Mona Da Vinci
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Eastgate |
| Durchschnittswertung: |
10/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
Gastmusiker
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Calumet
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5:30
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| 2. |
Morpheus' Light
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10:44
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| 3. |
Phantoms and Oracles
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6:28
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| 4. |
Mona da Vinci
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7:09
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| 5. |
In the Storm of Serenity
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7:39
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| 6. |
Hunting for Illusions
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4:43
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| Gesamtlaufzeit | 42:13 |
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Rezensionen

Tangerine Dream... diese Band steht da wie ein Monument. Ich kenne keine Band, die im 45. Jahr ihres Bestehens noch so rege Musik produziert wie dieses Projekt Edgar Froeses. Nun gut, das ist nicht fair... welche Band besteht überhaupt schon seit so langer Zeit... sagen wir also: ich kenne keine Band, die so rege Scheibe um Scheibe auf den Markt wirft wie diese. Eine rege Produktivität ist übrigens entgegen landläufiger Meinung nicht unbedingt ein Zeichen qualitativen Mangels. Simenon etwa soll im Schnitt 11 Tage für einen 200-seitigen Roman gebraucht haben und heraus kam immer mindestens gute Qualität. Und so sieht es anscheinend auch bei Edgar Froese aus: Die Vielschreiberei tut der Qualität der Musik keinen Abbruch.
Froese hat seit geraumer Zeit hierzu sein eigenes Vertriebssystem entworfen: den Eastgate-Music-Shop. Dort gibt es den neuesten Output von TD in der Regel günstiger als bei den kommerziellen Anbietern, die vermutlich von der Unkenntnis der Hörer profitieren wollen. Hier ist jede der gegenwärtig etwa 10-12 Neuveröffentlichungen pro Jahr zu finden. 10-12 Neuveröffentlichungen pro Jahr?? Das ist kein Scherz. Der geneigte Leser vertiefe sich in die fachkundig gestaltete Beschreibung auf den Seiten Voices in the Net, der meiner Meinung nach besten Übersicht über das Schaffen von Froese & Co.
Mona Da Vinci ist eine sehr umfangreiche EP (sog. Cupdisk), neben der im Jahr 2011 außerdem 4 weitere Studioalben, 3 Compilations mit neuem oder überarbeitetem Material, 2 Live-Scheiben sowie 1 Box mit z.T. neu überarbeitetem Material erschienen sind. Und so liest es sich in jedem Jahr seit Mitte der 00-er.
Warum erzähle ich das alles? Zum einen ist das interessant für den Fan und zur Einschätzung der Band. Zum anderen führt diese Flut an Veröffentlichungen, die z.T. vollständig neues Material oder Neubearbeitungen älterer Sachen enthält, beim Hörer zu verständlichen Reaktionen... Wer will da noch den Überblick behalten? Wer hat soviel Geld, sich mit allem Material zu versorgen? Und vor allem: wer braucht das alles??
Eine andere Reaktion ist die, dass man mit einem gewissen Maß an Gleichmut und gemessener Freude an die Neuveröffentlichungen herangeht: wie schön, dass es eine Band gibt, die ihre Fans so stetig mit - mehr oder weniger - neuem Futter versorgt!
Wie ich an anderer Stelle schon mal geschrieben habe, ist der Unterschied zwischen den Veröffentlichungen innerhalb eines Zeitraums der erfreulich straff gegliederten Perioden im Schaffen von Tangerine Dream relativ gering. Sieben Phasen gibt es bislang und die derzeit aktuelle währt seit 2005, die sog. Eastgate-Years, die sich evolutiv aus den recht ähnlich gelagerten TDI-Years (1996-2005) entwickelt haben. Bei Wikipedia werden sie sogar als "Millenium-Years" zusammengefasst. Ein Ende ist nicht in Sicht... Umso erfreulicher, dass diese Phase auf ihre Weise zu einer der schönsten geraten ist!
Und damit komme ich endlich zur CD Mona Da Vinci...
Ein wie immer hübsches Cover ziert diese CD, die es natürlich auch als Download gibt. Mona Da Vinci ist die fünfte EP in der sog. Cup-Disk-Serie seit dem Jahr 2007. Zwei Stücke sind bereits zuvor in ähnlicher Version erschienen: Calumet im Jahr 2011 auf der Live-CD The Gate of Saturn Live und Phantoms and Oracles 1998 auf The Hollywood Years Vol. 2. Auf der Version von Phantoms and Oracles findet sich ein Gitarrensolo, das auf The Hollywood Years Vol. 2 nicht enthalten war. Da die Gitarre von Zlatko Perica bedient wurde, stammt die Aufnahme (bzw. zumindest die Gitarre...) wohl auch aus dem Jahr 1998. Der Rest der EP ist komplett neues Material.
Eine weitere Besonderheit von Mona Da Vinci ist, dass es wohl inzwischen egal ist, wer auf Tangerine Dream - Scheiben mitmusiziert. Auf dem Innen-Cover sind Fotos der Live-Besetzung zu finden, aber die Info auf der Rückseite erklärt: All Tracks composed, produced and performed by Edgar Froese - im Alleingang bis auf das zitierte Gitarrensolo... Dies tut der Qualität der Aufnahmen übrigens überhaupt keinen Abbruch. Dass sich der Song aus dem Jahr 1998 perfekt in das Gesamtbild der CD einfügt, unterstützt meine These, dass es eigentlich egal ist, welches Album einer Phase man hört...
Nunja, ganz egal ist es natürlich nicht. Jedes Album hat ein Thema und eine Herangehensweise an dieses Thema. Diese kann mal mehr mal weniger gelungen sein. Das Thema dieser EP ist mir nicht ganz klar. Mona Lisa? Leonardo Da Vinci? Und was hat eigentlich die Musik damit zu tun? Die Musik der Alben ist zwar immer graduell verschieden, aber dennoch relativ ähnlich gestrickt: langgestreckte Synthie-Rhythmen und darüber gelegte Melodien sowie ein paar Soundeffekte vereinigen sich zu einem stimmungsvollen Ganzen. Und perfekt produziert ist es natürlich auch.
Warum sollte man sich also in der Fülle der Outputs von Tangerine Dream gerade für dieses Album entscheiden? Die Musik ist - wenn man diesen Sound mag - so gut wie jede andere Produktion auch. Die Länge spielt m.E. keine entscheidende Rolle, da mit über 40 Minuten auch diese EP die Länge einer klassischen LP erreicht und sogar länger ist als manche alte TD-LP. Innovation gibt es nicht, aber der Sound ist eben ansprechend und gut gemacht. Aber man könnte eben zu einer der vielen anderen ebenso gut eingespielten Veröffentlichungen greifen. Dies spricht weder für noch gegen Mona Da Vinci.
Mona Da Vinci ist insgesamt im Klang ein vielleicht leicht mysteriöses Album (das bekannte Lächeln der Mona Lisa?). Aber diese Qualität weisen andere Alben wie The Angel of the West Window oder The Island of the Fay auch auf. Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger vermag ich ein Urteil zu fällen... Vermutlich ist es letztlich egal. Es stellt sich dieser gewisse Gleichmut ein.
Mona Da Vinci ist ein feines, geschmackvoll inszeniertes Album, das Tangerine Dream auf der Höhe ihres (oder hier: Edgar Froeses) Schaffens zeigt. Ich wüsste aber letztlich keinen Grund gerade dieses Album einem anderen vorzuziehen. Eher würde ich die anderen Studioalben des Jahres 2011 vorziehen, weil dort das Thema transparenter ausgestaltet ist (abgesehen vielleicht von Finnegans Wake, obwohl dies musikalisch auch sehr ansprechend gemacht ist). Aber das ist nur mein ganz subjektiver Eindruck.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
2.2.2012 |
| Letzte Änderung: |
28.2.2012 |
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