than 'i'" ähnlich den Aufnahmen der beiden Musiker unter dem Bandnamen The Dolphin Brothers ("Catch the Fall" hieß das gelungene Pop-Album). Und wie eine 90er Jahre Produktion von Japan (anders als RTC) wirkt das abschließende "Everything Ends in Darkness". Die Reise geht, wenngleich ohne dessen Brillanz, in Richtung des Japan-Stückes "Life Without Buildings".
Wenn dies also der Welt als Progressive Rock dargereicht wird, so kann ich wunderbar damit leben, denn "Stone to Flesh" mag zwar kein Meilenstein geworden sein, doch ist es sicherlich ein gelungenes Werk, das all jenen die RTC mochten ebenfalls gefallen sollte. Reinbeißen.
| Anspieltipp(s): |
Sleepers Awake |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
31.7.2009 |
| Letzte Änderung: |
18.11.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Zum Seitenanfang
|