Pick up a bone
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Line Records |
| Durchschnittswertung: |
10/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Rupert Hine |
vocals, guitar, harmonica |
| Simon Jeffes |
acoustic, electric and slide guitars, saxophone arrangement |
| David MacIver |
guitar |
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| Peter Robinson |
piano, organ |
| Pete Morgan |
acoustic and electric bass |
| Terry Cox |
drums |
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Gastmusiker
| Clive Hicks |
guitar |
| Eric Ford |
guitar |
| Joe Moretti |
guitar |
| Steve Hammond |
electric guitar and banjo |
| Paul Buckmaster |
electric cello |
| Eddie Mordue |
sax, flute |
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| Roy Willox |
sax, flute |
| Raul Mayora |
congas, bells |
| Roger Glover |
tambourine |
| Barry de Sousa |
drums |
| David Katz |
director of the orchestra |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Landscape
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5:12
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| 2. |
Ass all
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3:37
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| 3. |
Me you mine
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5:23
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| 4. |
Scarecrow
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3:30
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| 5. |
Kerosene
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7:28
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| 6. |
Running away
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4:55
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| 7. |
Medicine Monday
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3:18
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| 8. |
More than one, less than five
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4:10
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| 9. |
Boo Boo's faux pas
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6:27
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| 10. |
Pick up a bone
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4:00
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| 11. |
Instant muse
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1:20
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| Gesamtlaufzeit | 49:20 |
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Rezensionen

Anno 1971 muss es ziemlich leicht gewesen sein zu definieren, was in der Musik progressiv ist, denn die Ansprüche konnten schon wegen mangelnder Vielfalt von Möglichkeiten gar nicht so hoch sein wie heute. Das wurde mir mal wieder bewusst, als ich dieses Album nach längerer Zeit wieder hörte.
Ich nehme an, Rupert Hine ahnte in dieser Zeit noch nichts von seiner bevorstehenden Karriere, wohl aber kannte er seine Wurzeln, und die scheinen in der Szene der damaligen ?Liedermacher? wie Dylan, Cohen und anderen zu liegen. Darauf aufbauend ist er im besten Sinne progressiv, denn er gießt diesen Stil in neue musikalische Formen und hat offensichtlich genauestens darüber nachgedacht, was man aus einfachen Songstrukturen so alles machen kann, denn merke: wer proggt, denkt weiter!
Ein einschlägiges Beispiel findet sich im Song ?Running away?, der auf Vinyl die zweite Plattenseite eröffnete: es geht mit der Mundharmonika los, was eigentlich längst ein ausgelutschtes Stilmittel der damaligen Protestlied-Szene war, was ich auch so gut wie nie besonders mochte, weil ich finde, dass eine Harmonika irgendwie sperrig, schneidend und inhaltslos klingt, aber dieser Song ist tatsächlich eine willkommene Ausnahme ? versteht es Rupert Hine doch meisterhaft, der grellen Mundorgel einen eindrucksvollen Bass kontrastreich als Fundament entgegenzusetzen (man hört, dass es ein akustischer Bass ist; es könnte fast ein Stick sein!), und dadurch gibt er dem Song ein festes Gerüst, in das sich die Harmonika völlig logisch passend einfügt.
Fast überall findet sich so was: die Streicher z.B. werden so eingesetzt, dass all ihre Möglichkeiten genutzt werden ? manchmal süßlich-lyrisch (nicht schmalzig) wie in ?Landscape?, dann wieder aggressiv wie in ?Kerosene? oder ?Medicine Monday?, wo sie es schaffen, die ohnehin nervöse Atmosphäre der Songs zwischendurch noch auf die Spitze zu treiben. Ganz typisch für dieses Album ist es überhaupt, mit ganz ?normalen?, häufig schlicht akustischen Instrumenten für selten gehörte Überraschungen zu sorgen.
Dann der Aufbau des Albums: der zweite Song ?Ass all? z.B. unterscheidet sich in der Instrumentierung kaum vom Opener ?Landscape?, es kommt aber ein abrupt strukturierendes Piano hinzu, die Akustikgitarre wird wesentlich härter angeschlagen, und schon hat die beschauliche Anfangsstimmung ein Ende; der Hörer muss sich darauf einstellen, dass dieses Album alles andere als berechenbar ist. Der dritte Song ?Me you mine? beginnt dann ähnlich lyrisch wie ?Landscape?, mündet aber schließlich in einen so poppigen Refrain, dass selbst diese Idee schon wieder was Progressives hat; dann folgt eine spannungsgeladene Ruhepause mit der folkorientierten Ballade ?Scarecrow?, bis schließlich am Ende der ersten Plattenseite das Stück ?Kerosene? konsequent ins Chaos geführt wird: dieser Song macht endgültig Schluss mit Lustig und zeigt die aufbrausende und launische Seite des Autors. Hier nimmt er zum ersten Mal die Stimmung seiner späteren Soloalben vorweg, aber noch nicht etwa mit elektronischen Raffinessen, sondern mit einem wagemutigen Einsatz von Schlagzeug, Bass und einem Orgelanschlag, der so überraschend ungewöhnlich anmutet, dass man kaum das Instrument erkennt. Die Plattenseite endet schließlich mit einem längeren Stimmengemurmel, in dem das Ende der zweiten Seite (?Instant Muse?) schon kurz vorweggenommen wird.
Wenn man mitberücksichtigt, dass Hine hier noch ausprobiert und stilistisch noch nicht vollkommen gefestigt sein konnte, stimmt an diesem Album einfach alles. Es reiht sich für mich ein in die Sparte faszinierender Debütalben (wie z.B. ?Piper? von Floyd oder ?Warm jets? von Eno), in deren Natur es immer lag, dass es sie in einem so frischen Wind nur ein einziges Mal geben konnte, und die gerade deshalb immer unersetzlich geblieben sind, mag auch die weitere Entwicklung der jeweiligen Musiker noch so beeindruckend verlaufen sein. Rupert Hine?s Erstling hat leider nie einen größeren Bekanntheitsgrad erreicht, sollte aber bei einer umfassenden Prog-Beschäftigung nicht unbeachtet bleiben.
| Anspieltipp(s): |
Kerosene |
| Vergleichbar mit: |
So abwechslungsreich wie Hammil?s ?Fool?s mate?, so überraschend wie Eno?s ?Here come the warm jets?, aber viel leichter in seiner Ernsthaftigkeit ins Ohr gehend. |
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| Veröffentlicht am: |
22.9.2003 |
| Letzte Änderung: |
22.9.2003 |
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