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Steve Jansen - Richard Barbieri

Stone to Flesh

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Postrock; sonstiges
Label: Medium Productions
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Steve Jansen Vocals, Drums, Percussion, Keyboards, Guitar, Keyboard Bass, Sampling, Computer Programming
Richard Barbieri Keyboards, Synthesizer, Programming

Gastmusiker

Steve Wilson Guitars
Mark Feltham Harmonica
Colin Edwin Bass
David Torn Loops

Tracklist

Disc 1
1. Mother London 8:48
2. Sleeper Awake 9:14
3. Ringing The Bell Backwards

1. Part 1 - Siren
2. Part 2 - Drift

9:42
4. Swim There 8:06
5. Closer Than ´i´ 7:13
6. Everything Ends In Darkness 7:17
Gesamtlaufzeit50:20


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 3)


Eingespielt haben Steve Jansen und Richard Barbieri "Stone To Flesh" im Winter 1994/95. Das Entstehen in der kalten Jahreszeit merkt man der Musik auch durchaus an. Melancholisch, getragen und eher ruhig geht es hier zu.

Die beiden ehemaligen Japan-Musiker machen auf "Stone to Flesh" fast alles selbst, meist an allerlei Tasteninstrumenten und diverser Perkussion. Dazu kommen in einigen Stücken Gäste an E-Gitarre (Steven Wilson), Mundharmonika (der grandiose Mark Feltham), Bass (Colin Edwin) und Elektronik (David Torn). Für den spärlichen Gesang sorgt Steve Jansen, dessen Organ an das seines ehemaligen Japankollegen und nebenbei auch Bruders David Sylvian (eigentlich heissen die beiden Batt mit Nachnamen) erinnert. Dessen Musik ist wohl auch der erste Vergleichpunkt, den man heranziehen kann, wenn man die Musik auf "Stone to Flesh" beschreiben will. Dazu kommen noch die späten Talk Talk, O.Rang und vielleicht Bark Psychosis. Einen sehr klangvollen, stellenweise durchaus komplexen, dabei fast zerbrechlichen Artpop spielen Jansen und Barbieri hier, den man aber auch dem Postrock zuordnen kann, der britischen Spielart des damals gerade neu erfundenen Genres (siehe "HEX").

Die Basis der Musik sind die vielschichtigen und farbenreichen Tastenlinien Richard Barbieris, die sich abwechslungsreich durch die langen Kompositionen ziehen. Dazu kommt Jansens Perkussion (Schlagzeug, Handperkussion, Glocken etc. - echt und aus der Dose), warme Bassklänge (meist auch vom Keyboard), allerlei Sounds vom Sampler, verschiedenes Elektronisches und ab und an Wilsons eher zurückhaltende, leicht spacig-floydige E-Gitarre. In zwei Nummern (dem ersten und dem letzten Stück) lässt Mark Feltham zudem seine Mundharmonika aufheulen. Wer für die schöne knarzige Violineneinlage im zweiten Teil von "Ringing The Bell Backwards" verantwortlich ist, wird in den Credits allerdings nicht verraten.

Das Ergebnis sind 6 lange, atmosphärische und meist gemächlich aus den Boxen fliessende Stücke, die zwischen eher songorientierten Artpopabschnitten (meist dann, wenn auch gesungen wird) und ausladenderen, progressiv-elektronischen, oft aber sehr rhythmischen Tongemälden abwechseln. Dabei hängt dem Album oft eine eigenartige, weiche Melancholie an, eine zerbrechliche Entrücktheit, die der Musik einen seltsam nächtlichen, grauschwarzen Charakter verleiht. Ab und zu nimmt das Ganze aber auch deutlich Fahrt auf, vor allem in "Sleepers Awake", wenn echte und elektronische Perkussion und allerlei wabernde, dröhnende und hupende Tastensounds umeinander tanzen.

Wer die weiter oben erwähnten Musiker und Bands schätzt, insbesondere David Sylvian, Talk Talk und Bark Psychosis, der sollte sich "Stone to Flesh" dringend zulegen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.3.2008
Letzte Änderung: 18.11.2012
Wertung: 12/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 3)


Man schnalle sich an: angekündigt wurde "Stone to Flesh" als das Progressive Rock-Album der Herren Jansen und Barbieri. Da saß ich nun als Progrocker und Japanexperte und bekam freilich feuchte Hände. Selbstverständlich meinte man mit Progressive Rock nicht wirklich, was der gemeine TFK-Fan darunter versteht, vielmehr schielten und zielten die beiden wohl in die Kerbe die Sylvian mit Werken wie Gone to Earth geschlagen hatte.

"Mother London" eröffnet das Album jedoch schwach. Für meine Ohren klingt das Stück ausgesprochen krampfhaft nach Sylvian und Jansens (ich muss es hier leider sagen) öder Gesang sorgt für das große Gähnen zu Beginn der Fleischwerdung. Neulinge und interessierte Außenstehende nutzen bei den ersten Durchläufen am geschicktesten die Skip-Funktion ihres CD-Players. Doch dann, "Sleepers Awake"! War da Selbstironie bei der Betitelung am Werke? Stück Nr. 2 kommt glücklicherweise instrumental und überzeugt den Hörer ebenso wie das sylvianesque "Ringing the Bell Backwards". "Sleepers" ist flott, fast ungewöhnlich flott für JB (es erinnert mich stark an so manchen Solostoff von Herrn Nic Potter), "Ringing" hingegen gewinnt sicher einen Preis in dem imaginären Wettbewerb "How To Write & Record A Sylvian-Song". Aber, was erzähle ich da? Genau das suche ich doch auf diesem Album...

Nach einem bedächtigen Intro wird es nun atmosphärisch und rhythmisch zugleich auf "Swim There". Barbieris Keyboard-Bass versucht immer wieder das verwaschene Spiel von Mick Karn zu imitieren und wirkt damit unbeholfen niedlich. Gut, wer da verzeihen kann. Wie auch "Mother London" und "Ringing the Ball Backwards" klingen die Gesangspassagen aus "Closer Than 'i'" ähnlich den Aufnahmen der beiden Musiker unter dem Bandnamen The Dolphin Brothers ("Catch the Fall" hieß das gelungene Pop-Album). Und wie eine 90er Jahre Produktion von Japan (anders als RTC) wirkt das abschließende "Everything Ends in Darkness". Die Reise geht, wenngleich ohne dessen Brillanz, in Richtung des Japan-Stückes "Life Without Buildings".

Wenn dies also der Welt als Progressive Rock dargereicht wird, so kann ich wunderbar damit leben, denn "Stone to Flesh" mag zwar kein Meilenstein geworden sein, doch ist es sicherlich ein gelungenes Werk, das all jenen die RTC mochten ebenfalls gefallen sollte. Reinbeißen.

Anspieltipp(s): Sleepers Awake
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2009
Letzte Änderung: 18.11.2012
Wertung: 10/15
Evtl. inkl. Fanpunkt

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Nur der Song SLEEPERS AWAKE schaffte es von diesem Debüt auf die spätere Live CD „Lumen“. Natürlich sagt das nicht direkt etwas über die Qualität dieses Albums aus. Da die Musiker die Songs aber nicht für gut genug hielten sie live zu veröffentlichen beweist dennoch, dass sie ihnen nicht wichtig genug waren.

MOTHER LONDON ist langsam und bedächtig und Steve Jansen singt wie sein Bruder David Sylvian. Die Ähnlichkeit ist frappierend. Durch die Mundharmonika erinnert der Song auch an die späten Talk Talk.......der Aufbau des Songs, die Instrumentierung, die minimale Rhythmik, einfach alles. Bei SLEEPERS AWAKE steht Steven Wilson dann als Gastmusiker an der Gitarre. Der Song hätte gut auf das Album „Voyage 34“ von Porcupine Tree gepasst.

Orientalisch klingt RINGING THE BELL BACKWARDS Part 1. Viel Percussion, die Stimme von Jansen und im Hintergrund machen sich langsam Soundscapes bemerkbar. Das klingt sehr nach Rain Tree Crow, der Reunion-CD Anfang der 90'er. Der Anteil von Rain Tree Crow-Elementen ist tatsächlich auf dem gesamten Album hoch. Da schließt sich das ruhig dahin fließende SWIM THERE nahtlos an. Man wartet förmlich darauf, dass David Sylvian mit singen anfängt.

Auf meiner Version ist auch noch das sehr experimentelle MAP OF FALLING als Bonus drauf. Nett, aber entbehrlich.

Insgesamt ist mir das Album zu ruhig. Für Fans von fast schon transzendentalen, elektronischen Klängen werden die 50 Minuten wie im Flug vergehen. Alle anderen lieber Finger weg.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.1.2018
Letzte Änderung: 30.1.2018
Wertung: 9/15
schwächer als das Livealbum „Lumen“

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Steve Jansen - Richard Barbieri

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 stories across borders 10.00 1
2015 Lumen 11.00 2

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