ON!
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Lion Music |
| Durchschnittswertung: |
10/15 (1 Rezension) |
|
Besetzung
| Marcus Nepomuc Deml |
Guitar |
| Frank Itt |
Bass |
|
| Tom Aeschbacher |
Keyboards |
| Ralf Gustke |
Drums |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Comprendes
|
8.50
|
| 2. |
Propellorhead
|
6.26
|
| 3. |
Odd Garage
|
9.27
|
| 4. |
We need a plan
|
6.21
|
| 5. |
Wanna Energy
|
0.31
|
| 6. |
Tekky
|
4.40
|
| 7. |
Golf III
|
7.52
|
| 8. |
Miles Ahead
|
0.36
|
| 9. |
Miles Away
|
6.15
|
| Gesamtlaufzeit | 50:58 |
|
|
Rezensionen

Der Stil von Electric Outlet, einer jungen, recht professionellen vierköpfigen Band aus Deutschland, ist so durchschaubar wie vielfältig. Im Kern handelt es sich um solide Fusion-Musik, die in dem E-Gitarristen ihren wichtigsten, ziemlich quirligen Zuarbeiter findet. Spieltechnisch ist Marcus Deml, der in den einschlägigen Fachperiodika kein Unbekannter zu sein scheint, sicherlich über jeden Zweifel erhaben. Auf der interessanten und ansprechend gestalteten Homepage erfährt jeder Interessierte eine Menge über die (stilistische) Entstehungsgeschichte von »ON!« bzw. dem Quartett. Ein kurzes Zitat daraus: »The idea for Electric Outlet was born when the European Session Heavyweights Deml, Itt, Gustke and Aeschbacher were hanging out at Franks Studio 4, listening to the music they discoverd as teenagers. That music was so-called fusion, which in the 70's wasn?t a bad word at all. Stanley Clarks 'School Days', Billy Cobham's 'Spectrum', Tony Williams 'Lifetime' amongst others, were spinning on the turntable.« Die wichtigsten Quellen sind damit tatsächlich abgesteckt.
Aber in der Musik von Electric Outlet steckt noch einiges mehr als die zu Genüge konsumierten Vorbilder, weshalb diese Band durchaus auch auf diesen Seiten eine kurze Besprechung verdient. Vor diesem Hintergrund spielt es quasi nur eine nachgeordnete Rolle, dass Gitarrist Deml laut Presseinformation in der Vergangenheit einmal (oder gar dauerhaft?) mit SAGA zusammenarbeitete. Denn unabhängig vom meterdicken Fusion-Fundament schauen die vier Musiker erfreulicherweise ab und zu auch in andere Himmelsrichtungen und integrieren den einen oder anderen Stil in ihre Beiträge. Summa summarum ist »ON!« damit auch ein wenig härter ausgefallen als das Pate stehende Cobham-Album »Spectrum« aus dem Jahr 1973. Zugegeben: von den üblichen Verdächtigen des Progressive Rock ist das deutsche Quartett noch relativ weit entfernt. Insofern gehört »ON!« auf den babyblauen Seiten zu den typischen Grenzgänger-Alben, die das angebotene Programm aber dafür umso bunter erscheinen lassen.
Doch immerhin: Eine nicht unbedeutende Rolle übernimmt bei »ON!« das Keyboard, das neben den üblichen Soundteppichen für einige wichtige akustische Schlüsselmomente verantwortlich zeichnet. Falls Tom Aeschbacher, der seine Brötchen unter anderem bei Lotto King Karl verdient (auweia?), zukünftig mehr Raum einnimmt respektive einnehmen darf, kann das der Band und ihrer Musik insgesamt nur gut tun. Es würde ? ganz nebenbei ? auch den Prog-Faktor um eine Punkte nach oben schrauben? Denn während seine Mitstreiter auf hohem bis höchstem Niveau ihr Können austoben, wirkt das Keyboard noch ein wenig wie an einer Hundeleine festgebunden. In diesem Instrument steckt bei Electric Outlet unzweifelhaft das größte Potenzial ? Samples hin oder her... Die Vielzahl der CD-Veröffentlichungen im Jazzrock-/Fusion-Bereich lässt die Frage nach dem Wiedererkennungswert einer Band in den Vordergrund rücken. Das US-amerikanische Trio Niacin beispielsweise hat geradezu lehrbuchhaft vorgemacht, wie eine knackige Erfrischungskur im Jazzrock-Genre fulminant funktionieren kann. Genau aus diesem Grund rückt bei Electric Outlet das Keyboard in eine Schlüsselstellung, die es in Zukunft massiver, ja aggressiver ausfüllen sollte.
Spontaner, unkonventioneller Gedanke: man stelle sich einmal vor, das US-Trio Vital Techtones um Schlagzeuger Steve Smith trifft auf Keyboard-Wizard Derek Sherinian... Wenn der nächste Longplayer von Electric Outlet diesen Schritt zu gehen wagt, dann würden auch die Selbstbeschreibungen der Band zutreffen (»killer rock fusion instrumental power foursome«), die aus heutiger Sicht mit allzu breiter Brust formuliert worden sind. Doch sei?s drum ? das Album ist nämlich im Konzert der neueren CD-Veröffentlichungen wirklich ein kleines Schwergewicht und damit empfehlenswert für alle Über-den Tellerrand-Hinausgucker ? Progfans übrigens eingeschlossen!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
Billy Cobham, Vital Techtones / Scott Henderson, Niacin, m. E. Larry Coryell, Tribal Tech, Vital Information |
|
| Veröffentlicht am: |
28.12.2008 |
| Letzte Änderung: |
4.1.2009 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
|