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Eberhard Schoener

Trance-Formation

(Siehe auch: Leitfaden "Elektronische Musik")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: Harvest/Neuauflage 2010 bei MIG-Music
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Eberhard Schoener Keyboards
Andy Summers Gitarre
Hansi Stroer Bass
Raimund Elleder Keyboards
Mary Gregory Gesang
Nippi Noya Percussion
Members of the Tölzer Knabenchor
Monks of the monastery of SAMA
Orchestra of the Munich Chamber Opera

Tracklist

Disc 1
1. Falling in Trance 5:42
2. The Shape of Things to Come 12:21
3. Frame of Mind 5:15
4. Signs of Emotion 2:48
5. Trance-Formation 12:17
Gesamtlaufzeit38:23


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Mit "Trance-Formation" schuf Eberhard Schoener einen Meilenstein der elektronischen Musik. Allerdings ist es keine rein elektronische Musik; es wirken einige Gastmusiker an "konventionellen" Instrumenten mit (u.a. Police-Gitarrist Andy Summers), außerdem sind ein Orchester, ein asiatischer Mönchschor und der Tölzer Knabenchor mit von der Partie.

Bei "Falling in Trance" intoniert der Knabenchor einen lateinischen Text (ein Kirchenlied), dessen Motiv auch in den anderen Stücken immer wieder aufgenommen wird. In scharfem Kontrast zum sakralen, mittelalterlich klingenden Chor steht der schnell stampfende, fast bin ich versucht zu schreiben "technoide" Grundrhythmus, der immer wieder von heftigen Gitarren durchbrochen wird. Ein starker Auftakt!

Das folgende "Shape of Things to come" ist im Gegensatz dazu ein fast völlig elektronisches Stück. Über einem sehr langsamen, schleppenden, gleichförmigen Grundrhythmus liegen immer wieder variierende Synthieflächen, die nur kurzzeitig von einem an Pink Floyd erinnernden Gitarrensolo und später noch einmal von dem bereits erwähnten Choral unterbrochen werden.

"Frame of Mind" ist dann wieder ganz auf diesem Choral konzipiert. Zunächst singt der Chor unbegleitet, dann kommen nacheinander die einzelnen Instrumente dazu.

Nach dem kurzen, leicht floydigen "Signs of Emotion" kommt es dann mit dem Titelstück ziemlich heftig: zunächst besteht es nur aus zusammenhanglosen elektronischen Geräuschen, nach einiger Zeit tritt wieder der Chor dazu, leicht elektronisch verfremdet, bis dann ganze plötzlich in einem wilden Crescendo kulminiert, um dann abrupt in ein rhythmisches Synthiemuster überzugehen, über das Andy Summers wilde Gitarren und Sängerin Mary Gregory textlose Gesangsimprovisationen legt. Ebenso abrupt, wie dieser Teil einsetzte, geht er zu Ende, und wie zu Anfang herrschen wieder freie elektronische Geräusche vor, mit denen das Stück schließlich ausklingt.

Fazit: für Freunde elektronischer Musik unverzichtbar.

Anspieltipp(s): Falling in Trance, Trance-Formation
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2002
Letzte Änderung: 9.10.2003
Wertung: 13/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 2)


Eberhard Schoener realisierte mit seinem "Trance-Formation" genannten Album aus dem Jahre 1977 kaum für möglich oder für vorstellbar erachtete Stilverbindungen. Hier treffen nicht nur europäische und fernöstliche Chortraditionen aufeinander. Diese beiden werden zudem noch mit sehr breit gefächerter Elektronik, mit symphonischen Streichern sowie mit einer je nach Stück Solos, Akkorde und Arpeggios spielenden elektrischen Gitarre vermischt. Die Vielseitigkeit der elektronischer Musik reicht vom starken Einfluss der sog. "Berliner Schule" bis zu atonalen Experimenten.

Die Keyboards werden sowohl sakral als auch avantgardistisch eingesetzt, bisweilen lässt man diese wie Kirchenorgel klingen. Nicht minder interessant ist die im Titeltrack erfolgte Synthese von elektronischer Musik, klassischer weiblicher Stimme und elektrischer Gitarre, wobei dies alles nicht für Schöngeistiges, sondern für mutiges und für manche vielleicht verstörendes Musizieren verwendet wurde. Die Stimmung von "Shape of things" erinnert mich an die frühen Tangerine Dream (etwa aus der Zeit von "Atem"), wobei hier noch Mönchschöre und eine Knabenstimme kurz zum Einsatz kommen.

2010 brachte ein in Hannover ansässiges, sich MIG (made in germany music) nennendes Label eine digital remasterte Neuauflage von "Trance-Formation" auf den Markt. Oben rechts kann man das Originalcover mit dem neuen Artwork (unten) vergleichen. In dem informativen CD-Heft des Digipacks erörtert E.Schoener frappierende Details zur Entstehung des Albums. Die Chöre nahmen die Stücke nicht etwa live im Studio auf, vielmehr wurden ihre Beiträge als Tonbandschleifen von 8-9 Meter Länge auf die Kompositionen zugeschnitten.

In "Frame of mind" erzeugen die Beiträge des Männerchors zusammen mit der solierenden elektrischen Gitarre, Perkussion und Streichern eine kreative Anarchie, die voll beabsichtigt war. Dazu Eberhard Schoener im CD-Heft: "Als ich die Zeitverschiebung, die durch den unterschiedlichen Start der Bänder hervorgerufen war, bei Frame of Mind fertig hatte, sagte ich zu Andy und Nippy dem Perkussionisten: Vergesst den Beat, vergesst den Takt! Spielt frei nach eurem Gefühl. Ich möchte eine vollkommene Verwischung des Takts haben." Gesagt, getan.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.11.2010
Letzte Änderung: 27.11.2010
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Eberhard Schoener

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Meditation 9.00 1
1976 Bali Agúng 11.33 3
1978 Flashback 9.67 3
1978 Video-Magic 10.00 1
1984 Sky Music / Moutain Music 11.00 1
1987 Bon voyage 11.00 1
1991 Trance-Mission 12.00 1
1993 Harmonia mundi 9.00 1
1999 Namaste-Puja 12.00 1

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