Amber
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Eigenvertrieb |
| Durchschnittswertung: |
8.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Les Wardle |
Vocals |
| Nick Martin |
Guitar |
| Mark English |
Keyboards |
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| Chas Allen |
Drums |
| Paul Brown |
Bass |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Reason to Change
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7:30
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| 2. |
Storyteller
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7:09
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| 3. |
Glass Child
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6:47
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| 4. |
Intoxicated
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11:46
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| 5. |
The Hollow Man
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9:05
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| 6. |
End of Story
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6:06
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| 7. |
Dark Before the Dawn
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2:49
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| 8. |
All our Lives
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12:27
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| Gesamtlaufzeit | 63:39 |
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Rezensionen

Merchants Vice stellen mit "Amber" ihr Debüt vor und schaffen es dennoch, daß man sich sofort heimisch fühlt. Dies liegt aber weniger daran, daß das Album eine außergewöhnliche Qualität aufwiese, als vielmehr an der Tatsache, daß man Musik wie die von Merchants Vice schon vielfach gehört hat - und gegebenenfalls auch mag. In jedem Falle wird auf "Amber" typischer NeoProg britischer Prägung präsentiert, wie man ihn lieben oder hassen kann.
Man kann sich sicherlich bei Alben wie diesem fragen, warum und wofür man so etwas braucht. Schließlich gibt es auch in dieser Richtung zwar keine Erscheinungen wie Sand am Meer, aber doch mehr als jemals brauchen könnte. Im Falle von Merchants Vice ist die Antwort im Grunde genommen ziemlich einfach: Man braucht die CD auf gar keinen Fall, wenn man aber gerade mal wieder Lust auf eine neue CD voll typischem NeoProg hat und sich nicht gerade bei den altbekannten Bands bedienen will, so könnte man auch weit schlimmeres erwerben.
Eigentlich könnte ich die Rezension hiermit schon abschließenden, aber trotzdem sollten vielleicht noch eine Takte gesagt werden - nur für den Fall, daß jemand noch Interesse an der Platte zeigt. Wie schon gesagt, "Amber" bietet NeoProg wie man ihn schon seit längerem kennt - ohne ein direktes Plagiat irgendeiner anderen Band zu sein. Trotzdem sieht man schon deutlich, woher Merchants Vice ihre Inspiration bezogen haben - an mehr als einer Stelle lugen Marillion, IQ, Arena oder Pendragon um die Ecke. Vor allem am Keyboardspiel von Mark English wird dies deutlich, entstammt es doch deutlich aus der Clive-Nolan-Schule, will heißen viele, manchmal käsige, Solos und sonst meist hymnisch-symphonische Fanfaren. Wobei man Herrn English zu Gute halten muß, daß er es doch etwas stilvoller angehen läßt als Nolan zumindest auf dem letzten Arena-Album. Ab und an darf auch Gitarrist Nick Martin mal mit schönen Soli Akzente setzen, insgesamt aber ist mir das deutlich zu zurückgenommen. Dies fällt insbesondere auf, wenn die Gitarre den Rhythmus liefert, denn dann krachen die Riffs einfach mit zu wenig "Wumms" aus den Boxen. Gelegentlich in der Vordergrund drängt sich auch Bassist Paul Brown, der mit stilvollem Sound und einigen netten Ideen zu überzeugen weiß. Das Schlagzeug dagegen bleibt durchgehend im Hintergrund und Les Wardles Gesang weiß eher selten zu begeistern, ist aber immerhin solide und nervt nicht.
Wie bei solcher Musik üblich bewegen sich die Songs allesamt (Ausnahme "Dark Before the Dawn") eher im längeren Bereich und schwanken zwischen bombastigen Passagen, ruhigeren Momenten und Uptempo-Rockern. Überzeugen kann hierbei v.a. der schwungvolle Opener "Reason to Change", den man sich wirklich mit Genuß anhören kann und der einige wirklich nette Keyboard-Gitarren-Duelle liefert. Etwas heraus sticht auch "Glass Child", das mit melancholischer Stimmung und schönen Basslinien mal etwas andere Stimmung zu verbreiten vermag. Der Rest ist dann doch eher solider NeoProg-Durchschnitt - nichts Schlimmes, beileibe nicht, aber eben auch alles andere als begeisternd - mit dem Schluß-Opus "All our Lives" schmeißen die Engländer allerdings noch einmal alles in die Waagschale und das weiß dann schon in gewissem Maße zu gefallen.
Zusammen mit der für eine Eigenproduktion recht ordentlichen Produktion und den relativ guten Lyrics sind Merchants Vice also für NeoProg-Fans durchaus eine Beachtung wert. Mit mehr Rotz und etwas mehr Eigenständigkeit könnte das vielleicht etwas werden.
| Anspieltipp(s): |
Reason to Change, Glass Child, All Our Lives |
| Vergleichbar mit: |
Marillion, IQ, Pendragon, Arena, Janison Edge |
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| Veröffentlicht am: |
17.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
17.6.2004 |
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Über diese Band habe ich in letzter Zeit in den einschlägigen Prog-Medien so viel gelesen und gesehen, dass ich mich kaum noch an einer Pommesbude vorbeitraue, denn ich rechne ständig damit, dass dort das Coverbild mit dem Drudenstein zu Werbezwecken angeklebt sein könnte. Ach ja: neulich las ich mal eine Rezension dazu, in der die Frage gestellt wurde, was das denn nun für ein Stein sei; das war endlich mal eine Frage, die ich sofort beantworten kann: in meiner Heimat (= Weserbergland), wo alle Leute an Hexen und Pendel glauben und ständig Therion hören, nennt man so was wirklich ?Drudenstein?, das ist ein Stein aus dem Wasser, der durch natürliche Strömung gewaschene Löcher aufweist. Er gilt dort als Amulett gegen Hexen und andere böse Einflüsse, und wer selbst mit dem Teufel im Bunde ist, wird sich daran verbrennen. Ich bin nun kein Satanist oder so, aber meine Bosheit reicht immer noch aus, das ich mich an solchen Steinen im Winter wärmen kann ? deshalb mag ich Drudensteine...
Na gut, ich will das nicht weiter vertiefen, sondern mich lieber der Musik zuwenden:
Das Schlimmste an solchem Neoprog ist ja seine Berechenbarkeit: Die Musik ist, wie sie ist, und bleibt, wie sie war. Die Band fühlt sich von den ersten Tönen an so wohl in ihrem Sound, dass man sofort Bescheid weiß: das ändert sich jetzt nicht mehr. Geriete ich zufällig in ein Konzert, auf dem so was zu hören wäre, käme mir gleich der Verdacht: ?Das wird wohl der Support-Act sein, und danach kommen dann wahrscheinlich IQ?.
Dieser Eindruck kommt vor allem daher, dass ständig eine totale Ausgewogenheit zwischen Keyboards und Gitarren vorherrscht; wer so spielt, wird sich kaum dazu bequemen, diese gemütlichen Bahnen auch nur für kurze Zeit zu verlassen ? wieso auch? Es läuft ja alles wie geschmiert. Selbst auf eine plötzliche Unplugged-Einlage zu hoffen wäre hier schon krankhafter Optimismus. Auf dieser Ebene ist die Musik fast schon wie Pop, und der Text des Openers (?I never found a reason to change?) könnte geradezu das Album-Programm darstellen...
Gut daran ist nun wiederum, dass der Bass durch seinen beanspruchten Spielraum manches rausreißt und sogar oft vergessen lässt, wie langweilig das Schlagzeug ist. Durch diesen Bass und den Umstand, dass die Keyboards nie allzu hell und strahlend programmiert sind, kommt es, dass ich den Gesamteindruck der Musik eher mit IQ als z.B. mit Pendragon assoziiere.
Sehr erwähnenswert ist der Sänger Les Wardle (der auch alle Texte schreibt): seine Stimmlage ist auffallend tiefer als die der meisten typischen Prog-Stimmen, und das ist zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig (jedenfalls für mich). Er klingt irgendwie so, als hätte Geoff Mann jemals bei Shadowland gesungen (besonders deutlich wird das im zweiten Song ? der ist in der Vokalmelodie schon fast eine Shadowland-Stilübung); dann fällt noch auf, dass Wardle ab und zu an seine Vers- oder Satzenden stimmliche Klauseln anhängt, die er sich m.E. ganz offensichtlich von Peter Hammill abgeguckt hat: er zieht nämlich gern die Stimme in jeweils abschließenden Silben plötzlich und unerwartet etwas runter, mehr, als es die Vokalmelodie eigentlich nahe legt. Für Hammill-Kenner ist das sicher nicht weiter auffällig, aber außerhalb dieses Bereichs selten zu hören. Daran merkt man schon überdeutlich, dass Wardle einer dieser Dichter-Sänger ist, denen die Worte wichtiger sein dürften als die Musik, aber das ist ja grundsätzlich nicht verkehrt ? siehe zu diesem Thema z.B. auch Fish und Hogarth.
Konzeptionell zerfällt für mich das Album in zwei Hälften aus je vier Tracks, von denen der jeweils vierte auffallend lang und anspruchsvoller aufgebaut ist als die anderen. Der erste von diesen (?Intoxicated?) ist sogar ziemlich virtuos-abwechslungsreich und schon fast ein richtiger Fetzer, jedenfalls gemessen am sonstigen Stil dieser Band. Insgesamt scheint mir dann die zweite Hälfte der CD etwas kerniger und flotter zu sein als die erste, was mich positiv überrascht hat, denn das war nach drei eher langweiligen Schleppern nicht mehr zu erwarten.
Allerdings enthalten gerade diese zwei erwähnten Longtracks auch jeweils eine Stelle, an der etwas zu deutlich ein Vorbild übernommen wurde ? irgendwie schade, denn wie Dennis erwähnt hat, ist der direkte Klau-Anteil auf diesem Album ansonsten erfreulich gering. Jedoch ausgerechnet vor dem Hauptteil von ?Intoxicated? und in der Einleitung von ?All our lives? ist das geplant undefinierbare Geplänkel leider in Wirklichkeit recht definierbar ausgefallen, erinnert es doch sehr stark an Marillion?s Einleitung von ?Bitter suite?. Das wird hier zwar so dargeboten, dass es irgendwie auch der Anfang von ?Hotel hobbies? der Marillionäre hätte werden können, aber gleich zweimal ist so was auf demselben Album doch etwas oft (stört aber nur, wenn man sehr genau hinhört).
Ich bin aber in ziemlich optimistischer Erwartung, dass diese Band noch wachsen wird. Deshalb fällt meine Bewertung auch zumindest ein klein wenig besser aus als die der zwei anderen Besprechungen...
| Anspieltipp(s): |
Lieber zuerst etwas aus der zweiten Hälfte; wem das gefällt, der sollte danach noch in die erste Hälfte hineinhören, bevor er das Album tatsächlich kauft. |
| Vergleichbar mit: |
IQ, Shadowland |
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| Veröffentlicht am: |
30.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
30.6.2004 |
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