Portraits of Bob Dylan
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Eagle Records |
| Durchschnittswertung: |
8.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Steve Howe |
guitars,vocals,bass,keyboards |
| Dylan Howe |
drums |
| Geoff Downes |
keyboards |
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| Anna Palm |
violin |
| Nathalie Manser |
cello |
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Gastmusiker
| Keith West |
vocal on 8 |
| Phoebe Snow |
vocal on 9 |
| Allan Clarke |
vocal on 11 |
| Jon Anderson |
vocal on 2 |
| Annie Haslam |
vocal on 3 |
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| Max Bacon |
vocal on 4 |
| Dave Richards |
drum programming on 4 |
| P.P.Arnold |
vocal on 6 |
| Dean Dyson |
vocal on 7 |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Sad Eyed Lady Of The Lowlands
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12:00
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| 2. |
Mama You've Been On My Mind
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2:33
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| 3. |
It's All Over Now Baby Blue
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4:32
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| 4. |
Going, Going, Gone
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3:52
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| 5. |
Just Like A Woman
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4:35
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| 6. |
Well, Well, Well
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4:05
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| 7. |
The Lonesome Death Of Hattie Carroll
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6:08
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| 8. |
Lay, Lady, Lay
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3:43
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| 9. |
One Too Many Mornings
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3:30
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| 10. |
I Don't Believe You
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4:16
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| 11. |
Don't Think Twice It's All Right
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4:01
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| 12. |
Buckets Of Rain
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3:54
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| Gesamtlaufzeit | 57:09 |
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Rezensionen

Steve Howe ist nach eigenen Angaben schon seit vielen Jahren ein großer Fan von Bob Dylan. (Warum heißt eigentlich einer von Howes Söhnen Dylan, ob der Howe junior es will oder nicht?). Das hatte zur Folge, dass sich viele progorientierte Howe-Sammler, mich eingeschlossen, jetzt fragen müssen, was sie mit dieser Sammlung von bearbeiteten Dylan-Songs anfangen sollen. Mit Prog hat das nämlich nichts zu tun. Auch wenn Jon Anderson und Annie Haslam mit dabei sind. (Die Beiträge von Geoff Downes, der hier offenbar bei jedem Stück mitspielen soll, bleiben für mich kaum wahrnehmbar).
Da läßt der Altmeister Howe also Jon Anderson auf "Sad eyed lady..." die ellenlangen Texte von Dylan trällern. Annie Haslam darf in "It's all over..." zeigen, dass sie eine elfenhafte Country-Sängerin abgeben kann und auch der nicht gerade für seine Gesangsqualitäten geschätzte Yes-Gitarrist Howe macht sich am Gesangsmikro viel besser als Bob Dylan selbst. In "Buckets of rain" kommt Howe seinem Idol gesanglich aber bedrohlich nahe. Auch die anderen Gastsänger können einem hier bekannt vorkommen. Der durch GTR bekannte Max Bacon verleiht "Going, going, gone" einen leichten AOR-Touch und auch die Namen wie P.P.Arnold, Phoebe Snow und Keith West sind vielen Musikhörern ein Begriff.
In allen diesen Mainstream-Pop-Rock-, Country-, und Folk-Stücken finden sich die charakteristischen Gitarreneinwürfe von Steve Howe. Ob das für einen Yes-Sympathisanten Grund genug sein sollte, sich die CD anzuschaffen? Ich bezweifle es. Es sei denn, dass jemand gerade Songs von Bob Dylan in zugegebenermassen recht geschmackvoller Bearbeitung von Steve Howe hören will. Angenehmer als viele Soloalben von Jon Anderson und Rick Wakeman ist die CD ganz bestimmt.
Das Urteil, ob "Portraits of Bob Dylan" völlig überflüssig ist, möchte ich lieber Dylan- und Country/Folk-Hörern überlassen.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
17.4.2006 |
| Letzte Änderung: |
17.4.2006 |
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Jungen Prog-Adepten erscheint Bob Dylan das Gegenteil von Prog zu sein. Ältere Semester, die die Musik und Kultur der 60er Jahre bewusst in sich aufgesogen haben, wissen, dass das nur die Oberfläche des Phänomens Dylan ist. Ohne Dylan und seine Texte und seinen Beitrag zur Pop- und Gegnkultur der 60er und seinen Einfluss auf die Beatles hätte es Prog, so wie wir ihn kennen, vermutlich nie gegeben. Damit ist Dylans Musik natürlich noch lange kein Prog, aber seine Bedeutung ist nicht zu unterschätzen. Daher muss es auch nicht wundern, wenn ein Altmeister wie Steve Howe selbst in gereiftem Alter ein ganzes Album dem Andenken an den von ihm verehrten Genius widmet.
Dylan-Cover gibt es eine Menge. Bereits in den 60ern spielten die Byrds reihenweise großartige Dylan-Songs ein. Die besondere Schwierigkeit liegt darin, etwas ganz Eigenes zu schaffen. Denn es wird kaum einem Sänger gelingen, die tiefe Intensität, die rebellische Schnodderigkeit, die raue Sanftheit von Dylans Stimme zu übertreffen oder ihr auch nur annähernd gleich zu kommen. Auf einen Versuch sollte man es da lieber gar nicht ankommen lassen. Steve Howe begibt sich auch wohlweislich - von einigen unrühmlichen Ausnahmen abgesehen - nicht in diese Falle, sondern hat eine ganz persönliche Sammlung seiner liebsten Dylan-Songs zusammengestellt, die er selbst und einige hochkarätige Sängerinnen und Sänger mit ganz eigenem Ausdruck als Portraits von Dylan präsentieren.
Die meisten Songs kommen erwartungsgemäß aus den 60ern Jahren. Es ist sowohl die frühe Folk-Protestsong-Phase mit den Songs The Lonesome Death of Hattie Carroll; Don't Think twice, it's alright und One too many Mornings vertreten als auch die persönlichere, mittlere Phase der 60er mit Sad Eyed Lady of the Lowlands; It's all over now, Baby Blue; Just like a Woman und I don't believe you. Aus dieser Zeit ist überraschenderweise auch das bis 1999 von Dylan zwar live gespielte, aber auf Platte nicht veröffentlichte Stück Mama, you've been on my Mind in der Sammlung enthalten. Die zweite Überraschung dieser Auswahl ist das Stück Well, well, well, das Dylan bis heute (2011) nicht selbst aufgenommen hat und das eins seiner wenigen Stücke darstellt, die er gemeinsam mit anderen Musikern komponiert hat. Die späten 60er werden nur mit dem Hit Lay, Lady, Lay gestreift. Auch die 70er stehen mit den beiden Stücken Going, going, gone und Buckets of Rain keinesfalls im Zentrum. Stücke nach 1975 sind gar nicht mehr vertreten. Damit ist klargestellt, dass den Phasen bis 1966 mit dem Album Blonde on Blonde (BoB) für Howe die zentrale Bedeutung im Werk Dylans zukommt. Aus meiner Sicht ist die Mischung dieser Auswahl im wesentlichen ganz in Ordnung.
Howe gelingt es bei einigen der von ihm ausgewählten Stücke, diesen einen ganz eigenen Stempel zu verpassen. Sehr eindrucksvoll geschieht dies gleich mit der wunderbaren Widmung an Dylans Frau Sara Sad-eyed Lady of the Lowlands. Durch das Arrangement, das elegische Gitarrenspiel von Howe und vor allem durch den hymnischen Gesang Andersons durchzieht das Stück mit der wundervollen Melodieführung eine ganz andere, eben hymnischere Atmosphäre als in Dylans Original. Dieser Song hatte seinerzeit eine solche Bedeutung für Dylan, dass er das Stück eine ganze LP-Seite auf seinem Doppel-Album Blonde on Blonde einnehmen ließ. Auch Howe gewährt dieser weit ausholenden Hymne an die Liebe als Opener auf seinem Album eine herausragende Stellung. Es könnte auch gut auf einem Solo-Werk Andersons Platz gefunden haben. Wundervoll!
Einen herben Dämpfer verpasst Howe selbst dem Hörer mit dem folgenden Mama, you've been on my Mind. Dieses Liebeslied leidet unter dem gesanglichen Unvermögen Howes. An die Intensität Dylans reicht Howe hier an keiner Stelle heran. Allein sein gefühlvolles Gitarrenspiel rettet das kurze Stück ein wenig. Dies ist einer der wenigen Fehlgriffe auf diesem Album.
Annie Haslam verschafft dem (babyblauen) Klassiker It's all over now, Baby Blue, den viele möglicherweise als Coverversion von Van Morrison & Them kennen, wiederum ein ganz eigenes sinnliches Gepräge. Der Variationsreichtum der Stimme Haslams kommt hier hervorragend zum tragen und macht das Stück zu einem weiteren Höhepunkt der Portraits.
Going, going, gone wird von dem Gespann Howe und Max Bacon sehr solide rübergebracht, geht aber nicht so unter die Haut wie Dylans Version auf Planet Waves.
Ein echter Tiefschlag ist dann leider das bei Dylan melodisch und gesanglich einfach umwerfende Just like a Woman. Howe kann einfach nicht singen und auch das leicht abgehetzte Tempo tut dem Song nicht gut. Leider ein drastischer Fehlgriff, und das bei einem der eigentlich eindrucksvollsten Dylan-Songs...
Well, well, well - diesen Song kennt der Dylan-Fan nicht. Die großartige P.P. Arnold bringt das Stück mit viel Soul in der Stimme aber grandios rüber. Es passt nicht so recht zum Rest des Albums, aber ist durchaus gelungen.
Der frühe Protestsong The Lonesome Death of Hattie Carroll entfaltet mit Dean Dyson als Sänger und einem pastoralen Arrangement mit Streichern eine ganz ungewohnte Atmosphäre. Wenn man sich den Dylan-Song im Original auf seinem legendären Album The Freewheelin' Bob Dylan anhört, dann hört man auf einmal, dass Streicher hier tatsächlich in der Luft gelegen haben. Howe holt hier wirklich aus dem Song heraus, was herauszuholen war. Ganz stark!
Wenig überraschend, aber kompetent eingespielt ist das folgende Lay, Lady, Lay mit Keith West, den Howe noch aus seiner Zeit bei der Psychedelic-Band Tomorrow aus den späten 60ern kennt. Nett.
Phoebe Snow veredelt mit ihrem charismatischen Gesang das von Dylan bis vor wenigen Jahren live gern gespielte Stück One too many Mornings. Howe glänzt dabei mit einem sehr stimmungsvollen Gitarrensolo.
I don't believe you muss Howe leider wieder mit seinem farblosen Gesang abwerten. Wobei er hier tatsächlich noch seine beste gesangliche Leistung auf diesem Album liefert. Er versucht aber leider wie Dylan zu klingen - wahrscheinlich war es auch das, was mich schon vorher störte - und zieht dabei einfach den Kürzeren.
Der Klassiker Don't think twice, it's alright, den Dylan auch schon mal als Reggae aufführte, wird in einer spartanisch instrumentierten, leicht hillbilly-mäßigen Version vorgelegt, was gar nicht mal übel ist. Der allzu brave Gesang von Allan Clarke passt zwar zur so entwickelten musikalischen Stimmung, wird diesem legendären Song aber leider nicht wirklich gerecht.
Vergleicht man Buckets of Rain, ein Stück vom legendären Album Blood on the Tracks, mit dem Original, stört nicht allein der langweilige Gesang Howes, sondern er strapaziert nach Don't think twice schon wieder den Country, was nicht so sonderlich originell ist.
In der Summe gibt es auf den Portraits of Bob Dylan einige wunderbare Dylan-Interpretationen zu hören, namentlich Sad-eyed Lady of the Lowlands, It's all over now Baby Blue, The Lonesome Death of Hattie Carroll und One too many Mornings. Der Rest ist - abgesehen vom Gesang Howes - immerhin ordentlich produziert und angenehm hörbar, wenn auch nicht gerade mitreißend. Aber für die genannten Songs lohnt das Album für den Dylan- und Howe-Fan durchaus! Es hätte aber mehr draus werden können, wenn Howe der Versuchung widerstanden hätte, selbst zum Mikrofon zu greifen.
Vielleicht ist dieses Album für den Prog-Fan ja ein möglicher Einstieg in den vielseitigen und eindrucksvollen Kosmos von Bob Dylan. Es wäre den Proggies, die Dylan bislang verschmähen, jedenfalls zu wünschen!
| Anspieltipp(s): |
Sad-eyed Lady of the Lowlands, Just like a Woman, The lonesome Death of Hattie Carroll |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
21.10.2011 |
| Letzte Änderung: |
8.3.2012 |
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