Live Over Europe 2007
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Virgin Records |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Phil Collins |
Vocals, Drums & Percussion |
| Tony Banks |
Keyboards |
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| Mike Rutherford |
Bass, Guitars |
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Gastmusiker
| Daryl Stuermer |
Guitars, Bass |
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| Chester Thompson |
Drums & Percussion |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Dukes Intro (Behind The Lines Instrumental)
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3.49
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| 2. |
Turn It On Again
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4.26
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| 3. |
No Son Of Mine
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6.57
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| 4. |
Land Of Confusion
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5.11
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| 5. |
In The Cage Medley
1. Cinema Show 2. Dukes Travels
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13.30
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| 6. |
Afterglow
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4.28
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| 7. |
Hold On My Heart
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5.58
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| 8. |
Home By The Sea
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11.59
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| 9. |
Follow You Follow Me
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4.19
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| 10. |
Firth Of Fifth (Instrumental Excerpt)
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4.40
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| 11. |
I Know What I Like (In Your Wadrobe)
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6.45
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| Gesamtlaufzeit | 72:02 |
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| Disc 2 |
| 1. |
Mama
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6.57
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| 2. |
Ripples
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7.58
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| 3. |
Throwing It All Away
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6.01
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| 4. |
Domino
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11.34
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| 5. |
Conversations With 2 Stools (Drum Duett)
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6.49
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| 6. |
Los Endos
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6.25
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| 7. |
Tonight, Tonight, Tonight (Excerpt)
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3.49
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| 8. |
Invicible Touch
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5.35
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| 9. |
I Can't Dance
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6.12
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| 10. |
Carpet Crawlers
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6.00
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| Gesamtlaufzeit | 67:20 |
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Rezensionen

Der vergangene Sommer mit Genesis war sogar von zuhause aus interessant für mich: wenn ich auch bei keinem Konzert war, so konnte ich doch ab Spätsommer die Konzertberichte darüber lesen, und die überzeugten mich davon, dass ich absolut nichts verpasst hatte.
Und das ist jetzt nicht abwertend gemeint! - Eher so: was mir an der Tournee gefallen hätte, können meine Ohren nun anhand des akustisch wohltemperierten Mitschnitts viel besser aufnehmen, nämlich, dass Genesis eine altersreife Darbietung hingelegt haben, wie sie sich kaum ein nüchtern denkender Fan besser hätte wünschen können (finde jedenfalls ich).
Soll heißen: Ich denke gar nicht daran, mich dem Heulen und Zähneklappern anzuschließen, das in so vielen Reviews zur Tour zu lesen war. Was da nicht alles geschrieben wurde! - Manche haben sogar noch bemüht-lobend hervorgehoben, dass immerhin am Ende von "I know what I like" ein Ausschnitt aus "Stagnation" zu hören war - Ach Leute: den gab es auf "Seconds Out" auch schon zu hören!
Ich muss wohl das, was allgemein und bereits im Vorfeld der Tour bejammert wurde, hier nicht noch einmal wiederholen (darüber hinaus spricht allein der Umstand für sich, dass dieses Album erst Wochen nach seiner Veröffentlichung auf diesen Seiten besprochen wird). Da kann ich ja gleich mit meinen eigenen Gedanken zum Thema einsetzen, und die gehen so:
Viele Fans fragten: 'Wenn die schon noch mal auftreten, warum spielen sie dann nicht auch Supper's Ready'? Ich sage: Supper's Ready war fester Set-Bestandteil bis etwa 1977 und fiel dann raus. Das ist dreißig Jahre (!) her. Seitdem gab es eine Unmenge von Songs, die danach in die Setlists reinkamen und seither nicht mehr daraus wegzudenken sind - siehe die Highlights seit "Duke", die gibt es seit den 80ern immer wieder. Und das ist immerhin auch schon zwanzig Jahre (!) her. Nun könnte einer das Gegenbeispiel Yes anführen, die bis heute noch ihre Klassiker spielen. Stimmt natürlich - aber Yes hatten nach ihrer Klassiker-Zeit abgesehen von "Owner of a lonely heart" schließlich keine erfolgreichen Songs mehr.
Was ich den Nostalgikern damit sagen will: Ihr mögt ja alle am Alten festhalten und ich kann Euch verstehen, denn die Musik von Genesis war ganz früher wirklich viel interessanter. Aber nun stellt Euch mal vor, dass die drei federführenden Genetiker vielleicht auch Nostalgiker in eigener Sache sind, dass sie ihre eigenen Alben seit 1978 genauso ernst genommen haben wie Ihr die vorherigen (es waren immerhin ihre eigenen Werke!), und dass diese 'neue' Mucke inzwischen auch schon alt ist. Und dazu kommt, dass die ihre 'neuen' Alben ganz sicher besser kennen als Ihr (denn Ihr habt aus Enttäuschung vielleicht gar nicht mehr allzu genau hingehört), und dass für sie "Home by the Sea" ein genauso wichtiger Klassiker geworden ist wie für Euch "Firth of Fifth": Was also könnte für das Trio näher liegen als ein ausgewogener Mix aus Altem und Uraltem?
Oder anders gesagt: Eine Genesis-Reunion, wie sie sich die meisten gewünscht haben, hätte die Mitwirkung von Hackett und Gabriel erfordert, und die beiden hatten ja im Vorfeld genügend Gründe angeführt, wieso sie nicht mitwirken konnten (nebenbei: ein weiterer möglicher Grund kam jetzt nie zur Sprache, dass nämlich bereits zur Zeit der "Lamb"-Aufnahmen ihre unüberwindlichen musikalischen Differenzen zutage getreten waren, die Hackett an den Rand der Verzweiflung gebracht hatten). Also traf sich das Trio (nein, das Quintett, denn laut Lineup gehören Thompson und Stuermer jetzt endlich offiziell dazu!) und spielte genau das, was ihm wichtig ist, und das spielte es keineswegs schlecht:
Ich hatte das oben schon angedeutet: Wenn es einen dominierenden Eindruck gibt, den ich dem Livealbum entnehmen kann, dann ist es der Eindruck der gereiften Altersweisheit (wie ein Freund aus meinem Prog-Stammtisch neulich anmerkte: das ist nicht zuletzt dem Mix-Talent von Geoff Callingham zu verdanken, dem größten Star dieser Aufnahme). Und das höre ich schon in den ersten zwirbeligen Gitarrenklängen der Duke-Einleitung, aber auch in der Darbietung anderer neuerer Stücke: vorbei ist die Zeit, in der die Interpretation auf grelle Sounds gesetzt hat, das haben die Herren nun nicht mehr nötig. Vergleicht mal "Home by the Sea" in der Originalaufnahme mit der neuen - jetzt wird der Sound nicht mehr eindimensional (sprich: wavig) plattgebügelt, sondern entfaltet sich erhaben. Und die einzelnen Gitarrenlinien kommen zum Teil so gediegen zum Tragen wie seit Seconds Out nicht mehr; auch Banks' Keyboards verbreiten oftmals die vornehme Ruhe der 70er. Da stört es auch nicht, wenn ab und zu die Tonart etwas runterdisponiert werden musste - das Alter fordert eben seine Tribute. Geklotzt wird aber noch auf den Drums, was schlichtweg logisch ist bei zwei vorhandenen Drumkits - und irgendwo will man ja schließlich mal zeigen, dass man auch mit fast sechzig noch kein bisschen leise ist.
Auch die Setlist ist gelungen, vor allem im Detail: die Medley-Version von "In the Cage" z.B. ist zwar eine Art neu gemixter Klassiker und Dauergast der Setlists seit den 80ern, aber diesmal enthält er statt des langen "Slippermen"-Exzerpts etwas Unerwartetes, und zwar exakt den hymnischen Teil von "Duke's Travels", der im Opener beim "Duke"-Schnelldurchlauf gefehlt hatte: da mag ich zu Beginn des Albums noch etwas vermisst haben, aber dafür horche ich nun umso mehr auf. Das mag zwar keine Sensation sein, ist aber ein Kleinod für Kenner (und die wollen wir ja immer sein), aber eben auch ein Kleinod, das keinen Fan neuerer Songs irgendwie stören könnte. Irgendwie witzig ist auch der Schluss mit den Carpet Crawlers: an dieser Stelle und in dem Stil, wie Phil Collins ihn jetzt präsentiert, bekommt der Song plötzlich einen ganz ähnlichen Stellenwert wie "Take me home" in Collins-Konzerten. Dagegen könnte man zwar auch wieder eine ganze Menge einwenden, aber ich find's klasse (unter uns: ich finde auch Collins' dreistündiges Konzert von 1990 auf der Waldbühne in Berlin Klasse)!
Freilich könnte jetzt wieder jemand das Totschlagargument des Allen-Recht-Machen-Wollens rausholen, und das ist zweifellos auch irgendwie berechtigt (wie alle Totschlagargumente), aber wenn man bedenkt, dass eine altgediente Band wie Genesis an Fans ganz unterschiedlicher Generationen denken muss, dann wüsste ich beim besten Willen nicht, was man all denen in einem einzigen Konzert sonst bieten sollte - Songs, die nach den Setlists vergangener Jahre jeweils eine Hälfte der Fangemeinde ohnehin kaum kennen dürfte, trügen sicherlich heutzutage nicht mehr dazu bei, jüngere Hörer zu überzeugen - ganz abgesehen davon, dass es auch naiv wäre, ein solches Ziel anzustreben: wer mit dem ganzen Genesis-Spektrum bis heute nichts anfangen kann, dem ist ja wohl auch mit Nachhilfe nicht mehr zu helfen.
Somit hat dieses Album zwei Seiten - fast wie in der seligen Vinyl-Epoche: die Hit-Fans bekommen die Hits, die sich in den Jahren als die überlebensfähigsten erwiesen haben, und die detektivischen Progfans bekommen ein paar Spuren hingestreut, die gerade ihnen Freude bereiten könnten - noch dazu in einer gediegenen und edlen Form, die dem Alter der Musiker und dem Alter vieler Fans angemessen ist. Und wen das alles nicht zufrieden stellt, den kann ich zwar auch verstehen, aber der sollte heutzutage vielleicht nicht unbedingt Genesis hören - Mann, Leute, die Progszene hat doch wirklich genügend Anderes zu bieten, und wer den ganz frühen Genesis nachtrauert, hat in den letzten dreißig Jahren wahrlich genug Trauerarbeit geleistet. Ganz sicher aber hat es diese Aufnahme nicht verdient, dass sie ignoriert wird; wenn die alten Herren schon noch mal so souverän auftreten, verdienen sie allemal unser Gehör, mögen die Meinungen dazu auch noch so kontrovers sein.
| Anspieltipp(s): |
Hört euch unbedingt den Ausschnitt aus Firth of Fifth an und achtet auf die Gitarren-Linie: so viel Virtuosität neben so wenig Effekthascherei habt ihr noch in keiner späteren Version davon gehört? |
| Vergleichbar mit: |
einer stilvoll holzvertäfelten Society mit Cognac und Zigarren, wo man sich in gemütlicher Runde alte Geschichten erzählt? |
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| Veröffentlicht am: |
26.12.2007 |
| Letzte Änderung: |
8.3.2012 |
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