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Birds And Buildings

Bantam To Behemoth

(Tipp des Monats 4/2008)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: instrumental; Canterbury; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Emkog Records
Durchschnittswertung: 10.6/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Dan Britton Keyboards, Guitars, Vocals
Malcolm McDuffie Drums
Brian Falkowski Saxophones, Flute, Clarinet
Brett d'Annon Bass, Guitars

Gastmusiker

Megan Wheatley Vocals on Track 5

Tracklist

Disc 1
1. Birds Flying Into Buildings 9.13
2. Terra Fire   (Vocal) 3.36
3. Tunguska   (Vocal) 6.33
4. Caution Congregates And Forms A Storms 10.53
5. Chronicle Of The Invisble River Of Stone   (Vocal) 9.19
6. Yucatan 65: The Agitation Of The Masa 10.35
7. Chakra Khan   (Vocal) 5.59
8. Battalion   (Vocal) 9.55
9. Sunken City, Sunny Day 3.23
Gesamtlaufzeit69:26


Rezensionen


Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 1 von 5)


Der Keyboarder Dan Britton war mir schon mit seinen letzten beiden Projekten Deluge Grander und Cerebus Effect angenehm positiv in der US-amerikanischen Retro-Szene aufgefallen: Kein more of the same, kein stupides Imitieren von alten Helden (meistens Yes oder Genesis), kein Zusammenschustern von Zitaten (man denke nur an all die Gentle Giant-Quasi-Zitate bei den frühen Spock's Beard), stattdessen exzellenter Retro-Prog mit einem gehörigen Schuss Jazzrock und (last but not least) mit Eiern. Mit seinem neuesten Projekt Birds And Buildings führt er diese Entwicklung nahtlos fort und zeigt sich in allen Gebieten noch einmal verbessert. Wen wundert's: Bei Birds and Buildings hat sich ein Quartett absoluter Meister zusammengefunden, die ihre Instrumente mit Können und mit Leidenschaft beherrschen und darüberhinaus auch noch in der Lage sind, dies zu einem stimmigen Ergebnis - eben dem Debütalbum "Bantam To Behemoth" - zusammen zu führen. Herausragend für mich neben Keyboarder Britton ist Drummer Malcolm McDuffie mit seinem fantasievollen Spiel.

Das Ergebnis ist, trotz einiger Vorbehalte in Sachen Gesang und Produktion (beides stört mich allerdings mit zunehmenden Hör-Durchläufen immer weniger), das wahrscheinlich beste Retro-Prog-Album, dass ich seit langer, langer Zeit gehört habe. Ehrlich gesagt fallen mir noch nur KBB ein, die in Sachen Spielfreude mithalten können): Retroprog endlich einmal nicht als Plagiat (etwa wie bei Glass Hammer, bei denen ich nie weiss, wie ernst sie alles meinen), kein krampfiges Imitat (The Flower Kings), kein postmodernes, ironisches Augenzwinkern (The Tangent), nur pure Energie, Intelligenz und Spielfreude, ganz im Geist und im Sound der glorreichen Zeiten, jedoch absolut originell. Die Einflüsse sind so vielfältig, so individualisiert, dass jeder andere Referenzbands nennen heraushören kann. "Bantam To Behemoth" imitiert in Wirklichkeit nicht eine oder mehrere Bands, sondern ist vielmehr eine Neuschöpfung, ganz im Stil der Experimentierfreudigkeit der Hochphase des Progressive Rock. Das Album ist folglich nicht nur für den Retro-Prog-Fan ein Muss, es ist ebenso absolut hörens- und entdeckenswert für all jene, die mit dem üblichen Retro-Schmock nix anfangen können, die die alten Meister aus den 1970ern aber hingebungsvoll lieben. Hier gibt es mehr Fütter.

Anspieltipp(s): Birds Flying Into Buildings, Chakra Khan
Vergleichbar mit: einem Geheimtipp-Album der guten, alten Zeiten...
Veröffentlicht am: 5.4.2008
Letzte Änderung: 5.4.2008
Wertung: 12/15
eigentlich 13, halber Punktabzug wegen des Gesangs, halber Punktabzug wegen der immer noch nicht ganz astereinen Produktion

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 2 von 5)


In der [progrock-dt]-Radioshow habe ich "Birds Flying Into Buildings" gehört und war sofort hin und weg. Dieses Album musste gekauft werden, daran konnten selbst die später gespielten, etwas schwächeren, schon wegen des 'Gesangs', "Tunguska" und "Terra Fire" nicht mehr rütteln.

Birds and Buildings musizieren mit Leidenschaft, Feuer und Drive. Da werden hardrockige Momente mit Jazzrock-Attacken und sinfonischen Momenten munter durcheinander gewirbelt. Den Kollegen kann ich da nur beipflichten, dieses Album ist mit seiner Retro-Attitüde ein echtes Highlight und könnte glatt ein Klassiker aus den Hochzeiten des Progressive Rock sein. Allerdings hätten sich dann Colosseum, Van der Graaf Generator und das Mahavishnu Orchestra zu einer All-Star-Combo vereinigen und wild drauflos rocken müssen. Tja, dieses Erlebnis bietet uns nun also Dan Britton mit seinen Mitstreitern, herrlich!

Leider bietet uns Britton auch seinen 'Gesang'. Ich kann nur spekulieren, was einen offensichtlich begabten und stilsicheren Musiker dazu treibt, sein Album derart zu "verzieren". Ich neige dazu Britton hier Absicht zu unterstellen und damit einen besonders schrägen Effekt setzen zu wollen. Und zumindest in "Battalion", wenn Britton quasi unisono mit einer aufsteigenden Basslinie singt, klappt das sogar. Aber das ist nur Spekulation und da ich die anderen Bands und Alben von Britton (noch) nicht kenne, habe ich auch keinen Vergleich, wie er dort singt.

Brittons variantenreiches, geschmack- und druckvolles Keyboardspiel steht jedenfalls außerhalb jeder Kritik. Interessant die anscheinend vom Keyboard kommende marimba-artige Percussion. Und das gleiche gilt auch für seine musikalischen Mitstreiter, von denen allerdings noch Schlagzeuger Gaffney ein Sonderlob für sein virtuoses Spiel einheimst. Aber, wie gesagt, auch Bassist Brett d'Anon überzeugt durch ungewöhnliche Linien und profundes Spiel und Brian Falkowski sorgt mit Sax, Trompete und Flöte für die jazzigen Momente.

Eines muss ich allerdings noch loswerden: "Bantam to Behemoth" ist ein starkes Album, welches für sich steht. Da ist es eher abwertend, dieses Album quasi über andere Retro-Prog-Acts definieren zu wollen, die vermeintlich weniger prickelnde Werke abgeliefert haben (genauso wie umgekehrt dieses Album als "Bash" zu verwenden).

Anspieltipp(s): Birds Flying Into Buildings
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.4.2008
Letzte Änderung: 15.11.2013
Wertung: 12/15
ohne 'Gesang' vielleicht auch mehr

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Von: Dirk Reuter @ (Rezension 3 von 5)


Also, wer hier Retro-Prog oder gar Canterbury heraushören will, braucht schon eine Menge Fantasie. Was ich da höre ist extrem schwacher "Gesang" (?) - das Problem hat Thomas bereits erörtert -, schlecht reproduzierte Fripp´sche Soundexperimente der frühen 80er (man stelle sich das ohnehin schon unsägliche "Let the Power fall" von einem schlechteren Gitarristen als Robert Fripp gespielt vor) und Zappa-Zitate, die längst jeder kennt, aber keiner mehr hören will.

Das klingt jetzt zunächst einmal nach Totalverriss, soll es aber gar nicht werden. Vielmehr möchte ich die mögliche Erwartungshaltung, die Leser angesichts der bereits verfassten Rezensionen aufgebaut haben könnten, ein wenig zurecht rücken. Nein, Freunde des klassischen Prog im Stil von Genesis oder Yes werden sich eher schwer tun mit diesem Album. Canterbury-Fans wird die klare Struktur fehlen und Retro-Progger lassen besser die Finger von dieser CD, denn sie hat nichts, aber auch gar nichts mit den üblichen Retro-Verdächtigen wie Flower Kings oder Spock´s Beard zu tun. Dazu ist die Musik, trotz der oben erwähnten Kritikpunkte, schon ein wenig zu eigenständig. Frogg Café sind tatsächlich ein Vergleich, der an manchen Stellen zieht, allerdings mag ich die Band um Nick Lieto doch um Einiges lieber.

Nichts, was ich hier zu hören bekomme, zündet in irgendeiner Weise. Auch das von Sal erwähnte fantasievolle Spiel eines Drummers - ein solches wäre für mich etwa Bill Brufords virtuose Behandlung des Instruments auf King Crimsons "Red" - kann ich hier nicht erkennen.

Um die Musik auf "Bantam to Behemoth" zu charakterisieren, möchte ich Douglas Adams´ "Per Anhalter durch die Galaxis" bemühen: größtenteils harmlos. Nicht schlecht gespielt, aber absolut ohne Leben. Es mag Momente geben, in denen ich die CD wieder mal einlegen werde, aber diese Momente werden nicht sehr häufig sein.

Anspieltipp(s): egal
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.6.2008
Letzte Änderung: 15.11.2013
Wertung: 6/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 4 von 5)


Manchmal sollte man den babyblauen Kollegen einfach mehr vertrauen. Beim Freakparade-Festival jüngst in Würzburg habe ich mir dieses Album per gutem Zureden mehr oder weniger aufdrängen lassen und es mit spitzen Fingern angefasst, als verbreite es eine ansteckende Krankheit. Der Blick aufs Cover ließ in der Tat Schlimmes befürchten. Außen: Hieronymus Bosch, innen: potthässlich. Und dann noch Blubber-Sprüche drauf wie "The enduring symmetry is enhanced" etc. Und vorm Gesang wurde ich sogar von den Fürsprechern der Platte gewarnt!

Aber jetzt sitz ich da und höre zum x-ten Mal ein tolles Album. Der Gesang, der wirklich nicht viel taugt, stört kaum, weil er im Ganzen fast untergeht. Dafür gibts jede Menge Prog, der zwar eindeutig "retro" klingt, aber im Gegensatz zur Masse des üblichen retrogressiven Gedudels viel Pfeffer hat. Was sonst höchst selten passiert: Ich fühle mich in gewissen Momenten tatsächlich an große Zeiten des Progs nicht nur erinnert, sondern schmecke deutlich was davon.

Die Band um Dan Britton zeigt, dass sich "klassischer" Prog auch im Jahr 2008 noch spielen und nicht nur als Kulisse inszenieren lässt - trotz des albernen Covers. Abwechslung ist dabei Trumpf, das Spektrum reicht von der großen Prog-Gebärde mit Mellotron bis hin zu viel jagendem, flinken Instrumentalspiel mit jazz-rockigem Touch.

Während sich Prog im Stile der 70er heute oft schrecklich "nachgemacht" anhört, vermitteln Birds and Buildigs mit dieser CD ein Gefühl authentischer Musikalität, die in sich stimmig ist und nicht bloß als Replik funktioniert. Hoffentlich bleibts auch künftig so.

Die Platte ist hier schon dreimal zutreffend positiv gewertet worden, wenn ich es jetzt ein viertes Mal tue, dann vor allem, um sie nochmal ein bisschen ins Licht zu rücken. Und wer auf mich lieber nicht hören will, der vertraue einfach den anderen positiven Rezensionen - sie loben mit guten Gründen. Und warum sollte man einen "Tipp des Monats" von April nicht auch noch im November empfehlen?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.11.2008
Letzte Änderung: 9.3.2012
Wertung: 11/15
Könnten auch 12 sein, aber wegen des Gesangs muss man ein Pünktlein abziehen. Die Gruppe sollte da schließlich mal n bisschen Ehrgeiz entwickeln.

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 5 von 5)


"Birds and Buildings" ist mein Album des Jahres 2008.

Mich begeistert das handwerkliche Können sämtlicher Musiker an ihren jeweiligen Instrumenten, welches durch hörbare Spielfreude nie zum Selbstzweck verkommt sowie die spannenden und abwechslungsreichen Kompositionen, in denen gekonnt verschiedene Stilrichtungen zu einem homogenen Ganzen verknüpft werden. Jedes Stück ist für sich ein kleines Meisterwerk. Speziell "Birds flying into Buildings" und "Caution Congregates And Forms A Storms" jagen mir immer wieder wohlige Schauer über den Rücken. Das rockt, holpert, zwirbelt und trötet, dass es eine Freude ist. Der Gesang stört im Übrigen überhaupt nicht.

Den Vergleich mit Douglas Adams finde ich hier doch etwas unpassend. "Birds and Buildings" ist einfach zu gut, um bloss harmlos zu sein. Ich habe in den letzten Jahren nur wenige neue Alben gehört, die mich mehr beeindruckt haben.

Anspieltipp(s): durchhören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.1.2010
Letzte Änderung: 14.1.2010
Wertung: 12/15
die besten Momente 14

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Multipurpose Trap 11.50 4

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