The Birthright Circle
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Jonathan Saunders |
All instruments |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Thanatos
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7:16
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| 2. |
Anthem
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5:48
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| 3. |
Richard
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9:14
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| 4. |
Circle
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23:06
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| Gesamtlaufzeit | 45:24 |
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Rezensionen

Einige der Trademarks von Zen Rock and Roll, dem Solo-Projekt von Jonathan Saunders, die Ralf J. Günther beim Album END OF THE AGE festgestellt hat, stellen sich auch bei THE BIRTHRIGHT CIRCLE wieder ein: Mangel an Drive, steriler Keyboardsound und dünner Gesang. Allerdings scheint sich im Koordinatensystem der musikalischen Bezüge etwas getan zu haben. Sicher klingen immer wieder Yes und Genesis an, aber insgesamt erscheint das Album eher eine Hommage an das Alan Parsons Project der 80-er Jahre darzustellen.
Die Themen des Albums sind schwergewichtig, nämlich Tod, Selbstmord und Wiedergeburt. Nicht so allerdings die Musik. Die ist eher fröhlich-hüpfend (Thanatos, Richard) oder pompös-sinfonisch mit Hang zum Kitsch (Anthem und Teile von Circle). Die Melodien hingegen sind netter amerikanischer Mainstream. Es fehlt also einfach die melancholische Tiefe, die z.B. die besten Werke von Parsons und Woolfson in den 80-ern auszeichnete, und den Themen angemessen gewesen wäre.
Die Songs sind allesamt zu lang geraten ? auch das nur knapp 6-minütige Anthem, bei dem es 3 Minuten auch getan hätten - und beginnen nach einiger Zeit zu langweilen. Es klingt alles ganz solide, mit gelegentlich netten, aber wenig aufregenden Keyboardsoli versehen (so z.B. bei Circle um die 13. Minute rum) und am Ende etwas Flötenspiel mit Hirtenromantik.
Fazit: Also ich find?s ? gerade für ein Retro-Prog-Album - langweilig, aber wer mit der Mischung der genannten Zutaten etwas anfangen kann, könnte anderer Meinung sein.
| Anspieltipp(s): |
Auszüge aus "Circle" |
| Vergleichbar mit: |
Alan Parsons |
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| Veröffentlicht am: |
25.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
26.7.2004 |
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Seltsame Musik ist das: als ich den Begriff ?Zen? im Namen dieses Ein-Mann-Projekts von Jonathan Saunders las und das Cover dazu sah, erwartete ich zunächst etwas meditatives New-Age-Artiges. Aber es ist ja neben ?Zen? auch von ?Rock And Roll? die Rede ? jedoch hätte ich nie gedacht, dass dieses Element gewissermaßen den Löwenanteil der Musik ausmachen sollte.
Andererseits: wieso eigentlich nicht? Musik gegen die Erwartungen ist ja wünschenswert, vor allem im Prog. Und diese Musik widerspricht tatsächlich jeder Erwartung, die ich an sie hätte gestellt haben können: das Album fängt an wie eine Variation zu Genesis? ?Watcher of the skies?, aber nur ganz kurz wird diese Spur verfolgt, dann wird unvermittelt ein New-Wave-Stil angeschlagen. Der zweite Song kommt wieder völlig anders daher ? als hätte Paul McCartney eine Ballade im Stil von Alan Parsons geschrieben. Und erst der dritte: über drei Minuten lang intoniert Saunders eine Hymne, die zu einer Bombast-Version von Genesis? ?Afterglow? werden könnte, aber ganz plötzlich bricht diese Stimmung ab und schlägt in eine Mischung aus frühem Rock?n?Roll, Sixties-Beat und New Wave um, angereichert gar mit einer ganz unvorhergesehenen Saxophon-Schleife aus frühen Tagen der Jukebox-Jockeys mit Schmalzlocke....
Was will uns der Jonathan Saunders damit sagen? ? Vielleicht, dass Prog Spaß machen kann? Wenn ja, dann ist diese Lektion bei mir angekommen. Ideenreichtum macht eben einfach Spaß, auch wenn er flott hüpfend und nicht intellektuell-miesepetrig daherkommt. Aber auch mir gefiel die Scheibe nicht sofort ? derartiges Prog-Variete wird so selten angeboten, dass die Ohren sich daran erst gewöhnen müssen; das ist wie eine Achterbahnfahrt, die plötzlich auf ein Nebengleis schwenkt, von dem man vorm Einsteigen noch gar nichts gesehen hat. Da kann es schon mal passieren, dass man den Prog vor lauter Sound nicht hört.
Dabei kann der Herr Saunders komponieren, das zeigt er im Longtrack: zwar beginnt der auch wie eine Parsons-Ballade und konstruiert erst mal über sechs Minuten lang einen großzügigen Melodiebogen, aber darin liegt eine kurze Keyboardlinie, die nach sieben Minuten plötzlich in eine flottere Pianoversion ihrer selbst umgewandelt wird ? für Sekunden zunächst nur, aber im Mittelteil wird sich diese Linie dann als gerüsttragend herausstellen und hält den ganzen Track über instrumentale Eskapaden bis zum beschaulichen Schluss zusammen; ich hab?s erst nach dreimaligem Hören gemerkt, aber seitdem entfaltet sich mir immer mehr der ?Geist? hinter dem Song.
Bei mir ist das Album mit jedem Durchlauf besser geworden, so dass ich nur zwei kleine Nachteile zu erwähnen finde:
Die Texte sind mir eindeutig zu populär-philosophisch geraten: so was wie ?never seek tomorrow ? never live for yesterday? ist zwar kein schlechter Rat, aber so ausgelutscht wie in unseren zeitgenössischen deutschen Spruchweisheiten das unvermeidliche ?Sorge dich nicht ? lebe!? und ähnliche Klischees, die wohl mittlerweile jeder mitbekommen hat.
Der andere Nachteil ist wahrscheinlich typisch für musikalische Selfmademen, die zwar allein einen Bandsound herstellen wollen, denen aber notgedrungen die Perspektiven-Vielfalt einer richtigen Band fehlt: die Abmischung ist so unspektakulär ausgeglichen, dass nirgendwo Ecken und Kanten entstehen: dabei ist auf Dauer gerade eine so breite Instrumentalpalette abwechslungsreicher, wenn auch mal ein Part die Führung übernimmt ? in der künstlerischen Konzeption und in der Abmischung. Außerdem ist die Produktion insgesamt sehr unverbindlich-dumpf ausgefallen ? vielleicht ist das eine stilistische Absicht, denn klanglich könnte das Album tatsächlich dreißig Jahre alt sein. Ich finde das nicht richtig schlimm, aber doch etwas schade; mir fallen dauernd Passagen auf, aus denen man produktionstechnisch mehr hätte herausholen können.
Dennoch möchte ich das Album eine Erfreulichkeit des augenblicklichen Progmarktes nennen, an die sich besonders Fans der 60er und 70er Jahre mit Sinn für Humor mal heranwagen sollten, denn so was wird sonst sicher schnell wieder vom Markt verschwinden, wenn es niemand wahrnimmt.
| Anspieltipp(s): |
den ersten oder dritten Track |
| Vergleichbar mit: |
als hätten die Buggles schon Retro-Prog gespielt... |
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| Veröffentlicht am: |
26.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
26.7.2004 |
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