The Last Six
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Mike Mills |
guitar/vocal |
| Lachlan Barclay |
guitar/vocals |
|
| Amy Campbell |
bass/vocals |
| Rick Evensand |
drums |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
I was almost done
|
2.04
|
| 2. |
So goddamn alive
|
4.40
|
| 3. |
I kill me
|
4.11
|
| 4. |
Patience and time
|
4.16
|
| 5. |
I just listen to whatever's on the radio
|
3.12
|
| 6. |
In all honesty
|
5.32
|
| 7. |
Ding dong merrily on high
|
1.58
|
| 8. |
Under the mistletoe
|
3.16
|
| 9. |
I tried to be good
|
5.11
|
| 10. |
Carol of the bells - Choral
|
1.17
|
| 11. |
Carol of the bells - Rock
|
1.22
|
| 12. |
Dear Santa
|
5.14
|
| 13. |
.
|
5.37
|
| 14. |
..
|
4.16
|
| 15. |
...
|
3.51
|
| 16. |
...
|
4.11
|
| 17. |
....
|
11.24
|
| Gesamtlaufzeit | 71:32 |
|
| Disc 2 |
| 1. |
Why are things so heavy in the future?
|
2.16
|
| 2. |
Do you believe in monsters?
|
7.30
|
| 3. |
Too much information
|
3.59
|
| 4. |
I don't really know you that well yet
|
4.24
|
| 5. |
Give myself to science
|
5.43
|
| 6. |
I can't help but follow it
|
5.26
|
| 7. |
I've never had sex before. What's is it like?
|
1.43
|
| 8. |
Heard it before
|
2.33
|
| 9. |
I'd like you more
|
1.41
|
| 10. |
Secure your load
|
3.28
|
| 11. |
Purple Ped-Head
|
1.36
|
| 12. |
Done and dusted
|
18.58
|
| Gesamtlaufzeit | 59:17 |
|
Rezensionen

Weiter geht's mit Toehiders EP-Zyklus, der mit "The First Six" begonnen hat. Die Doppel-CD "The last six" versammelt die letzten sechs EP's, derer dreizehn zwischen April 2009 und Mai 2010 entstanden sind. Die EP "In all Honesty" widmet sich dem Titel entsprechend dem unverstellten Gesicht von Toehider. Das bedeutet proggig angehauchten, temperamentvoll gespielten und dicht komponierten Pop-Rock, dessen zahlreichen Wendungen und Tempiwechsel ihn von den unzähligen Bands unterscheiden, die beispielsweise kein Jahr damit verbracht haben monatlich eine EP rauszubringen. Zu der Ehrlichkeit von Toehider gehört natürlich auch Auseinandersetzung mit den frühen Jahren der Band um Freddie Mercury, wie in "I just listen to whatever's on the radio" nachzuhören ist. (Dazu passt auch das instrumentale Gitarrenintro zur "Under the mistletoe"-EP, das ebenso gut von Brian May stammen könnte). Beeindruckend die vokale Akrobatik des Leaders in dem Titelsong und nicht nur dort. Dazu meint er auf der Website der Band, dass der Gesang hier und da möglicherweise im Studio elektronisch korrigiert werden musste.
Der Titelsong der "Under the mistletoe"-EP klingt für mich wie eine bravouröse Weterentwicklung von Queens "Death on two legs". In "I tried to be good" greift Herr Mills auf seine folkige Singer/Songwriter-Ader zurück, nur um in dem anschliessenden "Carol of the bells" in den a capella- und Rock-Versionen den Geist von Freddie M.'s Gruppe wieder heraufzubeschwören. Beim ersten Teil von "Dear Santa" muss ich plötzlich an den Soundtrack zu Flash Gorden denken. Das mag an kompositorischen Anleihen liegen. Die "Under the mistletoe"-EP versucht der damals gerande anfallenden Weihnachtszeit Rechnung zu tragen. Sei es in der Titelgebung, oder durch das Frontcoverbild.
Nach acht durchkomponierten und tighten EP hatte Herr Mills zunächst mal genug von seinem eigenen Arbeitstempo, denn die ersten zwei Instrumentals der "9"-EP bieten unvermittelt zurückgenommene, melancholische Instrumentalmusik. Auch keine Lust mehr auf herkömmliche oder witzig gemeinte Titel. Die Stücke werden einfach mittels steigender Punktezahl voneinander unterschieden. Erst auf "..." wird wieder gerockt und zwar als Begegnung zwischen der Rockbesetzung und einem Sequencer. (Damit bezeichnet man ein Gerät oder Software, die repetitive Keyboardarpeggios erzeugen kann). Aber schon im nachfolgenden "...." kehrt wieder postrockige Melancholie zurück. Sparsame Pianoakkorde und Passagen mit elektronischen Rhythmen teilen sich das Stück mit schleppend aufspielendem Rock-Quartett. Aber Toehider gehen noch ein Stück weiter. Das "....." (Fünf Punkte) genannte Instrumental wird mit seinen stillen Ambientklängen die Rockfreunde auf eine nicht zu verachtende Geduldsprobe stellen. Auf die Art könnten einige Ambient-Künstler ein ganzes Album pro Monat generieren. Mindestens 12 Monate lang.
Das Titelstück der "Do you believe in monsters?"-EP (erinnert sich jemand an Monsters of Rock Festival?) widmet sich bombastisch, schleppend und rifflastig angelegtem Metal, der gegen Ende zu reinem Doom Metal mutiert. "Too much information" fällt als eine Mischung aus Horror, Prog und Metal sehr kreativ aus. Es scheint eine Regel bei Toehider gewesen zu sein, dass die jeweiligen CD's von "The first six" und "The last six" eröffnenden EP's am eindeutigsten zu den Glanzleistungen neigen. So gelingt Herrn Mills in "I don't really know you that well yet" eine meisterhafte Synthese von Einflüssen wie Rush und Coheed and Cambria. Die Inspirationen zu "Give myself to science" scheinen gleichzeitig bei dem klassichen Prog, dem Hardrock der 70er und dem Progmetal in der Art von Psychotic Waltz zu liegen. Beeindruckend, das Stück. "I can't help but follow it" bietet eine hallschwangere a capella-Stimme des Leaders, die zusammen mit den Regengeräuschen bei mir ein Bild von einem Wanderer erzeugt, der vor dem Regen in eine Kirche flüchtet und dort ein einsames Lied anstimmt.
Die "Never mind the hallux" EP zeigt Toehider als eine rauhe, aber dennoch sehr versierte Garagenband. "Heard it before" klingt wie eine Begegnung zwischen NWoBHM und Punkrock, wobei der Sänger sich eher an Bruce Dickinson als an Johnny Rotten orientiert. "I'd like you more" gefällt mir als eine witzige Verwurstung von Punk Metal. "Never mind the hallux"? "Never mind the bollocks"? Genau, die EP zeigt die Schwerigkeiten von Toehider sich an Punk heranzupirschen. Um eine authentisch wirkende Punkband abzugeben singt Herr Mills aber eindeutig zu gut und hat eine zu gute Begleitband um sich versammelt. So ähnelt "Purple Ped-Head" eher Avant-Post-Wave, statt Punkrock zu sein. Die Nummer ist trotzdem ausgezeichnet.
Der erste Teil von dem "Done und dusted"-Longtrack (damit sind wir bei der letzten EP mit just diesem Titel angelangt) beinhaltet eine Collage aus verfremdeten Fragmenten der vorigen EP's. Nach ca. 4 Minuten ist die Retrospektive zu Ende und danach zieht der alleinige Songschreiber von Toehider wenn nicht alle, dann sehr viele Register seines Könnens. Da ist Herr Mills als enorm talentierter Komponist, Sänger und Gitarrist (alle drei Sachen beherrscht er erschreckend gut) dabei, tiefgründigen und wohldosiert dramatischen Progressive Rock zu präsentieren, zu dessen wichtigsten Orientierungspunkten Progmetal und Alternative Rock gehören. Der gesamte Kraftakt der zwölf EP's wird im letzten Teil von "Done und dusted" nur mit akustischer GItarre und dem auf einmal verdächtig nach jungem David Bowie klingenden Mike Mills beendet. Es erklingen die letzten gesungenen Worte: "...I won't be upset, when I realise I'm done..." und der Song bricht sofort ab, begleitet von dem verschmitzt lachenden Mike Mills.
Hut ab vor der enormen Leistung eines aussergewöhnlichen Musikers. Möge der kreative Geist von Mills noch unzählige EP's hervorbringen...
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
29.10.2011 |
| Letzte Änderung: |
29.10.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Toehider
Zum Seitenanfang
|