Moonlake
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
SPV |
| Durchschnittswertung: |
9.5/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Klaus Schulze |
electronics |
|
|
Gastmusiker
| Thomas Kagermann |
violin, voice on "Playmate in Paradise" |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Playmate In Paradise
|
30:09
|
| 2. |
Artemis In Jubileo
|
17:51
|
| 3. |
Same Thoughts Lion
|
10:40
|
| 4. |
Mephisto
|
15:23
|
| Gesamtlaufzeit | 74:03 |
|
|
Rezensionen

Nach längerer Zeit erscheint eine neue StudioCD aus dem Hause Schulze. Die ersten beiden Tracks entstanden im Studio (in einer Live-Atmosphäre, was immer das heißen mag), die letzten beiden live am 5.11.2003 in Poznan/Polen. Im Booklet dementiert Ecki Stieg (der die Linernotes schrieb und norddeutschen Radiohörern evtl. durch seine Sendung "Grenzwellen" bekannt sein dürfte), dass die CD etwas mit den bekannten Titeln "Moondawn" oder "Crystal lake" von Mirage zu tun hätte. Der Titel bezieht sich im Gegenteil auf den Mondsee und die ihn umgebende Landschaft in Österreich, die Schulze so schätzt. Warum ich das erwähne? Die einzelnen Tracks erinnern stellenweise trotz aller Dementis seitens des Künstlers soundmäßig an diese Titel. Das ist aber beileibe kein Vorwurf. Im Gegenteil, die Sounds sind warm und schön analog wie schon lange nicht mehr und sind für meine Ohren der große Pluspunkt der Aufnahme.
Das gewohnt lange "Playmate in paradise" beginnt mit einem wunderschönen warmen "Flötensound" und interessanten Sequencerparts. Daraus entwickelt sich eine der typischen Schulze-Improvisationen, mit dem Unterschied zu früher: hier fügt der Meister noch eine Portion elektronischer Grooves hinzu. Neu auch der Einsatz von ethnomäßigen Gesangseinlagen und Violine, die dem Track einen Hauch Exotik verleihen. In der Mitte des Titels gibt es eine kurze freie Improvisation, die zu einem weiteren, rhythmusbetonten Part überleitet. Erinnerte mich der erste an Arabien, klingt hier die Stimme und die Violine eher indisch. Kein schlechter Auftakt, auch wenn ich selbst inzwischen elektronische Schlagzeugspuren nicht mehr mag. Sehr schön sind aber die Sounds, die Schulze wählt, die an alte analoge Synthies erinnern (den Minimoog spielt er auf diesem Album auch noch). Insgesamt also kein schlechter Auftakt.
"Artemis in Jubileo" ist noch rhythmischer. Tabla- und Bongoklänge kontrastieren mit Streichern und elektronischen Hörnerklängen. Stellenweise erinnert es mich an WAGNER meets Africa. Könnte ein guter Soundtrack werden.
Mit synthetischen Didgeridooklängen beginnt "Same throught lion". Dieser Titel ist trotz aller rhythmischen Spielereien sehr leise. Sanft schleicht die Katze durch die Gegend und die sich langsam steigernde Melodielinie läßt leichtes Jagdfieber aufkommen, bis im Finale schwebende Sounds die Stimmung ins Friedliche umkippen lassen.
Der abschließende Titel "Mephisto" erinnert mich anfangs an Stratosfear der frühen TANGERINE DREAM-Phase mit Froese/Franke/Baumann. Sehr kurze helle Töne pulsieren leise vor sich hin, bis nach einigen Minuten als Kontrast moderne Beats hinzukommen. Im Hintergrund gibt es schwebende Flächen und als Höhepunkt dürfte der Minimoogausflug (klingt zumindest wie einer) zu nennen sein.
Für meinen Geschmack enthält die CD zu viel Rhythmen der moderneren Art. Ich bevorzuge inzwischen genau das Gegenteil. Anderseits sind die Sounds der Melodien sehr schön. Die Mischung aus modernen digitalen Klängen und Beats und den altmodischen Tönen aus dem Minimoog lassen Freunde des frühen Schulze aufhorchen. Also werde ich fair bleiben: Klaus Schulze gelingt der Spagat aus alt und neu. Die CD ist besser als viele Werke, die ich aus den 80ern und 90ern von ihm kenne. Wer sich also an den oben genannten Rhythmen nicht stört oder diese sogar mag, sollte ein Ohr riskieren.
| Anspieltipp(s): |
Same thoughts lion |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
16.11.2005 |
| Letzte Änderung: |
16.11.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Im wesentlichen stimme ich mir Andreas überein. "Moonlake" ist eine weitgehend gelungene Symbiose aus alten und neuen Klängen. Die "alte Zeit" wird vertreten durch wunderbare Analogklänge, besonders das einleitende "Playmate in Paradise" ist in dieser Hinsicht ein wahres Fest. Der Ethno-gefärbte Gesang von Thomas Kagermann (in den 70er Jahren bei der Folkgruppe "Fiedel-Michel"!) verleiht dem Stück eine originelle exotische Note. Auch "Same Thoughts Lion" bietet analoge Klänge en masse, dieses Stück besticht durch die Kombination sanfter Klangflächen mit den hektischen, aber unaufdringlichen Rhythmen. Erinnert mich etwas an "Picture Music".
Dass "Moonlake" kein reines Retro-Elektronik-Album geworden ist, liegt an den verwendeten, modern klingenden Rhythmen, die hier nicht als endlose Sequenzer-Muster, sondern in Form elektronisch nachempfundener Schlaginstrumente eingesetzt werden. In "Artemis in Jubileo" geschieht dies für meinen Geschmack etwas zu penetrant, zumindest angesichts einer Laufzeit von fast 18 Minuten. Gleiches gilt für "Mephisto", wobei das fantastische Solo (Minimoog? Auf jeden Fall Retro pur!) gegen Ende des Stücks wieder versöhnlich stimmt.
Nicht zuletzt auf Grund des tollen "Playmate in Paradise" gebe ich einen Punkt mehr als der Kollege. Wer sich nach dem 70er-Jahre-Schulze zurücksehnt und dennoch keinen bloßen Abklatsch will, sollte in "Moonlake" mal reinhören.
| Anspieltipp(s): |
Playmate in Paradise |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
21.11.2005 |
| Letzte Änderung: |
21.11.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Klaus Schulze
Zum Seitenanfang
|