Schmetterlinge
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Pilz |
| Durchschnittswertung: |
10/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Joy Fleming |
Gesang |
| Klaus Nagel |
Gitarre, Flöte, Sax, Perkussion |
| Roland Heck |
Tasten, Vibraphon, Marimba, Perkussion, Gesang |
| Dieter Kindl |
Bass, Gitarren, Percussion |
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| Gerd Köthe |
Sax, Flöte |
| Albin Metz |
Trompete, Bass |
| Hans W. Herkenne |
Schlagzeug, Perkussion |
| Ken Traylor |
Gesang (Tracks 5-7) |
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Gastmusiker
| Fritz Hartschuh |
Vibraphon (Track 4) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
I. Contacts
1. Rudiment 4:27 2. Connection 1:30 3. That's the key 2:32 4. For you and me 1:40
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| 2. |
Manifestations
1. Suppression 2:55 2. Rankness 2:37 3. Face of war 3:28 4. Free 2:08 5. Sensual impressions 7:14 6. Quintessence 2:35
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| 3. |
Emotions
1. Eden Park 2:58 2. Metamorphosis 3:08 3. In search for the last word 1:59 4. Rising mind 2:55 5. Eden Park again 1:44
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| 4. |
Neckarbrücken-Blues
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3:20
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| 5. |
All heaven and all earth are silent
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8:13
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| 6. |
Silver gun
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4:32
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| 7. |
Peace train
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3:58
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| Gesamtlaufzeit | 63:53 |
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Rezensionen

So gut wie jeder, der im Raum Mannheim-Heidelberg, auch Rhein-Neckar-Dreieck genannt, aufgewachsen ist (wie der Rezensent), wird irgendwann einmal über den "Neckarbrücken-Blues" und den Namen Joy Fleming gestolpert sein. In der getragen dahinschreitenden, klassischen Bluesnummer singt ein weibliches Wesen in breitestem Mannheimer Dialekt den Blues, röhrt sehr authentisch, als würde sie in irgendeinem versumpften Vorort von New Orleans ihre Sorgen hinausschreien. Im Zentrum des Songs steht die im Titel erwähnte "Monnemer Neggar-Brigg", über die die Vortragende offenbar "riwwer dabbe" muss um ihren "Alde" (im Rotlichtviertel Jungbusch) zu suchen.
Die da zu hörende Sängerin wurde als Erna Strube in Mannheim geboren und war mit einer ausgesprochen kraftvollen und farbigen Bluesröhre ausgestattet, neben der sogar Inga Rumpf blass aussah. Weil sich Erna Strube im Showbiz schlecht macht, nannte sich die Sängerin in Joy Fleming um. 1966 formierte sie die Band Joy & The Hit Kids, mit der bis 1970 eine Ladung von Singles mit bluesig-rockigem Pop für Decca und später Polydor entstand. Ein erstes Album (mehr oder weniger eine Sammlung von Posongs, die vorher schon teilweise als Singles erschienen waren), jetzt unter dem Namen Joy Unlimited, erschien 1970 ("Overground"). Anfang der 70er Jahre änderte die Band ihr Konzept. Man wechselte zum Schallplattenlabel der BASF und brach in progressivere Rockgefilde auf.
Erstes Ergebnis war das 1971 bei Pilz veröffentlichte Album "Schmetterlinge", welches 2005 von Garden of Delights auf CD wiederveröffentlicht wurde. "Schmetterlinge" war als "progressive Ballettmusik" (so steht's auf dem Cover) konzipiert, welche auch am Theater der Stadt Bonn uraufgeführt wurde. Die LP-Version bietet eine sehr abwechslungsreiche Suite an meist kürzeren Nummern, die sich im Bereich Bluesrock, Jazzrock, Klassischer Prog, Brassrock und zeitgenössischem Pop (letzteres ein wenig à la "Hair") bewegen. Die Nummern sind in drei Blöcken gruppiert, doch fließt alles durchgehend aus den Boxen. Ätherisch-schwebende Abschnitte, härterer Bluesrock, klassischer Orgelprog, fast Freejazziges, treibender Jazzrock, kraftvoller Bläserrock, klangvolle, symphonische Passagen, Exotisches, Meditativ-Krautiges und entspanntere, leicht poporinetierte Songs werden hier vermischt bzw. aneinandergereiht. Das Ganze ist abwechslungsreich instrumentiert, sehr professionell musiziert (besonders bemerkenswert: Gerd Köthe an der Querflöte - im langen "Sensual Impression" z.B.) und druckvoll produziert. Alles wird zusammengehalten von der prägenden Stimme der Fleming, die zwischen geheimnisvollem Wispern, wohlklingendem, sonoren Gesang bis heftigem Röhren so allerlei Nuancen abdeckt. Doch gibt es auch diverse, längere Instrumentalabschnitte, die meist sehr jazzig bzw. experimentell-freiformatig gehalten sind.
Als Bonustracks gibt es auf dem Garden-of-Delights-Reissue noch den eingangs erwähnten "Neckarbrücken-Blues" (in einer bei einer SDR-Radiosession mitgeschnittenen Version - später hat Felming das Stück mehrmals neu eingespielt), das wunderschöne, getragen-folkige "All Heaven and All Earth are Silent" (der Beitrag von Joy Unlimited zur 1971 erschienen "Heavy-Christmas"-Weihnachtskompilation des Pilz-Labels) und eine kurz nach "Schmetterlinge" erschienen Single (mit dem neuen Sänger Ken Traylor).
"Schmetterlinge" ist ein ausgesprochen interessantes Album aus Deutschen Landen, welches aus allerlei Stilingredienzien ein homogenes, sehr progressives, überzeugendes und ziemlich eigenständiges Ganzes kreiert. Gewisse angloamerikanische Vorbilder lassen sich zwar ausmachen (die frühen Chicago, Elephant's Memory, Janis Joplin, Brian Auger und Julie Driscoll, Delivery, vielleicht auch eine Prise King Crimson und Jethro Tull), doch haben Joy Unlimited ihren ganz eigenen Klang. Nicht nur Krautrocksammler sollten hier einmal reinhören!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.3.2007 |
| Letzte Änderung: |
3.2.2012 |
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