Half Alive In Hollywood
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Third Venture Records |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (1 Rezension) |
|
Besetzung
| Mike Keneally |
guitar, keyboards, vocals |
| Bryan Beller |
bass |
|
|
Gastmusiker
| Tom Freeman |
drums (on "Vent") |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Career/Quimby # 1
|
3:24
|
| 2. |
Bryan Is Experimenting
|
0:23
|
| 3. |
Career/Quimby # 2
|
2:34
|
| 4. |
I Can't Stop
|
6:11
|
| 5. |
Open Up!
|
5:29
|
| 6. |
My Dilemma
|
6:00
|
| 7. |
Spoon Guy
|
2:17
|
| 8. |
Uglytown
|
8:10
|
| 9. |
Bryan Is Coughing
|
0:30
|
| 10. |
Skunk
|
2:51
|
| 11. |
Good Dolphins # 1
|
2:28
|
| 12. |
Good Dolphins # 2
|
1:20
|
| 13. |
Sort Of Performing Miracles
|
3:40
|
| 14. |
1988 In Hell
|
4:01
|
| 15. |
Day Of The Cow - Part One # 1
|
1:39
|
| 16. |
Day Of The Cow - Part One # 2
|
2:10
|
| 17. |
Snowcow
|
3:07
|
| 18. |
Sweating In School
|
2:34
|
| 19. |
Day Of The Cow - Part Two
|
1:27
|
| 20. |
The Unhappy Monologist
|
1:02
|
| 21. |
The Unhappy Monologist
|
1:55
|
| 22. |
The Desired Effect
|
5:27
|
| Gesamtlaufzeit | 68:39 |
|
| Disc 2 |
| 1. |
DOT-DA-DA-DOT-DOT-DOT-DOT-DAAAHHHH
|
1:17
|
| 2. |
Dhen Tin
|
1:14
|
| 3. |
Cheddar
|
3:21
|
| 4. |
The Car Song
|
5:47
|
| 5. |
Top Of Stove Melting
|
5:06
|
| 6. |
Aglow
|
3:46
|
| 7. |
Lightnin' Roy
|
5:45
|
| 8. |
Blameless
|
2:58
|
| 9. |
Power To Love
|
7:14
|
| 10. |
Bad Dolphins
|
2:14
|
| 11. |
Immigrant Song
|
2:47
|
| 12. |
Spoon Guy
|
2:07
|
| 13. |
Uglytown
|
8:27
|
| 14. |
Career Politicians
|
4:00
|
| 15. |
Performing Miracles
|
6:16
|
| 16. |
Love Theme From Vulture Fun
|
1:23
|
| 17. |
Gypsy Queen
|
2:08
|
| 18. |
Scotch
|
4:47
|
| 19. |
Vent
|
2:42
|
| Gesamtlaufzeit | 73:19 |
|
Rezensionen

Eher durch Zufall ist dieses Doppel-Album von Mike Keneally, in diesem Fall genauer von Mike Keneally mit seiner Band "Beer For Dolphins" (welch' ein Name!), in meine Sammlung geraten. Ich habe daher keine Vergleichswerte zu anderen Mike Keneally-Alben, aber soweit ich die anderen Rezensionen auf diesen Seiten verstanden habe, kann man es wohl schon als ein typisches Album bezeichnen.
"Half Alive In Hollywood" ist in zwei Aufnahme-Sessions entstanden. Für die CD1 spielten Mike Keneally und seine beiden Begleiter, Bryan Beller und Toss Panos, 'live' im Studio des "Musicians' Institute" in Californien. Das MI ist scheint's eine Ausbildungsstätte für allerlei Berufe rund um die Musik, unter anderem Toningenieure, die gerne mal am "lebenden Objekt" üben wollen. Die Aufnahmen zur CD2 entstanden bei einem "richtigen" Konzert der "Beer For Dolphins" an gleicher Stätte...
Was man auf der CD1 hört, ist an einem Tag, in einem Zug aufgenommen worden, lediglich der letzte Titel stammt aus einer anderen Session (und einem leicht anderen Mix). Ursprünglich wollte Mike Keneally die Aufnahmen noch nachbearbeiten, dies ist wohl auch geschehen, aber das Ergebnis gefiel ihm nicht, so dass wir hier nun den "Rough Mix", wie er dem In-Ear-Monitoring-Sound der Band entsprach, hören (bis eben auf den letzten Track der CD1, welcher dem nachbearbeiteten Mix entstammt). Und das ist das Besondere: Wir hören die Band beim Improvisieren, manche Titel werden erstmal kurz geübt, wieder andere entwickeln sich über mehrere Zwischenstadien in ihren endgültigen Zustand. Das macht einfach Spass beim Zuhören. Mike Keneallys Neigung zu kurzen Titeln wurde hier auch schon erwähnt, dies ist auch hier so. So werden in knappen Zeitabständen Hard Rock, jazz-rockige Klänge, Pop Musik, Blues und was weiss ich noch alles durchlaufen. Atemberaubend ist das dichte Zusammenspiel der Band. Die Bälle werden sich nur so zugespielt, na ja, eigentlich geschmissen. Das Ganze erinnert mich in seinem "Jam-Charakter" manchmal an die Werke von "Trigon". Viele der kurzen Songs gehen ineinander über, so dass doch ab und zu der Eindruck einer improvisierten Suite entsteht. All' die kleinen, manchmal auch witzigen, Einfälle und Momente muss man sich selber 'erhören'. Mike Keneally singt gelegentlich sehr gewöhnungsbedürftig und schräg (da er eigentlich dachte, den Gesang später nochmals "richtig" aufzunehmen...), aber das wirkt in keiner Weise störend, sondern einfach nur passend. In manchen der Gesangsmomente klingen die Drei wie eine sehr ungeschliffene Variante von "Steely Dan".
Durch den Monitoring-Mix ergibt sich ein sehr ungewöhnliches Klangbild. Schlagzeug und Bass stehen viel weiter im Vordergrund, als man das gewohnt ist. Macht aber nix, da sowohl Bryan Beller (der zum Zeitpunkt der Aufnahmen erst recht kurz bei den "Dolphins" war) und Toss Panos brilliante Leistungen bringen. Insbesondere Toss Panos ist ein unglaublicher Drummer, der es versteht sehr druckvoll und zugleich filigran und virtuos zu spielen. Eine ziemlich einmalige Kombination... vielleicht ist das der beste Drummer, den ich jemals gelauscht habe (wenn das auch nach nur einem Album schwierig endgültig festzustellen ist).
Die CD2 liefert uns dann ein komplettes Konzert von Mike Keneally und Beer For Dolphins, welches diese in der Aula des Musicians' Institute gegeben haben. Hier kann man den einen oder anderen Song der CD1 in seiner endgüligen Live-Version (manchmal mit anderem Titel) bestaunen. Die Band spielt auch live ungeheuer tight und virtuos. Live dominiert deutlich die Rockkomponente, zumal Mike Keneally auch etwas 'exakter' singt und die Gitarre hier schon im Mittelpunkt des Mixes steht. Trotzdem bleibt es eine Melange aus vielen verschiedenen Stilen und Stimmungen sowie besonderen 'Einlagen' ("Lightnin' Roy"...). Insgesamt gibt es auch mehr 'richtige' Songs gegenüber der doch etwas fragmentarischen Studioarbeit.
Herausragend die Momente in denen Mike Keneally fast gleichzeitig Gitarre und Keyboards bedient. Das gelingt zwar nicht immer, ist aber trotzdem beeindruckend. Gelungen auch die eingestreuten Covers, insbesondere "Power To Love", in dem Mike Keneally uns den richtigen Hendrix gibt (leider hat er den Text vergessen, so dass hier eine Art Vokal-Improvisation zu bewundern ist). Auch der "Immigrant Song" von Led Zeppelin donnert druckvoll aus den Boxen. Insgesamt ein tolles Konzert, sogar ein paar Takte des Smash-Hits "My Sharona" werden zwischendurch mal verwurstet.
Zum Abschluss gibt es noch eine Studioaufnahme, die aus den "Boil That Dust Speck"-Sessions übriggeblieben ist. In den ausführlichen Liner Notes sind sowohl die Entstehungsgeschichte des Albums ausführlich erläutert, wie auch Kommentare zu jedem Titel enthalten.
Sicherlich ein interessantes Werk für musikalisch aufgeschlossene Menschen (und ganz anders, als die sonst von mir bevorzugten Sachen, daher muss die gute Wertung als Ausdruck meiner Begeisterung des Augenblicks gesehen werden, und nicht als allgemein gültige Wertung in meinem sonstigen musikalischen Kontext.... hat jemand verstanden, was ich sagen wollte?).
| Anspieltipp(s): |
??? na ja, CD1: I Can'T Stop, My Dilemma; CD2: The Car Song, Power To Love |
| Vergleichbar mit: |
Trigon; manchmal von der Stimmung und Atmosphäre her, Steely Dan (im weitesten Sinne...) |
|
| Veröffentlicht am: |
14.3.2004 |
| Letzte Änderung: |
26.11.2004 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mike Keneally
Zum Seitenanfang
|