Reflection
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Eigenverlag |
| Durchschnittswertung: |
10/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Shari Platteeuw |
vocals |
| Mattie Archie |
guitar, backing vocals |
| Tim Coulembier |
bass, backing vocals |
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| Björn De Kock |
drums |
| Dieter Cailliau |
synthesizer, backing vocals |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Backstage
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4:55
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| 2. |
Where Does It Lead To
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6:33
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| 3. |
The Angel And It's Drawing
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6:54
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| 4. |
The Chaos In Between
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5:33
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| 5. |
Between Us
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7:14
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| 6. |
Goodbye
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4:54
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| 7. |
Say No More
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6:04
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| 8. |
Restless
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7:13
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| 9. |
End Of The Line
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6:42
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| 10. |
Day After
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2:08
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| Gesamtlaufzeit | 58:10 |
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Rezensionen

Da haben sich bei M!NDGAMES noch alle gewundert, dass es im kammerproggisch verschrobenen Belgien auch 'ne NeoProg-Combo gibt, so muß jetzt mit dem Auftreten von Panopticum konstatiert werden: Anscheinend gibt es da sogar eine ganze Szene!
Bereits 2004 erschien im Eigenverlag das Debütalbum der Belgier Panopticum, welches mir erst zwei Jahre danach zu Gehör kommt, auch wieder ein Zeichen dafür, dass es die belgische NeoProg- und MelodicProg-Schiene noch nicht wirklich 'ausser Landes' geschafft hat. Dabei sind die Parallelen von M!NDGAMES und Panopticum fast mit den Händen greifbar. Beide Bands bewegen sich strikt auf dem Boden des NeoProg. Dabei wirken sie leichtfüßig und elegant. Die lockeren Melodien quillen nur so aus den Lautsprechern und umschmeicheln die Ohren des geneigten Fans.
Ausladende, moderat vertrackte Kompositionen, mal lyrische, mal (moderat) bratzelnde Gitarren, knackiger Bass, präsentes, (moderat) vertracktes Drumming, sphärische Keys, die schon mal zu Klangwällen mutieren, all diese Ingredenzien guten NeoProgs sind hier zu finden. Dazwischen schieben sich auch immer mal ein paar perlende E-Piano-Läufe. Da sich Panopticum eher an härteren Vertretern der Progszene wie Rush, Dream Theater oder Shadow Gallery ein Beispiel nehmen wollen, gibt es in der Tat einige Passagen mit leicht harten Gitarren und Ansätzen von lustigem, weil sehr moderatem (das Schlüsselwort hier schlechthin) Gefrickel. Dabei schrammen sie aber deutlich an ihren Vorbildern vorbei und klingen eher wie eine Alternativversion von Arena. Aber gut gemacht ist das allemal. Ein Ausfall ist lediglich ausgerechnet das instrumentale Intro, dessen Gitarrengewaber einfach viel zu lange vor sich hinplätschert. Aber dann gehts los und wird gut ;-)
Guter Gesang ist auch wichtig, dies wird hier von Frau Platteeuw übernommen. Die Intonation ist nicht immer gleich ins Ohr gehend, aber Shari Platteeuw verfügt über eine schöne Stimme, welche die Tracks gut tragen kann. Als reizvollen Kontrast dazu singen die Herren immer wieder dunkle Backing Vocals.
Wer zeitgemäß klingenden NeoProg hören mag, der kann bei Panopticum nicht viel falsch machen. Für Genrefans auf jeden Fall ein dicker Tipp!
| Anspieltipp(s): |
Where Does It Lead To, Say No More |
| Vergleichbar mit: |
Arena, M!NDGAMES |
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| Veröffentlicht am: |
9.11.2006 |
| Letzte Änderung: |
9.11.2006 |
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Falls schon mal jemand den Eindruck hatte, dass unsere blassbläulichen Seiten auch nicht immer auf der Höhe der Zeit sind, dann könnte diese belgische Band einen Longtrack davon singen: fast fünf Jahre ist es her, dass ihr Debütalbum herauskam; drei Jahre lag es bei mir herum, jetzt habe ich es durch einen Zufall entdeckt, als ich gerade mein Mobiliar umräumte. Mir fiel beim Finden sogar noch ein, dass ich seit besagten drei Jahren eine Rezension darüber schreiben wollte, aber es ist immer irgendein anderes Album dazwischen gekommen. Manchmal habe ich auch heimlich gedacht, ich könnte ja einfach auf das Nachfolgealbum warten und dann beide Alben in einem Abwasch abhandeln, aber es hat bis heute keinen Nachfolger gegeben - wollen wir hoffen, dass daran nicht meine Nachlässigkeit schuld ist. Es kommt nämlich noch schlimmer: mir war sogar entgangen, dass Thomas hier inzwischen eine Rezension zu dem Album geschrieben hat - ich hatte meine schon fast fertig, als ich seine las...
Ich habe keine Ahnung, ob und wie oft sich das Album verkauft hat, aber Eigenproduktionen haben es bekanntlich nicht leicht. Ich habe in den letzten sechs Jahren mehr Band-Eigenproduktionen gehört, als ich je für möglich gehalten hätte, sprich: ich hätte nie geglaubt, wie viele Prog-Eigenproduktionen der Prog-Markt bereithält - wobei das Bereithalten eine zeitlich sehr begrenzte Angelegenheit ist: die Alben kommen und gehen wie Schneeflocken in einem Winter während des Klimawandels - alles ist vorbei, bevor es angefangen hat; wer als unabhängiger Künstler nicht sofort Erfolg hat, wird ihn kaum noch haben ('Kommt zum Dreikönigstag kein Winter, kommt auch keiner mehr dahinter').
Aber es mag ja Progfans geben, die gerade nach verschollenen Perlen suchen und eine Direkt-Bestellung über die Websites von Bands nicht scheuen: gerade für solche schreibe ich jetzt diese Rezension und hoffe im Interesse der Band, dass jemand darauf anspringt:
Panopticum spielen eine Musik, die genau auf der Schnittfläche zwischen Neoprog, AOR und Progmetal liegt, und wenn ich sage 'auf der Schnittfläche', dann meine ich exakt die scharfe Schneide der Klinge, also den Punkt, an dem es für skeptische Hörer richtig schmerzhaft werden kann. Schmerzhaft natürlich nur dann, wenn man als Hörer Eindeutigkeit sucht und einem unerwartete Stil-Mischungen ungelegen kommen.
Man kann die visuelle Achse aber auch überspringen und die Perspektive aus der entgegen gelegenen Richtung betrachten: dann könnte man behaupten, dass Panopticum fast alles richtig machen: sie interpretieren die gegebenen Stilrichtungen als persönlichen Steinbruch für eigene Stilmittel, sie nutzen sie als Vehikel, um ihre individuelle Vorstellungen von Musik auszudrücken, sie springen hin und her wie das Leben selbst. Und wenn sie dann trotzdem wie aus einem Guss klingen, dann ist das auch wie das Leben selbst (obwohl Anti-Fans das auch Richtungslosigkeit nennen könnten).
Was ich nun konkret damit meine, lässt sich in etwa wie folgt ausdrücken: Panopticum haben eine Sängerin, die so klingt, dass sie auf jedem Album von Ayreon zuhause sein könnte; wenn sie bekannter wäre, hätte der Arjen ihr wahrscheinlich längst eine Mail geschickt und sie für sein nächstes Album eingeladen. Panopticum haben ferner ein untrügliches Gespür für wohldosierte Melodien und Härten - auch so ähnlich wie Arjen Lucassen. Panopticum verfügen ferner über eine seltsame Art von Bescheidenheit (also gar nicht wie Lucassen): sie nutzen ihre Stilmittel als ebensolche und pfropfen denen keinen tieferen Sinn auf: wenn sie melodisch sein wollen, schrecken sie nicht vor Kitsch zurück, aber wenn sie ranklotzen wollen, tun sie auch das und nehmen den Hörer einfach mit auf ihre Reise durchs wilde Gehau.
Was Panopticum nicht immer haben, ist kerniger Kontrast in der Instrumental-Darbietung, der eigentlich gerade in solchen Stilmischungen nötig wäre und dessen Knackpunkt (im Wortsinne) in der Abmischung liegt: wenn es metallisch wird, klingt die Bass-Drum fast immer zu zaghaft - das ist kein Vorwurf an die Arbeit des Drummers, man sollte ihn nur deutlicher hören. Dabei ist die Mixtechnik ansonsten in Ordnung: Zwar dominieren die Gitarren und Keyboards das Klangbild, aber das ist berechtigt, weil die virtuosen Gitarrensounds zur Geltung kommen müssen (und die sind auf diesem Album der eindeutige Star wegen ihrer überraschenden Sound-Bandbreite), und für die Keyboards gilt das auch, weil sie blitzschnell zwischen Metal-Symphonik, Neoprog-Melodik und Experimenten a la Berliner Schule hin- und her springen müssen. Auch der Bass ist stets präsent und strukturiert seine Welt in deutlich hörbar nachvollziehbarer Form. Da ist es umso bedauerlicher, wenn man die Drums manchmal mit dem Hörrohr suchen muss...
Dies ist nämlich Musik für die ganz breite Trommelfell-Leinwand und hätte einen genialen Produzenten nötig gehabt. Aber wie schon oben angedeutet: Eigenproduktionen haben es eben schwer. Trotzdem hat dieses Album große Aufmerksamkeit verdient, allein wegen der Frische im Songwriting: es ist die reine Freude, wie trotz aller Geschlossenheit kaum ein Song so bleibt, wie er anfängt - was die anfänglichen Vokalmelodien betrifft, denkt man des Öfteren an simplen AOR, aber dann wird man immer wieder an unverhofften Metallkanten entlanggeschrammt, und hinterher kann man sich die Songs nicht mehr ohne diese Kanten vorstellen - man könnte glatt vergessen, wie viele Bands auf der Welt es gibt, deren Phantasie solche Möglichkeiten nicht einmal berührt. Und wie viele Progfans solch ein Album wahrscheinlich niemals entdecken werden, das würde ich am liebsten auch vergessen. Aber da können wir ja gegensteuern...
| Anspieltipp(s): |
Meine Favoriten sind "The angel and it's drawing", "The chaos in between" und "Between us", was aber nicht bedeutet, dass einer der anderen Songs schlechter wäre. Übrigens: Es gibt MP3s auf der Band-Website. |
| Vergleichbar mit: |
ein wenig Ayreon (ich höre kaum Arena heraus, ahne aber, was Thomas meint ? das Feeling ist m.E. nur ganz anders). Der instrumentale Opener ?Backstage? klingt fast nach Klaus Schulze. |
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| Veröffentlicht am: |
24.3.2008 |
| Letzte Änderung: |
5.6.2012 |
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