Capitaines
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
MUSEA |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Jean-Luc Payssan |
percussion, guitar, vocals |
| Thierry Payssan |
keyboards, zither, glockenspiel, vocals |
|
| Eric Rebeyrol |
bass, claps |
| Sonja Nedelec |
vocals |
|
Gastmusiker
|
|
| Gilles Pialat |
percussion midi (9) |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
She Moves Through The Fair
|
4:12
|
| 2. |
Avec Uppsala
|
6:43
|
| 3. |
Mauresque
|
5:48
|
| 4. |
En Terre Etrangere
|
4:28
|
| 5. |
La Croix De Bourghi Bando
|
3:30
|
| 6. |
Le Chant De Gauthier
|
7:21
|
| 7. |
En Superbo
|
5:24
|
| 8. |
Capitaines
|
6:53
|
| 9. |
La Route
|
7:08
|
| Gesamtlaufzeit | 51:27 |
|
|
Rezensionen

Obwohl Minimum Vital schon sechs Alben veröffentlicht haben, die Gebrüder Payssan als Vital Duo ein weiteres und Gitarrist Jean-Luc Payssan ein Soloalbum vorgelegt hat, ist dieses siebte Album mein Erstkontakt mit den Franzosen. Und ehrlich gesagt habe ich mir das Album ? in Unkenntnis der schon vorliegenden Kollegen-Rezensionen älterer Werke ? nur bestellt, weil zur Bestellung des Albums von Narr noch eine weitere CD zwecks Versandkosten-Optimierung bestellen wollte. Nun ja, manchmal muss man eben Glück haben (nein, das Narr-Album war kein Glück, siehe meine Rezension ebenda).
?Capitaines? dürfte hingegen in meinen Jahres-Top-Ten auftauchen. Wenn ich die Kollegen-Rezensionen zu den vorigen Alben so lese, dann scheinen Minimum Vital ihren Stil über die Jahre nicht wirklich verändert zu haben, aber offensichtlich haben sie ihn schrittweise verfeinert und perfektioniert. So steht am vorläufigen Ende dieser Entwicklung über mehr als 23 Jahre nun mit ?Capitaines? ein Höhepunkt.
Minimum Vital haben einen ganz eigenen Stil gefunden. Locker-fröhliche neoproggige Melodien (und teilweise auch solche Keyboard-Eskapaden) verbinden sich mit mittelalterlichen Klängen, gehen über in folkige Passagen, wiederum vermischt mit orientalischen Melodien. Das ergibt einen ganz eigenwilligen Cocktail, der mit ansteckender Spielfreude und filigraner Leichtigkeit vorgetragen wird. Jubilierende Gitarren im Stil des jungen Mike Oldfield umschmeicheln intelligente Keyboardflächen. Jazzig-filigrane Pianoläufe gehen über in sinfonische Orgelsequenzen, die wiederum von dynamisch-verspielten Akustik-Gitarren konterkariert werden. Eine wahrhaft luftige, fröhliche, förmlich schwebende Musik ist es, die sich hier entwickelt. Die Gebrüder Payssan verstehen sich blind und steigern sich in ein ganz dichtes, verwobenes Zusammenspiel. Selten stört Thierry Payssan den Klangkörper mit ein paar Quietsch-Sounds und einem fatalen Hang zu synthetischen Trompetenklängen.
Aufmerksame Leser werden festgestellt haben, dass es hier keinen Schlagzeuger gibt. Der wird aber auch nicht vermisst, denn Jean-Luc Payssan versteht den Umgang mit elektronischer und akustischer Percussion ähnlich virtuos wie mit der Gitarre. Und so trägt die beschwingte, rasselnde, klappernde, zischende, klopfende Percussionarbeit die dynamischen Songs. Bassist Rebeyrol rundet das Ganze mit melodischen Bassläufen ab. Selbst der Drumcomputer im letzten Track ist ausgesprochen geschmackvoll eingesetzt, so dass ich hier mein erstes Album kennenlerne, bei dem überwiegend elektronische Percussion keine Abwertung darstellt.
Lange habe ich gerätselt, in welcher Sprache hier gesungen wird. Aber offensichtlich ist das gar kein Gesang im eigentlichen Sinn. Hier geht es mehr um lautmalerische Begleitung der Musik in einer Mischung verschiedener Sprachen, aus denen zumindest Englisch und Französisch gelegentlich erkennbar auftauchen. Sonia Nedelecs Stimme ist dann noch ein Zuckerl zum angenehmen Gesang der Payssan-Brüder.
?Capitaines? ist ein wirklich eigenwilliges und besonderes Album geworden. Wer kein Unbehagen gegenüber ausgesprochen melodiöser und positiver Musik hat, der sollte dieses Werk der Franzosen unbedingt antesten.
| Anspieltipp(s): |
Mauresque, Le Chant De Gauthier |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
9.6.2009 |
| Letzte Änderung: |
9.6.2009 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Auch wenn inzwischen die Pausen zwischen den Alben bei Minimum Vital immer größer werden, so sind die inhaltlichen Unterschiede nur minimal. Entschuldigung, dieses platte Wortspiel musste einfach sein!
"Capitaines" bietet den gewohnten leichtfüßigen, beschwingten Sinfonic / Progressive Rock, angereichert durch deutlich folkloristische, keltische Wurzeln bzw. Mittleralter Touch. Doch wie bereits in der Vergangenheit ist es neben der teils zum Zuge kommenden, eigenen Kunstsprache, die inzwischen zum Teil durch "echte" Sprachfetzen aus Englisch und Französisch abgelöst wurde, vor allem diese federleichte, ansteckend sympathische Beschwingtheit, die begeistert und gleich beim ersten Anhören für ansteckende Fröhlichkeit sorgt. Natürlich ist dies in erster Linie ein Wiederhören mit altbekannten Strickmustern, doch gerade die Lockerheit, das unverkrampfte Spiel ohne den erhobenen Zeigefinger bedeutungsschwangerer Ernsthaftigkeit sorgt noch immer für einige Pluspunkte beim Spiel der Franzosen.
Die beiden Brüder Jean-Luc und Thierry Paysson an Gitarre und Keyboards ergänzen sich in ihrer verspielten Weise einmal mehr bestens. Als geringfügige Modifikationen erinnert das Saitenspiel hin und wieder an den frühen Mike Oldfield, während bei den Tasten auch einige 70s Sounds (u.a Mellotron) Einzug halten. Ansonsten sorgt der lockere, unheimlich flüssige und sehr verspielte Groove nach wenigen Takten für locker-beschwingtes Mitwippen.
"Capitaines" ist einmal mehr ein gutes Album, das auf die typischen, vorhin erwähnten Minimum Vital Trademarks setzt. Dadurch, dass die Band inzwischen in recht langen Abständen ihre Alben herausbringt, kann man dabei die geringfügige musikalische Weiterentwicklung durchaus verschmerzen.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
1.11.2011 |
| Letzte Änderung: |
29.2.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Minimum Vital
Zum Seitenanfang
|