Carpathia
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Tamás Ángyán |
guitar, violin |
| Zsolt Daczi |
guitar |
| Tamás Zsoldos |
bass |
|
| Bertalan Hirlemann |
drums |
| Gábor Kovács |
keyboard |
| Dénes Markovics |
flute |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Caravan
|
4:35
|
| 2. |
Carpathia
|
5:35
|
| 3. |
War
|
4:40
|
| 4. |
Friends
|
3:51
|
| 5. |
Dance
|
4:01
|
| 6. |
Smile
|
3:50
|
| 7. |
Meridian
|
4:36
|
| 8. |
Fusion
|
4:17
|
| 9. |
Something For You
|
2:09
|
| Gesamtlaufzeit | 37:34 |
|
|
Rezensionen

Glücklicherweise war, neben After Crying, auch Periferic-Labelchef Gregory Böszörményi mit seinem CD-Bauchladen zur Freakshow 2005 angereist. So konnte ich also einige interessante Neuerwerbungen machen und in Ungarn gibt es doch einiges zu entdecken.
Zum Beispiel das Carpathia Project. Die Gruppe kommt trotz des Namens aus Ungarn (die Karpaten liegen in Rumänien, oder? Na ja, sei's drum (*) ). Gegründet wurde die Gruppe von dem in Ungarn anscheinend ziemlich bekannten Gitarristen Zsolt Daczi und dem klassisch ausgebildeten Geiger Tamás Ángyán (alles weitere auf der Bandseite). Das vorliegende Album ist das Debüt, welches ein Jahr nach der Gruppengründung veröffentlicht wurde.
Ich gehe allerdings mal davon aus, dass alle beteiligten Musiker schon Erfahrung mit ihren Instrumenten und in anderen Bands gesammelt hatten. Das ist nicht das Werk von absoluten Newcomern, hier haben sich Musiker, die ihr Metier und ihre Instrumente beherrschen zusammengefunden.
Im ersten Track geht es noch ziemlich straight rockend zur Sache. Das Klangbild wird von den beiden Gitarren, Ángyán spielt hier ebenfalls Gitarre, beherrscht. Heftig riffend geht es flott voran. Bass und Schlagzeug erzeugen den dazu passenden Groove.
Ab dem zweiten Track greift Tamás Ángyán dann meist zu seinem Stamminstrument, der Violine, und ab hier werden die Arrangements immer ausgefeilter, farbiger und abwechslungsreicher. Schon durch die Violine, später dann auch durch die Flöte, herrschen immer wieder folkige Klänge vor. Allerdings schafft es Ángyán schon auch mal seiner klassischen Ausbildung freien Lauf zu lassen und spielt die Geige dann geradezu konzertant "clean". Das wird aber aufs heftigste von der Gitarre mit harten Riffs und flotten Soli konterkariert. Dazu kommt ein wuseliges, sehr perkussives Schlagzeugspiel. Der Bass ist immer druckvoll und darf gar mal proggig scharren und rumpeln. Die Tasten bleiben eher unspektakulär, haben aber zwischendurch auch mal Stellen, in denen sie an Profil gewinnen, so zum Beispiel bei den jazzigen Einwürfen in "Smile" oder in - nomen est omen - "Fusion".
Die Klangfarben der Songs ändern sich beständig. Hat man sich gerade an die hardrockige Gitarre gewöhnt, überrascht diese mit einem gezupften Akustikpart in bester Zigeunermusik-Tradition. Und schwupps übernimmt wieder die Violine, bevor die Flöte sich ihr Recht mit einem Solo nimmt. Und so weiter, und so weiter und immer in flottem Tempo. Dazwischen legen Bass und Schlagzeug immer wieder einen virtuosen Rhythmusteppich, welcher der Musik dieses Jazz-Rock-Fundament verpasst.
Die Ungarn mischen hier einen heissen Cocktail mit atemberaubenden Gitarre-Violin-Duellen über flotter, treibender Percussion. Dazwischen gibt es mal die eine oder andere Verschnaufpause, aber man bleibt weit weg von etwaigen balladesken Momenten. Ruhe ist die Sache der Ungarn nicht.
Um einen Vergleich zu wagen: Carpathia Project klingen ein bisschen wie eine erdigere, folkinfizierte Ausgabe der Dixie Dregs. Allerdings finde ich die Ungarn noch ein Stückchen "schärfer"...
(*) BBS-Kollege Horst hat meinen mangelnden Geografie-Kenntnissen auf die Sprünge geholfen: Die Karpaten ziehen sich in einem 1.300-Kilometer-Bogen durch Osteuropa, mit Ausläufern nach Ungarn. Der höchste Berg der Kette befindet sich in der Slowakei ("Gerlsdorfer Spitze"). Und da sag' einer auf den BBS kann man nur über gute Musik 'was lernen. Danke!
| Anspieltipp(s): |
Carpathia, War |
| Vergleichbar mit: |
erdigere, folkigere Dixie Dregs (und natürlich ohne C&W-Ausflüge) |
|
| Veröffentlicht am: |
4.7.2005 |
| Letzte Änderung: |
5.7.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Aus den Karpaten stammen nicht nur Blutsauger vom Schlage Draculas, sondern auch gar grausige Projekte scheinen dort zu musizieren. Nun liegen nach meinem Kenntnisstand (immerhin Erdkunde Leistungskurs im Abitur) die Karpaten in Rumänien, die hier zusammenarbeitenden Musiker stammen aber aus Ungarn. Aber wahrscheinlich klingt Karpaten auf englisch eben besser als Puszta oder Palatschinken.
Das Projekt, welches 1998 von Tamás Ángyan (Violine, Gitarre) und dem in Ungarn recht bekannten Gitarristen Daczi Zsolt ins Leben gerufen wurde, verrührt instrumentalen Progressive Rock, Fusion, Jazz, Folk und Metal zu einem scharfen, würzigen Gulasch. Verstärkt werden die beiden von Tamás Zsoldos am Bass, Bertalan Hirlemann am Schlagzeug, Gábor Kovács an den Keyboards und Dénés Makovics an der Flöte, alles unüberhörbar Könner an ihren Werkzeugen.
Was vielen Instrumentalben fehlt, das gibt es beim Carpathia Project zur Genüge: griffige Ideen, die auf den Punkt gebracht werden und nicht unnötig ausgetappt werden, Abwechslung und technisches Können nicht zum bloßen Selbstzweck. Die Palette der Stile ist breitgefächert, aber dennoch klingt das Album, wie aus einem Guss. Stimmungen werden geschickt verändert: mal wird mit wilden Herzen gegeigt, die Gitarrensaiten in heftige Schwingung gebracht, dann wieder sich entspannt zurückgelehnt und den akustischen Klängen der Raum freigemacht.
"Carpathia" fetzt, rockt, groovt - Geige, Gitarre und Keyboards liefern sich spannende Duelle. Ein Album, welches schon beim ersten Anhören Spaß macht, da es nicht nur beliebige Klischees laufwarm aufwärmt, sondern sie interessant verschmelzt und zum Kochen bringt.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
12.3.2006 |
| Letzte Änderung: |
12.3.2006 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Carpathia Project
| Jahr |
Titel |
Ø-Wertung |
# Rezis |
| 2011 |
II |
11.00 |
1 |
Zum Seitenanfang
|