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FM
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FM

Black Noise

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (CD-Reissue 2013, Esoteric Recordings)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: CBC Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Cameron Hawkins Synthesizer, Bass, Klavier, Lead-Gesang
Martin Deller Schlagzeug, Percussion, Synthesizer
Nash The Slash Elektr. Geige und Mandoline, Glockenspiel, Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Phasors On Stun 3:48
2. One O´Clock Tomorrow 6:04
3. Hours 2:33
4. Journey 4:40
5. Dialing For Dharma 3:13
6. Slaughter In Robot Village 5:00
7. Aldebaran 5:01
8. Black Noise 9:55
Gesamtlaufzeit40:14


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Das Debut der kanadischen Band FM stammt aus dem Jahr 1977. Die kanadischen FM dürfen auf keinen Fall mit der britischen Mainstream-Combo gleichen Namens verwechselt werden. Es handelt sich um ein Trio, wobei die Position des Gitarristen nicht besetzt ist. Daher können natürlich gleich Parallelen zu ELP gezogen werden. Gemeinsamkeiten muß man jedoch mit der Lupe suchen. Wenn man berücksichtigt, daß ein Musiker mit dem originellen Spitznamen Nash The Slash eine elektrische Violine spielt, denkt man natürlich gleich an UK. Hier sind schon gewisse Gemeinsamkeiten vorhanden. Es fällt jedoch auf, daß "Black Noise" ein Jahr vor der Veröffentlichung des legendären Debuts von UK herauskam. Daher ist die Wahl der elektrischen Violine und gewisse musikalische Gemeinsamkeiten eher zufällig.

FM verstehen auf ihrem Debut eine ausgewogene Mischung aus kompakten Songs und längeren Titeln zu präsentieren. Prägendes Element ist neben der besagten elektrischen Violine auch eine elektrische Mandoline. Diese klingt ziemlich verzerrt, so daß die fehlende elektrische Gitarre kompensiert wird. Auffällig sind auch die aggressiven Keyboards von Cameron Hawkins, der außerdem auch noch den Baß bedient. Zusätzlich steuert er auch noch den überaus angenehmen Gesang bei. Vergessen darf man natürlich auch nicht das gute Schlagzeugspiel von Martin Deller.

Als einen der Höhepunkte des Albums muß man am Anfang gleich einen Titel namens "Phasors On Stun" hervorheben, der eine Paradebeispiel dafür ist, daß man auch einen Progsong schreiben kann, der weit unterhalb der 4-Minutengrenze liegt. Natürlich bleibt hier kein Raum mehr für solch eine Komplexität wie man sie von Yes gewohnt ist. Auf jeden Fall ist der Stil von FM sowieso eher von der rockigen Art und man merkt, daß es sich um eine nordamerikanische Band handelt.

Neben den aggressiven Synthies besitzt das besagte "Phasors On Stun" einen Ohrwurmrefrain, der auf dem Progsektor seinesgleichen sucht.Melodisch geht es dann mit "One O´Clock Tomorrow" weiter. Auf dem ersten Instrumental "Hours" rückt die Geige in den Vordergrund, weshalb auf diesem Titel eine gewisse Ähnlickkeit zu Kansas nicht verleugnet werden kann. Der sehr dynamische und rockige Titel stellt den absoluten Höhepunkt des Albums dar. Teilweise habe ich hier den Eindruck, daß FM einige Elemente von Saga schon vorweggenommen haben. Beide stammen schließlich auch aus dem Großraum Toronto.

Es folgen zwei ebenfalls hevorragende Instrumentaltitel. Im Fall der überwiegend im Science-Fiction-Bereich angesiedelten Texte fällt eine weitere Gemeinsamkeit mit Saga auf, die sich in ihrer Frühphase ja ebenfalls sehr gerne aus diesem Bereich inspirieren ließen. Es ist gut möglich, daß FM in der Tat eine Inspiration für Saga waren, obwohl der Stil von FM auf "Black Noise" aber doch komplexer ist.

Ein weiterer Höhepunkt schließt das Album in der Form des Titelsongs ab. Neben der erneut wunderbar verzerrten elektrischen Geige bzw. Mandoline ist hier auch das überaus markante Baßspiel von dem Bandkopf Cameron Hawkins auffällig.

Somit gehört "Black Noise" zu einem der Höhepunkte des nordamerikanischen Progressive Rocks der 70er Jahre. Zu betonen ist nochmals, daß die Komplexität der britischen Vorbilder nicht erreicht wird. Mit dem rockigen und kompaktem Sound klang man aber bereits im Jahre 1977 fast schon wieder moderner als manche der heutigen Bands aus dem Neo-Prog-Bereich, die ebenfalls eine rockigere Richtung verfolgen.

Anspieltipp(s): Phasors On Stun, Black Noise
Vergleichbar mit: UK, Saga
Veröffentlicht am: 13.5.2002
Letzte Änderung: 13.5.2002
Wertung: 13/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Im Herbst 1976 spielten FM aus Toronto ihr erstes Konzert (in einer Lokalität namens "A Space"), und zwar als Duo: Cameron Hawkins (Tasten, Bass, Gesang) und Jeff Plewman alias Nash The Slash (Geige, Mandoline - beide elektrisch verstärkt). Für den Rhythmus sorgte eine primitive Drum Machine. Erst im Frühjahr 1977 stieß mit Martin Deller ein Schlagzeuger zur Band. Das Trio erregte in und um Toronto Aufsehen (allzu viele Bands in dieser Besetzung gab es dort damals nicht) und im Sommer 1977 bot die Canadian Broadcasting Cooperation (CBC) der Gruppe an deren Debütalbum zu finanzieren. Dieses wurde dann im Sound Interchange Studio eingespielt und noch im selben Jahr von CBC in kleiner Auflage in Kanada veröffentlicht (500 Stück).

Ein Jahr später wurde die Scheibe dann von Passport Records lizenziert und weltweit veröffentlicht (so um die 250000 LPs wurden abgesetzt). Die LP-Version von "Black Noise" war auch bis vor kurzem die einfachste und günstigste Möglichkeit sich das FM-Debüt zuzulegen. Das Album wurde zwar in den 90ern auf CD wieder aufgelegt, doch diese Version war lange vergriffen (vermutlich betrug die Auflage nicht 250000). Im Frühjahr 2013 wurde "Black Noise" dann von Esoteric Records wieder veröffentlicht, remastert und auch sonst ansprechend und informativ verpackt.

Nordamerikanischen Prog machen FM, bestimmt von Hawkins' Tasten bzw. Bass und Dellers Schlagzeug, die die Grundlage schaffen für Nash The Slashs Einlagen an E-Geige und E-Mandoline (die eigentlich nicht viel anders klingt als eine E-Gitarre). Das Ergebnis ist ein meist melodischer, leidlich komplexer Prog (bestimmt kein "black noise"), der oft - meist wenn Gesungen wird - US-AOR-Gefilden recht nahe kommt, eher hymnisch-melodisch ausgefallen ist (und dabei manchmal fast wie Proto-Neoprog klingt - "Phasors on stun" oder "Aldeberan"), dann wieder fast wave-artig, bisweilen aber auch jazzig-rockig und ein wenig elektronisch-experimentell (man höre "Slaughter in Robot Village" oder das abschließende Titelstück) aus den Boxen kommt.

"Black Noise" ist ein unterhaltsames, sehr gut anhörbares AOR-Prog-Album, das recht typische, nordamerikanische Rockschemen der späteren 70er Jahre mit klassischem, mitunter von der Geige bestimmtem, ansonsten von allerlei (damals modernem) elektronischem Tastenwerk dominiertem Prog verbindet. Das ist alles sehr ordentlich gemacht, insbesondere im langen Titelstück, doch den Meisterwerkstatus, den mein Vorschreiber dem Album zubilligt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Dazu wird es hier doch oft reichlich süsslich (man höre z.B. "One O'Clock Tomorrow"). Auf ihrem Zweitling (siehe "Direct to disc") waren FM jedenfalls deutlich progressiver unterwegs.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.3.2013
Letzte Änderung: 20.4.2015
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von FM

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1978 Direct to disc 11.00 1
1979 Surveillance 7.00 1
2014 NEARfest 2006 10.00 1
2015 Transformation 11.00 1

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