Harmonia live 1974
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Michael Rother |
Guitar, Electronic Percussion, E-Piano, Organ |
| Hams-Joachim Roedelius |
Organ, E-Piano |
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| Dieter Moebius |
Synthesizer, Electronic Percussion, Guitar |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Schaumburg
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10:45
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| 2. |
Veteranissimo
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17:25
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| 3. |
Arabesque
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5:20
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| 4. |
Holta-Polta
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15:00
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| 5. |
Ueber Ottenstein
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9:30
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| Gesamtlaufzeit | 58:00 |
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Rezensionen

Im Mai 1973 schlossen sich die beiden Cluster-Musiker Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius mit dem Neu!-Gitarristen Michael Rother zum Trio Harmonia zusammen. Damit fuhren die drei zweigleisig, bestanden doch die jeweiligen anderen Bandprojekte (Cluster und Neu!) weiter. Zwischen Juni und November 1973 entstand die erste Harmonia-LP. Gleichzeitig trat das Trio auch live auf. Ein Konzert (oder ein Teil davon) vom 23. März 1974 wurde nun von Grönland Records auf CD gebrannt.
Live bieten Harmonia zwar durchaus ähnliche elektronische Klänge wie auf ihren beiden Studioalben, doch ist das Ganze deutlich rauer und kantiger ausgefallen. Bestimmt wird die Musik - mit Ausnahme der Nummer "Arabesque" - von der gleichförmig dahin tackernden, elektronischen Perkussion, einer Art von primitiver Rhythmusmaschine, die zum Glück nicht versucht echtes Schlagwerk zu imitieren, sondern ein eigenes, repetitives Klappern, Stampfen, Wummern und Zischen erzeugt. Dazu bearbeitet Rother meist seine E-Gitarre, schneidend, sägend und verhalten jaulend, klimpert Roedelius hypnotische Figuren auf E-Piano und Orgel und erklingen allerlei krautige Sounds von Moebius' Synthesizer. Sehr minimalistisch wirkt diese Musik, erinnert an Kompositionen von Terry Riley oder Soft Machine ("The Soft Weed Factor" von "Six" z.B.), erhält durch die maschinellen Rhythmen aber einen sehr eigenen Charakter. Auch das perkussionsfreie "Arabesque" bewegt sich in diesen Gefilden, besteht es doch über weite Strecken nur aus verzerrten Gitarrenexkursen und gleich bleibend dahinplätschernden Orgellinien.
Eine verhaltene großstädtische Hektik strahlt diese Musik aus, wie sie auch die auf "Musik von Harmonia" zu findenden Nummern "Watussi" und "Veterano" (der Ursprung der hier zu findenden Livenummer "Veteranissimo") ausatmen. Die entspannt-verspielte Beschaulichkeit von "Ahoi!" oder die kosmischen Klangwolken von "Sehr Komisch" fehlen hier ganz. Live waren Harmonia offenbar etwas experimenteller und aggressiver zu Gange. Eine gewisse Vereinfachung der Musik ergibt sich auch durch die Live-Situation.
Die Klangqualität von "Live 1974" ist durchaus gut. Etwas dosig, roh und flach klingt das Ganze zwar, doch kann man bei einer vermutlich nicht zur Veröffentlichung vorgesehenen Aufnahme aus den 70ern nicht meckern. Krautrockfreaks und Liebhaber der Weserberglandschule können hier ohne Bedenken zuschlagen!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
7.11.2007 |
| Letzte Änderung: |
21.8.2009 |
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Erstaunlich, was immer wieder aus irgendwelchen Archiven zutage gefördert wird. Über drei Jahrzehnte dauerte es, bis diese Aufnahmen das Licht der Welt erblickten, und so hat man endlich die Gelegenheit, diese kurzlebige, aber durchaus einflussreiche Krautrock-Formation live zu erleben.
Eigentlich ist es ja eher schlicht, was das Trio hier fabriziert. Ein bisschen E-Piano-Geplinge, ein bisschen Synthie-Gequietsche, ein bisschen sägende E-Gitarre, dazu monotone, blechern klingende Rhythmen aus der Dose. Alles monoton und repetitiv (von der Gitarre vielleicht mal abgesehen) - und trotzdem faszinierend. Gerade Rhythmen aus der Dose sind etwas, mit dem ich mich normalerweise nicht anfreunden kann. Warum funktioniert es hier? Achim hat es schon erwähnt: hier wird nicht versucht, den Klang eines echten Schlagzeugs zu imitieren, das geht meistens in die Hose. Die Rhythmusmaschine klingt gewollt billig und primitiv, erinnert bisweilen an das Geräusch eines fahrenden Zuges (Veteranissimo) oder an eine Fabrikhalle (Holta-Polta). Gerade bei letzterem wird der Minimalismus auf die Spitze getrieben, abgesehen von den quietschenden Synthesizern besteht dieses Stück praktisch nur aus monotonem Gestampfe - eine Art Urform des Techno.
Gleichzeitig schimmert auch immer wieder mal die pastorale Stimmung durch, wie man sie von diversen Roedelius-Soloalben kennt (v.a. die Selbstportrait-Reihe), was einen faszinierenden Kontrast zu den proto-technoiden Rhythmen bildet. Insgesamt stehen diese Aufnahmen jedoch dem etwas "kantigeren" ersten Harmonia-Album näher als dem etwas leichtgängigeren De Luxe.
Kurzum, für Liebhaber des elektronischen Krautrocks, speziell der Moebius/Roedelius-Schule, ist dies ein Fest!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
11.11.2007 |
| Letzte Änderung: |
11.11.2007 |
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