Feathers For Flesh
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Brandon Ross |
bass, acoustic guitar, keyboards, vocals |
| Lynnette Shelley |
vocals, lyrics, erhu, psaltery, noises, percussion |
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| Brian "Vonorn" Van Korn |
drums, percussion, keyboards, theremin, electric guitar, bass, vocals |
| Kiarash Emami |
electric & acoustic guitar, mandolin, keyboards, vocals |
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Gastmusiker
| Damian Boucher |
violin (on "House Of Ash") |
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| Sue Wolfsong |
vocals (on "Scarlet Experiment") |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
House Of Ash
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12:08
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| 2. |
Passage
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14:13
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| 3. |
Yellow Are His Opening Eyes
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14:48
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| 4. |
Beggars & Thieves
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9:38
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| 5. |
Scarlet Experiment
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3:46
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| Gesamtlaufzeit | 54:33 |
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Rezensionen

"Feathers For Flesh" ist schon das dritte Album der Formation The Red Masque. Die anderen Beiden kenne ich nicht, aber "Feathers..." habe ich nun ziemlich oft gehört... und weiß eigentlich immer noch nicht, was ich wirklich davon halten soll.
The Red Masque haben ein Album geschaffen, welches sich Vergleichen weitgehend entzieht. Musikalisch wandeln die Musiker weit ab von gewohnten Wegen, auch wenn natürlich immer mal wieder Versatzstücke auftauchen, die einen an den einen oder anderen bekannten Act erinnern. Aufgeschlossene ProgHeads und musikalische Avantgardisten sollten sich in jedem Fall angesprochen fühlen und hier ein Ohr (oder auch ein bisschen mehr) riskieren. Das sollte eine lohnende Erfahrung sein.
"Feathers For Flesh" bietet zunächst drei längere Tracks, die im Prinzip das Album ausmachen. Und hier geht es düster, dramatisch, beunruhigend und geheimnisvoll zu. Das "House Of Ash" entpuppt sich als düsteres, sturmumtostes Geisterschloss, in dessen Kellergewölben ein manischer Zeuhl-Bass in den Eingeweiden des Hörers herumstiert. Ein paar Schritte weiter entfaltet sich aber ein grosser Saal, der im Halbdunkel hunderter Kerzen unter den mächtigen Klängen einer gewaltigen Pfeiffenorgel erbebt. Über allem erhebt sich der klagende Gesang einer gequälten Jungfrau... und die Violine weint dazu ein bisschen. Puh! Der Soundtrack für eine düstere Edgar Allan Poe-Verfilmung, die sich langsam in schwarzweiss vor dem inneren Auge entwickelt.
Mit "Passage" schliesst sich ein fast schon konventioneller Part an. Die Band rockt hier in crimsonesker Manier mit heftigem Gitarrengeriffe und schlagendem, heftigen Bass gut ab. Ein ruhigerer Gesangspart leitet geschickt den Übergang in eine Art mittelalterliche Ballade mit Gitarren-, Flöten- und Bass-Spielereien ein. Bevor die Spannung wieder gesteigert wird und die Band die Rockschraube wieder ordentlich anzieht. Für mich der Höhepunkt des Albums. Lyrische Momente wechseln sich mit brachialen Ausbrüchen ab.
Kehrtwendung mit "Yellow Are His Opening Eyes" welches mit einer Art manischem Sprechgesang von Lynnette Shelley beginnt. Hier bin ich ob der Schräge und Atonalität des Ganzen einen Moment lang an Deborah Perry von Thinking Plague erinnert, die mir ähnliche Schreckensschauer über den Rücken jagt. Kurz bevor diese Einlage aber (zumindest mich) ungeheuer nervt, bricht die Band wieder mit einem brachialen Rockpart in den Song ein. Immer wenn die Band ordentlich rockt und dabei eine kuriose Verquickung aus Gothic-Klängen, crimsonesken Geriffe und einem profunden, donnerndem Bass produziert, kann das Album begeistern. Düster und getragen klingt der Song mit seltsamen, choralen Gesängen aus...
Zum Abschluss gibt es mit "Beggars & Thieves" eine folkorientierte, mittelalterliche Ballade. So könnten Blackmores Night klingen, wenn sie denn ernsthaft diese musikalische Linie verfolgen würden. Akustische Gitarren dominieren den Song, der vom klaren Minnegesang von Shelley getragen wird. Eigentlich nicht schlecht und vielleicht auch nach den heftigen Exzessen vom Beginn des Albums ein guter Ruhepunkt, aber trotzdem wirkt der Song irgendwie deplaziert.
Am Ende steht dann noch ein seltsame Klangcollage mit allerlei gehauchtem, geflüstertem Text. Nun ja, und Schluß... Ein seltsames Album findet sein Ende. Während die Musiker sich nicht besonders in den Vordergrund spielen, sondern einfach einen kompetenten Bandsound produzieren, gelingt es Lynnette Shelley schon mit ihrem theatralisch-dramatischen Gesang sich in den Mittelpunkt zu stellen. Das muss man abkönnen ;-) Je nach Tagesform bin ich begeistert oder verstört und genervt. Ich glaube aber, die begeisterten Momente sind in der Überzahl...
| Anspieltipp(s): |
...macht nun so gar keinen Sinn... |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
14.4.2006 |
| Letzte Änderung: |
14.4.2006 |
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Feathers for Flesh - 2006 wiederveröffentlicht, nachdem es zwei Jahre zuvor schlicht nicht beachtet worden war - entzieht sich auch nach meinem Eindruck einfachen Vergleichen. Müsste ich die Musik auf einen Nenner bringen, würde ich behaupten, es handele sich um eine Art trashigen, mittelalterlich bis jazzigen Gothic-Folk-Metal mit allerlei AvantProg bis King Crimson- und sogar leichten Genesis- oder Renaissance-Anleihen. Der Band ist auf diesem Album einfach schwer beizukommen... Dies macht die Annäherung an das Album auch nicht gerade leicht.
Von der Aufmachung und von der Anlage der Songs her setzt die Band auf Gruseleffekte. Das erste Stück beginnt mit einer langen Einleitung, die wohl Horroratmosphäre vermitteln soll. Und auch im weiteren werden Effekte und musikalische Mittel (z.B. schaurige Orgel, gesangliche Verrenkungen) zu diesem Zweck eingesetzt. Nach meinem Empfinden wäre da weniger mehr gewesen. Es lässt sich nämlich mit geschickt eingesetzten sparsamen Mitteln besser Atmosphäre erzeugen als mit der hier geleisteten Überfrachtung. Das Gewollte der Gruseligkeit wirkt auf mich überdies ungewollt komisch und hat den Charme eines Horror-B-Movies. Daran kann man natürlich auch seinen Spaß haben. Mich nervt es auf Dauer.
Wie stark die an sich sehr interessante und spannende Musik der Band von Effekthascherei zugekleistert wird, wird besonders beim akustisch arrangierten Stück Beggars & Thieves deutlich. Hier ist der Sound von The Red Masque quasi von den sonst üblichen Gruseleffekten entkleidet und strahlt trotzdem - oder gerade deshalb - viel Atmosphäre aus. Besonders House of Ash, bedingt auch Yellow are his opening Eyes, leiden darunter, dass die Kompositionen den Gruseleffekten untergeordnet werden und im Falle von House of Ash die Zusammenfügung der unterschiedlichen Teile auch nicht befriedigend gelingt. Und was das Sammelsurium von Schauereffekten am Ende des Albums soll, weiß vermutlich der Teufel allein... Ich vermute mal, dass die Band einfach Sorge hatte, das Album könne ohne vordergründige Effekte ausklingen...
Neben der akustischen Nummer überzeugt v.a. Passage, bei dem stimmungsvolle ruhige Gesangspassagen neben Instrumentalteilen von beeindruckenden Drive stehen. Mittelalterlicher Folk a la Steeleye Span wird hier etwa langsam zu einem immer schräger werdenden, furiosen Tanz, der es in sich hat.
Diese Band hat einiges an erfrischendem Potential bei ihrer ungewöhnlichen Stilverquickung in sich. Wenn sie sich von überflüssigen Gimmicks und der Unterordnung der Musik unter diese verabschiedet, erwarte ich ein wirklich stimmiges, vollauf überzeugendes Album.
| Anspieltipp(s): |
Beggars & Thieves, Passage |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.4.2006 |
| Letzte Änderung: |
21.3.2012 |
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Bereits mit ihrem 2002er Debüt "Victoria and the Haruspex" legten The Red Masque nicht gerade einfache Kost vor. Stilistisch sehr weit gefächert wurde der Hörer mit einem fordernden Mix aus Soundscapes, Avantgarde und Prog mächtig gefordert. Genauso geht es auf "Feathers for flesh" weiter, wo bereits der mit Stimmengeflüster und nur experimenteller Untermalung versehene Opener "House of Ash" recht gewöhnungsbedürftig beginnt. Doch nach etwas mehr als 3 Minuten knallt einem grooviger Progressive Rock entgegen, grob irgendwo zwischen King Crimson, Zeuhl und R.I.O. angesiedelt. Danach folgt eine sakrale Passage mit Orgel und Kirchgesang, bevor das Stück in expressivem, wuchtigen, aber auch schrägen Progressive Rock gipfelt. Und fast genauso funktioniert auch der Rest des Albums.
The Red Masque stopfen einfach alles, was ihnen zwischen die Finger und Stimmen kommt, in einen Topf. Das Endresultat ist nicht unbedingt einfach bzw. für jeden genießbar, hat aber jede Menge Würze und einen wunderbaren Nachgeschmack. Hier wird das Adjektiv "progressiv" mal wieder eher wörtlich benützt, denn diese abenteuerliche Mischung setzt sich konsequent über eingefahrene Hörgewohnheiten hinweg, auch wenn die einzelnen Versatzstücke meist auf 70er-Traditionen fußen. Ein anderer Kritiker erfand dafür den Begriff "Nu Progressive". Hier bleibt nichts vorausschaubar, dennoch bekommt man in mächtiger Power einiges um die Ohren geblasen, was den aufgeschlossenen Hörer begeistert. Schräge, brüchige Passagen wechseln sich ab mit fragilen Melodien, Experimentelles steht gleichberechtigt neben Konventionellem.
Für "Feathers for flesh" gilt, dass man diesem von der Grundtendenz her recht düsteren Album Zeit geben muss, sich die Musik keineswegs sofort erschließt. Mit der nötigen Belastbarkeit und hörtechnischem Einsatz wird man dafür mit einem äußerst vielschichtigen Hörerlebnis belohnt. Soundbeispiele und jede Menge begeisterte Kritiken findet man übrigens auf der bandeigenen Webpage, so dass sich jeder seine eigenen Meinung über dieses außergewöhnliche Werk bilden kann.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
9.7.2006 |
| Letzte Änderung: |
9.7.2006 |
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