Cryogenesis
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Jankees Braam |
bass, keyboards, basspedals, backing vocals |
| Gerben Klazinga |
keyboards |
| Jeroen Hogenboom |
guitar |
| Martijn Bos |
grand piano |
| Menno de Vries |
drums |
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| Peter Boer |
cello, double bass |
| Gerton Leijdekker |
vocals ("Psychologist") |
| Peter Everts |
vocals ("Doctor") |
| Maaike Breijman |
vocals ("New Soul") |
| Esther Ladiges |
vocals ("Old Soul") |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The gamble
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10:32
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| 2. |
Into the cold
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5:11
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| 3. |
The mold
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7:21
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| 4. |
Rebirth
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7:41
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| 5. |
The dream
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6:20
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| 6. |
Syndrome
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7:09
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| 7. |
The wake
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8:58
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| 8. |
To choose again
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5:10
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| 9. |
The sleep
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8:22
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| Gesamtlaufzeit | 66:44 |
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Rezensionen

Es gibt schon lange Rockopern und Musicals; Märchenplatten noch länger. Seit einer Weile gibt es auch Metalopern und Prog-Konzeptalben mit verteilten Rollen, deren Ursprung dank eines gewissen A.A. Lucassen oftmals in Holland liegt. Aus eben diesem Lande kommt nun wieder etwas Neues, das ich hier als Neoprog-Märchen-Operette bezeichnen will; dieser Begriff ist zum Glück so idiotisch, dass ihn wohl niemand übernehmen wird, und das ist gut so. Aber ich weiß dafür wirklich keine passendere Bezeichnung.
Die Story dieser Operette in Kurzfassung: eine todkranke Frau lässt sich einfrieren und wird 500 Jahre später wieder aufgetaut. Sie ist nun wieder gesund, aber leider ist ihre Psyche nicht so ganz passend formatiert, weil ihre alte und ihre neue Seele sich in der veränderten Welt nicht einigen können. Das bringt sie dann auf den Gedanken, dass Sterben eigentlich keine so schlechte Idee ist...
Das wäre das perfekte Sujet für einen TV-Film auf RTL geworden, und zwar für die 20.15-Uhr-Sendezeit, wenn man den Science-Fiction-Teil irgendwie abmildern könnte, denn der würde den Zuschauer womöglich unnötig von der Belanglosigkeit der Geschichte ablenken; ich wüsste auch schon einen Titel für den Streifen, in etwa so was wie ?Sterbenskrank in Eiskristallen ? und das ist noch nicht das Ende!?. Das würde garantiert ein Straßenfeger für einen Abend.
Apropos Holland: kürzlich habe ich US gehört, dann fallen mir die alten Kayak ein, Manches von Lucassen, die ?neuen? Knight Area sowieso. Ich sag?s mal selbstkritisch, dass die Deutschen vielleicht oft ein wenig schnell bei der Hand sind, wenn es darum geht, einfach nur ?schöne? Musik als Kitsch abzutun; mag sein, dass Holländer da weniger Berührungsängste haben. Keine Ahnung, woran das liegen könnte, wenn es denn so ist. Jedenfalls kann ich mich von dieser ?deutschen? Neigung nicht ganz ausnehmen, obwohl ich schon berüchtigt dafür sein dürfte, dass ich mich deutlich mehr für die sanftere Spielart des Neoprog begeistere als manch anderer Reviewer. Aber bei Ixion stoße auch ich an meine Grenzen.
Wieso, frage ich mich beispielsweise, muss es sein, dass sanfte melodische Konzeptideen immer als Prog aufgezogen werden? Das kann doch nur daran liegen, dass sich das Plattengenre ?Prog-Konzeptalbum? seit langem bei allen Geschichtenerzählern eingebürgert hat, denn es gibt ja schließlich kein Gesetz, dass vorschreibt, Barden epischer Rhapsodien müssten Progger sein ? Gary Hughes? ?Once and future king? z.B. funktioniert ja auch ganz gut auf einer einfacheren, rockigen Ebene.
Nehmen wir ein Beispiel, wieso verhaltene Alibi-Vielschichtigkeit auf diesem Album nicht funktioniert ? beginnen wir gleich mit dem Anfang:
Man hört eine geheimnisvoll einleitende Piano-Tonfolge und dazu streicherähnliche Keyboards, so dass sofort signalisiert wird: Jetzt kommt vielversprechender Prog! Dann mündet dies plötzlich in ein knapp angedeutetes Metal-Arrangement, in dem etwas versprochen wird, was das ganze Album nicht wird einlösen können. Durch eine Camel-Gitarre, die diesen schon unglaubhaft kurzen Teil abschließt, werden die Erwartungen denn auch gleich wieder nach unten korrigiert, und schon setzt neben den wieder aufgenommenen Streicher-Keyboards ein sanft plätscherndes Soft-Pop-Schlagzeug ein (?dum-dum-dum-klick; dum-dum-dum-klick? usw.). Dann folgt (wieder nur kurz) eine Erzählerstimme, die uns deutlich macht, dass hier nichts Geringeres als eine Art nachgemachtes Wakeman-Bühnenstück vorliegt, und zu guter Letzt erleben wir den ersten Auftritt der Protagonistin, die sich anhört, als litte Annie Haslam unter Kurzatmigkeit.
Diese Aufeinanderfolge ist symptomatisch für das ganze Album: sicher gibt es immer wieder Breaks, diverse Key- und Gitarrensoli, aber der instrumentale Rest glänzt durch vornehme Blässe, die dem Hörer lediglich die Einladung zuspricht: ?Stell dir vor, dies wäre ein echtes Progalbum!?. Das ganze Programm wird mit angezogener Bremse abgespult, und so kann m.E. keine einzige Musikrichtung überzeugen, nicht einmal Volksmusik, und z.B. Klassik schon gar nicht ? Dudelei ohne Leidenschaft klingt eben, als wollte jemand durch 500 Seiten aneinandergereihter Zeitungsartikel einen Roman ersetzen.
Dieser Eindruck wird auch nicht besser, wenn im Mittelteil von ?The mold? Keys und Rhythm-Section eine Eloy-Struktur nachahmen oder wenn ?Rebirth? die Nolan-Keyboards auffährt ? das erstgenannte Stilmittel ist ausgelutscht, das zweite schon seit geraumer Zeit überstrapaziert. Der Clive-Nolan-Sound ist durch Nolan selbst längst bis an die Grenzen der Erträglichkeit mit der Dampfwalze ausgerollt worden; das letzte, was dieser Sound verträgt, sind halbinspirierte Epigonen.
Und so geht das immer weiter. In ?The dream? wird dann gar der Versuch unternommen, ein hittaugliches Stück auf die Piste zu stellen; der Hörer hört endlich mal genauer hin ? und dann fällt ihm der naive Text deutlich auf: ?To live again, to love again, to take this second chance. To live my life out of the full and take this timely dance?. Bis hierher geht wenigstens die Metrik der Worte auf; aber nun: ?All the things that I missed, the opportunities not taken; now the future?s open again, nothing stands in my way?. Diese Zeilen sollen in dieselben Verse passen und klingen wie der dichterische Versuch einer Firmenbelegschaft zum Jubiläum ihres Chefs ? Küchenlatein auf Englisch.
Andererseits muss ich betonen: Nichts, aber auch gar nichts an dieser Platte ist in irgendeiner Weise unsympathisch, abgeschmackt oder auf andere Art hässlich. Wer das Glück hat, die üblichen Prog-Klischees noch nicht zu kennen, kann durchaus Gründe finden, von dieser CD zu schwärmen (auch von ihrem Cover: wer könnte wohl dieser leicht bekleideten Frau in dem blassblauen Kleid widerstehen?). Mir dagegen graust es inzwischen vor ihr. Aber vielleicht habe ich ja einfach nur zuviel gehört...
| Anspieltipp(s): |
The wake (hat wenigstens in etwa die Spannung eines alten Parsons-Titels) |
| Vergleichbar mit: |
tiefgefrorenem Abwaschwasser aus der Nolan-Küche |
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| Veröffentlicht am: |
23.5.2004 |
| Letzte Änderung: |
23.5.2004 |
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Es gibt Momente im Leben eines Rezensenten, in denen man anfängt sich Sinnfragen zu stellen. Warum tue ich mir das an? Was soll das? Wieso lausche ich statt dieser CD nicht lieber dem monotonen Surren der Heckenschere meines Nachbarn, wo das doch viel interessanter ist? Wie kann ein Progcover so häßlich und amateurhaft sein, obwohl weder Hofnarren noch Einhörner noch Schachbretter auftauchen? Wieso kann man auf einem Projekt eines Bassisten eben jenes Instrument kaum hören? Aus welchem Grund hat der Sprecher einen dermaßen üblen niederländischen Akzent, obwohl man in unserem Nachbarland weiß Gott genug Leute findet, die die englische Sprache adäquat beherrschen? Warum wird man für so einen ürgseligen Mist noch mit einem Plattenvertrag belohnt? Und überhaupt: Warum ausgerechnet ich!?
Diese und noch viele andere Fragen durchzuckten mein Hirn beim Hören von Cryogenesis und man mag es schon ahnen - ein Symptom schwerer Begeisterung stellten sie nicht gerade dar. Wer des Kollegen Mangold Rezensionen kennt, der wird sicherlich ahnen, daß seine Bewertung für dieses Album eine ziemliche Bankrotterklärung für die Musik darstellt. Und, so leid es mir auch tut, ich muß ihm zustimmen. Nun ja, eigentlich tut es mir nicht wirklich leid, denn für so einen Schrott hat man leider keine netten Worte zu erwarten.
Im Grunde genommen kann ich alle genannten Kritikpunkte bestätigen. Die Kompositionen erreichen bestenfalls 08/15-Niveau und alles wirkt wie eine willkürliche Aneinanderreihung von NeoProg-Klischees mit einigen Retro- und Metal-Versatzstücken, und diese Versatzstücke sind beileibe nicht die besten, die man hätte finden können. Hinzu kommt noch eine Produktion völlig ohne Dampf, die obendrein viel zu keyboarddominiert ist. Ach ja, ich vergaß: Die Texte sind bedeutungsschwangeres Drama-Sülzklischee in Reinkultur (Rosamunde Pilcher goes SciFi) und tragen ihr Scherflein zu dieser pathetisch-pseudoprogressiven Katastrophe bei.
Zum Schluß aber doch ein paar Punkte, bei denen ich meinem Vorredner widersprechen muß. Genauer gesagt geht es um die wenigen positiven Anmerkungen im Schlußabsatz. Denn: Doch, die Platte ist mir unsympathisch (obwohl sicher gut gewollt, aber eben nicht gekonnt). Doch, das ist abgeschmackt ohne Ende. Doch, das ist häßlich - v.a. das Cover. Was zum Teufel sollte man an dieser schlecht gezeichneten, leicht bekleideten Else finden können? Also: Ab mit den CDs in den Kältesarg und hoffen, daß das nie mehr jemand auftaut...
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
Clive Nolan fällt morgens um 6 Uhr mit 4,0 Promille und Sodbrennen gröhlend mit seinem Keyboardturm die Kellertreppe hinunter |
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| Veröffentlicht am: |
16.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
16.6.2004 |
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