Neutralized
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| SfinX (Miriam Elisabeth Renvåg) |
Vocals |
| Zet (Flemming Rammseth) |
Vocals, Guitar |
| Sareeta (Ingvild Johannesen) |
Vocals, Violin |
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| Lanius |
Bass |
| Küth |
Drums |
| Ka |
Keyboards |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Infamia
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4:43
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| 2. |
I Am Dirt
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5:33
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| 3. |
222
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5:00
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| 4. |
Addict
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10:27
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| 5. |
God Don't Forgive
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5:05
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| 6. |
Beautiful Pain
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10:29
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| 7. |
To Ashes
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8:21
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| 8. |
Requiem
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10:20
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| Gesamtlaufzeit | 59:58 |
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Rezensionen

Ascendance Records ist ein Label, das mit seinem Portfolio aus dem melodischen bis avantgardistischen Düsterheimerbereich immer wieder auch Bands unter Vertrag hat, die in die Interessensphäre der Babyblauen Seiten gehören. Wie die bereits auf diesen Seiten verewigten Stolen Babies, Unexpect, Akphaezya und Diablo Swing Orchestra gehören auch Ram-Zet aus Norwegen zu den Kapellen, die zumindest einigen Lesern Freude bereiten dürften. Eine weitere Gemeinsamkeit mit den Labelkollegen besteht darin, dass auch Ram-Zet auf weiblichen Gesang setzen ? mit SfinX und Sareeta (bekannt auch von Solefald) sind sogar gleich zwei Chanteusen am Start.
Damit hat es sich aber auch schon mit den direkten Ähnlichkeiten, denn die Truppe um Mastermind Zet wildert hauptsächlich in den Gefilden des symphonisch-progressiv-avantgardistischen Black Metal, was noch am ehesten Vergleiche zu Unexpect zulässt. Deutlich wird dies schon durch den Gesang, der v.a. durch den Dreiklang der Stimmen von SfinX, Sareeta und Zet lebt. Während eine der beiden weiblichen Stimmen für den ? in den letzten Jahren ja zu durchaus zweifelhaftem Ruhm gekommenen ? hohen und jubilierenden Gesang zuständig ist, übernimmt die andere die etwas tieferen Töne (Vielleicht ist das auch beides SfinX mit extrem variablen Gesang und Sareeta liefert nur den Background - Promo und Band-Homepage geben sich da sehr spartanisch, so dass man nur mutmaßen kann). Abgerundet wird dies durch das das schwarzmetallische hohe Gekreische und Geschreie von Zet, dessen Stimme am ehesten der von Dani Filth ähnelt. Durch dieses Reservoir von verschiedenen Stimmfarben ist es Ram-Zet möglich, allein im vokalen Bereich schon eine gewaltige Spannbreite von operettenhaftem "Elfengesang" der Marke Nightwish über den Sex-Appeal einer Tori Amos bis zu morbid-klagendem Black-Metal-Gesang hinzulegen, die die Truppe aus Hamar auch weidlich ausnutzt.
Auch rein musikalisch ist, in diesem Sinne auch in Tradition von Genre-Kollegen wie Arcturus stehend, Abwechslung angesagt. Während der Opener "Infamia" mit bratzenden Gitarrenriffs, treibendem Drumming (beides natürlich für "echten" Black Metal viel zu fett produziert) und Duellen von melodisch-tremolierendem Gesang sowie Gekeife noch weitgehend traditionell daher kommt, machen die daraufhin folgenden "I Am Dirt" und vor allem "222" mit krankem Sprechgesang, Industrialeinflüssen, Synthesizer-Breitseiten, Streicher-Einsätzen und gar einem kurzen jazzigen Zwischenspiel klar, dass für Otto-Normal-Metaller heute eher Kopfschmerzen angesagt sind.
Sicher werden nicht ganz die Abgedrehtheitssphären wie bei Unexpect oder dem Diablo Swing Orchestra erreicht, aber auch Ram-Zet setzen weit mehr auf einen Strauß bunter Ideen als auf inhaltliche und formale Homogenität. Auf den Gipfel treiben die Norweger diesen Ansatz - wie sollte es bei einer Scheibe aus dem Großraum des Progressive Rocks anders sein - in den Longtracks, die nicht umsonst auf einigen dem eher traditionellen Metal verschriebenen Seiten die Prädikate "enervierend" und "wirr" verliehen bekamen ? allgemein ein klares Indiz dafür, dass auf Progseite erhöhte Aufmerksamkeit angesagt ist. Dementsprechend wird v.a. in "Addict" und "Beautiful Pain" noch eine Schippe Abwechslung draufgelegt und zusätzlich zu den bereits erwähnten Zutaten erhalten auch noch kirmesmusikalische Elemente und eher in Richtung Ambient tendierende Passagen wie der leicht an Tori Amos erinnernde Beginn des letztgenannten Songs Raum.
Zusammengehalten wird dieses Sammelsurium an Ansätzen v.a. durch die durchgängig dezent futuristische und doch symphonische Atmosphäre, die "Neutralized" wie ein roter Faden durchzieht. Ebenfalls stilprägend für das gesamte Album ist der massive Ansatz von düsteren Powerchords, die die Saitenarbeit von Zet prägt. Gefrickel ist in dieser Hinsicht also kaum ? allenfalls in den immer mal wieder eingestreuten, tendenziell aber auch eher melodischen Soli ? angesagt, was insgesamt dafür sorgt, dass bei allem sonstigen Abwechslungsreichtum zumindest ein Mindestmaß an Kohärenz gegeben ist.
Nicht verschwiegen soll bei allen gelungenen Versatzstücken und trotz en gros durchaus überzeugenden allerdings, dass auf ?Neutralized? nicht alles Gold ist, was glänzt. Wenn auch insgesamt durchaus etwas wie ein roter Faden das Album durchzieht, haben einige Songs doch deutliche Schwächen im Songaufbau. Ein dreiminütiger Ambientabschluss mit Klaviergeklimper, Waberklängen aus dem Synthesizer und Akustikklampfen-Geplinge wie in "Addict" z.B. ist prinzipiell weder etwas Böses noch etwas Unpassendes, aber viel zu lang, was nachhaltig den Fluss stört. Zudem sind einige der kürzeren Stücke für sich genommen durchaus gut, fallen aber gerade im Gegensatz zu den das Album deutlich beherrschenden, im besten Sinne epischen Longtracks ?Beautiful Pain? und ?To Ashes? erheblich ab und dürften mit ihrer straighteren (nicht straighten) Ausrichtung manchen Proggern bereits leichtes Unbehagen bereiten.
Eines vermögen aber auch diese kleineren Schwächen nicht zu ändern: ?Neutralized? ist ein gutes Album irgendwo im Spannungsfeld zwischen avantgardistischem Black Metal und Progmetal. Cradle of Filth trifft Unexpect, Akphaezya und Arcturus? Trifft's vielleicht noch am ehesten ? und mir gefällt's.
| Anspieltipp(s): |
Beautiful Pain, To Ashes |
| Vergleichbar mit: |
Cradle of Filth trifft Unexpect, Akphaezya und Arcturus |
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| Veröffentlicht am: |
2.12.2009 |
| Letzte Änderung: |
2.12.2009 |
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