Lepidoptera II - The Book of Flight
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Marc RAK Grassi |
Keyboards, Music |
| Dave ZOZ Thwaites |
Vocals, Lyrics |
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| Stefan Gabele |
Guitars |
| Mike Liechti |
Drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Volume I - The Ascent
1. Chapter One 2. Chapter Two 3. Chapter Three
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17:44
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| 2. |
Volume II - The Breakthrough
1. Chapter Four 2. Chapter Five
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11:07
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| 3. |
Volume III - The Book of Flight
1. Chapter Six 2. Chapter Seven 3. Chapter Eight
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12:35
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| 4. |
Volume IV - The Deception
1. Chapter Nine
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10:31
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| 5. |
Volume V - The Descent
1. Chapter Ten
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4:56
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| 6. |
Volume VI - The Great Machine
1. Chapter Eleven 2. Chapter Twelve
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7:27
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| Gesamtlaufzeit | 64:20 |
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Rezensionen

Seine erste musikalische Visitenkarte gab Marc Grassi vor mehr als 10 Jahren ab, damals noch als Thonk. Einen weiteren großen Fußabdruck setzte er 2004 mit seiner neuen, nach seinem Künstlernamen benannten, Band RAK in die progressive Landschaft. Das Konzeptalbum über das Leben des Monarch-Schmetterlings und die Geschichte eines Mädchens, das Veränderungen durchleben muss, überzeugte mit komplexen Rhythmusfiguren, Wechseln zwischen ruhigen, melodiösen Momenten auf der einen und aggressiv-rockigen Parts auf der anderen Seite. Nun erblickt "Lepidoptera II - The Book of Flight" das Licht der Welt.
Marc Grassi hat sich für sein drittes Werk viel Zeit gelassen. Acht Jahre sind ins Land gegangen, in denen er das, ich zitiere, "konzeptuelle Kind des Vorgängers" komponierte, aufnahm und schliff. Er selber bezeichnet das Album als modern, atmosphärisch, reich an harmonischen und rhythmischen Elementen und trotz seiner Komplexität als klar und emotional zugänglich. Wie schon auf Lepidoptera hat er auch jetzt Mike Liechti an den Drums und Dave Thwaites als Sänger mit an Bord. Neu gesellt sich Stefan Gabele an der Gitarre dazu. Während Grassi selbst in der Tradition großer Vorbilder wie Genesis und Yes verwurzelt ist, steuert Liechti ein kräftiges und komplexes Spiel im Stile von Tool und Planet X bei und zieht Gabele eine Melange aus Blues und ProgMetal wie etwa bei Symphony X vom Griffbrett. Dave Thwaites schließlich singt mit intensiver, meist rau-rockiger Stimme. Die Musik bewegt sich folglich auch im Kraftfeld dieser Einflüsse: Retro mit progmetalligem Anstrich, verpackt in ein Konzeptalbum.
Das Leitthema hinter den Stories auf "Book of Flight" ist das Streben nach dem Himmel, der Kampf mit einer höheren Macht oder Autorität, sei dies nun Gott oder die Natur, oder mit seinen eigenen physischen und geistigen Grenzen. Der Wunsch zu fliegen steckt in uns allen. Produziert wurde das Album vom ehemaligen Thonk-Gitarristen Fredy Schnyder, das Cover stammt, wie schon bei Lepidoptera, von Mark Wilkinson, bekannt durch seine Arbeiten für Marillion. Für das Mastering zeichnete Jens Bogren verantwortlich, der unter anderem den Opeth-Meilenstein "Watershed" in seinem Produzenten-Curriculum stehen hat.
"Book of Flight" gibt es einerseits als "normales" Digipak, andererseits als auf 100 Stück limitierte Sammleredition mit großem Artwork-Poster. Das Digipak ist ein kleines Schmuckstück. Das Cover erinnert mit seinem etwas "molligen" Raumschiff zwar ein wenig an Transatlantic, die Farbenpracht ist aber ein echter Hingucker.
"Book of Flight" beginnt so, wie "Lepidoptera" aufhört. "Release", in b-moll, endet dort mit einem b-moll-Akkord, gefolgt von einer Akkordumstellung, einem Akkord in Ges Dur mit tiefem b im Bass. Mit diesen beiden Akkorden startet nun der Flug in Lepidoptera II.
Das Album ist unterteilt in sechs Volumes, diese wiederum in einzelne Chapters (insgesamt 12). In "The Ascent" geht es zu Anfang gleich tüchtig zur Sache. Mächtige Tom Tom-Salven, gestützt von metallischem Riffing, überflogen von schneidenden Keyboardfiguren brechen aus den Boxen hervor. In der Folge wird in einem Spannung aufbauenden 5/4-Takt über dem Thwaites düster-bedrohlich "sprechsingt" fortgefahren, dann in einem ruhigeren Teil etwas Fahrt rausgenommen, bevor tiefes Riffing und eine futuristische Keyboardfanfare das erste Kapitel groß und breit zu Ende führen.
Die Spannung und Abwechslung wird in Chapter 2 hochgehalten. Nach dem 5/4-Takt zu Anfang wird nun im 15/16 (7/8 gefolgt von 8/8) weitergeflogen, Pianoakkorde und Gitarrentupfer ergänzen sich perfekt, das Schlagzeug schiebt das Stück schön an, bald folgt ein zwirbeliges, virtuoses Gitarrensolo. Mit Stefan Gabele haben sich RAK hier einen Mann an die Saiten geholt, der sowohl songdienlich begleiten, als auch als Solist glänzen kann. Überhaupt spielt das Gitarrenspiel eine gewichtigere Rolle als auf dem Vorgänger. Zwar bestimmt in erster Linie immer noch Grassis Keyboardfuhrpark die Musik, die Gitarre ist aber deutlich aufgewertet worden. Insgesamt lässt vor allem das metallische Riffing die Musik härter und dichter wirken als auf Lepidoptera. In Chapter 3 wird man dann von der Soundwand beinahe erdrückt. Rollende Hammond-Wellen wogen auf einen zu, Thwaites lacht diabolisch, ein weiteres Gitarrensolo hebt an und den Hörer mit.
Beendet wird das erste "Buch" wieder mit 5/4-Takt, den Harmonien des Anfangs und einem Keyboardsolo. Der Start ist geglückt. Volume I ist ein beeindruckend intensives und dichtes Stück Musik. Es folgt Volume II, "The Breakthrough".
Eine ruhige Akustik-Gitarre beginnt, bald begleitet von zarten Pianolinien. Der Gesang setzt ein, diesmal ist die Stimme zerbrechlicher und, wie zuvor, auch in dieser Form sehr ausdrucksstark. Die Musik wirkt hier sehr selbstreflektierend. Ist es richtig oder falsch, was wir getan haben? Welchen Weg wir gegangen sind? Der Hörer kann sich hier entspannen, kann mitschweben. Dann setzt unvermittelt das Schlagzeug ein; wuchtig, bestimmt. Der zweite Teil von "Breakthrough" baut eine sich steigernde Spannung auf. Wie eine zum Sprung bereite Raubkatze sitzt die Musik hinter den Membranen um dann schließlich auszubrechen.
Volume III (The Book of Flight) beginnt, welch Wunder, wieder mit einem anderen Takt, diesmal einem 7/8 gefolgt von einem 6/8, im Refrain dann nur noch 7/8. In der Folge wechseln sich diese Metren mit eingeschobenen 4/4-Takten ab, so dass ein herrlich holpriger Groove entsteht. Generell geht es im Titelstück wieder etwas härter zur Sache. RAK verstehen es, im richtigen Moment aufs Gaspedal oder die Bremse zu treten. So wird in Chapter 7 schön das Tempo rausgenommen, ein Holzschlaginstrument und ein helles Ride-Becken übernehmen den Rhythmus und lassen der Stimme viel Raum.
In Volume IV (The Deception) schaltet man dann erst mal den Turbo ein und massiert Trommel- und Zwerchfell mit Unisono-Gitarrenriffing und -Drumming. Später schiebt man mal eben einen witzigen Samba-Groove ein und lässt dann wieder bedrohliche Hammondorgel-Brecher über dem Hörer zusammenschlagen.
Obwohl der Grundsound über die gesamte Spielzeit sehr ähnlich ist, werden die Stücke wegen ihrer rhythmischen Komplexität und ihrer musikalischen Dynamik zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Kompositionen sind wie auf Lepidoptera sehr gelungen. Die Musik des Vorgängers war sicher filigraner, legte mehr Gewicht auf Melodie, "Book of Flight" glänzt dafür mit Atmosphäre, dichten Arrangements und mehr Härte. "Book of Flight" ist nicht einfach ein Lepidoptera "Version 2", sondern rührt die Zutaten, will sagen Ideen, neu an, entwickelt den Stil weiter und lässt die Musik insgesamt reifer erscheinen.
In "The Descent" wird erst atmosphärisch und zart begonnen, um dann kurz in ein schwebend-bombastisches Fahrwasser einzubiegen. Das abschließende "The Great Machine" flitzt im hippeligen 11/12-Takt los, schiebt dann kurz zwei Zyklen von sechs Dreiviertel-Takten gefolgt von zwei 2/4-Takten dazwischen, und wechselt dann wieder in 7/8 plus 8/8. Jetzt haben wir dann bald alle Metren durch...
"The Great Machine" ist der epische Abschluss des Zyklus.
Ich bin ziemlich fasziniert von diesem Album. RAK ist mit "Lepidoptera II" ein großes Album gelungen, das in meiner persönlichen Jahreswertung jetzt schon einen Spitzenplatz einnimmt. Am besten hört man die beiden Alben nacheinander. Sehr empfohlen.
| Anspieltipp(s): |
The Ascent |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
8.3.2012 |
| Letzte Änderung: |
8.3.2012 |
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Kaum sind acht Jahre vergangen, da sind RAK schon mit ihrem zweiten Album am Start. Tja, gerade als ich so ziemlich überzeugt war, dass ich von RAK niemals mehr etwas hören würde, hat mir Fredy Schnyder (u.a. Nucleus Torn, Thonk (hier haben sich ja die musikalischen Wege von Grassi und Schnyder schon mal gekreuzt)) mitgeteilt, dass er an der Produktion und dem Engineering des zweiten RAK-Albums arbeiten würde. Aber danach wurde es wieder sehr still, so dass ich wiederum überzeugt war, da kommt nichts mehr. Aber voilà, nun es eben doch da - „Lepidoptera II – Book of Flight“, die Kollegen-Rezension oben hat mich letztlich wieder darauf aufmerksam gemacht.
Die Wartezeit hat sich mehr als gelohnt. Marc „RAK“ Grassi hat ein großes Album des symphonischen Progressive Rock komponiert und mit den bewährten Kräften Dave „Zoz“ Thwaites am Gesang und Mike Liechti am Schlagzeug sowie Neuzugang Stefan Gabele an der Gitarre kongeniale Partner zur Umsetzung gefunden. Fredy Schnyder hat dem Album in akribischer Arbeit einen beeindruckenden transparenten Sound verschafft, der die Musik in voller Schöhnheit erstrahlen lässt. Dazu passt auch die gelungene Verpackung des Ganzen im einem edlen, farbenfrohen Digipak mit hübschem Mark Wilkinson-Artwork, welches nicht von ungefähr etwas an Transatlantic erinnert.
Transatlantic mag nämlich durchaus ein Vergleich sein, der RAK nahe steht. Nicht das RAK irgendwas von Prog-Supergroup kopieren würden, letztlich ist auch der RAK-Sound ein deutlich anderer, aber diese Monumentalität, dieses Schwelgen in großen Formen, die gigantischen, ausgefeilten Instrumentalpassagen, da sind RAK und große Vierer wahrhaft Brüder im Geiste.
In sechs überwiegend langen Songs erzählt Grassi die Geschichte des „Book of Flight“. Gewaltige Tastengebirge werden aufgeworfen, scharfe Synthie-, Orgel- und Pianoleads durchpflügen diese Klanglandschaften. Die Gitarre setzt mal mit kreischenden E-Gitarren-Soli, mal mit nahezu metallischem Riffing, mal mit bluesgetränkten Harmonien ein ums andere Mal Gänsehaut-Akzente. Im Untergrund toben wuselig-virtuosen Drums, die dem Ganzen mit einem ordentlich komplexen Rhythmusgeflecht Feuer geben. Da macht sich nicht mal das Fehlen eines etatmäßigen Bassisten bemerkbar, soviel Druck und Zug entwickeln die Kompositionen. Die Arrangements bersten förmlich vor Details und Wendungen, die es nach und nach zu entdecken gilt. Sahnehäubchen auf dem Ganzen ist der theatralisch-emotionale Gesang von Dave Thwaithes, der die Songs regelrecht zelebriert.
Das Erstaunlichste an „Lepidoptera II“ ist vor allem, das hier konsequent in großen symphonischen Formen geschwelgt wird, diese aber vollkommen ohne Kitsch, ohne unnatürliche Übertreibung, ohne übersteigertes Pathos präsentiert werden. Wohlklang führt nicht zu Langeweile, sondern zu einer wahrhaften Seelenmassage des Freundes komplexer symphonisch-melodischer Klänge mit Biss. So setzen ganz klar einen Meilenstein dieses Teils 'unseres' Genres in die musikalische Landschaft, wunderschön.
| Anspieltipp(s): |
durchhören! |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
31.3.2012 |
| Letzte Änderung: |
31.3.2012 |
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Eine der ersten Sachen, die mir an „Volume 1 -The Ascent“ von "The Book of Flight" auffallen ist der auf mich seltsam statisch und unsicher wirkende Sprechgesang, so dass ich mich nur wundern kann, welche Komplimente da an die Adresse des RAK-Sängers in mancher Besprechung auftauchen. Irritierenderweise wurde die Gesangstimme zudem öfters zwei-, oder mehrspurig aufgenommen. Das Ergebnis klingt dann für mich wie ein gequälter Minichor. Ohne diese Aufnahmetechnik klingt Herr Thwaites für meine Ohren (wie am Anfang von „Volume 2“) leider auch nicht viel besser. Etwas besser wird es allerdings, sobald der Sänger seine scheinbare Apathie aufgibt und zum wütenden Bariton wechselt. Na gut, bei der subjektiver Wahrnehmung der Sänger tun sich nicht selten Abgründe auf, über die es sich nicht zu streiten lohnt.
Die instrumentalen Leistungen des Gitarristen, des Keyboarders und des Schlagzeugers halte ich dagegen für tadellos. Woran es hier nach meinem Eindruck mangelt, das sind die zündenden Songideen, die die Scheibe zu etwas Besonderem machen würden. Möglicherweise kommen die Einfälle wegen des eigenartigen Sprechgesangs bei mir bloß nicht an.
Vergleiche zu Transatlantic sind insofern nachvollziehbar, als dass sowohl RAK, als auch Transatlantic scheinbar bemüht sind US-Retroprog mit Elementen des Progmetal zu vermengen. Während das bei Transatlantic am Ende homogen klingt, scheinen RAK noch nach der passenden Gewichtung zu suchen. Wie bereits angedeutet, halte ich die Instrumentalpassagen der Stücke für das Beste an "The Book of Flight", während der Rest für mich deutlich abfällt. Interessant ausserdem die Fusion-Einflüsse und die avantgardistischen Ausbrüche in "Volume IV".
Wer also dazu neigt, eigenartige Meinungen zu Sängern zu entwickeln, sollte an "The Book of Flight" eventuell mit Vorsicht herangehen. Mal sehen, vielleicht habe ich mich nach 50 bis 60 Durchgängen auch an die Gesangsdarbietung des Herrn Thwaites gewöhnt.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
17.6.2012 |
| Letzte Änderung: |
17.6.2012 |
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"Tipp des Monats" (gut, eigentlich war dieses Album hier lediglich eine "Weitere aktuelle Empfehlung") ist schon eine ordentliche Hausnummer für RAK und "The Book of Flight". Trotzdem tue ich mich mit diesem Album nach wie vor etwas schwer.
Möglicherweise liegt das vor allem daran, dass das Album stilistisch ein bisschen unentschlossen ist, ob es nun Retroprog oder Progmetal sein will. Das Ergebnis dieser Diskrepanz ist dabei leider ein etwas inkonsistentes Klangbild: Die typischen Progmetalriffs werden eher schwächlich inszeniert, und für traditionellen Retroprog ist das Material wiederum in Passagen zu repetetiv ausgefallen (höre etwa "The Ascent", ab ca. 6:54, "The Book Of Flight" zu Anfang oder "The Deception" ab ca. 0:35). Das klingt keineswegs nach einem State-of-the-Art-Werk, sondern eher nach Hausmannskost, denn in derartigen Abschnitten nimmt die Produktion einfach zu viel von der Spannung aus der Musik heraus. Daneben muss ich noch den schon von Siggy kritisierten Gesang monieren, der nur allzuoft reichlich bemüht und gepresst klingt. Damit ist "The Book Of Flight" schon mal ein Album, zu dessen Anhören man sich erst mal zwingen muss, weil der Gesamtsound alles andere als ohrenschmeichelnd ausgefallen ist.
Lege ich diesen Blickwinkel beiseite, muss ich aber eingestehen, dass die Kompositionen immerhin durchgehend gelungen sind. Kleinere Ausnahmen sind lediglich die in ihrem Minimalismus zu lang geratene erste Hälfte von "The Breakthrough", die im krassen Gegensatz zur schwelgerischen zweiten Halbzeit steht, oder der etwas abrupt eingesetzte Refrain von "The Book Of Flight". Ansonsten sind die Nummern durchwegs schlüssig und interessant ausgefallen und fügen sich angesichts ihrer bedächtigen, aber nachvollziehbaren Entwicklung auch gut zum Konzept zusammen. Unterm Strich hätte man sich am Ende allerdings wohl auch noch ein paar richtige Abgehparts gewünscht, die dabei sogar noch das in dieser Hinsicht "extreme" Intro von "The Great Machine" überbieten müssten (es lebe der Konjunktiv II...). Leicht fragwürdig finde ich außerdem noch die Neigung von RAK, bei den Instrumentaleinsätzen immer wieder auf Arpeggien zu setzen. Simpler geht es bei sowas eigentlich kaum, und als "thematische Arbeit" kann man mir das auch nicht verkaufen.
Somit ist "The Book Of Flight" für meine Begriffe ein eher passables denn herausragendes Album. Das liegt hauptsächlich am biederen Sound und der Tatsache, dass die langen Songs hier zwar gefällig sind, jedoch zumeist auf ihrer bedächtigen Grundhaltung verharren und nur selten daraus ausbrechen. Gerade letzteres führt dann, möglicherweise sogar mehr noch als ersteres, dazu, dass vom Material recht wenig hängen bleibt und das Album insgesamt, bei aller grundlegenden Gefälligkeit, einen eher sperrigen Eindruck macht. RAK sind hier, was das Entwicklungspotenzial angeht, bei weitem noch nicht in dem Orbit angekommen, den der Albentitel suggerieren würde.
| Anspieltipp(s): |
The Deception, The Ascent |
| Vergleichbar mit: |
Progmetal, im Retroprog-Soundgewand gespielt |
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| Veröffentlicht am: |
13.7.2012 |
| Letzte Änderung: |
13.7.2012 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von RAK
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