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The Future Sound Of London

Dead Cities

(Siehe auch: Leitfaden "Elektronische Musik")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1996 (Detaillierte Informationen zu des "Samples" siehe Booklet)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Moderne Electronica; sonstiges
Label: Virgin Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Brian Dougans keyboards, samples
Gary Cobain keyboards, samples

Tracklist

Disc 1
1. Herd Killing 2.37
2. Dead Cities   (Vocal sample by Laurence Fishburne) 6.37
3. Her face forms in summertime 5.38
4. We have explosive 6.19
5. Everyone in the world is doing something without me 4.10
6. My kindom   (Vocal sample by Vangelis, from the Bladerunner soundtrack & guitar sample taken from "Pungent Effulgent" by Ozric Tentacles) 5.47
7. Max 2.48
8. Antique toy 5.43
9. [Kein übergeordneter Titel]

1. Quagmire 5.13
2. In a state of permanent abyss 1.44

6.57
10. Glass 5.38
11. Yage 7.32
12. [Kein übergeordneter Titel]

1. Vit drowning 4.48
2. Through your gills I breathe 0.44

5.32
13. [Kein übergeordneter Titel]

1. First death in the family 2.18
2. Silence 1.00

4.46
14. Dead Cities Reprise   (Hidden track by Headstone Lane) 1.28
Gesamtlaufzeit71:32


Rezensionen


Von: Kai Lorenz Kruppa @


Selten haben Albumtitel und Musikstil so gut zueinander gepasst wie beim 1996er-Album »Dead Cities« vom britischen Elektro-Duo »The Future Sound of London« (FSOL). Eine düstere, unheimliche und unendlich pessimistische Atmosphäre durchzieht die 13 Titel wie ein roter, blutiger Faden. Die fast in jeder Sekunde zum Ausdruck gebrachte Trostlosigkeit erfordert vom Zuhörer ein vergleichsweise hohes Maß an emotionaler Stabilität, denn die »toten Städte«, die sich beim Zuhören vor dem geistigen Auge auftun, laden nicht gerade zum Verweilen ein. Die für Großstädte so typischen Merkmale wie Anonymität und Asozialität begegnen einem hier in ihrer reinsten Form. Aufgegebene Städte sozusagen, die, gelinde gesagt, für das Anlegen und Pflegen von Grünflächen wohl nichts mehr übrig haben. Das Cover-Artwork mit dem androgynen, halbtoten Greis verstärkt nochmals diesen »negativen« Eindruck. Geradezu zwangsläufig denkt man bei »Dead Cities« an die vielen Kinofilme, deren Handlungsstränge sich um allerlei apokalyptische, inhumane Zukunftsvisionen drehen. Prominentestes Beispiel ist sicherlich »John Carpenter’s Escape from New York«. Der legendäre Science-Fiction-Film von 1981 erzählt die Geschichte eines ehemaligen Elitesoldaten, der den Auftrag erhält, den US-amerikanischen Präsidenten aus einem Großgefängnis zu befreien – New York City. Man könnte allerdings auch des SF-Kultfilm »Blade Runner« bemühen, dessen Soundtrack übrigens zu einem kleinen Teil Eingang in das hier zu besprechende Album gefunden hat. Wer aus diesen Klassikern der Kinogeschichte noch das eine oder andere Bild in sich trägt, der wird wissen, was hier gemeint ist.

Die Intensität dieses Albums ist geradezu überwältigend, und das Zuhören gestaltet sich spannender als mancher Kinoabend. Gleich zu Beginn des Albums dominieren heftige, teils recht monotone Schläge des elektronischen Drumkits. Angereichert mit sterilen und vielfach fremdartigen Geräuschen, Soundschnipseln und Stimmeneffekten geben die insgesamt dreizehn Stücke ziemlich verstörende Klangbilder ab, welche zudem zum Zuhörer stets eine kühle Distanz wahren möchten. Es liegt somit an Letzterem, aus diesen Klangbildern selbst etwas zu machen. »Kopfkino« ist hier das richtige Stichwort. Manche Sequenzen scheinen nichts anderes zu sein als eine penetrant angetragene Aufforderung, endlich das passende Drehbuch zu schreiben. Zur Information: Es verbirgt sich hinter »Dead Cities« tatsächlich eine (Zukunfts-) Geschichte, die in FSOL die idealen Übersetzer gefunden hat (mehr dazu in den babyblauen Leitfäden). Der nahezu vollständige Verzicht auf konventionelle Melodieführungen strapaziert die Geduld und Toleranz des Zuhörers teilweise bis zur Schmerzgrenze (und auch darüber hinaus), weshalb an dieser Stelle sogleich eine Warnung an alle Liebhaber ruhigerer elektronischer Töne ausgesprochen werden soll. »We have explosive«, das vierte Stück, gehört vor diesem Hintergrund sicherlich zu den Höhepunkten dieses Albums – der perfekte Titel für halblegale und wahrhaft gruselige Underground-Clubs. Selten wurde in der Vergangenheit eine solch ungeheure musikalische Vielfalt auf eine einzige silberne Scheibe gepresst. »Dead Cities« ist ein beeindruckendes Album, das man – einmal angehört – nicht so schnell wird vergessen können. Ob man will, oder nicht, denn eine Geschmacksfrage ist es in diesem Fall nicht.

Anspieltipp(s): We have explosive; Antique toy
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.7.2008
Letzte Änderung: 12.7.2008
Wertung: 12/15
Musik 10 Punkte, die Dramaturgie verdient aber zwei Bonuspunkte!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Future Sound Of London

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Lifeforms 13.00 1
1994 Paths 1-7:Lifeforms 12.00 1

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