Elegy for Native Tongues
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Subvalent |
| Durchschnittswertung: |
12/15 (1 Rezension) |
|
Besetzung
| TOMO |
Sax, Hurdy Gurdy, Effects |
| Cal Lyall |
Guitars, Gongs, Bells, Effects |
|
| Nobunaga Ken |
Drums, Percussion |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Ghosts Won?t Starve but We Will Perish
|
18:00
|
| 2. |
Elegy for Native Tongues
|
7:24
|
| 3. |
Kohelet Revisited
|
17:48
|
| 4. |
Queen of the Ships
|
14:07
|
| 5. |
Santa Sangre
|
9:36
|
| Gesamtlaufzeit | 66:55 |
|
| Disc 2 |
| 1. |
Oresteia in One Part
|
14:20
|
| 2. |
Solve et Coagula
|
11:35
|
| 3. |
Los Heraldos Negros
|
14:45
|
| Gesamtlaufzeit | 40:40 |
|
Rezensionen

Das Wort Tetragrammaton kommt aus dem Griechischen und bedeutet so in etwa "das Vierbuchstabige". Es bezeichnet das Vierfachzeichen mit dem im Tanach der Eigenname Gottes ausgedrückt wird. Das Tetragramm aus den hebräischen Konsonanten Jod (י), He (ה), Waw (ו), He (ה) ergibt das Wort יהוה, also JHWE, was man wie Jahwe aussprechen kann. Das Tetragrammaton haben der Kanadier Cal Lyall, der Japaner Ken Nobunaga und sein Landsmann TOMO auch als Namen und Zeichen für ihr Trioprojekt gewählt. Ca. seit Mitte des neuen Jahrtausends machen die drei gemeinsam Musik und sind dabei u.a. gemeinsam mit Damo Uzuki, Acid Mothers Temple und Keiji Haino aufgetreten. 2008 legte das Trio sein Debütalbum "Elegy for Native Tongues" vor.
Gitarren, ein Sopransaxophon, eine elektrisch verstärkte Drehleier, ein Schlagzeug und allerlei Perkussion bedienen die drei. Dazu kommen noch diverse elektronische Klangquellen und Effektgeräte. Mit diesem Instrumentarium erzeugen der Kanadier und die beiden Japaner eine höchst eigenartige Mischung aus freien, postpsychedelischen Improvisationen, monotonalem Dröhnen, lärmenden Jazzfragmenten und japanisch-folkloristischen Rudimenten. Das Ergebnis erinnert, ohne allerdings allzu retro zu klingen, einerseits an die improvisierten Drone-Exkurse der Landsleute (zumindest von Nobunaga und TOMO) von den Taj Mahal Travellers, andererseits an die experimentellsten Hervorbringungen der deutschen Elektroniker und Krautrocker (frühe Werke von Can, Guru Guru, Klaus Schulze und Amon Düül II z.B.).
Zwei CDs haben Tetragrammaton mit ihrer Musik gefüllt. CD1 entstand Ende des Jahres 2007 live im Studio, CD2 wurde im Juli desselben Jahres bei einem Konzert in Tokio mitgeschnitten. Hallende Klänge von der verzerrten E-Gitarre, hypnotisch-monotone Tonschichten vom Hurdy Gurdy, schräges Saxgetröte, mehr oder minder rhythmisch geformtes Schlagzeug, allerlei Geklapper und Geplinge und diverse eigenartige japanische Gesaenge werden hier zu einem homogenen, mitunter beängstigend intensiven, geradezu exstatisch dahin wütenden Ganzen verwoben, welches sehr dicht, sehr schräg und ausgesprochen freiformatig aus den Boxen kommt.
Feedbackwolken, härteres Geriffe, dezentes Geschrammel und endlos dröhnende Klangschichten treffen auf eine eher im Freejazz verwurzelte Schlagzeugarbeit und freie Saximprovisationen, die gleichzeitig mit ihrem schrägen Tröten eine eigenartige, asiatisch-folkloristische Atmosphäre erzeugen. Dabei wirkt das Ganze weniger wirr und konfus als man ob der bisherigen Beschreibung annehmen könnte. Sehr dicht und geschickt sind die Klänge zu einem intensiven Ganzen verwoben, welches sich langsam verändernd und steigernd aus den Boxen fließt und den aufnahmebereiten Hörer auf eine eigenartige Reise in den japanischen Freerock-Untergrund mitnimmt.
Wer krautig-freiformatige Exkurse schätzt, hallende Drones und exotisch-hypnotisches Lärmen, zudem etwas mit der Musik der weiter oben erwähnten Bands anzufangen weiß, der sollte sich "Elegy for Native Tongues" unbedingt besorgen! Das auch optisch sehr schön gestaltete Album kann direkt beim Label Subvalent bestellt werden (siehe den Link oben bei den Labelangaben).
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
2.12.2009 |
| Letzte Änderung: |
2.12.2009 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
|