Wall Street Voodoo
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Inside/Out |
| Durchschnittswertung: |
8.83/15 (6 Rezensionen) |
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Besetzung
| Roine Stolt |
Guitars, Vocals, Percussion |
| Neal Morse |
Vocals, Hammond |
| Hasse Bruniusson |
Percussion |
| Gonzo Geffen |
Congas & Percussion |
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| Marcus Lillequist |
Drums |
| Slim Pothead |
Keyboards |
| Victor Woof |
Bass |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Observer
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11:10
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| 2. |
Head Above Water
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5:27
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| 3. |
Dirt
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8:15
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| 4. |
Everyone Wants To Rule The World
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4:08
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| 5. |
Spirit Of The Rebel
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6:10
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| 6. |
Unforgiven
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2:58
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| 7. |
Dog With A Million Bone
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8:17
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| 8. |
Sex Kills
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7:26
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| 9. |
Outcast
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7:49
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| Gesamtlaufzeit | 61:40 |
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| Disc 2 |
| 1. |
The Unwanted
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8:58
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| 2. |
Remember
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6:58
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| 3. |
It's All About Money
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7:51
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| 4. |
Everybody Is Trying To Sell You Something
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6:55
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| 5. |
Hotrod (The Atomic Wrestler)
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9:02
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| 6. |
Mercy
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2:40
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| 7. |
People That Have The Power To Shape The Future
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11:00
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| Gesamtlaufzeit | 53:24 |
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Rezensionen

Roine Stolt sollte nur noch Soloalben machen. Zumindest, wenn sie so wie "Wall Street Voodoo" ausfallen. Bzw. eben nicht. Denn das schöne an Soloalben eines Künstlers, der hauptsächlich mit einer Stammband aktiv ist, ist, dass er sich von der vorgefassten Erwartungshaltung bezüglich des Sounds seiner Band - in diesem Fall natürlich die Flower Kings - lösen kann, ohne dass die Fans unvermeidlicherweise aufschreien. In diesem Sinne ist "Wall Street Voodoo" Stolts "Please be quiet and let me play my guitar"-Album.
"Please be quiet..." im obigen Sinne, also: "keine belastenden Erwartungen, bitte; ich will nur mein Ding machen." Stolt huldigt hier mehr oder weniger unverhohlen musikalischen Vorbildern abseits des Progs. Die Beatles tauchen dabei mehrfach auf ("Head Above Water" à la Revolver, "Everyone Wants To Rule The World" stärker in Richtung '67, etwa "All you need is love" und "Strawberry Fields" inklusive mäanderndem Chaos-Schluss). Cream tauchen auf (etwa auch "Head Above Water", dessen eröffnende Akkordfolge "White Room" referenziert). Ausserdem gibt's einen ordentlichen Schuss Southern Rock (inklusive einer textlichen Anspielung auf "Whipping Post" von den Allman Brothers), 70s-Funk ("Everybody Is Trying To Sell You Something"), Hardrock ("Spirits Of The Rebel") und jede, jede Menge Bluesrock. "Dog With A Million Bones" mit seinen marimbaunterstützten Riffs wiederum erinnert an Zappa, allerdings nicht den komplex verfrickelten, sondern den eher rockig-bluesigen, siehe "I'm the slime" oder auch "More trouble everyday".
Natürlich entkommt Stolt seinem Prog-Hintergrund nicht ganz. Davon zeugen einige krummrhythmische Passagen, schwellende Mellotron-Flächen, Anflüge von Bombast hier und da sowie gelegentliche hymnische, mehrstimmige Gesänge, wie man sie auch von den neueren Flower Kings kennt. Allerdings ist das Album erfreulich arm an großen Gesten - erfrischend. Manchmal scheint das ein oder andere Stück sich sogar in Bonjoviismen zu verfangen, insbesondere der ein oder andere sehr mainstreamige Anfang. Dieser Eindruck wird dann aber eigentlich jedesmal im Laufe der Nummer gebrochen: entweder durch eine strukturelle Vielteiligkeit, die dem mainstreamigen Eindruck zuwider läuft, oder durch die Präsenz eines Gitarrensolos, das für Radiotauglichkeit 7 oder 15 Wiederholungen zu lang wäre.
Das führt zu: "...and let me play my guitar". "Wall Street Voodoo" ist eine stark gitarrengeprägte Platte. Klar, Keyboards und der ganze Pipapo sind vorhanden und stehen in den Arrangements auch nicht sonderlich im Hintergrund. Aber es gibt eben einen Haufen und obendrein immer wieder recht langer Soli Stolts, die nie Technikdarstellung, sondern immer von einer nachvollziehbaren improvisatorischen Linienführung geprägt sind. Für jemanden wie mich, der den Gitarrenmelodiker Stolt als Solisten sehr schätzt, ist das "eine gute Sache"(tm). Andere mag es nerven.
Das führt zum nächsten Punkt: Stolt singt auf "Wall Street Voodoo" viel. Wirklich viel. Daran ändern auch die beiden Gastbeiträge von Neal Morse auf den "Beatles-Stücken" nichts. Ich weiss, dass die Meinungen dazu geteilt sind - ich mag Stolts Gesang. Seine nuschelnde Lässigkeit ist mir allemal lieber als etwa Hasse Fröbergs unerträgliches Vokalgepose auf den neueren Flower Kings-Scheiben.
Abschließend noch ein paar kurze Worte zu der mitunter geäusserten Feststellung der Unsexyness der Scheibe: es gibt wohl wenige Bereiche, die noch individueller geprägt sind als die Wahrnehmung dessen, was sexy ist und was nicht. Davon zeugen u.A. die unzähligen Fetischismen, die sich mit einer auch nur oberflächlichen Websuche finden lassen... Nicht, dass ich "Wall Street Voodoo" als besonders sexy empfinden würde. Und wenn, fände ich es seltsam. Stolts Themen in seinen Texten sind nämlich die gleichen wie immer: Von den Idealen der Zeit, die auch musikalisch beschworen wird, geprägte Zivilisations- und Kapitalismuskritik, Trauer um verlorene Spiritualität und so fort. Das in "sexy" Musik zu verpackenen wäre ein interessantes, aber nicht notwendigerweise gelungenes Experiment.
Also: lieber ein hübsch lockeres, recht unproggiges Solo-Album von Stolt als ein krampfiger Flower Kings-Versuch - auch wenn es vielleicht ein paar Minuten länger ist, als es sein müsste. Ist das ganze unsexy? Vielleicht. Geht zumindest der Daumen trotzdem hoch? Ja.
| Anspieltipp(s): |
Head Above Water, Dog With A Million Bones |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
25.10.2005 |
| Letzte Änderung: |
18.8.2011 |
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Kommt ein Mann aus dem Büro und sagt zu seiner Frau: "Puh, war das wieder ne Woche." - Sagt die Frau: "Ich muss dich leider enttäuschen, es ist erst Montag."
Puh, war das wieder ne langatmige Platte... Oh je, ich muss mich leider enttäuschen. Das war erst Stück 1.
Stolt gibt den Non-Progger. Das wäre soweit okay. Leider aber ist die Platte entsetzlich steril und leblos, die meisten Stücke hören sich an, als hätte jemand ein Formular ausgefüllt. Es sind zwar alle Zutaten zu "richtiger" Rockmusik angekreuzt. Aber nicht angerührt. Und schon gar nicht abgeschmeckt.
An Stolts "Gesang" liegt´s m.E. weniger, der geht zum passenden Stück für mich okay. Das Üble an dem Album ist das schleppende, träge dahinläppernde, sich ewig wiederholende Rummusizieren, das eigentlich auch nur aus Versatzstücken besteht, die man aus Stolts Werk längst kennt - hier bloß in einen schlichteren Gesamtzusammenhang einsortiert. Die Stoltschen Gitarrensoli sind mittlerweile so vorhersehbar wie die nächste Sabine-Christiansen-Sendung.
Falls jemand wissen will, wie Musik klingt, die mir wirklich auf die Nerven fällt. Bitteschön: Wall Street Voodoo. Die´s nicht wissen wollten, wissen es jetzt trotzdem. Und um ein besonderes Lowlight zu nennen: Everybody Is Trying To Sell You Something. Unerträglich.
Schwanz runter, Daumen runter, Mundwinkel runter.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
26.10.2005 |
| Letzte Änderung: |
1.7.2011 |
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Der arme Roine Stolt, da wird er immer gescholten "more and more of the same" zu produzieren und dann macht er mal ganz 'was anderes, dann ist es auch wieder nicht recht...
Grundsätzlich wäre zu sagen: Unter "normalen" Umständen wäre dieses Album wahrscheinlich überhaupt nicht auf den "Babyblauen" rezensiert worden, haben sich diese Seiten doch dem Progressive Rock und Artverwandtem verschrieben. Aber die Herkunft des Hauptprotagonisten von einer der führenden zeitgenössichen (Retro-)Progbands macht eventuell zumindest eine "Warnung" zweckmässig. Wer also nur Progressive Rock und Artverwandtes hören will, braucht hier nicht weiterlesen: Gibt es auf diesem Album nämlich nicht. Wer sinfonisch-bombastischen Schönklang ala Flower Kings hören will: Auch das gibt es hier (fast) nicht.
Roine Stolt, sonst Cheffe der Flower Kings, frönt hier anderen Leidenschaften: Blues, Funk und Rock der ausgehenden 60er Jahre haben ihn in seiner Jugend geprägt und das wollte er auch mal ausleben. Und das macht er ganz ausserordentlich gelungen. Lange, abwechslungsreiche, witzige und virtuose Gitarrensoli prägen dieses Album, Wah-Wah-Sounds aller Orten. Als Gitarrist konnte mich Stolt schon immer überzeugen, hier gelingt ihm das auch in einem für ihn ungewohnten musikalischem Umfeld (beileibe nicht die Regel für Prog-Musiker, siehe ähnliche Versuche eines gewissen Steve Hackett beispielsweise). Passend zum gewünschten Ergebnis verwendet Stolt auch kaum seine üblichen, sehr clean klingenden Parker-Gitarren, sondern Gibson- und Fender-Modelle. Damit wird sein Spiel noch lange nicht rotzig, dazu ist er halt technisch einfach zu gut, aber die Vorbilder wie Peter Green, Eric Clapton, Jimi Hendrix klingen trotzdem aus jedem Ton. Scheint als hätten die "Blumenkönige" dieses Jahr ein bisschen den Blues, zumal auch schon Tomas Bodins 2005er Soloalbum mit dieser Zutat daherkam.
Und überhaupt sollten alle Fans der frühen Fleetwood Mac, Chickenshack, Cream, Jimi Hendrix Experience, Beatles, der Allman Brothers, Jefferson Airplane und so weiter sich unbedingt dieses Album besorgen. Roine Stolt gelingt eine moderne Version des "guten, alten" Sounds und das macht einfach Spass. Selbst sein lakonischer Gesangsstil macht sich in diesem Umfeld recht gut (wobei ich ohnehin ein Anhänger des Stolt'schen Gesangs bin).
Umgeben von guten Mitmusikern schafft Stolt zu dem auch noch ein kleines Produktionswunder an transparentem Sound. Auch das konterkariert zwar ein bisschen die 60er-Jahre-Attitüde, macht das Album aber zu einem Hörgenuss. Während Drummer Marcus Liliequist wieder ein tolle Leistung als Rockdrummer abliefert (schon die dritte nach Circus Brimstone und Bodins besagtem "I A M", wann gibt es endlich ein Flower Kings-Album mit ihm?) und sich auch passend zur Musik geriert, scheint "Slim Pothead" (einer der nicht genannt werden wollenden Gäste) gelegentlich zu vergessen, um was es hier eigentlich geht und spielt zwischendurch erstaunlich neoproggige Keyboards. Weitere angeproggte Akzente setzt auch "Gonzo Geffen", auf dessen Konto wohl die lässigen Marimba-Begleitungen der Gitarren-Riffs gehen. So gibt es also doch 'was für vernachlässigte Progger-Ohren zu hören.
Aber das sind sicherlich auch die Gründe, warum dieses Album leider auch nicht die Blues-Rock-Fraktion im Sturm erobern wird, denn diese Musik-Fans sind möglicherweise noch ein Stück eigensinniger als eingefleischte Prog-Möger ;-) Dazu kommt sicherlich die eine oder andere Stelle, an denen Stolt einfach zu weich zu Werke geht, da hätte mehr Konsequenz gut getan.
Egal, ich finde das Album als modernes Blues- und Rockalbum, welches den Geist der Sixties beschwört einfach klasse und wer wie ich sowohl Progressive Rock wie auch Blues mag, der sollte hier auf jeden Fall zuschlagen. Witzigerweise wird das Album auf der Flower Kings-Mailingliste ausgesprochen positiv diskutiert, aber wahrscheinlich finden echte Stolt-Fanboys eben einfach alles von ihrem Messias klasse ;-) Wer sich einen Gefallen tun will, testet es zumindest mal an...
| Anspieltipp(s): |
alles, wenn man einen Song mag, mag man alle (und umgekehrt) |
| Vergleichbar mit: |
Cream, (frühen) Fleetwood Mac, Allman Brothers, Jimi Hendrix, Beatles and so on... |
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| Veröffentlicht am: |
27.11.2005 |
| Letzte Änderung: |
27.11.2005 |
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Wie man ja bereits von den Flower Kings-Alben weiß, ist Roine Stolt nicht der Musiker, der die Sache auf den Punkt bringt. Sein Hang zum Ausschweifenden bricht sich auch auf diesem Solo-Album Bahn. Bei einem Album, das nicht so proggy wie ein Album der Flower Kings ist, kann das dann aber schon zu Längen führen - wie übrigens bei den Flower Kings auch... Dass etwa der Opener The Observer eine Spielzeit von 11 Minuten hat, wirkt tatsächlich gleich anfangs etwas ermüdend. Auch wenn Stolt hier - wie vielfach - nicht nur singt, sondern auch ausgiebig Raum für solistische Darbietung lässt, wäre weniger mehr gewesen. Andererseits braucht aber auch funkiger bis psychedelischer Bluesrock durchaus seine Zeit, um sich zu entfalten.
Roine Stolt bringt auf Wall Street Voodoo zwischen Relaxtheit und Dynamik seine ganz persönliche Version eines Blues-Rocks im Stil der späten 60-er/frühen 70-er durchaus gelungen rüber. Und das klingt dann eben schon ein wenig nach Flower Kings. Daher kann ich auch gut verstehen, dass das Album bei den Flower King - Fans positiv aufgenommen worden ist.
Wall Street Voodoo kommt mit vielerlei Details gespickt insgesamt recht kurzweilig rüber und macht, wenn man diese Art Musik mag, auch ordentlich Spaß. Das Album wirkt trotz des Retro-Sounds übrigens keineswegs altbacken.
| Anspieltipp(s): |
People that have the Power to shape the Future, Hotrod, Everyone wants to rule the World |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
11.12.2005 |
| Letzte Änderung: |
13.3.2012 |
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Manchmal bin ich doch froh, dass es die Möglichkeit gibt, sich CDs auszuleihen. Das erspart einen manchmal doch vor etlichen Fehleinkäufen.
So gehts mir auch bei Wall Street Voodoo. Stollt macht auf Blues hieß es im Vorfeld der Veröffentlichung. Find ich ja gut, wenn es denn ähnlich gut ist wie die Stolt'schen Ausflüge in den Jazzrock auf "Unfold The Future". Doch was Wall Street Voodoo hier bietet ist No.1 Gähn-Rock.
Eine Doppel CD von Stolt ist ja in der Tat nicht mehr verwunderlich. Und auch auf den letzten Flower Kings CDs hat sich der Gute ja nicht unbedingt im Uptempo bewegt. Was hier jedoch rumeiert ist kaum auszuhalten. Man ist schier froh, wenn man eine CD durchgehört hat und denkt sich - "Uff, da ist noch eine!". Wahrlich keine schönen Aussichten.
Also, größtes Manko von Wall Street Voodoo ist, dass es schlicht zu brav ist. Plätscher, Klick, Platsch. Der Gesang säuselt größtenteils dahin, die Stücke sind im unteren Tempobereich angesiedelt und die Gitarre macht jeden Moment Selbstmord. Neee, echt nicht, das geht besser.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
21.5.2006 |
| Letzte Änderung: |
21.5.2006 |
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Roine Stolt kann auf ?Wallstreet Voodoo? mit spritzigem Bluesrock überzeugen und nimmt dabei noch ein gehörige Portion an schmetterndem Funk, coolem Jamrock, schweißtreibendem Südstaatenrock, schmissigem Ohrwurm-Mainstream, relaxten Jazzeinflüssen und natürlich auch symphonischen Einsprengseln mit an Bord. Die Umsetzung wirkt als ein erfrischender und unterhaltsamer Gegenpart zum manchmal vielleicht doch zu überfrachteten Flower Kings-Einerlei. Ganz im Sinne der britischen Bluestradition um John Mayall und Alexis Korner beweist Stolt, dass der erdige Charakter dieser Musikrichtung keinesfalls auf die Schwüle des amerikanischen Südens begrenzt ist. Auch wenn dem Nordmann der ?wahre? Hintergrund des schweißgetränkten und erdigen Blues-Feelings fehlt, verbreiten seine Kompositionen im relaxt-schleppenden Rhythmus doch eine unverfälschte Verbundenheit mit den bodenständigen Wurzeln der Rockmusik.
Trotz seiner ?Vorbelastung? als ?verkopfter? Progrocker hat Roine Stolt in seinen Kompositionen das unverfälschte Grundfundament sehr ansprechend mit den für seinen Schreibstil typischen Schnörkeln versehen. Oftmals tendieren die Songs dann in den Instrumentalteilen doch direkt in die Randbereiche des Progrocks. Insofern gelingt es Roine Stolt auch, sich nach seinem Werdegang als Tausendsassa des kopflastigen Progrocks dem ?wahren? Ursprung der populären Rockmusik unterzuordnen. Auch bei aller unterkühlten nordischen Eigenart weiß der Blues auch in der Gegend von Uppsala zu funktionieren. Hierzu sind keine schmuddeligen Clubs oder moskitoverseuchte Sümpfe vonnöten. Eigentlich müsste die Musik einer Band mit dem Namen ?The Flower Kings? genauso ausgerichtet sein. Das würde dann auch eher zum Namen passen. Wer sich mal vom pompösen Sound der Blumenkönige erholen will und einem bluesig-groovenden Retrogebräu gegenüber nicht abgeneigt ist, wird bei diesem Album auf seine Kosten kommen.
Es verwundert aber doch ein wenig, warum sich Herr Stolt schon wieder für eine Doppel-CD entschieden hat. In einem von der Spielzeit her knackigen Rahmen, hätte ?Wallstreet Voodoo? wohl umso mehr überzeugen können. Gut, man kann als Musiker halt nicht gänzlich aus seinem eigenen Schatten treten. Stolt ist und bleibt halt Stolt. Eigentlich ist das ja auch gut so.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.8.2006 |
| Letzte Änderung: |
22.8.2006 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Roine Stolt
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