Black Oni
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Daniel O'Sullivan |
Fender Rhodes, Keyboards, Harmonium, Mellotron, Guitar, Electronics |
| Dave Smith |
Drums, Percussion |
|
| Matt Thompson |
Bass, Guitar, Electronics |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
I.
|
3:34
|
| 2. |
II.
|
11:54
|
| 3. |
III.
|
10:21
|
| 4. |
IV.
|
5:45
|
| 5. |
V.
|
12:59
|
| Gesamtlaufzeit | 44:33 |
|
|
Rezensionen

Düster, grau in schwarz, ist das Cover der sechsten CD von Guapo gehalten. Ein offenbar entwurzelter Baum ist da gerade so zu erkennen, umgeben von Stämmen, Geäst und Blättern. Das Bild erinnert an die Tuschezeichnungen, die im Beiheft von Univers Zeros "1313" bzw. "Heresie" zu finden sind. Auch musikalisch werden dementsprechende Erinnerungen geweckt. Mit "Black Oni" haben sich Guapo gegenüber der Vorgängerscheibe, wie bisher immer mit einem neuen Album, ein wenig weiterentwickelt. Nicht mehr (nur) brutal-gewaltige, monolithisch-magmaeske Zeuhl-Gewalt beherrscht das Album. O'Sullivan, Smith und Thompson musizieren jetzt etwas zurückhaltender, ein wenig schlichter, dafür aber gelegentlich flotter, komplexer und vertrackter.
"Black Oni" besteht, wie schon das Titelstück von "Five Suns", aus einer 5-teiligen Suite. Mit dissonantem Gitarren- und Elektronikdröhnen geht der erste Teil los, ehe ein Harmonium einsetzt und damit schon die Richtung vorgibt, in die sich die Musik entwickelt. Die ersten beiden Teile erinnern nämlich an die Musik von Univers Zero und Present, Ende der 70er - Anfang der 80er. Allerdings muss man sich die Blasinstrumente wegdenken, und sich das Ganze nicht nur mit einer stärkeren elektronischen Komponente versehen vorstellen, sondern auch noch wuchtiger, zeuhliger, kantiger, lärmiger und um einiges druckvoller produziert. Sehr rhythmisch und voranschreitend ist die Musik, die ein komplexes Konglomerat aus Bass, Schlagzeug, E-Gitarre, E-Piano, Harmonium und einer Reihe von elektronisch erzeugten Klängen, mit deutlichem Hang zur zeuhltypischen, monotonen Repetition darstellt.
Teil III beginnt mit einer langen, minimalistischen Pianoeinleitung, ehe sich ein recht flotter, wieder sehr repetitiver, vom grollenden Bass vorangetriebener Zeuhl-Jam entwickelt, der noch am direktesten an Magma erinnert. Herausragend ist hier, neben dem wie immer ausgesprochen beeindruckenden Getrommel von Smith, das jazzig-heftige Spiel von O'Sullivan auf dem Fender Rhodes E-Piano. Gegen Ende wandelt sich das Stück in eine spacige Klangorgie, die in Teil IV überleitet. Dieser bietet dann strukturloses Tonwabern, Hallen, Schallen, Dröhnen und Fiepen, eine krautig-elektronische, sich langsam steigernde Klangexploration, die an den "Drone" von "The Ducks and Drakes" - "Idios Kosmos" - erinnert.
Mit Teil V wird es dann wieder heftig und zeuhlig. Der Bass grollt, das E-Piano soliert nervös, das Schlagzeug erzeugt wuchtige Rhythmen, ein Mellotron trompetet dissonante Streicherflächen und Chöre, die Gitarre jault im Hintergrund oder sorgt für hämmernd-verzerrte Klänge, eine Orgel ertönt feierlich, begleitet von hallenden Becken. Das Stück verliert kontinuierlich an Tempo, bis es sich langsam in Pianoklänge, Gitarren- und Bassdröhnen, Elektronikkrach und mächtigem Beckenschallen auflöst. Elektro-Space-Zeuhl?
"Black Oni" ist, wie eigentlich jede Scheibe von Guapo, eine ziemlich kantige und ungewöhnliche Angelegenheit, die aber jedem, der die bisher in dieser Rezension erwähnten Gruppen schätzt, ziemlich viel Freude bereiten sollte. Melodien, Gesang und eingänige Refrains sucht man hier allerdings vergebens ... und das ist auch gut so! Tolle Scheibe!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
16.3.2005 |
| Letzte Änderung: |
17.1.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Achims abschließende Worte kann ich nur unterstreichen. "Black Oni" ist eine wunderbare Mischung aus hämmerndem Zeuhl und einigen Reminiszenzen an die belgischen Kammerrocker von Univers Zero. Dabei werden dem Hörer nicht mehr, wie noch auf "Five Suns", fortwährend die Zeuhl-Attacken um die Ohren gehauen. Statt dessen gibt es auch ein paar ruhigere Stellen, was nicht bedeutet, dass die Musik dadurch eingängiger würde.
Mein Favorit ist der 3. Teil, der sich aus einem minimalistischen E-Piano-Motiv zu einer grandios donnernden Zeuhl-Orgie entwickelt, die schließlich in ein totales klangliches Chaos mündet. Kaufpflicht für Freunde der Schrägheit!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
5.6.2005 |
| Letzte Änderung: |
5.6.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Hypen ist in, also hypen wir! Ein wunderbares, wunderschönes, fast liebes Album! Guapo haben es raus, einem richtig Freude zu bereiten. Beispiel: Als ich letzte Woche schlecht drauf war, dachte ich, fährsma nach Hydleburgh zu Guapo. Mir ging's wirklich mies, und dann: tritt diese reichlich skurrile Band von 'ner Handvoll Leuten auf (Gruß an den Magmafan mit der Igelfrisur!) und veranstaltet einen Zauber, der seinesgleichen sucht: Daniel O'Sullivan ist grün geschminkt und hat den gleichen Schneider wie der Prediger aus "Poltergeist", der neue Basser David Ledden in Lackstiefeln - zum Zungeschnalzen! Sie schleichen mit Gongs um das Publikum rum, dazu traumige Töne vom Band...
Und dann bricht eine Orgie lieblich brachialen Krachs aus den drei Musikern hervor, wie es seinesgleichen sucht. Ich habe selten so etwas Brutal-Launiges gehört wie das! Klasse! Und was soll ich sagen, danach war ich gut gelaunt! Wer weiß, ob das auf noch jemanden zutraf...
Die Platte, hm, ist zwar fast genauso Schpitze, aber eben nur fast. Was beim Konzert als audience-participation-Performance durchging (die leisen Passagen), ist hier zu oft einfach nur fad und läßt drum umso mehr auf den nächsten Ausbruch freuen. Der ist dann zu oft zu kurz und vor allem soundmäßig viiiieeel zu glatt: Laßt Euch sagen, die CDs werden der Band sowas von nicht gerecht, daß Fripps Beschwerden, KCs Charakter käme auf den Studioalben nicht rüber, gegen diesen Unterschied wie die Nörgeleien eines Pünktchenkackers klingen. Guapo sind in Wirklichkeit Zeuhlmetalkrachmacher, und das vermisse ich auf "Black Oni".
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
Koenjihyakkei, Magma, King Crimson |
|
| Veröffentlicht am: |
6.6.2005 |
| Letzte Änderung: |
6.6.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

ACHTUNG: Absolutes Novum: Ich bespreche jetzt eine Zeuhl Platte. Nun bin ich zwar sicher kein Kostverächter von schräger Nahrung, Zeuhl hingegen lief mir nie rein, woran auch immer es lag.
Doch nun höre ich Guapos Black Oni und ich bin fasziniert. Was hat nur diese Platte? Ich muss dazu sagen, dass mir das andere Kram von der Band weit weniger zusagt, soll heißen, dass wahrscheinlich der zeuhlige Anteil auf Black Oni erheblich geschrumpft ist.
Vielleicht ist es das, doch vielmehr fasziniert mich die düstere Schwere, die Black Oni vermittelt. Angefangen beim Titel über das Artwork bis hin zur Musik: Hier dominiert das Dunkel. Selbst minutenlange Soundphrasen, die schwerelos vor sich hin wabern bekommen plötzlich Format. Keine Ahnung was mit mir los ist, aber es funktioniert plötzlich und begeistert. Dazu kommt, dass fette Gitarren immer wieder herrlich rumbratzen und sich mit herrlich analogen Synthesizern paaren. Dadurch entsteht sowas wie ein "alternativer Retrosound", der einen auf die gesamte Distanz der CD zum Gefangenen macht.
Es gibt kaum ein Album, was dieser Tage häufiger bei mir läuft. Und da ich mich wie gesagt nicht gerade heimisch fühle in dieser Spielart des Prog, rate ich auch allen Anderen mal ein Ohr zu riskieren.
| Anspieltipp(s): |
Gesamte Platte am Stück, damit sich der Sound voll entfalten kann |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
20.12.2005 |
| Letzte Änderung: |
20.12.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Guapo
Zum Seitenanfang
|