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Colossus Project

The Empire & The Rebellion

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; RetroProg
Label: Musea
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Alfio Costa hammond, moog, mellotron, paino, clavinet, pipe organ, synthesizer, harpsichord
Giovanni Vezzoli drums
Roberto Aiolfi basses, acoustic guitars
Flavio Costa guitars
Hamadi Trabelsi vocals
Marco Olivotto vocals
Robi Zonca guitar
Vincenzo Zitello flutes, harp, violins, viola, clarinet, xaphoon

Gastmusiker

Cristiano Roversi Chapman stick
Franco Parravicini guitars
Fred Schendel hammond solo, steel guitar
Gabriele Lepre dark speaking voice
Giorgio Robustellini saxophones
Joe La Viola saxophone
Keiko Kumagai hammond solo
Laura Mombrini vocals
Marco Bernard bass

Tracklist

Disc 1
1. Astral Prelude 6:16
2. Droids 9:07
3. The Dark Lord of the Sith 7:59
4. Meeting the Force 7:16
5. Two Suns 4:10
6. When I was a Jedi 7:58
7. The Millenium Quartet 1:19
8. The Millenium Falcon 8:49
9. My tears for Alderaan 3:55
10. The Rebellion Suite

1. Inside the Death Star
2. The duel
3. Attack to the Death Star

19:21
11. May the force be with you 1:34
Gesamtlaufzeit77:44


Rezensionen


Von: Henning Mangold @


Kein Wunder, wenn immer mal wieder behauptet wird, der Retroprog sei tot: Wer sich so ernst gibt wie er, macht wahrscheinlich auf diejenigen einen toten Eindruck, die Lebendigkeit mit Spaß gleichsetzen. Und die können sich jetzt alle mal dieses Album anhören.

Es beruht auf der Star-Wars-Saga. Das sagt schon Einiges aus, wobei diese Aussagen zumeist in Form von Fragen daherkommen könnten, z.B.: Wie kann Retroprog eine Science-Fiction-Saga musikalisch wiedergeben? Oder: Was hat Star Wars mit Spaß zu tun?

Das mit dem Spaß ist mein rein subjektives Problem: Ich bin und war immer Filmfan, aber Star Wars habe ich nie ertragen, obwohl ich dem (alten) ersten Film dieser Reihe wirklich mehrere Chancen gegeben habe, aber ich kam nie über die erste halbe Stunde hinaus. Mir war das alles zu albern mit diesen sprechenden Plüschtieren (ich weiß, das sind keine, sondern ganz niveauvolle Aliens, aber sie sehen für mich aus wie ein infantiler Spielwaren-Alptraum), und da das schon mit dem allerersten Film und mir nie was geworden ist, habe ich die Story nicht weiterverfolgt. Mir fehlt vielleicht der Humor, den man dafür braucht. Oder der Ernst.

Das ist bei diesem Album zumindest etwas anders: den Humor kann ich schon beisteuern. Den Ernst auch, denn solch solide gespielter Retroprog nötigt mir immer einen gewissen Respekt ab. Und wie sich Science-Fiction und Retroprog paaren können - nun ja, Star Wars ist inzwischen längst Kult der 70er Jahre genau wie Prog, und Kult ist überhaupt meistens irgendwie alt - also kann Musik dazu auch alt klingen. Und wenn das noch nicht so ganz passen will, es lässt sich passend machen; immerhin enthält das Album auch so manches spacige bzw. früh-floydige Element, das gegen das Mellotron aufgefahren wird.

Es war ja klar, dass sich irgendwann mal aus den diversen Colossus-Projekten eine Art 'richtige' Band formieren musste, denn Kontakte auch der verschiedensten Art führen zu mehr Bekanntschaft, und irgendwann will man in den neuen Bekanntschafts-Konstellationen etwas Dauerhaftes auf die Beine stellen. Genau gesagt ist diese Band, die sich nun Colossus Project nennt, gar nicht mehr so völlig neu, denn sogar schon zum Dante-Projekt hatte sie einen Song beigesteuert ("Canto X"). Aber führen Kontakte, die nur mithilfe des Internets bestehen können - "And through the wire" hatte Peter Gabriel das mal betitelt - tatsächlich zu echter Intimität? Und wenn man sich solch leicht reduzierte Vertrautheit in ihrer musikalischen Entsprechung vorstellt? Was wird man zu hören bekommen, wenn musikalische Ideen nicht im Diskurs unter 'Augen' entwickelt, sondern fragmentarisch durch den Draht gejagt werden? Ach, schrecklich, diese rhetorischen Fragen...;-)

Ein wenig - und ich halte mich zurück, weil ich mein eigenes Hör- bzw. Rezeptions-Problem nicht verallgemeinern kann - also ein wenig kommt dabei in diesem Fall das heraus, was ich mittlerweile privat als 'Alzheim-Prog' bezeichne: Prog, der auch nach mehrmaligem Hören noch nicht im Gedächtnis hängen bleibt, den man schnell wieder vergisst. Speziell bei diesem Album sieht es so aus (nein, hört es sich so an ;-)), dass es zwar massenhaft gute Soli gibt - da werden neben Gitarren-, Sax- und Bass-Soli alle Arten von analogen Keyboards auf den Laufsteg im Ohr geschickt - und dass ich mich genau an die Klangfarben dieser Soli erinnere; ich weiß auch noch, in welchen Songs sie vorkommen (Tipp: vor allem Tracks 3,6,10!), aber wie die Musik drumherum klingt, das fällt mir ein, wenn ich sie wieder höre. Wobei sich das aber inzwischen nach mindestens zehn Durchläufen etwas gebessert hat - langsam knüpft das Album kompositorische Strukturen an meine Trommelfelle. Ich bin schon ganz stolz, dass ich im zehnten Track vorhin nach 11 Minuten eine Basslinie erkannt habe, die mich an Chris Squire zu Beginn von "Heart of the Sunrise" erinnert (was aber nicht heißt, dass das hier Klonprog ist - es sind die wohldosierten Reminiszenzen, die jeder Retroprog hat).

Deswegen kann ich das Album auch jedem Retro-Fan empfehlen, aber nur jedem Retro-Fan, der Geduld hat und nichts erwartet, was so catchy ist wie die echten 70er. Was er freilich erwarten darf, sind Spielfreude, musikalischen Slapstick (Tracks 7-8 sind geradezu jazzige Comedy-Einlagen) und einen gewissen Abwechslungsreichtum, den diverse Sänger und Gastmusiker beisteuern. Man kann das aber auch so ausdrücken: Letztlich klingt "The Empire & The Rebellion" kaum anders, als wenn Rick Wakeman in seiner Retro-Reihe plötzlich auf die Idee käme, den Stil von Ayreon covern zu wollen. Wär doch eigentlich auch mal ´ne Idee?

Anspieltipp(s): Für Hörer mit Geduld: Die "Rebellion Suite" mit Longtrack-Allüren; für Eilige: "The Millenium Falcon" humoris causa!
Vergleichbar mit: ELP, Wakeman, klassischer Prog aus Italien, andere Colossus-Projekte, ganz alter Spacerock
Veröffentlicht am: 3.7.2009
Letzte Änderung: 22.1.2013
Wertung: 10/15
Subjektivitäts-Warnung: vorgestern hätte ich noch 2 Punkte weniger gegeben, aber andauerndes Hören zeitigt in diesem Fall positive Wirkung - das ist nicht immer so!

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