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Narr

Oxymore Dans La Chrysalide Des Rêves

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Ambient; Folk; Gothic; Jazz; RetroProg; sonstiges
Label: MUSEA
Durchschnittswertung: 3/15 (1 Rezension)

Besetzung

Clément Werner bass, synthesizers, lower and solo vocals
Marti Ilmar Uibo drums, percussions, kannel, upper and backing vocals
Kalevi Uibo acoustic and electric guitars, choir
Laurent Lefebvre flute

Tracklist

Disc 1
1. Zepter Des Narren 6:01
2. Ronces Et Iconoclasme 9:01
3. La Lyre Cornue Pleure 3:35
4. La Dune Bleue 7:28
5. Au Bal Des Larves 7:35
6. Cephalée Neptunienne 6:41
7. Murènes Du Léthé 6:28
8. Ruisselle 4:17
Gesamtlaufzeit51:06


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @


Das Schöne bei „unserer“ Musik ist, dass man eigentlich nie vor einer Überraschung sicher ist. Eine solche ist ganze bestimmt auch das Album „Oxymore Dans La Chrysalide Des Rêves“ der Gebrüder Narr (*)… äh, der französischen Prog-Band Narr. Ich lasse mich ja hin und wieder mal von den Wünschen unserer Leser inspirieren und suche dann schon mal nach einem gewünschten Album. Voilà, dies wäre dann so ein gefundener Leserwunsch.

Narr ist das Geisteskind des Bassisten Clément Werner. Ein ganzes Stück Weltflucht spielt in seiner Idee einer anderen Welt - traumhaft, unwirklich, altertümlich - mit. Aber Eskapismus ist ja nun nichts Ungewöhnliches in Progger-Kreisen. Und tatsächlich, „Oxymore Dans La Chrysalide Des Rêves“ schafft ein ziemlich ungewöhnliches, ungewohntes, unwirkliches, kaum greifbares Klangerlebnis.

Seltsame, chromatische, doch sich ständig in ihrer Gestalt wandelnde, Basslinien bilden das Fundament der Musik. Darüber entwickelt sich ein Rauschen, Flüstern, Grummeln von den Keyboards, sanfte Flächen und Teppiche entfalten sich. Die Gitarre wird zumeist akustisch gespielt und schwankt zwischen Alternative-Geschrammel und mittelalterlichen Lautenklängen. Wie überhaupt die ganze Musik sehr altertümlich, mittelalterlich wirkt. Das Schlagzeug erzeugt weniger Rhythmen, als einfach nahezu monotones Geklopfe.

Und als wäre das noch nicht alles seltsam genug schwebt über dem Ganzen gelegentlich ein düsterer, monotoner, zweistimmiger Mönchsgesang, weniger im Stile der hellen Stimmen der „Gregorians“, eher wie die Don-Kosaken auf Valium.

So könnte also "Oxymore Dans La Chrysalide Des Rêves" die Entdeckung eines ganz besonderen, nahezu einmaligen, Musikexperiments sein. Einmalig ist das hier irgendwie schon, aber ehrlichgesagt, hauptsächlich einmalig langweilig. Die Musik, die, konturenlos wie in einen dichten Nebel eingehüllt, von weit her zu kommen scheint, entfaltet keinerlei Magie. Die Noten schleppen sich aus den Boxen und scheinen augenblicklich zu erstarren. Der monotone Singsang verstärkt diese Empfindung noch. Das Schlagzeuggeklopfe klingt ähnlich hilflos wie die eigenwillig-expressionistische Flöte, deren Töne Laurent Lefebvre konsequent neben alle Melodiebögen platziert. Nur die interessanten Basslinien von Bandchef Werner sorgen dafür, dass das Album nicht sofort völlig im musikalischen Nirvana abtaucht.

Schon der Bandname hätte mich vielleicht stutzig machen sollen. Vielleicht verstehe ich auch einfach nicht, was hier passiert, aber für mich ist "Oxymore Dans La Chrysalide Des Rêves" ein wahrhaft erschreckendes, vor allem aber ermüdendes, Erlebnis gewesen. Ich möchte davor warnen.

(*) Gebrüder Narr: Eine Gesangsgruppe, die aus vier Sängern und einem Pianisten besteht, hat sich vor allem bei der „Fastnacht in Franken“ Kultstatus erspielt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.5.2009
Letzte Änderung: 28.5.2009
Wertung: 3/15
...Bonuspunkte für das durchaus interessante Bassspiel...

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