Improg
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Hoppy Kamiyama |
keyboards, vocals |
| Tatsuya Yoshida |
drums, vocals |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Glimpse
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14:29
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| 2. |
Mongolian Bandits
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22:03
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| 3. |
Night Dust (Monosyllabic Sex)
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19:12
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| 4. |
Ombre Moned
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21:25
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| Gesamtlaufzeit | 77:09 |
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Rezensionen

"Improg": Messerscharf schließen wir, das Kürzel steht für einen improvisierten progressive Style. Daimonji grenzen sich damit vom Jazz (als der Improvisationskunst schlechthin) ab, denn ihre Musik ist stark vom Avant-Rock im allgemeinen und vom Zeuhl im besonderen beeinflusst. Der Jazzrock spielt aber dennoch eine große Rolle. Das wird gleich zu Beginn von Track 1 "Glimpse" deutlich, obwohl es dort kurioserweise für einige Momente klingt, als beginne ein Yes-Cover. Doch "Soundchaser", woran man sich hier durch E-Piano und rollendes Schlagzeug erinnert fühlt, ist ja sicherlich das am stärksten jazzlastige Stück, das Yes je gespielt haben.
Mit Prog in der Tradition symphonischer Romantik haben "Daimonji" ansonsten wenig gemein, am ehesten noch in einigen fanfarenartigen Synthesizer-Beiträgen. Stattdessen findet man zahlreiche Elemente, die man auch aus Ruins-Alben kennt: Quiekig-zeuhlige Vokalisen, heftig beschäftigtes Schlagzeug, kräftigen Bass. Allerdings ist alles weit weniger hektisch und überdreht als bei Ruins selbst. Das meiste wirkt weniger zickig, dafür kraftvoller, pulsierender, was ich für eine gelungene Variante des üblichen ruinösen Treibens ansehe, auch wenn man zugeben muss, dass es auf "Improg" etwas konventioneller zugeht.
Das alles entscheidende Instrument auf diesem Album ist das Schlagzeug. Yoshida leistet ganze Arbeit, vom ersten Track an, wo er fast nach Belieben über die Dynamik zu entscheiden scheint, die die Beiträge der anderen Instrumente entfalten. Und da dieses Schlagzeug nicht nur virtuos gespielt wird, sondern für meinen Geschmack auch wundervoll klingt, ist es mir ein wahres Vergnügen zuzuhören. In späteren Tracks kann man dann studieren, wie es immer wieder die Drums sind, die bestimmen, ob die Musik zwischendurch einen swingenden Jazzrock-Touch erhält oder rockig angreift. Yoshida scheint Christian Vander nicht nur in Japan beerben zu wollen.
Das Problem der vier langen Live-Improvisationen besteht, wie nicht anders zu erwarten, in der Aufrechterhaltung des Spannungsbogens. Die ist nicht immer gelungen. Großartige Momente gibt es jede Menge und alle vier Stücke sind hörenswert, aber manchmal verläppert sich die Musik doch auch ein bisschen. Am dichtesten ist "Glimpse" und der Finger zuckt, während die Platte läuft, gern mal in Richtung Fernbedienung, um zu Track 1 zurückzukehren. Bevor er aber tatsächlich tätig werden kann, hat die Band meist wieder auf die Tube gedrückt und das aktuelle Geschehen nimmt einen wieder gefangen.
Improvisierter Progrock - da kann der Vergleich mit einem neueren Projekt aus deutschen Landen nicht ausbleiben, das in eine ähnliche Richtung denkt: Nekropolis 23. Deren erstes Album "Vol. 1" ist gleichzeitig rocknäher und freier, und das liegt nicht zuletzt daran, dass der Daimonji-Zeuhl dem Jazzrock (in der statisch-modalen Variante) doch näher steht. Und die ist ja längst eine vertraute Tradition. Nicht verschweigen kann man aber, dass die Bühnenimprovisationen von Daimonji die Probenraumimpros von Nekropolis 23 in der Soundqualität weit hinter sich lassen.
Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Album für Leute, die mal nach Japan rüberhören wollen und dabei mehr Experiment vertragen als z.B. bei KBB, die sich aber trotzdem nicht gleich ins größte Ruins-Chaos stürzen wollen
| Anspieltipp(s): |
Glimpse |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
23.1.2004 |
| Letzte Änderung: |
23.1.2004 |
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Man kann Japans Zeuhl-Export Nummer 1 und Arbeitstier Tatsuya Yoshida nicht vorwerfen, sich nicht ständig neuen Herausforderungen und Situationen zu stellen: im Punk-Zeuhl des Bass-Schlagzeug-Duos Ruins, im Avant-Power-Trio mit Korekyojin oder Knead, in der vollen Zeuhl-Band-Attacke mit Koenjihyakkei, live im Psychedelic Rausch mit Acid Mothers Temple oder bizarrem Polka-RIO mit Samla Mammas Manna (mit "Dear Mamma" auch auf CD dokumentiert). Sein neuestes Projekt heisst Daimonji, und diesmal ist improvisatorische Keyboard-Trio-Musik angesagt.
Mein Vorschreiber hat Improg schon treffend beschrieben: während sich Koenjihyakkei die grösste Mühe gibt, den Magma-Sound in Richtung Bombast und Überdrehtheit zu steigern, reduzieren Daimonji, hin zu einem intimeren, jazzigen Stil.
Die größte Schwäche des Albums, nämlich dass sich manchmal die Stücke doch ein bisschen in der Improvisation zu verhaspeln scheinen, hat Ralf schon genannt. Dazu kommt, dass Bassist Nasuno Mitsunu fast die gesamte CD über nur sehr wenige Akzente setzen kann, teilweise geht er im Mix regelrecht unter und ist kaum zu hören. Das raubt der Musik leider stellenweise etwas den Druck.
Natürlich macht Yoshidas spektakuläres Schlagzeug-Spiel dies zu grossen Teilen wieder wett. Vor allem das sorgt dafür, dass mir die Platte trotz der angesprochenen Schwächen Spass macht. Musea, der europäische Vertrieb des Albums, nennt ihn den "japanischen Christian Vander". Das ist nicht ganz falsch, aber Vanders Stil unterscheidet sich schon deutlich von dem Yoshidas: während Vander oft einen stetigen, jazzigen Puls aufbaut und darin mit plötzlichen explosiv-ekstatischen Ausbrüchen Akzente setzt, bewegt sich Yoshida fast die gesamte Zeit über kraftvoll, aber ungemein locker und mit krakenartiger Geschmeidigkeit über das gesamte Kit und nutzt dabei volle Bandbreite seines Instruments, um einen vergleichbaren Puls zu erzeugen.
Jetzt wäre ich vor allem auf eine Nachfolge-Platte gespannt, die die Improvisationen vielleicht in ein strukturierteres Umfeld destilliert und dem Bass mehr Raum gewährt: das könnte wirklich was werden!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
Runter-geschraubte Magma |
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| Veröffentlicht am: |
23.1.2004 |
| Letzte Änderung: |
23.1.2004 |
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