Surrender
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
SHK Records |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Lorenzo Sonognini |
vocals, shouting, acoustic guitars, percussions |
| Luigi Biamino |
electric, acoustic, semi-acoustic and virtual guitars |
| Ivo Bernasconi |
keyboards, computers, lunches |
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| Andy Thommen |
bass guitars, bass pedals, noises |
| Gigio Pedruzzi |
drums, programming, re-programming |
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Gastmusiker
| Stefano Zaccagni |
saxophone on 5,6 |
| Mattia Santoro |
cello on 4 |
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| Ursula Maggini |
flute on 6 |
| Calicantus Children's Choir (directed by Mario Fontana) |
choir on 10 |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Promenade (Part I - Om)
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1:29
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| 2. |
Yin And Yang
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10:49
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| 3. |
The City
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4:26
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| 4. |
Devil's Siesta
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3:59
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| 5. |
The Cathedral
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4:19
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| 6. |
New1c
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12:42
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| 7. |
Promenade (Part II - On Stage)
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4:27
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| 8. |
I Ching
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6:31
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| 9. |
Promenade (Part III - Underground)
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1:14
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| 10. |
Surrender
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14:07
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| Gesamtlaufzeit | 64:03 |
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Rezensionen

Es mehren sich Anzeichen dafür, dass 2006 ein gutes Prog-Jahr werden könnte. Wir haben gerade erst April und bereits große Meisterwerke von Strangefish und Nemo zu hören bekommen. Ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster hängen, aber wenn das so weitergeht, dann könnte das Jahr noch so ergiebig werden wie das selige 1973, in dem das entstand, was heute als unvermeidliches Bildungsgut des Prog gilt. Na ja, zu viel Optimismus kann zu Enttäuschungen führen (ist aber verlockend ;-)).
Jedenfalls hat sich die Schweizer Band Zenit nach fünf veröffentlichungslosen Jahren für ihr zweites Album auch das Jahr 2006 ausgesucht ? mag wohl doch sein, dass die Sterne gerade gut dafür stehen; jedenfalls reiht sich auch dieses Output in die Reihe bisheriger Jahres-Meisterwerke ein und hat mit Strangefish gemeinsam, dass auch hier ein ansonsten selten beackertes Randfeld des Neoprog aufgesucht wird:
Zenit bewegen sich in der Schnittmenge von Marillion, Gentle Giant, Spock?s Beard, Clepsydra und jazzorientiertem Prog ? so seltsam das auch klingen mag, aber dieser ungewöhnlichen Mixtur entnehmen sie ihr künstlerisches Potential ? und finden einen spannenden Weg dorthin. Die stilistische Nähe zu Clepsydra erklärt sich leicht, denn Zenit-Bassist Andy Thommen hat auch schon bei Clepsydra gespielt. Von diesem Bandstil ist ferner geblieben, dass Zenit-Sänger Lorenzo Sonognini an Aluisio Maggini von Clepsydra erinnert, das heißt, er gibt sich etwas Fish/Madhatter-orientiert, aber nicht so stark wie im Klonprog, es ist eher der Unterton, der immer eine ungeheuerliche Sensation anzukündigen scheint. Allerdings ist der Gesang bei Zenit insgesamt nicht ganz so übertrieben dominierend wie bei Clepsydra, was ich erfreulich finde.
Und manchmal erinnert Sonogninis Stimme an Derek Shulman. Wenn dazu dann auch noch mehrstimmige Arrangements sowie raffinierte Klang-Kapriolen kommen (von vokalen Achterbahnen wie in ?The city? ganz zu schweigen) und Textzeilen wie ?Now everything is quiet, now everything is cold? (Tja, das ist die Frage: isn?t it quiet and cold?), dann ist der Gentle Giant-Einfluss gar nicht mehr zu überhören; man muss ihn sich nur so vorstellen, als sei dieser Stil vorher durch die Mühlen des neueren Retroprog gelaufen (und das ist leicht nachzuvollziehen, zumal der extra für dieses Album engagierte Gitarrist Luigi Biamino als frisch geouteter Spock?s-Beard-Fan brilliert).
Und damit diese Mischung wirklich völlig abgerundet aufgeht, kann es ja nur logisch sein, dass noch etwas Jazz hinzukommen muss. Wenn ich mir dies so anhöre (was besonders gut im Longtrack ?Surrender? rüberkommt), dann wundere ich mich, wieso der heutige Prog, sofern er auf dem Klassischen beruht, nicht viel öfter Ausflüge in diesen Bereich unternimmt. Kann ja an Berührungsängsten liegen: selbst King Crimsons jazzigstes Album ?Lizard? ist bis heute umstritten.
Aber von solchen Kulturschock-Gefahren sind Zenit weit entfernt: sie setzen ihre Stilmittel vor allem für die Lockerung der Strukturen ein; ab und zu kann es in diesem Sinne sogar mal leicht Ambient-orientiert werden (wie in ?Yin and Yang?, wenn nach der Einleitung erstmal im Bassbereich genussvoll gegrummelt wird), aber der eigentliche Song mit seiner jeweiligen Grundidee bleibt immer im Mittelpunkt des Geschehens ? dies ist definitiv kein Frickel-Album. Songs wie ?The city? und ?The Cathedral? könnten sogar Singles werden (wenn Proggies Singles herausbrächten).
Also nur Mut, liebe Leser: wer über die jüngsten Weiterentwicklungen des Prog informiert sein will, sollte mal reinhören!
| Anspieltipp(s): |
The city; Surrender |
| Vergleichbar mit: |
Spock?s Beard, Gentle Giant, Clepsydra (und ein wenig vom typisch italienischen Prog ist auch dabei) |
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| Veröffentlicht am: |
6.4.2006 |
| Letzte Änderung: |
5.4.2006 |
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Henning beschwört ein gutes Prog-Jahr 2006, nun, zumindest gibt es anscheinend sowas wie ein kleines NeoProg-Revival, wenn man die Vielzahl der Neuveröffentlichungen betrachtet, die gerade in diese Kerbe schlagen. Und so einiges davon ist richtig gut, so dass es zumindest schon mal ein gutes Jahr für die Fraktion der Hörer dieser Prog-Spielart sein dürfte...
Zenit aus der Schweiz liefern da auch ihren Beitrag ab. Nicht nur Henning erwähnt die Clepsydra-Connection von Bassist Thommen, nein auch der Vertrieb wirbt eifrig damit. "Gefährlich!", sage ich. Ich kenne zwar Clepsydra nicht so gut, aber zumindest verbinde ich damit schon den 'klassischen', eher etwas kitschigen, klischeebehafteten NeoProg. Damit sollten Zenit aber nicht so direkt in einen Topf geworfen werden.
Natürlich machen Zenit NeoProg, aber sicherlich nicht diesen klischeebeladenen Mix aus Keyboards und weichen Gitarren, der gemeinhin mit dieser Stilrichtung verbunden wird, trotzdem natürlich deutlich erkennbar. Aber da möchte ich doch viel lieber laut "Nemo!" rufen, auch wenn Zenit natürlich wieder nicht in deren Härtegrade einsteigen können, so lieben sie es doch mit anderen Stilen zu spielen. Zenit brechen den NeoProg-Sound immer wieder geschickt auf. Da werden kleine jazz-rockige Parts eingestreut, es gibt (vor allem in "Yin And Yang") ambientartige Soundscapes, die schon mal an Pink Floyd erinnern, oder es wird einfach mal straight abgerockt, so dass man in die Nähe des Melodic Rock tendiert. Sogar angejazzte Worldmusic-Ausflüge (in "New1c") werden organisch integriert. Wobei es hier auch ein bisschen nach Spät-Hippie-Musik klingt (Kennt hier jemand zufällig die KBC-Band?). Wie überhaupt dieses Stilgemenge und Herumgehüpfe zwischen musikalischen Ausrichtungen, teilweise auch innerhalb eines Songs, gar nicht aufgesetzt oder zerrissen daher kommt. Irgendwie hat man den Eindruck, das muss einfach so sein. Dem Gitarristen scheint darüberhinaus überhaupt niemand gesagt zu haben, dass es hier um ein NeoProg-Album geht und so bratzelt er gelegentlich schon mal ziemlich flott dazwischen. Ganz im Gegensatz zum Keyboarder, der sicherlich des öfteren Sounds auspackt (und dann mit diesen auch noch kräftig soliert), die dem keyboard-aversen Hörer die Haare zu Berge stehen lassen.
Insgesamt macht das einfach Spass und lässt ein kurzweiliges Hörvergnügen entstehen. Zumal die Songs dann auch noch so komplex sind, dass es immer wieder mal ein Detail zu entdecken gibt, welches im vorigen Durchlauf verborgen geblieben ist. Und dann hat die Produktion noch ordentlich "Eier", so dass die Musik richtig druckvoll 'rüberkommt.
Sänger Sonognini verdient sicherlich noch eine Sondererwähnung: Er lebt die Songs förmlich. Sein Gesangsstil ist meist sehr theatralisch, erzählend und läßt sowohl Gedanken an Musicals wie auch an die Tradition des italienischen Progs aufkommen. Besonders witzig ist sicherlich seine Einlage in "The City", wenn er klingt wie weiland Phil Collins als "Illegal Alien"...
Hochmelodisches, Rockendes, Unterhaltsames, Seltsames, Kurioses ist gut verteilt über das Album, welches zudem über einen gelungenen Spannungsbogen verfügt. Bis hin zum bombastischen Finale "Surrender", das den Hörer schliesslich schwelgerisch entläßt. Ein gelungener Beitrag zur Wiederbelebung eines eigentlich schon scheintoten Genres. Wer mit der Richtung NeoProg was anfangen kann, sollte die Schweizer mal antesten...
| Anspieltipp(s): |
The City, The Cathedral, Surrender |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
18.6.2006 |
| Letzte Änderung: |
18.6.2006 |
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