Interdead
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Lynx Music |
| Durchschnittswertung: |
5.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Ryszard Kramarski |
keyboards, loops, fx |
| Piotr Plonka |
guitars |
| Lukasz Galeziowski |
vocal |
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| Tomasz Pasko |
drums, percussion, loops |
| Krzysztof Wyrwa |
bass, Chapman stick |
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Gastmusiker
| Sabina Godula |
backing vocal, narration |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Insomnia
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5:17
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| 2. |
Gambler
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5:33
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| 3. |
Veedeeo
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5:30
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| 4. |
Light
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5:20
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| 5. |
Destiny
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5:28
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| 6. |
Lady
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5:30
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| 7. |
Demon
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7:18
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| 8. |
Canto
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6:39
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| 9. |
Madman
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6:35
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| 10. |
Burning_part_I
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4:54
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| 11. |
Burning_part_II
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3:29
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| 12. |
Demon - radio mix
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| 13. |
Insomnia - alternative mix
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| 14. |
Burning - alternative mix
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| 15. |
Demon Part I - separate version
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Rezensionen

Die Veränderungen im musikalischen Stil von Album zu Album sind bei dieser Band zwar nicht ganz so drastisch wie bei ihren Landsleuten Quidam, aber dieses Album ist nun das vierte, das ich kenne, und schon bei den ersten dreien stellte sich mir jedes Mal die ?Quo-Vadis?-Frage ? wohin soll es weitergehen? Das Pendel schlug meistens irgendwo zwischen Neoprog, New Artrock und Pop aus, und genau dazwischen vernahm ich immer eine gewisse Unentschlossenheit ? obwohl die Band bisher aus dieser Situation noch Einiges gemacht hat. Ich war ja bisher auch ganz positiv angetan von ihren Outputs.
?Interdead? bringt uns nun ? lange nach ?Vocanda? ? erneut ein Konzeptalbum, das heißt, es ist eher ein Bündel von Songs, die durch ein übergeordnetes Thema verknüpft sind, und dieses Thema dreht sich um einen ?Heavy User? des Internets, der durch seinen Daueraufenthalt in der virtuellen Welt schließlich das zu werden droht, was der Albumtitel andeutet, er entscheidet sich letztlich ganz für die ?andere? Welt auf dem Bildschirm (?Turn your PC on, don?t even use your mind tonight?) ? und kommt so zu dem Schluss: ?It?s so nice to be a loony??. Immerhin sieht er sich auf dem Monitor als Superheld, trifft dort seine Traumfrau und wird von seinen Dämonen verfolgt ? das ultimative Spiegelkabinett in der Geisterbahn?
Als Konzeptalbum funktionieren diese Songs insofern, als sie immerhin eine inhaltliche Entwicklung aufzeigen, sich im Sound ähneln und durch eine weibliche Erzählerstimme und Geräuschübergänge miteinander verknüpft sind (obwohl: zwischendurch höre ich immer wieder das quietschende Modem; aber wenn ich selbst online bin, höre ich das jedes Mal nur einmal beim Einloggen).
Gespielt wird das Ganze so, als wollte die Band jeden Neoprog-Verdacht ganz weit von sich weisen: kein Bombast, keine weit ausladenden Soli, kein Melodien-Kitsch?..(?) ? Na gut, das ist so die Frage bei den Refrains, zu dem Thema komme ich gleich noch: jedenfalls wird allenthalben Ungeschminktheit vorgeführt, manchmal kommt der Sound wie Anfang der 80er, als manche Progger versucht haben, den Punk auf der Rotzspur zu überholen: es wird hart und knapp gedrummt, hart und knapp gerifft, hart und knapp getastet, aber das Problem ist: es kommt keine Atmosphäre auf, nicht einmal eine harte und knappe Rotzigkeit. Die Songs sind so geworden, dass sie einen zuerst ?straight in the face? anmeiern und darauf sofort in einen Refrain stoßen, den man auf Anhieb mitsingen bzw. zu dem man spontan das Bierglas schwingen kann ? und das bleibt die ganze Stunde lang so. Und diese Refrains sind eben sehr, sehr schlicht, so dass man das auch schon wieder als Kitsch bezeichnen könnte.
Was fehlt, ist die Nachvollziehbarkeit des Inhalts. Wenn ich im Booklet lese: Der Freak loggt sich einmal mehr ein, ?but this time he will experience something more??, dann erinnert mich das sofort an den ?34th Trip?, der auf einem gewissen Album von Porcupine Tree dargestellt wird, und ich stelle mir vor, wie man das Hinübergleiten in den Internet-Wahnsinn musikalisch hätte kommentieren können, welche Spannung man hätte aufbauen können, welcher Soundtrack zu welcher Website gepasst hätte, die der Freak anwählt, wie die verhängnisvollen Klicks zu immer neuen Stufen der Abhängigkeit hätten ?klingen? können.
?Hätten?könnte? ? Stattdessen wird einfach nur ? gerockt, werden Refrains mit über-dominierenden Vocals so oft wiederholt, dass ich sie mir schon beim ersten Hördurchgang überhöre (vor allem die Stellen ?Gambler, Gambler? im zweiten und ?She?s the Lady of Horizon? im sechsten Song sind die reinsten Ohrenschmalz-Brechmittel und die besten Argumente, das Album so selten wie möglich zu hören).
Und somit bleiben diesmal zwei Fragen zum Schluss: das ?Quo Vadis?, das ich mich zum Thema Millenium schon dreimal gefragt habe, wird jetzt durch eine neue Frage ergänzt, die da lautet: ?Was this trip really necessary?? Nichts gegen diese Band grundsätzlich, aber sie sollte ihre wirkliche musikalische Nische langsam mal finden und dann tapfer darin verweilen ? sonst ergibt sich nie eine musikalische Identität. Die Hörer mögen ja Abwechslungsreichtum und stilistische Vielfalt honorieren, aber sie brauchen auch einen Grund, den Werdegang einer Band verfolgen zu wollen, und stimmungslose Richtungslosigkeit ist kein Argument?
PS: Wer wirklich mal einen musikalisch überzeugend umgesetzten Trip in den Wahnsinn hören will, dem empfehle ich Gustav Mahlers Ersten Satz seiner fragmentarisch gebliebenen zehnten Symphonie. Der hat all das, was ich auf diesem Album vermisse, nur das Internet als Thema fehlt?:-).
| Anspieltipp(s): |
Wer den ?Gambler? erträgt, ist auch dem Rest gewachsen? |
| Vergleichbar mit: |
Irgendwie erinnert mich das ?Man On Fire ? Habitat?: das ist auch so ein Konzept, das für meinen Geschmack letztlich aus Song-Schablonen mit verknüpfenden Texten besteht (aber musikalisch noch um Längen besser ist). |
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| Veröffentlicht am: |
12.10.2005 |
| Letzte Änderung: |
12.10.2005 |
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Ich hätte eigentlich von mir erwartet, dass ich "Interdead" von Millenium gar nicht mag. Es wird in diesem Zusammenhang schon mal von New Artrock oder Artpop der seichteren Art berichtet. Das trifft für mich allerdings uneingeschränkt nur bei "Canto" und "Demon" zu. Den Rest von "Interdead" finde ich wider Erwarten vergleichsweise unterhaltsam und die ins Ohr gehenden (aber nicht unbedingt schlechten), ohne AOR-Bombast auskommenden Refrains sind mir immer noch sympathischer als beispielsweise vergleichbare Momente bei Asia.
Millenium können gut arrangierten und kompetent gesungenen (der Sänger wird dabei öfters von einer Sängerin im Hintergrund unterstützt) Artpop darbieten, der öfters von in dieser Umgebung hart wirkenden Gitarrenbeiträgen aufgemischt wird. Das leicht epische in einigen Stücken und die singende elektrische Gitarre könnte man als schwachen Pink Floyd-Einfluss deuten. Solche Einflüsse wissen Millenium nach meinem Eindruck ansprechender zu gestalten, als z.B. David Gilmour auf seinem zweiten Soloalbum.
Der unvermittelt auftauchende musikalische Schwachsinn, den der Sänger am Ende von "Demon" von sich gibt (die davor schon auftauchenden Texte wie "Come on, come on, come on, You know you're not the only one" finde ich auch nicht besonders originell), scheint mir ironisch gemeint zu sein, da so etwas in der eindeutigen Form ein Einzelfall auf "Interdead" bleibt. Allerdings macht sich ab "Demon" auch bei mir eine gewisse Enttäuschung breit, da das musikalische Konzept von Millienium nach 7 über 5 Minuten langen Stücken allmählich etwas monoton rüberkommt. Nach einem sehr schwachen "Canto" folgt allerdings der leicht besessene New Artrock von "Madman", mit Textzeilen wie "It's so nice to be a loony, To go crazy like a monk, Put the fire to my bed, Till I'm ashed to the core". (Vielleicht hätten Millenium eher Deathmetal oder Metalcore spielen sollen?).
Zu der leichtfüssigen Musik hat man nämlich gar nicht so leichte Texte geschrieben, die sich mit Internet (Interdead?)-Abhängigkeit und daraus resultierenden Verrücktheiten beschäftigen.
Mir liegt eine Neuauflage aus dem Jahre 2008 vor, die vier Bonus Tracks (radiotaugliche oder alternative Abmischungen der bereits gehörten Lieder) beinhaltet. Diese vier sind wahrscheinlich nur für die härtesten Fans von Bedeutung.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
3.5.2009 |
| Letzte Änderung: |
3.5.2009 |
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