Metamorphosis
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Tigermoth Records |
| Durchschnittswertung: |
10.5/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Rob Reed |
acoustic & electric guitar, bass, keyboards, recorder, mandolin, backing vocals |
| Christina Booth |
lead vocals |
|
| Chris Fry |
lead guitar |
| Steve Reed |
lyrics |
|
Gastmusiker
| Tim Robinson |
drums |
| Martin Rosser |
detuned guitar |
| Troy Donockley |
uilleann pipes |
| Steff Rhys Williams |
backing vocals |
| Matthew Everett |
violin |
|
| Helina Rees |
violin |
| Claudine Cassidy |
cello |
| Abigail Blackman |
cello |
| Louise Evans |
viola |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Ballad Of Samuel Layne
|
20:17
|
| 2. |
Prekestolen
|
3:43
|
| 3. |
Metamorphosis
|
23:15
|
| 4. |
Blind Faith
|
6:01
|
| Gesamtlaufzeit | 53:16 |
|
|
Rezensionen

Ist es tatsächlich erst zwei Jahre her, dass ?Home? erschienen ist? Kommt mir länger vor, also hat das Album entweder doch keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, oder mein Musikkonsum ist einfach zu exzessiv. Nun, wie auch immer, nun legen Magenta mit ?Metamorphosis? ein neues Studioalbum vor.
Der erste Eindruck zeigt ein Magenta-untypisches Cover: Ein männlicher Torso ohne Arme vor einem verwaschen blutroten Hintergrund, das sieht schon mal düster und bedrohlich aus. Das Coverdesign stammt übrigens von dem deutschen Designstudio Killustrations, deren Werke Rob Reed faszinierten. Dann sind da zwei Longtracks über zwanzig Minuten, die von zwei kurzen Tracks eingerahmt werden. Das ist schon wieder nicht so ungewöhnlich für die walisische Band.
Letztlich gilt allerdings auch hier ein Stück weit: Wo Magenta drauf steht, da ist auch Rob Reed drin. Der Meister des modernen Zitats klassischen Progs spielt auch hier wieder mit seinen Einflüssen und Vorlieben, insbesondere Yes lugen öfters mal um die Ecke. Aber Magenta gehen auch einen deutlichen Schritt weiter. Noch immer klingt es hier überwiegend lieblich, aber der Wohlklang-Faktor wurde gegenüber früher um einiges reduziert. Allerdings ist das Album immer noch nicht düster genug, angesichts von Geschichten über die Todesahnungen eines Soldaten im ersten Weltkrieg, eines gemeinschaftlichen Selbstmordes in Norwegen oder eines schizophrenen Serienkillers. Die Lyrics und das Konzept hat in bewährter Weise wieder Bruder Steve Reed ersonnen.
Die beiden Longtracks beherrschen das Album, wobei ?Prekestolen? sogar noch musikalisch mit dem Opener verschmilzt. Und natürlich gibt es hier ausladende Instrumentalpassagen, große Melodiebögen und lyrische Momente. Leadgitarrist Chris Fry leistet ganze Arbeit und lässt die Gitarre jubilieren und weinen. Rob Reed agiert eher im Hintergrund, steuert aber einige ? für synthie-averse ? nahezu schmerzhafte Quietschattacken bei. Aber neben dem ?klassischen? Magenta-Sound schleichen sich plötzlich hardrockige, bratzelnde Gitarren ein, gibt es gelegentlich alternative-nahes Geschrammel und folkige Ausflüge (gerade wenn Gastmusiker Donockley seine Beiträge abliefert). Insgesamt wirkt der Sound entschlackt, griffiger und moderner. Magenta agieren hier nicht mehr nur als RetroProg-Vehikel, sondern finden mehr zu einer modernen Prog-Spielart jenseits der Kategorien. Abgerundet wird das Ganze durch schöne Einsätze des kleinen Streichorchesters. Okay, und da lebt auch wieder ein bisschen was des früheren Zuckergusses auf.
Noch sind die Ansätze zu einem veränderten Magenta-Sound eher etwas zögerlich und nicht voll ausgebildet, aber die Richtung stimmt und die Resultate sind schon interessant. Am weitesten wagt sich der Schlusstrack ?Blind Faith? vor, der schon richtig eigenständig daherkommt und sowas wie das geheime Highlight des Albums, trotz der dominanten Longtracks ist.
Wir hören hier übrigens eine Art Studiovariante von Magenta. Nach einigen Musikerwechseln agieren zwar durchaus die üblichen Verdächtigen, aber die Live-Band sieht schon wieder teils ganz andere Musiker am Werk.
Rob Reed schafft es den Magenta-Sound zu variieren und neue Einflüsse organisch zu intergrieren, so dass sich Magenta sanft, aber bestimmt weiter entwickeln, ohne ihre Vergangenheit zu verleugnen. So elegant muss man das erst mal hinbekommen. Nun, Revolution war gestern, jetzt ist Metamorphose angesagt.
| Anspieltipp(s): |
ha! "Bind Faith" |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
26.4.2008 |
| Letzte Änderung: |
26.4.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Es gibt Bands, die immer das Gleiche herunterhaspeln und dennoch - oder gerade deshalb - über Jahre mit Erfolg im Geschäft sind. Pendragon sind hier zum Beispiel zu nennen, aber auch Magenta gehören dazu. Diese spielen sich solide durch ihr bereits 5. Studioalbum. Innovation ist ihnen dabei ein Fremdwort. Rob Reed spielt mit den Konstanten aus den 70er Jahren (Yes, Genesis, Mike Oldfield) und den 80er/90er Jahren (Marillion, IQ). Dazu mischt er durch ein kleines Streicherensemble eine orchestrale Note bei oder lässt mit dem Dudelsack etwas Irish-Folk-Feeling aufkommen. Themen sind anscheinend ebenfalls schnell gefunden: Sein Bruder Steve Reed schrieb die Geschichten über Todesahnungen, Selbstmorde und Serienmörder für das neue Konzeptalbum.
Allerdings geht es musikalisch auf "Metamorphosis" für Magenta-Verhältnisse einen ganzen Schritt weiter. Rob Reed gibt seinen Kompositionen durch wuchtige und kräftige Gitarrenriffs die zum Inhalt passende Finsternis und Schwere. So scheint man die richtige Balance aus Düsternis und Leichtigkeit gefunden zu haben.
Aber ganz so vollendet sind die Phrasierungen dann doch nicht. Der zarte und geschmeidige Gesang von Christina Booth wirkt zu dieser Stimmung einfach daneben - hier wäre zur Gesangsunterstützung eine raue, aggressivere Röhre die bessere Wahl gewesen. Zudem überwiegen in aller Regel dennoch sehr eingängige und simple Melodien.
Letztlich sind dies aber nur kleine Veränderungen und die Musik von Magenta klingt wie eh und je. Manch einer ist vielleicht auch froh, dass sich bei manchen Kapellen nichts ändert. Wem jedoch das Geld für den x-ten Aufguss zu schade ist, der kann weiter die alten Platten hören. Die klingen irgendwo genauso.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
5.4.2011 |
| Letzte Änderung: |
5.4.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Magenta
Zum Seitenanfang
|