Digital Moonscapes
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Cosmological Impressions
1. Genesis 7:12 2. Eden 4:29 3. I.C. 3:40
|
|
| 2. |
Moonscapes
1. Luna 8:20 2. Phobos & Deimos 3:27 3. Ganymede 4:27 4. Europa 4:19 5. Io 4:25 6. Callisto 4:29 7. Rhea 1:50 8. Titan 3:45 9. Iapetus 5:50
|
|
| Gesamtlaufzeit | 56:13 |
|
|
Rezensionen

"Introducing the LSI Philharmonic" steht auf dem Cover von Wendy Carlos' 1984 erschienenem Album Digital Moonscapes. Aha, also eine Kombination von Elektronik und Orchester. Und tatsächlich, das Orchester ist geschickt in die elektronischen Klänge integriert, wie man gleich beim einleitenden Stück hört. Zumindest waren das meine Gedankengänge beim ersten (auf Grund diverser Ablenkungen zugegebenermaßen nicht sehr konzentrierten) Hören dieser CD.
Ein Blick ins ausführliche Beiheft offenbart, was einem auch bei halbwegs aufmerksamem Zuhören auffällt: es gibt hier überhaupt kein Orchester, alle Klänge sind auf elektronischem Wege erzeugt. LSI steht für "large scale integration", einer Bezeichnung für hochintegrierte Schaltkreise. Hintergrund: unzufrieden mit den (nach ihrer Ansicht) beschränkten Klangmöglichkeiten analoger Synthesizer, hatte Wendy Carlos sich ab Anfang der 80er Jahre mit deren digitalen Weiterentwicklungen beschäftigt. Ein bei Bell Laboratories entwickeltes Modell hatte es ihr dabei besonders angetan. Mittels selbigem begann Wendy Carlos, die Klangmöglichkeiten dieses Geräts dahingehend auszuloten, eine möglichst naturgetreue Wiedergabe von Orchesterinstrumenten zu erlangen - ohne Verwendung von Samples.
Das Ergebnis klingt durchaus überzeugend. Weit weg von den berüchtigten 80er-typischen Käse- oder Plastikklängen hat Wendy Carlos hier einen interessanten Klangkosmos geschaffen, eine Art digitales Orchester, ähnlich wie ihr Landsmann Synergy oder der Japaner Tomita (die allerdings nicht so sehr auf die Reproduktion natürlicher Klänge bedacht waren/sind).
Ach ja, apropos "Kosmos", zum musikalischen Konzept sollte ich vielleicht auch noch was sagen. Titel und Cover deuten schon an, dass es um kosmische Themen geht. Das Album enthält zwei Suiten, die dreiteilige Cosmological Impressions und die neunteilige Moonscapes, deren Teile nach Monden des Sonnensystems benannt sind. Die Musik ist eindeutig von der Klassik beeinflusst; nicht in dem Sinne, dass - wie beim genannten Tomita - klassische Werke für Synthesizer arrangiert werden, sondern die Kompositionstechnik ist der klassischen Musik verhaftet.
Der in der Kategorisierung gewählte Begriff "Moderne Klassik" ist dabei zumindest für die erste Suite etwas gewagt, die klingt nämlich eher spätromantisch oder impressionistisch als wirklich modern. Aber auch das ist durchaus schön gemacht, wenn sich z.B. im einleitenden Genesis aus der kosmischen Leere allmählich die verschiedenen (virtuellen) Instrumente entwickeln. In der Moonscapes-Suite werden dann auch mal gemäßigt avantgardistische Töne angeschlagen (z.B. Rhea mit Tonclustern).
Trotz kosmischer Themen gibt es hier also keine kosmische Musik zu hören, Wendy Carlos bewegt sich hier eher in der Tradition von Tomita, mit dem Unterschied, dass es sich hier um Eigenkompositionen handelt (und keine albernen Quietschtöne eingesetzt werden, siehe die Rezis zu Tomitas Alben). Einzelne Teile der Moonscapes-Suite wurden übrigens auch schon von "richtigen" Orchestern aufgeführt.
Speziell Tomita-Fans sollten Digital Moonscapes antesten.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
Tomita, Synergy |
|
| Veröffentlicht am: |
17.12.2006 |
| Letzte Änderung: |
18.3.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Wendy Carlos
Zum Seitenanfang
|