SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
20.7.2018
Distorted Harmony - A Way Out
Three - Live Boston '88
Koenjihyakkei - DHORIMVISKHA
The Enid - Live At Loreley
Southern Empire - Civilisation
Marcello Giombini - Synthomania
19.7.2018
Cavern Of Anti-Matter - Hormone Lemonade
Twelfth Night - Fact and Fiction
Spock's Beard - Noise Floor
17.7.2018
Deafening Opera - Let Silence Fall
Ihsahn - Àmr
16.7.2018
Twelfth Night - Fact and Fiction
The Sea Within - The Sea Within
Mystery - Lies and Butterflies
15.7.2018
Ragnar Grippe - Sand
Klaus Schulze - Silhouettes
Malaavia - Frammenti Compiuti
14.7.2018
Pixie Ninja - Ultrasound
ARCHIV
STATISTIK
24790 Rezensionen zu 16972 Alben von 6609 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Klaus Schulze & Lisa Gerrard

Rheingold (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: improvisiert; DVD; Ambient; Elektronische Musik
Label: Synthetic Symphony/SPV
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Klaus Schulze Elektronik
Lisa Gerrad Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Alberich 24:56
2. Loreley 39:38
3. Wotan 10:03
4. Wellgunde 14:56
5. Nothung 11:24
Gesamtlaufzeit100:57
Disc 2
1. The Real World of Klaus Schulze 61:00
2. Steven Wilson meets Klaus Schulze 68:00
Gesamtlaufzeit129:00


Rezensionen


Von: Michael Büttgen @ (Rezension 1 von 2)


Der 18. Juli 2008 war wohl ein ganz besonderer Tag für alle Fans des Elektronikpioniers Klaus Schulze. Nach 5 Jahren der Bühnenabstinenz stattete der sympathische Berliner dem Publikum des Night of the Prog-Festivals auf der Loreley einen Besuch ab. Diese Tatsache alleine hätte schon gereicht, um auf den Knien zu diesem Festival zu pilgern. Aber der Meister der elektronischen Musik setzte noch eins drauf. Im Zuge der Veröffentlichung des Albums "Farscape" nutzte Schulze die Gelegenheit, packte sich noch die fantastische Lisa Gerrard mit auf die Bühne und lieferte ein atemberaubendes, legendäres Konzert ab, welches – Gott sei dank! " auf DVD (und CD) festgehalten wurde.

"Meine lieben Freunde, ich glaube ich bin glücklicher als ihr, dass ich hier noch mal stehen darf... Ich spiele jetzt mal ein halbes Stündchen oder so und dann kommt Lisa.", spricht er, setzt sich vor seine beeindruckende Wand aus Sequenzern und hinter seine geliebten Synthies (alles alte Stücke aus den 80ern, die er selbstverständlich auch ALLE benutzt!) und legt los. Mit unglaublich viel Leidenschaft und Hingabe. Genau wie sein begeistertes Publikum, welches ihn zwischenzeitlich an einer leisen Stelle, mit Applaus unterbricht, worauf er nach vorne zum Mikro geht und nicht etwa so was wie "Shut the Fuck Up!" sagt, sondern: "Hallöchen! Liebe Leute, ich wollte eigentlich gar nicht aufhören, ich wollte nur leiser werden, aber wenn ihr so applaudiert, dann höre ich natürlich erst mal auf und genieße euren Beifall."

Die Musik und deren Ausrichtung auf "Rheingold" ist im Großen und Ganzen dem Album "Farscape" angelehnt. Sehr ruhig, viele Flächen, dezente Loops und Sequenzer. Ungefähr in der Mitte des Stückes "Loreley" gesellt sich Lisa Gerrard dazu. In einem blauen Abendkleid singt die charismatische Australierin erhaben wie eh und je und sorgt ein ums andere Mal für eine meterdicke Gänsehaut, die einfach nicht mehr weichen möchte, weil einem die Atmosphäre dieses Konzertes so gefangen nimmt.

Gegen Ende dieses großartigen Konzertes fordert das Publikum natürlich eine Zugabe. Der Meister himself kommt noch mal auf die Bühne und fragt: "Wollt ihr lieber noch was Schnelles mit Sequenzern und so, oder lieber noch was mit Lisa?" Die eine Hälfte schreit "Sequenzer!", die andere "Lisaaaa!". Kein Grund zur Panik: "Okay, ich mach euch einen Vorschlag, ich spiele jetzt noch was Schnelles mit Sequenzern, nicht so lange, weil wir hier um 1 Uhr aufhören müssen, und danach spiel ich noch was mit Lisa, okay?" So einen Service wünsche ich mir auch mal bei dem ein oder anderen Progkonzert ;-)

Überhaupt: Es ist absolut faszinierend, wie hochprofessionell und trotzdem spontan diese beiden Ausnahmekünstler interagieren. Jede einzelne Note ist improvisiert und nicht ein einziges Mal wurde geprobt, wie es Schulze selbst auf DVD Nr. 2 erklärt.

Diese enthält übrigens eine einstündige Dokumentation über den Aufnahmeprozess der DVD, der in den Real World-Studios von Peter Gabriel stattgefunden hat, sowie ein langes Gespräch zwischen Steven Wilson und Klaus Schulze.

Die Dokumentation unterstreicht dann auch ein weiteres Mal, was für ein absolut sympathischer, netter und auf dem Boden gebliebener Zeitgenosse der Herr der Minimoogs eigentlich ist. So wackelt er z.B. auf das Gelände des Herrn Gabriel und kommentiert die recht imposante Erscheinung des Studios mit "Wat is dat denn?", oder beurteilt seine eigene Musik, die ihm das 5.1-Studiosystem durch die spärliche Matte fönt, mit "Boah, hört sich das geil an! Ich bin ja doch ein guter Musiker."

Das Gespräch mit Steven Wilson ist einmal mehr hochinteressant und auch mit bloßen Schulenglischkenntnissen gut zu verstehen (deutsche Untertitel gibt es keine). Man erfährt sehr viel - und zwar über beide Künstler, die sich doch in einigen Punkten sehr ähnlich sind. Wilson z.B. erklärt u.a., wie er die elektronische Musik der Berliner Schule von Schulze und Tangerine Dream entdeckt hat und Schulze, wie er sie gemacht hat. Auch Produktionstechnik und das Musikbusiness sind bei den beiden Techniknerds ein Thema in den fast 70 Minuten, die übrigens wie im Flug vergehen.

Alles in allem ist "Rheingold" ein wunderbares Live-Dokument geworden. Nicht nur das fantastische Konzert ist vorbildlich eingefangen worden, auch der Musiker Klaus Schulze steht hier endlich mal als Person im Vordergrund und eröffnet seinen Fans einen schönen Einblick in seine Arbeit.

Der 5.1-Mix ist vorbildlich, die Produktion schön druckvoll und auf Overdubs wurde ebenfalls verzichtet (Schulze:"Ihr habt ja eh die Bootlegs und könnt das kontrollieren."). Erhältlich ist neben dem hier besprochenen 2-DVD-Set auch ein 2-CD-Digipackalbum, sowie eine limiterte 2-DVD/2-CD Special Edition.

Jeder, der sich auch nur ansatzweise für elektronische Musik und Klaus Schulze interessiert, sollte sich dieses eindrucksvolle Live-Dokument besorgen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.12.2008
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 13/15
die 2 Fanboypunkte habe ich schon abgezogen ;-)

Zum Seitenanfang

Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 2 von 2)


Dass das Aufeinandertreffen zweier so wichtiger musikalischer Persönlichkeiten wie Klaus Schulze und der vielseitig versierten australischen Sängerin Lisa Gerrard (ehemals die weibliche Hälfte von Dead Can Dance; heuer nicht zuletzt durch ihre Soundtracks bekannt) nicht immer von extraordinären Ergebnissen gekrönt sein muss, belegte ihre im Frühsommer erschienene Doppel-CD Farscape. Das Doppelalbum war ein gutes Beispiel dafür, wie sich zwei große Künstler gegenseitig im Wege stehen können: Es hatte Längen und wirkte über weite Strecken ermüdend, zufällig und verkrampft gewollt.

Ganz anders die nun vorliegende Doppel-DVD "Rheingold": Der auf Prog-Festival auf der Loreley entstandene über 100-minütigen Mitschnitt folgt einer echten Dramaturgie (und nicht einer gewollten, wie beim drögen Studioalbum), nämlich der des Comeback-Konzert von Klaus Schulze, der hier zum ersten Mal seit sieben Jahren auf der Bühne steht und schier überwältigt ist von der Atmosphäre und der Nähe zu seinen Fans. In diese Stimmung taucht Lisa Gerrard, die nach einer halben Stunde die Bühne betritt, und lässt sich mitreißen von der 'Chemie' zwischen Schulze und Publikum und inspiriert ihrerseits wieder den Altmeister an den Tasten und Reglern. Durch die Katalysatoren 'Publikum' und 'Unmittelbarkeit' suchen die beiden nicht verkrampft einen gemeinsamen Nenner, der mehr ausdrückt als gegenseitige Hochachtung: Hier lassen sie es einfach geschehen. So enttäuschend das Studio-Album "Farscape" war, so überzeugend gelingt dem Duo Schulze/Gerrard die Live-Performance und das ist erstaunlich, denn die "Zutaten" sind bei beiden Alben natürlich dieselben. Das mir etwas zu lang geratene Intro (Schulze solo) nehme ich dann als warm-up billgend in Kauf.

Auf der zweiten DVD des Sets befinden sich eine aufschlussreiche Doku über die Entstehungsgeschichte der DVD und ein einstündiges (!) Gespräch zwischen Klaus Schulze und Steven Wilson. Beide Filmbeiträge bestechen jetzt gar nicht mal so sehr durch eine Fülle von tollen, ungeahnten Einblicken in die wunderbare Welt der Musik, sondern vor allem durch die unverkrampfte, natürliche Persönlichkeit Schulzes. Das Album ist zeitgleich als Doppel-CD mit einem Studio-Bonus-Track veröffentlicht worden. Die DVD-Ausgabe ist, obwohl es sicher besser gefilmte Konzerte gibt, allein wegen der umfangreichen zusätzlichen Materials auf der zweiten Scheibe gewiss der bessere Deal.

Anspieltipp(s): Loreley
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.12.2008
Letzte Änderung: 16.12.2008
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Klaus Schulze & Lisa Gerrard

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Farscape 10.50 2
2009 Dziekuje Bardzo (DVD) 9.00 1
2013 Big in Europe Vol.1 Warsaw (2DVD+CD) 11.00 1
2014 Big in Europe Vol.2 Amsterdam (2DVD+2CD) 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum