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Schicke Führs Fröhling

Symphonic Pictures

(Siehe auch: Leitfaden "Deutscher Prog der 70er Jahre")
(Archiv-Tipp 6/2010)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Brain
Durchschnittswertung: 13.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Eduard Schicke Schlagzeug
Gerd Führs Keyboards
Heinz Fröhling Gitarre, Bass, Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Tao 8:37
2. Solution 2:54
3. Dialog 5:31
4. Sundrops 2:27
5. Pictures 16:26
Gesamtlaufzeit35:55


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


Das 1975 gegründete Trio aus Eduard Schicke (Schlagzeug), Gerd Führs (Keyboards) und Heinz Fröhling (Gitarre, Bass, Keyboards) gehört zu den originellsten Vertretern des deutschen Prog. Ihre ausschließlich instrumentale Musik ist schwierig zu vergleichen. Einerseits sind sie durch den symphonischen Prog der Siebziger beeinflusst, deutliche Einflüsse kommen aber auch von King Crimson und von der Jazz-Seite. Die SFF-Musik ist trotzdem völlig eigenständig. Drei LPs erschienen zwischen 1976 und 1979, alle drei sind mittlerweile auf einer bei Laser's Edge erschienen Doppel-CD erhältlich.

"Symphonic Pictures" war das Debut des Trios. Ursprünglich sollte es von Frank Zappa produziert werden, der ein großer Bewunderer von SFF war. Da Zappa jedoch zu jener Zeit mit einer eigenen Produktion beschäftigt war, kam diese Zusammenarbeit nicht zustande. Die Musik auf "Symphonic Pictures" ist nichts für die "Melodic" Fraktion, soviel vorneweg. Wer aber auf schräge, ungewöhnliche, originelle Töne steht, kommt hier jedoch voll auf seine Kosten. Häufige Tempo- und Rythmuswechsel auch bei kürzeren Stücken, der Kontrast zwischen atmosphärischen Keyboardflächen und aggressiven Gitarren: das ist wahrhaft progressive Musik, die auch heute, nach über 20 Jahren kein bisschen veraltet klingt.

Interessant sind die offensichtlichen Ähnlichkeiten zwischen dem Titel "Pictures" und dem Song "Jordrok" der schwedischen Groppe Änglagard.

Anspieltipp(s): Pictures
Vergleichbar mit: King Crimson, Änglagård
Veröffentlicht am: 15.5.2002
Letzte Änderung: 15.5.2002
Wertung: 13/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 4)


Das Debüt der aus dem norddeutschen Oldenburg stammenden Formation beglückt den Hörer auch über ein viertel Jahrhundert nach seiner Erstveröffentlichung noch mit perfekt arrangiertem, instrumentalen Progressive Rock. Bezüglich des Stils dieses Trios ist der Albumtitel "Symphonic Pictures" absolutes Programm. SFF ist es gelungen, symphonische Klangbilder von wahrlich erhabener Schönheit zu schaffen.

Allein schon der Opener "Tao" lebt von überaus warmen und weit ausufernden Klanglandschaften. Dabei ergänzen sich das elegante Gitarrenspiel Heinz Fröhlings und die symphonischen Ausflüge des Keyboarders Gerd Führs perfekt. Hierzu gesellt sich das präzise Schlagzeugspiel von Eduard Schicke, der auch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Percussion beisteuert. Dem magischen Klang des Mellotrons kommt gerade auf dem Debüt "Symphonic Pictures" eine tragende Rolle zu.

Nachdem die wahrlich majestätischen Klänge des Openers verklungen sind, leitet "Solution" mit traumhaftem Zusammenspiel von Synthies und Xylophon in zarter Manier zu dem dynamischen Titel "Dialog" über. Hier wird der symphonische Charakter der ersten beiden Titel um abstraktere Klanglandschaften mit einer sehr ausgefeilten und eigenartigen Rhythmik erweitert. Dabei stehen die leicht schrägen Ausflüge an Gitarre und Keyboards aber stets im Einklang mit der typischen Symphonik, die das Album stilistisch prägt. Das kurze "Sundrops" ist dann mehr oder weniger als der Wegbereiter für das große Finale in Form des sagenhaften Longtracks "Pictures" zu sehen.

Die bedrohlich anmutenden Mellotroneinsätze scheinen wirklich die Schweden Änglagard inspiriert zu haben. Die von Jochen angesprochene Ähnlichkeit ist wahrlich frappierend. Ein kräftiger Bass und präzises Schlagzeugspiel treiben diesen Titel auf Basis eines ausgedehnten Mellotronteppichs ungemein effektvoll voran. Ja, gerade mit diesem wahrhaftigen Mellotron-Overkill lassen SFF das Herz eines jeden Mellotron-Fans höher schlagen. In der Prog-Historie kam dieses Tasteninstrument selten derart perfekt zur Geltung. Im weiteren Verlauf glänzen SFF auch mit ruhigen und verträumten Parts, in denen perlendes Klavierspiel auf opulente Mellotronstreicher trifft.

Ein perfekter Sound rundet dieses unvergleichliche Musterbeispiel aus symphonischer Eleganz und ausgefeilter Komplexität ab. Dies verwundert nicht weiter, da sämtliche Alben von Dieter Dierks produziert wurden und natürlich auch in dessen Studio in Stommeln aufgenommen wurden. Ein Meisterwerk!

Anspieltipp(s): Tao, Pictures
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.10.2002
Letzte Änderung: 6.10.2002
Wertung: 14/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 4)


Meine drei Mellotron-Inselalben?

Eines der ersten Genesiswerke ("Dancing with the Moonlit Knight" oder "Can-Utilitiy and the Coastliners"), "Halloween" von Pulsar und ...."Symphonic Pictures" von SFF.

Meine drei Instrumental-Inselalben?

Tubular Bells von Mike Oldfield, Finnforest & Lähtö Matkalle von Finnforest und ...."Symphonic Pictures" von SFF.

Meine drei "zu entdeckende Meisterwerke"-Inselalben?

Pictures von Island, Watercourse way von Shadowfax und ...."Symphonic Pictures" von SFF.

Meine Vorredner haben die Musik der deutschen Prog-Ahnen schon ausführlich beschrieben. Dem ist nichts hinzuzufügen. Mit "Symphonic Pictures" haben Schicke Führs Fröhling ein Meisterwerk geschaffen, das man kennen sollte. Wer Änglagård mag, der kommt an dieser Band nicht vorbei.

Anspieltipp(s): Pictures
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.9.2008
Letzte Änderung: 4.9.2008
Wertung: 14/15
Meisterwerk

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 4 von 4)


Über dieses Album viele Worte zu verlieren ist eigentlich unnötig, da meine Vorschreiber schon alles Wesentliche zu der auf "Symphonic Pictures" zu findenden Musik gesagt haben. Die Scheibe ist vielleicht die einzige (auch wenn Eloy- und Hoelderlin-Fans nun aufbegehren werden - und auch diejenigen, deren Lieblingsband ich nun ganz unterschlagen habe), die im Deutschland der 70er Jahre entstanden, ist, die den großen, klassischen, symphonisch-progressiven Produktionen des Jahrzehnts, vor allem denen aus Großbritannien, wirklich das Wasser reichen kann. Allzu viel wurde auf diesem Niveau und in dieser Qualität im Bereich klassischer Symphoprog in der BRD damals nicht hergestellt. Und auch ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass dieses Album sicher eine wichtige Inspirationsquelle der Musiker von Änglagard war.

Der Anlass dieser Rezension ist nun die Tatsache, dass "Symphonic Pictures" erstmals auf CD wieder veröffentlicht wurde. Das Album war bis dato nur (das "nur" ist hier etwas fehl am Platz, da es sich um eine wirklich gelungene und komplette Zusammenstellung der drei Alben von SFF handelt) als Teil der Doppel-CD "The Collected Works of Schicke, Führs, Fröhling" zu haben. Dieses ist allerdings schon seit Jahren vergriffen und nur noch zu Sammlerpreisen zu erstehen. Daher haben sich Esoteric Recordings des Albums (und auch der anderen beiden SFF-Werke) angenommen und dieses auf ihrem neuen Unterlabel namens Reactive wieder veröffentlicht.

In klanglicher Hinsicht kann ich keine großen Unterschiede zum schon erstklassigen Sound der Laser's-Edge-Kompilation erhören. Wer also letztere besitzt, braucht hier nicht wieder zu investieren. Oder, einen Grund gäbe es schon dies doch zu tun. Als Bonus wurde nämlich eine zweite CD beigefügt, die ein 1975 in Papenburg mitgeschnittenes Konzert von SFF enthält. Dieses wurde zwar auch schon einmal auf CD veröffentlicht (siehe "Live 1975"), doch ist auch jenes Album inzwischen schon wieder selten geworden. Die Klangqualität ist zwar etwas dürftig, doch bekommt man ein mitreißendes und auch sehr langes Konzertdokument der Band geboten. Das auf der Einzelausgabe der Live-CD zu findende, sehr viel später mitgeschnittene Stück "Ticket to everywhere" wurde von Esoteric übrigens als Bonus dem CD-Reissue des gleichnamigen Albums beigefügt (wo es auch sehr viel besser hinpasst).

Zusammenfassung: Wer "Symphonic Pictures" noch nicht kennt und bisher vergeblich nach der Laser's-Edge-Sammlung gesucht hat (oder vor den deftigen Preisen zurückgeschreckt ist), der kann nun endlich zuschlagen. Wer "Collected Works" sein eigen nennt, sich aber "Live 1975" bisher nicht zugelegt hat (wie der Rezensent), der kann hier auch investieren!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.5.2010
Letzte Änderung: 15.6.2010
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Schicke Führs Fröhling

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Sunburst 12.33 3
1978 Ticket To Everywhere 7.00 4
2002 Live 1975 9.50 2

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