What we have sown
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Bruce Soord |
words and music |
|
|
Gastmusiker
|
|
| Steve Kitch |
additional synthy bits and riffs |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
All you need to know
|
4:19
|
| 2. |
Well, I think that's what you said
|
5:20
|
| 3. |
Take me with you
|
5:07
|
| 4. |
West Winds
|
8:52
|
| 5. |
Deep blue World
|
6:08
|
| 6. |
What we have sown?
|
27:33
|
| Gesamtlaufzeit | 57:19 |
|
|
Rezensionen

Bei der Unmenge an neuen Veröffentlichungen ist es kaum möglich, auch nur die wichtigsten 500 Künstler in ihrer Laufbahn konsequent zu verfolgen, speziell wenn man in der Regel das alles selbst bezahlen muss. Wohl hauptsächlich deswegen ist "What we have sown" meine erste Begegnung mit The Pineapple Thief.
Während Porcupine Tree sich neulich an einem umstrittenen Spagat zwischen harten Riffs und melancholischen Stimmungen versuchen, wirkt die Welt von The Pineapple Thief auf "What we have sown" viel homogener und stimmiger. Und das bleibt für meine Begriffe selbst dann der Fall, wenn der melancholische ArtPop einigen aggressiven Passagen weichen muss, die allerdings nie so metallisch-extrem ausfallen wie bei Porcupine Tree.
Selbst in den etwas härteren Momenten verraten die Arrangements viel Liebe zum Detail. Postrock, Alternative Rock und Elektronisches treffen hier auf akustische Gitarren, Mellotron und ein kleines Orchester mit Streichern und Klarinetten, introvertierte Stimmungen wechseln sich mit orchestralen Klangwelten ab, Melancholie geht eine gut nachvollziehbare Symbiose mit Aggression ein, neben sanftem Artpop erklingt etwas angeschrägter Progrock.
Die äußerst gelungene CD schließt der mehrteilige Longtrack "What we have sown?" ab, der noch einmal das ganze Können und die Vielseitigkeit des Alleinherrschers Bruce Soord ausbreitet. Ob er alle Instrumente
selbst eingespielt hat, lässt er offen, indem er auf dem
Cover so gut wie keine Namen ausser seinem eigenen nennt. Er begreift sich wohl als Komponist, der von anonymen Begleitern unterstützt wird.
Für solche Musik wird offenbar der Sammelbegriff New ArtRock verwendet. The Pineapple Thief füllen diese Worthülse mit prallem Leben.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
16.11.2007 |
| Letzte Änderung: |
16.11.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Da geht man ins Studio um 'ne Best Of-Scheibe zusammenzustellen (hat die Plattenfirma etwa gedrängelt? ), merkt aber, dass das Abmischen des alten Zeugs nicht ganz so spannend ist und kümmert sich lieber um neue Musik. So geht die Vorgeschichte zu PINEAPPLE THIEF's sechstem Album.
Das beginnt so wunderbar mellotronig-flockig-leicht, mit diesem unwiderstehlichen Touch Melancholie den Bruce Soords Gesang einfach immer sofort bei mir erzeugt. All You Need To Know ist ein erstklassiger Pop-Rock-Song in angeproggten Klamotten daherkommend. Hätten wir eine bessere Radiolandschaft, dann blablabla ? Tausend Mal irgendwo benützt dieses Klischee und doch trifft's hier mal wieder den Stick auf die Snare. Das Stück ist so ohrwurmig radiotisch, dass es unbedarfte PINEAPPLE THIEF-Hörer glatt auf 'ne falsche Fährte locken könnte. Nach 'nem schön abruptem Ende führt Track 2 auf RADIOHEAD-Pfade. Zwischen leicht schrägen Tönen ab und an und eingängigem Refrain, ab Minute Vier kurz scheppernd-krachig, gegen Ende mit 'nem Brummton der ? hast du nicht gesehen ? dich in Stück 3 führt. Das könnte auch gut der zweite Teil von Stück 2 sein übrigens.
Mit dem knapp 9-minütigen Instrumental West Winds zeigt sich die Band das erste Mal ausufernd psychedelisch-artrockig. Erster großer Höhepunkt für mich hier. Trockene Toms, blubberige, unterschwellige Keys-Klänge für den Psychoeffekt, ruhige und lautere Teile ? die Herren können's einfach. Stück 5 und schon das Vorletzte machts noch mal balladig-schleppend.
Und dann kommt der Longtrack aller Longtracks, den die Ananas-Diebe bisher vorgelegt haben (und da gibt es ja einige). Siebenundzwanzigeinhalb Minuten (für eilige Leser 27 ½ ). Ein Echolot (nein ? kein Pink-Floyd-Gedächtnis-Echoes-Echolot) und düster schwellende Keyboardklänge leiten ein, bevor dann die Band die Sau raus lässt. Mit schwer stampfenden Drums und dunkel riffenden Gitarren scheint's also erstmal ein Heavy-Monster zu sein. Bleibt natürlich nicht so. Das Mellotron schaut wieder rein, dazu gibt?s Geräusche wie in dem alten Science Fiction B-Movie Formicula, wenn die mutierten Riesenameisen erscheinen. So 'nen flirrenden Ton ließen die Viecher immer ab, kurz bevor sie kopfwackelnd auf der Leinwand erschienen. Also ja, äh, diesen Ton jedenfalls hör ich da ab und an. Balladige Teile kommen natürlich auch, das Stück bricht wieder ab und zieht wieder an und bevor ich euch die ganze knappe halbe Stunde nun runterbete sag ich ? selber hören!
PINEAPPLE THIEF ist moderner Art-Rock wie er für mich Zukunft hat. Genug Melodie und Songs, um auch mal den an leichtere Kost gewöhnten Hörer zu erwischen, genug Experiment und Modernität in der Wahl ihrer Mittel, um als Up-to-date Art-Rock Band gelten zu können. Genug Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert auf den sechs bisherigen Alben, genügend Neugier, so dass man nie so ganz genau weiß wo der Schwerpunkt denn beim nächsten Mal liegen wird.
Und genug Emanzipation von den anderen großen PT, mit denen sie zu Anfang ihrer Karriere aber auch permanent verglichen wurden. So drehen sie Steve Wilson längst 'ne Nase. Wo der seine Porcupine Tree im Bretter-Schmetter-Hartgewerbe inzwischen zu verorten sucht und dabei den guten Geschmack verloren hat, bleibt Bruce Soord einfach der Ästhet mit dem Popappeal, der Experimentierer mit dem Gefühl für das Besondere. Geiles Album einer Band, die längst zu meinen Lieblingen im heutigen Prog?n Art Rock gehört. Kaufen bitte! Und gleich die anderen fünf Vorgängerscheiben dazu.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
29.1.2008 |
| Letzte Änderung: |
29.1.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Pineapple Thief
Zum Seitenanfang
|