Psycho Erectus
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Howling Mad Fishli |
Vocals, space whisper, spaceguitar, soundeffects |
| Commander J.M. Crab |
Vocals, guitar, heroic speech |
| Matelot au vin |
woodwinds, juggle with horns - simulating the "Puke Bernemton Orchestra" |
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| The Emir of Quaver |
Drums, vocals on "Too sad, lady Mushroom" |
| Wum |
Guitar, hair-style |
| Onkel |
Bass, E-Piano, keys, soundeffeckts, whip |
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Gastmusiker
| Steve Jeewee |
Additional guitar on "Lokus Pokus" |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Entry
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1:02
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| 2. |
Flight 858
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10:48
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| 3. |
Poisonous moth
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6:12
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| 4. |
Pink Noise
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3:57
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| 5. |
Sulphur
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9:47
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| 6. |
Too sad, Lady Mushroom
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4:36
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| 7. |
Lokus Pokus
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9:44
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| 8. |
Chanson verte
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10:07
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| 9. |
Kronos, vomitting a child
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4:49
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| 10. |
Fuddle pie & puddle tie
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7:04
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| 11. |
Lizard - Song
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9:48
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| Gesamtlaufzeit | 77:54 |
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Rezensionen

"Howling Mad Fishli", "Commander J.M. Crab", "Matelot au vin", "The Emir of Quaver", "Wum" (nicht Wendelin): anscheinend legen die Mitglieder der polytoxicomanen Philharmonie nicht viel wert auf persönlichen Ruhm, sondern tarnen sich lieber mit Pseudonymen. Viel ist über die Band aus dem Frankfurter Raum nicht zu erfahren, nur, dass sie anscheinend schon seit etlichen Jahren in wechselnden Besetzungen aktiv ist. "Psycho Erectus" von 2003 ist aber ihre offizielles Debütalbum und als CD sowie als limitierte LP von "Nasoni Records" erhältlich.
Das Verwenden von Pseudonymen ist, zusammen mit dem Albumtitel, schon ein erster Hinweis auf die Art Musik, die den Hörer hier erwartet. Psychedelisch geht's zur Sache: sanfte, wabernd-spacige Keyboards (bevorzugt Synthieflächen und E-Piano), fliessende Rhythmen, verträumt-melancholische Atmosphäre mit surrealem Touch. Gelegentlich schält sich ein Gitarrensolo heraus, mal wird kurz und unaufdringlich gesungen, wobei der Grossteil der Scheibe instrumental gehalten ist.
Was die Polytoxicomane Philharmonie vor allem aus der Masse der Spacerock- und Psychedelic-Gruppen herausstechen läßt, sind zweierlei Besonderheiten: zum einen der - allerdings nicht durchgängige - Einsatz des (teils gedoppelten) Saxophons, der einen heilsamen Kontrast zum elektrisch-elektronischen Klangbild der Restband bildet, gelegentlich an die spacigeren Momente der frühen Soft Machine gemahnt und sowohl durchkomponiert als auch im freien Solo vorkommt. Zum anderen setzt die Gruppe stark auf ungerade Takte in ihren Kompositionen (eine Tatsache, auf die in der auf der Bandwebsite einsehbaren "Bedienungsanleitung" zum Album ausgiebig hingewiesen wird) und verläßt immer wieder das sonst im Spacerock eher sichere 4/4-Fundament, ohne dass die Rhythmen dabei angestrengt klängen: die Musik fliesst souverän, ruhig und beruhigend.
Womit wir bei den auch vorhandenen Schwächen wären. Gelegentlich möchte man den Philharmonikern wirklich zurufen: "Kuschelige Sounds und behäbige Rhythmen kann ich auch in der Philharmonie haben! Jetzt gebt doch mal Gas!" Fast alle Stücke fliessen wohl-"temporiert" dahin, kommen aber selten bis nie aus den Puschen. Ein bisschen mehr rhythmischer Druck würde dem Album gut tun; Ansätze dafür gibt es im orientalisch angehauchten "Lokus Pokus", aber am Ende siegt irgendwie doch wieder die rauchumwaberte Trägheit. So bietet "Psycho Erectus" einen angenehmen Trip, bei dem ich immer wieder auf die Vokabel "fliessend" zurückkommen muss. Aber manchmal würde ich als "Psycho Erectus" meinen aufrechten Gang auch gerne zum Hüpfen, Rennen und Springen benutzen. Vielleicht beim nächsten Album, "Psycho Sapiens"?
| Anspieltipp(s): |
Flight 858 |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
28.2.2005 |
| Letzte Änderung: |
28.2.2005 |
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"Psycho Erectus ist kein lauwarmes Müsli-Gewinsel, sondern folgt lieber unaufdringlich den Promillepfaden der psychedelischen Rockmusik. Der Dreck unter den Fingernägeln ist eher Attitüde als Understatement." Mit diesen Worten wird man just auf jenes vorbereitet, was einem das Frankfurter Musikerensemble Polytoxicomane Philharmonie in den kommenden knapp 80 Minuten um und in die Ohren bläst. Ein Trip der besonderen Art, der in die weite Welt des Psychedelic / Space Rocks aufbricht, jedoch ohne keineswegs auf ganz eigene Farbschattierungen zu verzichten.
So hängt über "Psycho Erectus" zwar der drogengeschwängerte Geist typischer Psychedelic Scheiben, doch bricht die vielköpfige Band oft aus im Hinterkopf abgespeicherten, scheinbar vorgegebenen Stilgrenzen aus. Mal sind es Bläser, die lässiges, angejazztes Lounge-Feeling versprühen, mal kämpft sich aus den blubbernden Klangsequenzen ein Instrument solistisch elegant nach vorne, um sich ganz uneigennützig seinen eigenen Weg zu suchen. Die Taktzahlen sind eher krumm, als nur auf fließende Transzendenz limitiert, bisweilen geht es hin bin zu völlig abgedrehten Soundexperimenten, schlicht und einfach: avantgardistischer Psychedelic Rock mit mächtig Groove und Sax-Appeal.
Die hauptsächlich instrumentalen Ausflüge kümmern sich dabei um keinerlei Beschränkungen, hier wird munter drauf los gejammt, im Krautrock Sumpf umhergestapft, bekommt das Album insgesamt einen sehr lebendigen Charakter verpasst, was eher an ein spontanes, improvisiertes Konzert, denn an ein Studioalbum erinnert. Weiterhin passt es ins Bild, dass die Musiker lediglich unter Pseudonymen agieren, weswegen z.B. The Emir of Quaver für den Rhythmus sorgt, während Howling Mad Fishli in der Spaceguitar herumrührt. Eine gelungene Reise in fremde Welten.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
17.3.2007 |
| Letzte Änderung: |
3.3.2012 |
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